CH119235A - Verfahren zur Herstellung eines streufähigen Kalksalpeters. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines streufähigen Kalksalpeters.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung eines streufähigen Kalksalpeters. Unter den verschiedenenin den] etztenJahren hergestellten künstlichen Stickstoffdüngesalzen zeichnet sich der Kalksalpeter durch eine auch in seinem Kalkgehalt begründete be sonders günstige Wirkung auf den Ackerboden aus, und bekanntlich hat der norwegische Kalksalpeter, der sogenannte Norgesalpeter mit 13,30%o Stickstoff, ungefähr der Zusammen setzung von 1 Mol. Calciumnitrat auf etwas mehr als 2 Mol. Wasser entsprechend, eine grosse Bedeutung erlangt.
In Deutschland haben ihn jedoch andere Stickstoff düngesalze zurückgedrängt, weil sie einerseits infolge ihres höheren Stickstoffgehaltes geringere Transportkosten verursachen, anderseits we gen ihrer Beständigkeit im Gegensatz zum zerfliesslichen, 13 0,'o Stickstoff enthaltenden Kalksalpeter unverpackt gelagert und länger streufähig gehalten werden können. Aber das Verlangen der Landwirtschaft nach einem streufähigen, möglichst viel Stickstoff ent haltenden Kalksalpeter hat sieh immer von neuem geregt.
Es lag nahe, den Stickstoffgehalt des Kalksalpeters dadurch zu erhöhen, dass man ihn von Wasser vollständig oder fast voll ständig befreit. Der wasserarme oder wasser freie Kalksalpeter enthält nämlich bis zu 17 % Stickstoff, also noch etwas mehr Stick- stoff als der Natronsalpeter. Der Ausführung stand nach allgemeiner Anschauung die Zer- fliesslichkeit des.
wasserarmen oder wasser freien Salzes entgegen, denn man schreibt allgemein dem wasserfreien Calciumnitrat stärkere hygroskopische Eigenschaften zu als seinem Hydrat, und damit wurde die Frage nach der Verwendbarkeit des wasserfreien Calciumnitrats allgemein verneint, jedoch, wie wir fanden, mit Unrecht. Denn für die prak tische Verwendbarkeit eines Salzes ist nicht massgebend die Intensität, mit der es Wasser anzieht, sondern die Zeit, welche es bis zum Feuchtwerden und Zerfliessen benötigt. Nach .
dieser Überlegung schien es klar zu sein, dass, da doch wasserhaltiger Kalksalpeter, zum Beispiel der erwähnte Norgesalpeter, , sich immerhin einige Zeit auch unverpackt an der Luft trotz Bindung von weiterer Feuchtigkeit trocken und streufähig erhält, diese Zeit im Falle des kalzinierten Salzes bedeutend länger sein müsste, weil ja doch das trockene Salz Zeit braucht, um sich in die wasserhaltige Stufe zu verwandeln. Der Versuch jedoch er gab, dass sich an der Oberfläche des an der Luft liegenden kalzinierten Kalksalpeters sehr schnell kleine Tröpfchen bilden, welche das Salz beim Streuen verschmieren. Die weitere 'Untersuchung der Erscheinung klärte sie auf.
Es zeigte sich nämlich, dass diese Tröpfchen nichts weiter sind, als eine unterkühlte Schmelze des Hydrats des Kalksalpeters. Bekanntlich ist es zum Beispiel möglich, Kalksalpeter mit etwa 2 Mol. Wassergehalt bei niederer Temperatur sehr lange Zeit flüssig- sy rupös zu erhalten, ein Zustand, der erst aufgehoben wird, wenn man kleine fertig gebildete Kalksalpeterhydi-at,i-istalle hinzu gibt und innig rührt, um die Impfkristalle durch die ganze sehr viskose Masse zu ver teilen.
Da nun in dem kalziniertem Kalk salpeter solche Kalksalpeterhydratkristalle nicht vorhanden sind, muss der mehr oder weniger wasserfreie Kalksalpeter schneller seine Streufähigkeit verlieren als das 13"/0 Stickstoff enthaltende Kalksalpeterhydrat. Zu gleich aber war mit dieser Erkenntnis die Möglichkeit gegeben, dem wasserarmen oder wasserfreien Kalksalpeter die unangenehme Eigenschaft zu nehmen, indem man ihn rasch nach seiner Abkühlung unter den Schmelz punkt seines Hydrats mit festem Kalksalpeter hydrat in kleiner Menge vermischt.
Versuche haben ergeben, dass der aus der Fabrikation kommende Strom kalzinierten und hierauf gekühlten Kalksalpeters, sofern er eine Misch vorrichtung durchläuft, nur einmalig mit festem Kalksalpeterhy drat behandelt zu wer den braucht, da dieses durch Bindung der im kalzinierten Produkt noch enthaltenen Spuren von Wasser beim Durchmischen stets in hinreichender Menge neu gebildet und die ,.Impfung" daher fortgepflanzt wird.
Der gemäss dem vorliegenden Verfahren erzeugte Kalksalpeter enthält bis zu 17"/o Stickstoff und bleibt viel längere Zeit streufähig als der wasserhaltige Kalksalpeter des Handels. Zum Beispiel hatte eine an Luft von 75 ,@i, relativer Feuchtigkeit ausgebreitete Probe des nach vorliegendem Verfahren behandelten Kalksalpeters erst nach fünf Tagen ihre Streu- barkeit eingebüsst, während eine Parallelprobe eines 75 % igen, wasserhaltigen Kalksalpeters (,,i\Torgesalpeter"),
schon nach 11/2 Tagen schmierig geworden war. Entwässerter, un behandelter Kalksalpeter ist überhaupt nicht streubar, da er sofort oberflächlich verschmiert und an den Händen kleben bleibt. Beispiel: In einer Kalziniervorrichtung wird Kalk salpeter als 75"0ige Lösung, die durch Ein dampfen einer dünneren Lösung erhalten wurde, annähernd vollständig entwässert und hierauf, zum Beispiel in einer Kühlschnecke, auf<B>35'</B> C abgekühlt. Im kalten Teile der Schnecke wird zu den ersten die Vorrichtung durchlaufenden Mengen des Produktes etwas festes mehliges Kalksalpeterhydrat hinzu gefügt.
Infolge der Mischwirkung der Schnecke überträgt sich diese einmalige Impfung auf die nachfolgenden Mengen des Produktes.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung eines bis zu 17 % Stickstoff enthaltenden, längere Zeit streufähig bleibenden Kalksalpeters, dadurch gekennzeichnet, dass man Kalksalpeter, der weitgehend entwässert ist, bei einer unterhalb des Schmelzpunktes seines Hydrates liegenden Temperatur mit einer kleinen Menge festen Kalksalpeterhydrates innig mischt.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE119235X | 1924-11-11 |
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| CH119235A true CH119235A (de) | 1927-03-01 |
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ID=5655947
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|---|---|---|---|
| CH119235D CH119235A (de) | 1924-11-11 | 1925-10-24 | Verfahren zur Herstellung eines streufähigen Kalksalpeters. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH119235A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1007752B (de) * | 1955-07-01 | 1957-05-09 | Chem Fab Kalk Ges Mit Beschrae | Verfahren zur Herstellung von hochprozentigem bzw. wasserfreiem Calciumchlorid |
-
1925
- 1925-10-24 CH CH119235D patent/CH119235A/de unknown
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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