Verfahren und Einrichtung zur Herstellung von Glaswaren. Gegenstand der Erfindung ist ein Ver fahren und eine Einrichtung zur Herstellung von Glaswaren, hauptsächlich Tafelglas. Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass man das Glas über ein Formgebungs- organ fliessen lässt, das einen mit dem Glas in Berührung kommenden Endteil besitzt, der zugeschärft ist und sich .in der Strö mungsrichtung des Glases erstreckt.
Die Einrichtung zur Ausführung des Verfahrens ist gekennzeichnet durch ein Formgebungsorgan, mit dem das Glas beim Vorbeiwandern in Berührung kommt und das einen scharfen, in der Richtung der Be wegung des Glases sich erstreckenden Lip penteil besitzt.
In der Zeichnung stellt Fig. 1 eine schau bildliche Teilansicht des Auslasses eines Glasofens oder einer andern Quelle für das geschmolzene Glas dar. Die Abbildung lässt das Formgebungsorgan erkennen, über das das Glas in Bandform herabfliesst. Das Formgebungsorgan ist in einen elektrischen Stromkreis eingeschaltet und bildet dadurch ein elektrisches Heizelement. Es steht ferner unter einer Längsspannung, durch die das Werfen verhindert wird.
Die Fig. 2 bis 11 veranschaulichen in senkrechten Querschnitten verschiedene Aus führungsformen des Formgebungsorganes, bei denen das gebildete Glasband oder der gleichen von dem Formgebungsorgan abwärts fliesst.
Die Fig. 12 bis: 19 zeigen in entspre chender Darstellungsweise Ausführungs formen, bei denen das geformte Glasband oder dergleichen von dem Formgebungsorgan in einem Winkel zur Senkrechten abgezogen wird.
In Fig. 1 ist mit 1 'ein geeigneter Ofen oder eine andere Quelle für das geschmolzene Glas bezeichnet, die mit einem Auslag versehen ist, aus dem das Glas über eine Auslasslippe 3 in Form eines verhältnismässig dünnen, breiten Bandes a herabfliesst.
Der Lippenteil 3, über den das Glas fliesst, bildet das Formgebungsorgan. Er ist aus einem., hoch hitzebeständigen Material, zweckmässig Nickelchrom, hergestellt. Die Lippe ist verhältnismässig dünn und im Quer schnitt gekrümmt, derart, dass' die obere Seite konvex gestaltet ist, so dass sie die Strömung des über sie hinweg fliessenden Glases aus der wagrechten in die senkrechte Ebene umlenkt.
Der äussere Randteil der Lippe 3 endigt in eine Kante, die in der innern Begrenzungsebene des Bandes a liegt, und es erstreckt sich die Lippe mit der scharfen Kante in der Strömungsrichtung des Glases, was für die Verhinderung des An- sammelns von Glas längs des untern Randes der Lippe von grosser Wichtigkeit ist.
Der Lippenteil 3 ist zweckmässig unab hängig vom Ofen gehalten und steht unter einer Längsspannung, um ein Werfen unter dem<B>Ei</B> influss der auf ihn einwirkenden star ken Hitze zu verhindern. Auf diese Weise wird eine gerade Ablaufkante aufrecht er halten, so dass' ein Band a von vollkommener Form von dem über die Lippen fliessenden Glase gebildet werden kann. Die Lippen platte 3 ist auf beiden Enden mit einer Stange 4 versehen. Diese Stangen erstrecken sich nach aussen über die Seiten des Ofens 1. .rede Stange ist durch ein Lager geführt, das am äussersten Ende eines Bockes 5 an geordnet ist.
Auf jeder Stange 4 sitzt eine Feder 6, die sich einerseits an das Lager 5, anderseits an eine zur Regelung der Span nung der Feder dienende Mutter 7 anlegt. Auf diese Weise wird eine konstante Längs spannung von gewünschter Stärke auf die Lippenplatte 5 ausgeübt, die zweckmässig. mehr oder weniger biegsam gehalten ist. Dadurch wird jeder Neigung der Platte, sich zu werfen, begegnet.
Die Lippenplatte 3 soll auf eine Tem peratur erhitzt werden, die mindestens so hoch ist wie die Temperatur des über sie hinweggehenden Glases, um zu verhindern, dass das Glas an ihr haften bleibt, und da für zu sorgen, dass das Glas ohne Bildung -von Streifen oder andern Fehlern auf der mit der Lippenplatte in Berührung stehen den Seite über diese frei hinwegfliess't. Die Lippenplatte 3 kann durch einen elektrischen Strom erhitzt werden, da sie aus einem 31a- terial, wie Nickelchrom, besteht, das als Wi derstandselement für eine elektrische Heiz- einrichtung geeignet ist.
Mit ± sind die Zu führungsleitungen für den elektrischen Strom zu den Stangen 4 bezeichnet.
In Fig. ? ist dargestellt, wie das Glas aus dem Ofen über eine Platte 10 von dem dünnen, scharfen, auswärts und abwärts ge richteten Lippenteil 1.1 dieser Platte herab fliesst. Der Lippenteil 11 kann ausser durch das geschmolzene Glas auch anderweitig er hitzt werden; doch kann eine solche beson dere Erhitzung auch unterbleiben. Da er einen Teil der Platte 10 bildet, wird er nicht unter Längsspannung gesetzt. Unter halb der Lippe 11 ist eine besondere, ge krümmte, verhältnismässig dünne Platte 12 vorgesehen, die einen scharfen, untern Kan tenteil besitzt, mit dem das Glasband a. in Berührung tritt, kurz nachdem es die Lippe 1.1 verlassen hat. Der untere Kantenteil der Platte 1.2 erstreckt sich ebenfalls in der Richtung der Bewegung des Glasbandes.
Die Platte 12 wird zweckmässig in derselben Weise wie die Lippenplatte der Fig. 1 unter Spannung gesetzt. Sie soll aber nicht beheizt werden, da, sie in der Hauptsache nur dazu dient, die Wirkung der Schwere auf ein dünnes, von der Lippe 11 herabfliessendes Glasband abzuschwächen bezw. als End- formgebungsorgan zu dienen in Fällen, wo (las Glas zu heiss ist, um sich auf der Lippe 11. zu formen.
Fig. 3 stellt eine Ausführungsform der Lippe dar, die besonders in Verbindung mit einem Glasbande von geringer Dicke geeig net ist. Die betreffende Lippe soll beheizt und unter Spannung gesetzt werden.
Gemäss Fig. 4 besitzt (las Formgebungs- organ kreisförmigen (,Querschnitt; ausserdem ist es hohl gestaltet, um die Einführung eines Heizmittels zu ermöglichen. Auf der Aussen seite ist. das betreffende Organ mit einem Lippenteil 15 versehen, das in eine dünne Kante übergeht und in der Richtung des Ab laufes des Glasbandes verläuft.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 5 fliesst das Glas zunächst über eine schräg nach aussen und aufwärts verlaufende Platte 16, die mit. einem nach aussen und abwärts @ur@I@rü@@@enden Lippenteil 17 versehen ist, dur in Eine dünne, scharfe Kante ausläuft. Zur Buheizung der Lippe 17, die nicht unter l,@iii < "pannung steht, ist ein Gasbrenner 18 vorgesehen.
Gemäss Fig. 6 besitzt die horizontale Platte 20, die durch Brenner 21 beheizt werden kann, einen nach unten gebogenen scharfen Lippenteil 22, von dem das Glas auf eine Formgebungsschiene 23 fliesst. Das Cx las strömt um beide Seiten dieser Schiene in dünnen Schichten herum, die an der un- torn scharfen Kante der Schiene wieder zu Einem gemeinsamen Bande a zusammen fliessen. Die Schiene 23 steht unter Span nung, um ein Werfen zu verhindern; sie braucht, wenn es sich um die Herstellung eines dicken Bandes handelt, nicht beheizt zu werden. Soll dagegen ein dünnes Band hergestellt werden, so wird sie zweckmässig beheizt.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 7 fliesst das Glasband von dem Lippenteil 25 des Ofenauslasses zwischen zwei Lehrstreifen 26 herab, die dem Bande nach der Forr < < - gebung die endgültige Oberflächenbeschaffen heit verleihen. Die Streifen 26 sind dünn und gegeneinander geneigt. Sie stehen unter Spannung, um ein Werfen zu verhindern, und werden zweckmässig elektrisch beheizt. Diese Ausführungsform kann in Verbindung mit einem Glasbande benutzt werden, das nach oben oder in irgend einer andern Rich tung von, der geschmolzenen Glasmasse ab gezogen wird; ihre Wirkung ist unabhängig von der Quelle für das Glasband.
Fig. 8 läss't erkennen, wie das Glas da durch von der Hauptmasse abgetrennt und in Bandform. gebracht wird, dass man es auf eine Formplatte 30 herabfliessen lässt, die zweckmässig unter einem beliebigen geeigne ten Winkel angeordnet ist und deren unterer Rand in eine scharfe Lippo ausläuft, die sich in der Richtung der Fliessbewegung des Bandes a erstreckt. Die Platte 30 wird zweck mässig beheizt. Zu diesem Zwecke ist ein Brenner 31 vorgesehen. Auch kann sie zur Verhinderung des Werfens unter Spannung stehen.
Gemäss' Fig. 9 ist die dünne Lippen platte 32 von der horizontalen Platte 33 ge trennt. Sie wird zweckmässig auf elektri schem Wege oder in anderer Weise beheizt und steht unter Spannung. Dadurch wird die richtige Formgebungstemperatur für die Lippenplatte des Bandes gewährleistet, auch dann, wenn die horizontale Platte 33 sich werfen und die für die richtige Formgebung erforderliche Temperatur nicht aufweisen sollte. Die Lippenplatte 32 besitzt eine scharfe Aussenkante, die in der innern Be grenzungsebene des Glasbandes liegt.
Der Schützen 34 zur Regelung der Tiefe des über die Platte 33 fliessenden Glases besteht zweckmässig aus einem hoch hitzebeständi gen Material, ist im untern Teil nach vorn gebogen und läuft unten in eine scharfe Kante aus, um zu verhindern, dass' das Glas auf der Vorderseite des Schützen hochwan- dert. Der Lippenteil des Schützen wird zweckmässig beheizt, um der Aussenseite des Glasstromes, sowie des daraus gebildeten Bandes die gewünschte Oberflächenbeschaf fenheit zu geben.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 10 fliesst das Glas durch einen Schlitz herab, der von zwei Teilen 36 gebildet wird, die zwecks Veränderung der Schlitzweite. zweck mässig einstellbar und ausserdem hohl gehal ten sind, um die Überwachung ihrer Innen temperatur zu erleichtern. Um zu verhin dern, dass das Glas aussen längs der untern Kante der Teile 36 entlang wandert, sind diese mit nach unten vorspringenden Lippen teilen 37 versehen, die in scharfe Kanten auslaufen. Die Lippenteile verlaufen in der Richtung, in der das Band a fliesst, und wir ken zur Formung des Bandes zusammen.
Die Lippenteile 37 können beispielsweise durch in ihrer Nachbarschaft verlaufende Drähte, die zweckmässig unter Spannung ste hen und die Heizelemente eines elektrischen Stromkreises bilden, beheizt werden.
Gemäss Fig. 11 fliesst das geschmolzen Glas in eine Kammer 40, in deren Boden ein Auslass vorgesehen ist, der durch zwei einander gegenüberliegende Lippenplatten 41 gebildet wird. Diese Platten sind nach innen und abwärts aufeinander zugekrümmt und endigen in scharfe Lippen, die sich in der Fliessrichtung des Bandes a erstrecken. Diese Platten werden zweckmässig unter Spannung gesetzt, izm ein Werfen zu ver hindern, und können elektrisch oder in an derer Weise beheizt werden.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 12 fliesst das Glas über eine Platte 48, von der es in wagrechter Richtung in Bandform ab gezogen wird. Die Platte 43 ist zweckmässig elektrisch beheizt und steht mit ihrer schar fen, in der Abzugsrichtung des Glases ver laufenden Lippe unter Spannung.
In Fig. 13 ist eine Lippenplatte 44 dar gestellt, von der das Glasband in wagrechter Richtung abgezogen wird. Die Platte selbs't erstreckt sich schräg nach oben und läuft. in eine scharfe Lippe aus, die sich in der Zug richtung des Bandes a erstreckt. Die Platte steht unter Spannung und ist elektrisch be heizt, so dass sie dauernd eine vollkommene Formgebungslippe bildet.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 14 besitzen die beiden Platten 45 scharfe, nach auswärts gekrümmte Lippen, die auf der Vorderseite des Ofenauslasses zusammen einen Schlitz bilden, durch den das Glas band in wagrechter Richtung abgezogen wird. Die Platten können verstellt werden, um die Breite des Schlitzes zu ändern. Sie stehen zweckmässig unter Spannung und werden durch die grosse, mit ihnen in Be rührung stehende Masse geschmolzenen Gla ses b auf der erforderlichen Temperatur ge halten.
Gemäss Fig. 15 ist eine Lippenplatte 46 vorgesehen, deren scharfe Lippe sich nach oben auswärts in der Richtung des Glas flusses erstreckt. Sie wirkt als richtige Formgebungslippe für die Unterfläche des gebildeten Glasbandes und kann mittelst eines Gasbrennera47 beheizt werden. EineVer- teilungspla.tte 48, die zweckmässig elektrisch beheizt wird und unter Spannung steht, ist in den nach aussen fliessenden Glasstrom oberhalb der Platte 48 eingetaucht. Sie leitet und überwacht die Strömung des Glases und eignet sich insbesondere für die Bildung eines dicken Glasbandes aus einer grossen Glasmasse.
Bei der Ausfübrungsform nach Fig. 16 werden die horizontale Platte 50 und der die Tiefe regelnde Schützen 51 durch die Glasmasse beheizt. Die Lippenplatte 52 am vordern Ende der Platte 50 wird zweck mässig, und zwar auf elektrischem oder an derem Wege, beheizt und zur Verhinderung des Werfens unter Spannung gesetzt. Die Platten 51 und 52 verlaufen in scharfe Lippen, die sich in der Richtung der Strö mung des Glases erstrecken.
In Fig. 1-7 sind Lehrplatten 55 ähnlich den Platten<B>26</B> der Fig. 7 veranschaulicht, die aber im v orliegendeli Falle so angeordnet sind, dass sie mit einem wagrecht vom Ofen auslass abgezogenen Glasbande, zusamme-i- wirken.
Gemäss Fig. 1-8 wird der Formgebungs- schlitz durch eine untere heizbare Lippen platte 56 und einen obern, die Temperatur regelnden Zylinder 57 gebildet, der gedreht werden kann und geeignet ist, die Masse in der gewünschten Ausdehnung zu kühlen, bevor sie beim Hindurchgehen durch den Formgebungsschlitz in die Bandform um gebildet wird. Die beheizte Platte 56 läuft in eine scharfe Lippe aus, die sich in der Richtung der Bewegung des Bandes erstreckt und ermöglicht, dass das Glas ohne Beein trächtigung seiner Oberflächenbeschaffenheit frei über sie hinweggeht.
Der Oberseite des Glasbandes wird, nachdem sie den Zylinder 57 verlassen hat, durch eine elektrisch heiz bare, unter Spannung stehende Stange 58 die endgültige Oberflächenbeschaffenheit ver liehen. Die Glasmasse geht, bevor sie die Lippenplatte 56 erreicht, über eine leicht an steigende Platte 59, deren Temperatur mit Hilfe einer unter ihr liegenden Kammer 56 überwacht wird.
In Fig. 19 ist eine Ausführungsform dargestellt, bei der die Formgebung des Gla- ses dadurch bewirkt wird, dass sie über eine leieht ansteigende Platte 61 geht, die einen Lippenteil 6? besitzt. Dieser ist unterhalb des Hauptteils 61 der Platte angeordnet und kann durch einen Brenner <B>63</B> beheizt werden. Er läuft in eine dünne, scharfe Lippe aus, die sich in der Bewegungsrichtung des Glasbandes erstreckt.