CH118457A - Verfahren zur Herstellung von Gummi mit einer grossen Anzahl mikroskopisch kleiner Poren. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Gummi mit einer grossen Anzahl mikroskopisch kleiner Poren.

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CH118457A
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  Verfahren zur Herstellung von Gummi mit einer     grossen    Anzahl  mikroskopisch kleiner Poren.    Bisher war es nur möglich, porösen Gummi  mit so grossen Poren herzustellen, dass diese  mit freiem Auge sichtbar sind. Dieses Material  ist wohl für Schwämme, nicht aber für Filter  zum Zurückhalten feinster Niederschläge oder  als elektrolytische     Diaphragmen    brauchbar.  Die Herstellung von Gummi mit mikroskopisch  kleinen Poren, welcher u. a. für die letztge  nannten beiden Verwendungszwecke besonders  geeignet ist, wird dagegen nach dein Ver  fahren gemäss der Erfindung ermöglicht.

   Dieses  ist dadurch gekennzeichnet, dass     Kautschuk-          inilch    als Ganzes ohne     Serumabscheidung    in  eine homogene zusammenhängende feste  Gallerte verwandelt und diese feucht vulkani  siert wird. Das feuchte Vulkanisieren soll ein  Trockenwerden der Masse     während    ihrer  Behandlung verhindern. Da die Gallerte den  gesamten Wassergehalt der Kautschukmilch  in feinster Verteilung gebunden enthält, und  bei der.     Vulkanisation    sich der Zusammenhang  der einzelnen Kautschukteilchen wohl- nicht  lockert, sondern noch verfestigt:, so entsteht  ein Produkt, welches nach dem Trocknen    von einer Unzahl mikroskopisch kleiner Poren  durchzogen ist.

   Selbstverständlich dürfen der  Kautschukmilch oder, der Gallerte keinerlei       Stoffe    zugesetzt werden, welche im Verlauf  des Herstellungsverfahrens Gase oder Dämpfe  erzeugen, da hierdurch grössere Poren ent  stehen würden.  



  ' Die feuchte     Vulkanisation    kann in be  liebiger, an sich bekannter Weise geschehen,  zum Beispiel indem man die Gallerte, -welcher  vor ihrem Erstarren feinstverteilter Schwefel  oder andere     Vulkanisationsmittel    beigemischt  wurden, in Wasser oder     Nassdämpf    erhitzt,  oder indem man sie ohne vorherigen Zusatz  der     Vulkanisationsmittel    abwechselnd der  Einwirkung von     Schwefelwasserstoff    und  schwefliger Säure in wässeriger Lösung oder  in einer mit Wasserdampf gesättigten At  mosphäre aussetzt.  



  Die Überführung der Kautschukmilch in  eine     t=allerte    kann zum Beispiel geschehen  durch     Hinzufügung        derLösung_gewisser    Salze  zu der Kautschukmilch, zum Beispiel der  jenigen des Magnesiums oder der Erdalkalien.      Bei Benutzung eines solchen Salzes wird zum  Beispiel das noch flüssige Gemisch in eine  Form gegossen, welche die Gestalt des ge  wünschten Körpers hat; in dieser Form er  starrt das Gemisch je nach Art und Konzen  tration der Salzlösung und der herrschenden  Temperatur in kürzerer oder längerer Zeit  zu einer nicht mehr formbaren Gallerte. Durch  Zusatz einer flüssigen Säure zur Kautschuk  milch lässt sich eine solche Gallerte nicht  erzielen, der Kautschuk fällt in diesem Fall  in unzusammenhängenden Klumpen aus.

   Da  gegen kann man auch Säuren zur Herstellung  der Gallerte benutzen, wenn man sie in     gas-          oder        dampfförmigem    Zustande auf die Kaut  schukmilch einwirken lässt; falls dies auf  der Oberfläche der Milch geschieht, bildet  sich dort in wenigen Minuten eine dünne  Haut, die bei längerer Berührung mit den  Gasen oder Dämpfen dauernd an Dicke zu  nimmt, bis schliesslich die ganze Menge der  Kautschukmilch in eine Gallerte verwandelt  ist. Besonders hat sich hierzu die gasförmige  schweflige Säure bewährt; auch andere be  kannte     Koagulierungsmittel    können in dieser  Form benutzt werden. Selbstverständlich ist  es zweckmässig, auch hierbei die Kautschuk  milch vor dem Abbinden in geeignete Formen  zu giessen.  



  Endlich ist es auch möglich, die Säuren  sowie die übrigen bekannten     Koagulierungs-          mittel    in flüssigem Zustande zur Erzeugung  einer Gallerte zu benutzen, indem man sie  nicht einfach der Kautschukmilch zusetzt,  sondern diese zuerst mit solchen     Stoffen    ver  setzt, welche sie in einen dicken, streichfähigen  Brei verwandeln, eindicken. Dieser Brei kann  in Formen gebracht und der Einwirkung der  flüssigen Säuren     -usw.    ausgesetzt werden, wo  durch er abbindet und in eine feste zusammen  hängende Gallerte übergeht.

   Diese Ausfüh  rungsform des Verfahrens hat gegenüber den  obengenannten den Vorteil, dass der Brei  nicht nur durch Giessen, sondern auch zum  Beispiel durch Streichen auf eine Unterlage  und je nach der Dicke auch auf mechanischem  Wege, zum Beispiel durch Walzen oder  leichtes Pressen in die gewünschte Form    gebracht     werden    kann.

   Als Mittel zum Ein  dicken der Kautschukmilch hat sich besonders  der     Alaun    in heissgesättigter Lösung bewährt,  welche Lösung unter Rühren der vorher mit  der     entsprechenden    Menge Schwefel versetz  ten     Kautschukmileh    zugefügt werden kann,  bis sich die Mischung in einen dicken gleich  förmigen Brei verwandelt. ,Statt des Alauns  können auch andere     bekannte        Koagulierungs-          mittel,    wie Zinksulfat, Eisenchlorid benutzt.  werden, die wohl die     Kautseliukmilcli    ein  dicken, aber nicht, wie     zum    Beispiel die lös  lichen Salze des Magnesiums und der Erd  alkalien, abbinden.

   Für das     Abbinden    des  Breies hat sich eine starke wässerige     Li;sung     der schwefligen Säure als besonders geeignet  erwiesen. Anstelle der flüssigen Säuren können  selbstverständlich zur     Abbindung    des Breies  auch diejenigen Mittel verwandt werden,  welche im Vorstehenden als geeignet zur       direkten    Erzeugung der Gallerte aus der  flüssigen     Kautschukmilch    genannt sind, wie  die Salze des     Magnesiums    oder der Erd  alkalien oder die Dämpfe oder Gase von  Säuren, wie zum Beispiel der schwefligen       Säure.     



  Statt, wie beschrieben, das     Eindicken     und Abbinden in zwei getrennten Arbeits  vorgängen     vorzunehmen,    kann man der mit  Schwefel versetzten Kautschukmilch ein Ge  misch von eindickenden Mitteln mit gewissen  das Abbinden verursachenden     Stoffen    zu  setzen,     wenn    letztere so gewählt sind, dass  das Abbinden erst nach geraumer Zeit er  folgt, so dass der sogleich     entstehende    dicke       'Brei    in der beschriebenen Weise geformt  werden kann und erst später abbindet.

   Solche       Mischungen        sind   <B>zum</B> Beispiel eine     beifige-          sättigte        Alaunlüsung,    welcher eine nur     geringe     Menge     Magnesiumsulfat    zugesetzt wird.         Beispiel   <I>1:</I>  100     ccin    Latex werden mit 70     ccm    Wasser  versetzt, in welchem 17 g Schwefel gleich  mässig verteilt sind.

   Zu dieser Mischung  werden allmählich unter Umrühren 130     ccin     einer     Magnesiumsulfatlösung    hinzugefügt, die  auf 1     Liter    Wasser 17 g     Magnesiumsulft         enthält. Es tritt dann nach wenigen Minuten  ein Eindicken zu einer gleichmässigen Gallerte  ein, die sodann in feuchtem Zustande bei  einem Druck von 61/4     Atm.    in gesättigtem  Wasserdampf oder in Wasser     21/z        Stunden     vulkanisiert wird.  



  <I>Beispiel 2:</I>  100 ccm Kautschukmilch     werden    mit  75     ccm    Wasser verdünnt und mit 15 g  Schwefel versetzt. Hierzu werden 30 ccm  einer heissen 40     prozentigen        Alaunlösung     unter Umrühren zugefügt. Dabei tritt ein  Eindicken ein; die entstehende Masse wird  dann ausgestrichen und nunmehr während  2 Stunden der Wirkung von gasförmiger  schwefliger Säure ausgesetzt, wodurch sie  zu einer elastischen Gallerte abbindet.

   Nach  gründlichem Auswaschen wird der Stoff dann  im     Vulkanisierkessel    während 21/2 Stunden  bei einem Druck von     61/.1        Atm.    in     Nass-          dampf    vulkanisiert.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Gummi mit einer grossen Anzahl mikroskopisch kleiner Poren, dadurch gekennzeichnet, dass Kautschukmilch als Ganzes ohne Serumab- scheidung in eine homogene zusammenhän- gende feste Gallerte verwandelt und feucht vulkanisiert wird. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Kautschukmilch durch Zugabe von Salzen des Magnesiums in eine Gallerte verwandelt wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Kautschukmilch durch Zugabe von Salzen der Erdalkalien in eine Gallerte verwandelt wird. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Kautschukmilch durch Einwirkung der Dämpfe von Koa- gulierungsmitteln in eine Gallerte ver wandelt wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, @ dass die Kautschukmilch durch Einwirkung der Dämpfe von Säuren in eine Gallerte verwandelt wird. 5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Kautschukmilch durch Zugabe von sie eindickenden aber nicht abbindenden Mitteln in einen dicken Brei verwandelt und dieser in eine feste zusammenhängende Gallerte übergeführt wird.
CH118457D 1924-09-27 1925-07-15 Verfahren zur Herstellung von Gummi mit einer grossen Anzahl mikroskopisch kleiner Poren. CH118457A (de)

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