CH118540A - Kraftanlage. - Google Patents

Kraftanlage.

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CH118540A
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Gustav Noack Walter
Von Freudenreich Dr Jean
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Gustav Noack Walter
Von Freudenreich Dr Jean
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    • H02GENERATION; CONVERSION OR DISTRIBUTION OF ELECTRIC POWER
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    • H02K35/00Generators with reciprocating, oscillating or vibrating coil system, magnet, armature or other part of the magnetic circuit
    • H02K35/02Generators with reciprocating, oscillating or vibrating coil system, magnet, armature or other part of the magnetic circuit with moving magnets and stationary coil systems
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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Power Engineering (AREA)
  • Connection Of Motors, Electrical Generators, Mechanical Devices, And The Like (AREA)

Description


  Kraftanlage.    Die Erfindung betrifft eine neue, mit be  liebigen Treibmitteln arbeitende Kraft  anlage und basiert auf einer eigenartigen  Ausnutzung der Flugkolbenmotoren. Flug  kolbenmotoren sind bereits vielfach vorge  schlagen worden. Infolge Fortfalles des  Schwungrades, der Gestänge, der Kurbel  welle und Lager sind diese Maschinen von  ausserordentlicher konstruktiver Einfachheit;  sie gestatten höhere Kolbendrücke, haben ge  ringere mechanische Verluste und lassen da  her einen guten Wirkungsgrad erwarten.  Ihre Anwendung beschränkte sich bisher vor  nehmlich auf die Erzeugung von Druckluft  oder Druckwasser; es wurde aber auch schon  vorgeschlagen, durch die hin- und hergehende  Bewegung des Kolbens unmittelbar elek  trische Energie zu erzeugen.  



  Ein Nachteil war bisher den sämtlichen  Gestänge- und schwungradlosen Kolben  maschinen eigen: der ungleichförmige Gang  und die Neigung zum Stehenbleiben.  



  Der Gegenstand der Erfindung betrifft  nun eine Kraftanlage mit Flugkolbenmotor,  der durch seine hin- und hergehende Bewe-    gung elektrische Energie erzeugt und der  mit einer Einrichtung elektrisch gekuppelt  ist, welche bei Aussertrittsfallen Ausgleich  ströme erzeugt, durch deren synchronisie  rende Kräfte der Flugkolbenmotor in gleich  mässiger Bewegung gehalten wird. Diese  Einrichtung kann in einem Schwungradgene  rator oder auch in einem kräftigen elek  trischen Netz bestehen.

   An Stelle des  Schwungrades der gewöhnlichen Kolben  maschine tritt dann das Schwungelement  eines rasch laufenden     Wechselstromgenera-          tors,    der mit dem von der Flugkolben  maschine betriebenen, hin- und hergehenden  Generator elektrisch gekuppelt ist, oder ein  Schwungrad, das auf der Welle dieses rotie  renden Generators sitzt.

   An Stelle des den  Hub begrenzenden und die Spielzahl er  zwingenden Gestänges der gewöhnlichen  Kolbenmaschine treten ferner hier die syn  chronisierenden Kräfte durch Ausgleich  ströme, die ausgelöst werden, sobald der  Spannungsverlauf des hin- und hergehenden  Generators nicht mehr mit demjenigen des       Schwungradgenerators    oder auch eines kräf-  
EMI0001.0003     
      tigen Netzes, mit dem der hin- und her  gehende Generator verbunden ist, überein  stimmt.  



  Zum Antrieb des Flugkolbenmotors wer  den mit Vorteil brennbare Gasgemische ver  wendet; es kann die Anlage aber auch mit  Dampf betrieben werden. Im letzteren Falle  kann die Flugkolbenmaschine beispielsweise  als Hochdruckteil verwendet werden, wäh  rend der Niederdruckteil eine gewöhnliche  Kolbenmaschine oder Turbine ist, die den  Abdampf des Flugkolbenmotors weiter ver  arbeitet. Der hin- und hergehende Genera  tor des Flugkolbenmotors wird dann zweck  mässig mit dem rotierenden Generator der  Kolbenmaschine oder der Turbine elektrisch  gekuppelt und auf diese Weise der Gleich  gang der Flugkolbenmaschine von den  Schwungmassen der rotierenden Maschinen  beeinflusst.  



  Anlagen der erwähnten Art können aber  auch noch mit andern Treibmitteln unter  verschiedenartiger Zusammenschaltung der  mechanischen und elektrischen Maschinen  gebaut werden.  



  In den Abbildungen sind einige beispiels  weise Ausführungsformen in schematischer  Weise veranschaulicht. Fig. 1 zeigt die Ver  bindung eines Flugkolbenmotors mit einem  Schwungradgenerator; Fig. 2 und 3 sind  Ausführungsbeispiele des Flugkolbenmotors,  und zwar gibt Fig. 2 einen teilweisen sche  matischen Schnitt durch eine einfache Form  der Zylinder und den hin- und hergehenden  Generator wieder, während Fig. 3 Einzel  heiten der konstruktiven Durchbildung eines  solchen Flugkolbenmotors mit hin- und her  gehenden Generator gezeigt sind; die Fig.4  und 5 stellen diagrammatisch die Druck-,  Geschwindigkeits- und Arbeitsverhältnisse  der Anlage dar; Fig. 6 zeigt ein Ausfüh  rungsbeispiel einer Anlage für Dampfbetrieb  und der Anwendung der Flugkolbenmaschine  als Hochdruckteil und einer Turbine als Nie  derdruckteil der Anlage.  



  In Fig. 1 sind 1 und 2 die Arbeits  kolben, 3 und 4 die Zylinder des Flugkol  benmotors. 10 ist der Feldmagnet eines Ge-    nerators, 15 ist sein Anker, 20 und 21 sind  die von der Ankerwicklung zum Verbrauchs  netz führenden Leitungen. An den Gene  rator 10, 15 ist ein rotierender Schwung  radgenerator 25 geschaltet. Bei Änderungen  der Drehzahl des Schwungradgenerators 25,  wie sie durch Belastungsänderungen des  Flugkolbenmotors 10, 15 bedingt werden,  kann irgend eine in der Zeichnung nicht  näher dargestellte Vorrichtung ansprechen,  die die Füllung oder die Gemischbildung  des Flugkolbenmotors ändert.  



  In Fig. 2 sind 1 und 2 wiederum die Ar  beitskolben, 3 und 4 die Zylinder eines  doppelendigen Flugkolbenmotors. Die Bewe  gung der Kolben 1, 2 kann mittelst Dampf,  Druckluft, verpuffender Gasgemische oder  dergleichen erfolgen. Mit den beiden Kolben  ist durch eine Stange 5, 6 ein Feldmagnet  10 starr verbunden. Die Bürsten 12, 13 die  nen zur Zuführung von Gleichstrom für die  Erregung des Feldmagnetes 10; 15 ist der  Anker; er besteht aus radial gestellten Ei  senblechen, die den Feldmagneten 10 um  geben. Die Wichlung des Ankers besteht aus  zylindrischen Spulen, die in Nuten einge  legt sind. Der erzeugte Wechselstrom kann  bei 20 und 21 abgenommen werden.  



  In obigem wurde angenommen, dass das  auf die Kolben 1, 2 des Flugkolbenmotors  wirkende Treibmittel im wesentlichen hin  reicht, um die hin- und hergehenden Teile  derart zu beschleunigen, dass ihre Spielzahl  mit der verlangten Periodenzahl des nach  aussen zu liefernden Stromes übereinstimmt.  Sind die Massen der hin- und hergehenden  Teile im Vergleich zu den beschleunigenden  Kräften des Treibmittels dagegen sehr gross,  so kann die Geschwindigkeit und Spielzahl  der hin- und hergehenden Teile durch     mehr-          polige    Ausführung des     Flugkolbengenera-          tors    auf das erforderliche Mass vermindert  werden, während die Periodenzahl des er  zeugten Generatorstromes selbst unverändert  bleibt.

   Es kann aber auch der Fall eintre  ten, dass es zum Beispiel bei grossen     Kon-          struktionsgezwichten    oder bei geringen Kol  bendrücken unerwünscht oder unmöglich ist,      durch Mehrpoligkeit des Generators die  Spielzahl genügend zu verringern.  



  Die Anlage kann dann in einer Form  ausgeführt werden, die es ermöglicht, den  hin- und hergehenden Teilen derselben belie  biges Gewicht und eine von den Kolben  kräften unabhängige Spielzahl zu geben.  Dies kann dadurch erreicht werden, dass der  Schwungradgenerator nicht nur zur Gleich  erhaltung des Ganges, sondern in hervorra  gendem Masse auch zur Beschleunigung der  hin- und hergehenden Massen gebaut wird.  Die Beschleunigung der hin- und hergehen  den Teile auf die zur Einhaltung der Spiel  zahl erforderliche Geschwindigkeit geschieht  dann im wesentlichen durch die elektrische  Energie, die vom Schwungradgenerator ge  liefert und von dem als Motor arbeitenden  Flugkolbengenerator aufgenommen wird.

   Bei  Verzögerung der Massen wird diese Energie  vom Flugkolbengenerator wieder an den  Schwungradgenerator zurückgegeben, wobei  nun der Schwungradgenerator als Motor ar  beitet. Die hierbei in den Generatoren um  gesetzte Arbeitsleistung kann ein Vielfaches  der nach aussen abgebbaren Nutzarbeit be  tragen. Letztere ist die vom Treibmittel ge  leistete Arbeit, abzüglich der Verluste des  Flugkolbengenerators und des     Schwungrad-          generators.    Hat der vom Flugkolbengenera  tor erzeugte Strom die gleiche Periodenzahl  wie der verlangte Nutzstrom, so kann der  Nutzstrom unmittelbar den beiden Genera  toren entnommen werden.  



  Es ist bekanntlich wichtig, dass der auf  ein Netz arbeitende Strom möglichst     sinus-          förmigen    Verlauf hat. Der vom Flugkolben  motor erzeugte .Strom nähert sich nun um so  mehr dem verlangten sinusförmigen Verlauf,  je vollständiger der Geschwindigkeitsverlauf  in der Bewegung der hin- und hergehen  den Teile vom Schwungradgenerator erzwun  gen wird.  



  Bei grossen Leistungen und Abmessun  gen des Flugkolbenmotors und     Flugkolben-          generators    kann die vom Flugkolbengenera  tor erreichbare, Periodenzahl aber auch mehr  oder weniger unter der Periodenzahl des    Nutzstromes liegen. Der Schwungradgenera  tor kann dann für geringe Periodenzahl ge  baut und der Nutzstrom durch einen beson  deren Generator erzeugt werden, der mit  dem Schwungradgenerator gekuppelt ist. In  diesem Falle ist die Wahl der Periodenzahl  des Schwungradgenerators allein von der  erreichbaren Spiel- und Polzahl des     Flug-          kolbengenerators    abhängig und auch eine  etwaige Abweichung des erzeugten Stromes  von der Sinuslinie ohne Bedeutung, da dieser  Hilfsstrom auf kein äusseres Netz arbeitet.  



  Ist Schwungmoment und Leistung des  Schwungradgenerators gross genug, um die  hin- und hergehenden Massen, während eines  Hubes auch ohne die treibenden Kolben  kräfte in der vorgeschriebenen Bewegung zu  erhalten, so kann der Flugkolbenmotor auch  beispielsweise als Viertaktmotor (Verbren  nungsmotor) betrieben werden, das heisst auf  jeden Arbeitshub in zwei gegenüberliegen  den Zylindern kann ein Leerhub für das  Ansaugen des frischen oder für das Aus  schieben des verbrannten Gemisches folgen.  



  Bei der Ausführungsform des Flugkol  benmotors mit Generator gemäss Fig. 3 sind  1 und 2 die Arbeitskolben, 3 und 4 die Zy  linder des Flugkolbenmotors. Die Kalben 1  und 2 werden durch irgend ein Treibmittel  in rasche hin- und hergehende Bewegung  versetzt und dabei die beiden Eisenplatten  60 und 61 an dem aus Blechen hergestellten  Stator 62 und 63 vorbeiführt. Vier von  Gleichstrom durchflossene Spulen 64 erregen  ein kräftiges Magnetfeld, dessen Kraft  linienfluss durch die Eisenplatten 60 und 61  geschlossen wird. In Nuten des Stators sind  Kupferwindungen 66 eingelegt, in welchen  infolge der mit der Bewegung der Platten  stattfindenden Verschiebung des magne  tischen Kraftfeldes elektrischer Strom er  zeugt wird.

   Zur Verbindung der beiden  Eisenplatten 60, 61 dient ein aus     unmagne-          tischem    Stoff bestehendes Zwischenstück 67.  



  Bei dem Ausführungsbeispiel gemäss       Fig:    3 ist     ails    Triebmittel Rohöl angenom  men, das nach dem bekannten Dieselverfah  ren, und zwar im Zweitakt verarbeitet wird.      Durch das Rohr 70 wird beispielsweise die  Spül- und Verbrennungsluft zugeführt,  während die Abgase bei 71 entweichen. Das  Ventilgehäuse 72 enthält die Einspritzdüse.  



  Zur Aufrechthaltung des Gleichganges  der hin- und hergehenden Teile ist die Sta  torwicklung mit einem Schwungradgenerator  verbunden. Für das Zusammenarbeiten von  Flugkolbenmotor und Schwungradgenerator  gilt nun folgendes:    Soll die zur Bewegung eines     Flugkolben-          generators    benötigte Energie bei jedem Hub  durch die Kolbenkräfte allein aufgebracht  werden, so muss die zur Beschleunigung der  hin- und hergehenden Massen erforderliche  "Überschussfläche" der Kolbenkräfte in je  der Kolbenstellung gleich
EMI0004.0002  
   sein, wenn  M die Masse der hin- und hergehenden Teile  und v die Geschwindigkeit derselben im be  treffenden Zeitpunkte bedeutet.

   Es muss fer  ner die Zeit, die zur Zurücklegung eines Hu  bes erforderlich ist (das ist der Ausdruck  
EMI0004.0003  
   worin ds das Differential des Kol  benweges s bedeutet) gleich der Zeitdauer  einer halben Periode des zu erzeugenden Wech  selstromes sein. In Fig. 4 sind die Verhält  nisse diagrammatisch dargestellt. Es ist der  Linienzug a der Druckverlauf des expandie  renden Treibmittels (Dampf, Gas oder der  gleichen). Die von ihm eingeschlossene  Fläche ist die an den Kolben abgegebene  Arbeit. Der Linienzug b stellt die in jeder  Kolbenstellung erzeugte elektrische Energie  dar. Die von ihm eingeschlossene Fläche ist  die per Hub erzeugte elektrische Arbeit. Zu  dieser vom Treibmittel aufzubringende Ar  beit kommt noch die Verdichtungsarbeit für  das Treibmittel auf der gegenüberliegenden  Kolbenseite und die Kolbenreibung etc.

   Diese  "negativen" Arbeitsflächen sind durch Li  nienzug c dargestellt. Die gesamte negative  Arbeitsfläche wird durch Linienzug d wie  dergegeben. Das Kräftegleichgewicht wird  hergestellt, wenn die positive Arbeitsfläche  des Linienzuges a gleich der negativen Ar-    beitsfläche des Linienzuges d ist. Arbeitet  der Flugkolbengenerator für sich allein, so  ist für die Beschleunigung der hin- und  hergehenden Massen und ihre Spielzahl die  "Überschussfläche" e massgebend, die im  Diagramm durch die schräge Schraffur ge  kennzeichnet ist. Diese erteilt den Massen  eine Geschwindigkeit v, die weiterhin für je  den Punkt der Kolbenstellung durch fol  gende bekannte Beziehung gegeben ist:  
EMI0004.0004     
    Es sind dabei A die treibenden Kräfte  des Linienzuges a, D die hemmenden  Kräfte des Linienzuges, d, M die hin- und  hergehenden Massen und s der Kolbenweg.

    Der Verlauf der Geschwindigkeit ist durch  den Linienzug f dargestellt. Soll die für  einen Hub erforderliche Zeit mit derjenigen  der halben Periodenzahl des zu erzeugenden  Stromes zusammenfallen, so muss also die  Masse M eine ganz bestimmte Grösse auf  weisen.  



  Nach der Erfindungsausgestaltung ge  mäss den Fig. 1 bis 3 wird der Flugkolben  generator mit einem Schwunsradgenerator  elektrisch gekuppelt oder auf ein starkes  Netz geschaltet, um den Gleichgang des  Flugkolbenmotors zu erwirken. Es sind also  nicht die Kolbenkräfte allein, die den Ge  schwindigkeitsverlauf der hin- und hergehen  den Teile bestimmen. Da der Schwungrad  generator konstante Winkelgeschwindigkeit  besitzt, so wird der Verlauf seiner Spannung  (ebenso wie diejenige eines Netzes) sich im  allgemeinen einer Sinuslinie nähern, wäh  rend der Spannungsverlauf des vom Flug  kolbengenerator erzeugten Stromes mehr oder  weniger von einer solchen abweicht.

   In bei  den Systemen treten daher, parallel geschal  tet, Ausgleichströme auf, welche synchroni  sierende Kräfte erzeugen, die den Ausgleich  des Spannungsverlaufes und eine Annähe  rung des     Geschwindigkeitsverlaufes    beider  Generatoren     herbeizuführen    suchen. Die Ge  schwindigkeit des     Flugkolbenmotors    ver  läuft nach     Parallelschaltung    nicht mehr      nach Kurve f, sondern ungefähr nach Kurve  g. Die bei der Korrektur der Geschwindig  keitskurve wirksamen synchronisierenden  Kräfte (durch Flächen h und i dargestellt)  sind gering, solange zur Beschleunigung der  Massen die Kolbenkräfte im wesentlichen  hinreichen.

   Es kann aber auch der Fall ein  treten, dass aus konstruktiven Gründen die  Massen grösser ausfallen, als sie nach der  oben angeführten Beziehung sein dürfen. Es  reichen dann die Kolbenkräfte allein nicht  aus, um die Massen auf die Geschwindigkeit  zu bringen, die nötig ist, um den Hub in der  durch die Periodenzahl bestimmten Zeit zu  vollenden.  



  Hier kann nun die in den     Schwungmas-          sen    des Schwungradgenerators aufgespei  cherte Energie zur Mitwirkung beigezogen  werden, indem die über die Kolbenkräfte  hinaus benötigte Energie zur Beschleuni  gung der hin- und hergehenden Massen in  Form, elektrischer Energie vom Schwung  radgenerator an den Flugkolbengenerator  geliefert und diese Überschussenergie von  den Massen während ihrer Verzögerung wie  der an den Schwungradgenerator zurückge  geben wird.  



  In. Fig. 5 ist dieser Vorgang diagram  matisch dargestellt. Neben der (schräg  schraffierten) Fläche e aus den Kolbenkräf  ten des Linienzuges a, die die Massen nur  gemäss Kurve f hätten beschleunigen kön  nen, tritt noch die aus dem Schwungradgene  rator gelieferte Arbeitsfläche h auf. Die  ungefähr gleichgrossen Arbeitsflächen i1 und  i2 stellen die elektrische Arbeit dar, die von  den verzögerten Massen an den Schwung  radgenerator zurückgegeben wird. Die Ar  beitsflächen h und i können ein Vielfaches  der Arbeitsfläche des Flugkolbenmotors be  tragen. Dementsprechend sind auch die bei  den Generatoren für den vergrösserten Ar  beitsumsatz zu bauen.

   Je grösser die umge  setzte elektrische Energie im Vergleich zur  Arbeitsleistung des Flugkolbenmotors ist,  desto mehr nähert sich auch der Geschwin  digkeitsverlauf des hin- und hergehenden  Generators dem des Schwungradgenerators    und desto mehr stimmen die den     Geschwin-          digkeitsverläufen    entsprechenden     Spannungs-          verläufe    beider Systme überein. Der durch  die Rückwirkung aus dem     Schwungrad-          generatar    erzwungene Geschwindigkeitsver  lauf ist durch Kurve k dargestellt.  



  Besondere Vorteile bietet die Kraftanlage  gemäss der Erfindung zur Verarbeitung von  hochgespanntem Wasserdampf. Es ist be  kannt, dass in Dampfturbinen die Verarbei  tung von Dampf wegen der selbst bei gro  ssen Leistungen kleinen Dampfmengen  Schwierigkeiten bereitet. Bei der Kolben  maschine erschweren vornehmlich die hohen  Gestängedrücke den Betrieb und Bau. Der  Flugkolbenmotor benötigt kein Gestänge, er  gestattet bedeutend höhere Kolbengeschwin  digkeiten, und die bei Turbinen ungünstigen,  kleinen Dampfvolumen sind beim Flugkol  benmotor nur vorteilhaft. Nun sind zwar  bereits gestängelose Dampfkolbenmaschinen  bekannt; sie dienten bisher aber nur zur  Wasserförderung, da es nicht gelang, den für  andere Verwendungszwecke nötigen gleich  mässigen Gang zu erzielen. Dieser ist da  gegen bei Anlagen gemäss vorliegender Er  findung erreichbar.

      Eine weitere Ausbildung der Erfindung  ist nun die Verwendung des Flugkolben  motors als Hochdruckstufe einer Dampf  kraftanlage oder als sogenannte Vorschalt  maschine bei Höchstdruckanlagen. Eine sol  che Maschine kann zum Beispiel folgender  massen arbeiten: In dem Flugkolbenmotor  expandiert der hochgespannte Dampf bis auf  einen bestimmten Druck, wodurch der     hin-          und    hergehende Teil des Flugkolbenmotors  in rasche Bewegung versetzt wird, während  die Niederdruckmaschine den aus dem Flug  kolbenmotor auspuffenden Dampf bis auf       Köndensatardruck    weiter verarbeitet. Als  Niederdruckmaschine kommt sowohl eine  Kolbenmaschine, als auch eine Dampftur  bine in Frage.

   Diese Niederdruckmaschine  treibt einen Generator an, mit dem der Gene  rator des Flugkolbenmotors parallel geschal  tet ist.      Da die Leistung auf Vorschalt- und Nie  derdruckmaschine meist derart verteilt wird,  dass der Dampf, der der Niederdruckmaschine  zuströmt, den heute noch als "normal" be  zeichneten Druck aufweist (10 bis 20 Atm.),  so ergibt sich, dass die Niederdruckmaschine  die doppelte bis dreifache Leistung des als  Vorschaltmaschine arbeitenden Flugkolben  motors erhält. Der Gang des Flugkolben  motors ist somit infolge der grösseren Lei  stung und des bedeutenden     Schwungmomen-          tes    des Niederdruckmaschinengenerators von  diesem Generator, mit welchem derjenige des  Flugkolbenmotors elektrisch gekuppelt ist,  vollkommen beherrscht.

   Der besondere  Schwungradgenerator, der zum Beispiel bei  der Ausführungsform nach Fig.1 zur Gleich  erhaltung des Ganges erforderlich ist, kann  hier also entbehrt werden.    Aus Gründen der Abhängigkeit der Pe  riodenzahl von der Spielzahl und da der vom  hin- und hergehenden Generator erzeugte  Strom mehr oder weniger von der meist ver  langten Sinuslinie abweichen kann, kann es  vorteilhaft sein, den vom Flugkolbengenera  tor erzeugten Strom nicht an das Netz ab  zugeben, sondern ihn zum Antrieb eines  Motors zu verwenden, der mit der Nieder  druckmaschine bezw. mit ihrem Generator  mechanisch gekuppelt ist.  



  In Fig. 6 ist eine Kraftanlage dieser Art  schematisch dargestellt. 1 und 2 sind die Ar  beitskolben, 3 und 4 die Zylinder des Flug  kolbenmotors, 10 ist der Feldmagnet und 15  der Anker des Flugkolbengenerators. 20 und  21 sind die von der Ankerwicklung abzwei  genden Leitungen. 30 ist ein Dampfkessel,  32 eine Turbine, 34 ein rotierender Genera  tor und 36 ein Elektromotor. Der im Kessel  30 erzeugte Dampf geht durch die Leitungen  40 zum Flugkolbenmotor, der beispielsweise  als sogenannte Gleichstrommaschine ausge  bildet sein mag. In den Wicklungen 42 des  Flugkolbengenerators wird durch die     hin-          und    hergehende Bewegung des Feldmagnetes  10 Wechselstrom erzeugt. Dieser kann zum  Antrieb des Motors 36 dienen, wodurch die    im Flugkolbenmotor erzeugte Arbeit an die  Turbinenwelle abgegeben wird.  



  Bleibt nun aus irgend welchem Grunde  die Spielzahl des Flugkolbenmotors hinter  der Periodenzahl des Motors 36 zurück, so  arbeitet der Motor als Generator und gibt  Strom an den Generator 10, 15 des Flug  kolbenmotors ab, wodurch letzterer nun als  Motor arbeitend die erforderliche Spielzahl  wieder herzustellen versucht.  



  Der bis auf einen bestimmten Gegendruck  entspannte Dampf verlässt durch die Schlitze  45, 46 die Zylinder und wird im Behälter  50 gesammelt, worauf er der Niederdruck  turbine 32 zuströmt und bis auf Vakuum  ausgenutzt im Kondensator 55 niederge  schlagen wird.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Kraftanlage mit Flugkolbenmotor für be liebige Treibmittel, bei welchem durch die hin- und hergehende Bewegung des Kolbens elektrische Energie erzeugt wird, dadurch gekennzeichnet, dass der hin- und hergehende Generator mit einer Einrichtung elektrisch gekuppelt ist, welche bei Aussertrittfallen Ausgleichströme erzeugt, durch deren syn chronisierende Kräfte der Flugkolbenmotor in gleichmässiger Bewegung gehalten wird. UNTERANSPRÜCHE: 1. Kraftanlage nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass der hin- und hergehende Generator mit einem mit Schwungrad versehenen, rotierenden Ge nerator elektrisch gekuppelt ist, so dass der Flugkolbenmotor durch die synchro nisierenden Kräfte in gleichmässiger Be wegung gehalten wird. 2.
    Kraftanlage nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass der hin- und hergehende Generator auf ein Netz ge schaltet ist, so dass der Flugkolbenmotor durch die synchronisierenden Kräfte in gleichmässiger Bewegung gehalten wird. 3. Kraftanlage nach Patentansprueh, bei wel cher der Flugkolbenmotor als Hochdruck- teil einer Hochdruckanlage dient, deren Niederdruckteil aus einer mit einer Kurbel welle versehenen Kolbenmaschine oder einer Turbine besteht und mit einem Gene rator gekuppelt ist, dadurch gekennzeich net, dass der durch den Flugkolbenmotor angetriebene, hin- und hergehende Gene rator mit dem Generator der Kolben maschine oder Turbine elektrisch gekup pelt ist. 4.
    Kraftanlage nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeich net, dass der Geschwindigkeitsverlauf in der Bewegung des hin- und hergehenden Teils des Generators im wesentlichen durch elektrische Energie aus dem Schwungradgenerator erzwungen wird. wobei die umgesetzte Energie ein Viel faches der Nutzleistung des Flugkolben motors beträgt. 5. Kraftanlage nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeich net, dass der Nutzstrom von einem be sonderen Generator geliefert wird, der mit dem Schwungradgenerator gekuppelt ist. 6. Kraftanlage nach Patentanspruch und Unteransprüchen 1 und 5, dadurch ge kennzeichnet, dass der Schwungradgenera tor für eine geringere Periodenzahl ge baut ist als der Generator, der den Nutz strom liefert.
CH118540D 1925-08-08 1925-08-08 Kraftanlage. CH118540A (de)

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Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
FR2444799A1 (fr) * 1978-12-18 1980-07-18 Masurel Michel Moteur thermo-electrique a mouvement alternatif, a volume et pression variables et a noyau d'induit ouvert
FR2466130A1 (fr) * 1979-06-28 1981-03-27 Lambertin Bernard Generateur electromagnetique
FR2470854A1 (fr) * 1979-11-30 1981-06-12 Larger Jean Installation de production d'electricite

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