Zusatzpatent zum Hauptpatent Nr. 116830. Tasehenkinematograph. Gegenstand des Hauptpatentes bildet ein Taschenkinematograph, bei welchem in zu einander parallelen Platinen eine Achse zur Aufnahme der Filmrolle und der Mechanis mus zur schrittweisen Bewegung des Film bandes gelagert, und zwar derart nahe an einen zwischen der einzusetzenden Filmrolle und dem Mechanismus rechtwinklig zur Achse der Filmrolle angeordneten Kanal zur Aufnahme der Optik herangerückt sind, dass eine Verminderung der Abmessungen des Apparates auf Taschengrösse ermöglicht wird.
Gemäss vorliegender zusätzlicher Erfin dung ist zwecks Führung des Filmbandes an der Optik vorbei eine längliche, im Bereich eines Schaltrades für die schrittweise Bewe gung des Filmbandes, das mit seinen-Zähnen in die Perforierung des Filmbandes eingreift, leicht gewölbte und an ihren einem Ende drehbar gelagerte Platte vorgesehen, welche, zusammen mit einer weiteren Platte, die gegen erstere durch Federdruck angepresst wird und auf ihr nur am Rande aufliegt, einen Kanal für das Filmband bildet.
Diese Anordnung bringt deil Vorteil einer guten Führung für das Filmband sowohl beim Abrollen des Filmbandes, als auch beim Wiederaufrollen. Im letzteren Falle kann in einfacher Weise durch Verschwen- ken der Führungsplatten das Filmband ausser Eingriff mit den Zähnen des Schaltrades ge bracht werden.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfin dungsgegenstandes ist in der Zeichnung dar gestellt, in welcher Fig. 1 einen senkrechten Schnitt nach der Linie I-1 in Fig. 2 durch den Apparat in ungefähr Zig der natürlichen Grösse dar stellt; Fig. 2 ist ein Schnitt nach der Linie II-II in Fig. 1;
Fig. 3 zeigt den untern Teil des Appa rates mit eingesetztem Mikroskop und auf letzteres aufgesetzter Muschel, um den Film in der Durchsicht zu betrachten, und Fig. 4 zeigt in grösserem Massstab Einzel heiten des Mechanismus zur schrittweisen Bewegung des Filmbandes und der Füh rung des letzteren. Im gezeigten Ausführungsbeispiel be zeichnen 1, 2 und 3 zueinander parallele Pla- tinen. In den Platinen 1 und 3 ist die Achse 5 zur Aufnahme :der Filmrolle 6 auf einer Seite eines senkrecht zu dieser Achse sich erstreckenden Kanals 11 zur Aufnahme der Optik gelagert.
Auf der andern Seite die ses Kanals 11 ist der Mechanismus zur Er zeugung der schrittweisen Bewegung des Filmbandes 14 in den Platinen 2 und 3 ge lagert, und das obere Ende der Platine 2 ist zu einer Rohrform umgebogen, um den Kanal 11 zu bilden. Der Mechanismus zur Erzeugung der schuttweisen Bewe gung des Filmbandes weist ein Mal tesergetriebe auf, bestehend aus einem acht zackigen Sternrad 38, das auf einer dreh baren Achse 39 sitzt, und einem Rad 40, mit einem Zahn, das mit dem Stern rad 38 zusammenarbeitet und auf der dreh bar gelagerten Achse 41 fest ist.
Auf letz terer befindet sich ein Schwungrad 42 und ein Zahnrädchen 25 eines Übersetzungs getriebes für diesen Mechanismus, dessen grösseres Zahnrad 23 auf einer in den Pla- tinen 1 und 3 drehbar gelagerten Achse 45 fest ist, welche ein Vierkant 46 zur Auf nahme einer Kurbel 8 besitzt. Auf der Achse 5 für die Filmrolle ist ebenfalls ein Vier kant 48 vorgesehen. Mit dem Sternrad 38 ist ein Schaltrad 49 verbunden, dessen Zähne 50 in die Löcher 22 des Filmbandes ein greifen.
Um die Abmessungen des Apparates so klein als möglich zu halten, ist, wie beim Hauptpatent, die Achse 5 für die Filmrolle und der Mechanismus zur Erzeugung der schrittweisen Bewegung des Filmbandes so nahe als möglich an den zwischen ihnen lie genden Kanal 11 für die Optik herangerückt.
Ferner ist der Mechanismus zur Erzeugung der schrittweisen Bewegung des Filmbandes, der Kanal 11 und der Teil der Achse 5, auf welchen die Filmrolle aufgesteckt wird, zu einer Seite der Platine 3 angeordnet und das Übersetzungsgetriebe 23, 25 zur andern Seite der Platine, welche Anordnung das nahe Heranrücken von Filmrolle und vom e rwalinten ä Mechani-s inus an den Kanal 11 ermöglicht.
Zur Führung des Filmbandes an der Optik vorbei und zum Schaltrad 49 ist eine längliche Platte 5<B>2</B> vorgesehen, welche im Bereich des Schaltrades etwas gewölbt ist und an ihrem einen Ende um einen Zapfen 53 drehbar gelagert ist. Die Führungsplatte 52 besitzt einen Schlitz 54 für die Bildöff nung und einen weiteren Schlitz 55 für den Durchtritt der Zähne 50 des Schaltrades 49. Auf die Platte 52 ist eine weitere, ähnlich gestaltete Platte 56 durch Blattfedern 5<B>7</B> gepresst, welche ;ich gegen einen Bolzen 58 abstützen und die Platte 5 2 gegen einen der Distanzbolzen 52' anpressen.
Die Platte 56 ruht nur an den ihren Längskanten benach barten Teilen auf der Platte 52 auf, wie in Fig. 4 gezeigt, so dass zwischen den beiden Führungsplatten 52 und 56 eine kanal- förmige Rinne für das Filmband entsteht. Ein Stift 59 sichert die Platte 56 gegen Verschi(,bung, mid dieselbe ist mit ähnlichen Schlitzen wie die Schlitze 54 und 55 der Platte 52 versehen.
Es ist ferner ein um eine Achse 60 dreh barer hocken 61. vorgesehen, welcher durch einen an ihm befestigten Stift 62 verstellt: werden kann. Der Stift 62 ragt durch einen Schlitz 63 (Fig. 3) hindurch und etwas über die Platine 2 hinaus, so dass er von Hand verschoben werden kann. Wird der Stift von der in den Fig. 1 und 3 gezeigten un tern Lage nach oben verschoben, so wirkt der hierdurch gedrehte Nocken 61 auf die Führungsplatte 52 ein und versehwenkt letztere um ihre Drehachse 53 so weit, dass der Film ausser Eingriff mit dem Schaltrad gebracht wird.
Es ist ohne weiteres ersichtlich, dass durch Drehen der Kurbel 8 das Einzahnrad 40 des Maltesergetriebes über das Überset zungsgetriebe 23, 25 gedreht und das Stern rad 38 und Schaltrad 49 in ruelzweise Um drehung versetzt und somit dem Filmband eine schrittweise Bewegung erteilt wird.
Soll der bewegte Film projiziert werden, so wird, wie in Fig. 1 gezeigt, ein Glüh- lämpchen 28 in einer an eine Taschenlam- penbatterie angeschlossene Fassung 65 in den Kanal 11 gesteckt und mit Hilfe der Linse 66 das Bild auf einen Schirm ge worfen.
Sollen die Filmbilder bei Tageslicht oder künstlichem Licht in der Durchsicht betrach tet werden, so wird, wie in Fig. 3 darge stellt, in den Kanal 11 ein Mikroskop 28 eingesetzt, auf welches eine Muschel 68 auf gesetzt ist, zum Abstützen des Apparates auf die die Augenhöhle des Beobachters um rahmenden Schädelknochen.
Der vorstehend beschriebene Apparat ist lose in eine Blechschachtel 69 eingesetzt, in welcher der für die aufzusteckende Film rolle vorhandene freie Raum zur Aufnahme des sämtlichen Zubehörs, wie Muschel 68, Mikroskop 28, Fassung 65 und Kurbel 8, dient, so dass, mit Ausnahme der Filmrollen, der ganze Apparat in der Blechschachtel un tergebracht werden kann. Über die Blech schachtel, ,die mit einem nicht gezeigten Dek- kel verschlossen sein kann, kann eine Hülse 27 geschoben werden, in welcher eine Rolle 71 zur Aufnahme des abgewickelten Film bandes auf einer drehbaren Achse 72 vorge sehen ist, welche Achse vermittelst Schnur scheiben 73 und 74 und einem nachgiebigen Zugorgan 75 mit der Kurbel 8 in Drehver bindung steht.
Das Gleiten des Zugorganes ermöglicht ein richtiges Ab- und Aufwik- keln, trotz der ständig sich ändernden Durch messer des ab- und aufgewickelten Film bandes. Soll das Filmband wieder auf seine ursprüngliche Rolle, von welcher es bei der Projektion abgewickelt wurde, aufgewickelt werden, so wird .die Kurbel 8 auf den Vier kant 48 der Achse 5, auf welcher die Film rolle 6 aufgesetzt ist, aufgesteckt und der Knopf 62 nach oben geschoben, wodurch das Filmband ausser Eingriff mit den Zäh nen 50 des Schaltrades 49 gebracht wird. Beim Drehen der Kurbel 8 wird dann das Filmband auf die Rolle 6 aufgewickelt.
An statt eine Hülse 27 mit Achse 72 zum Auf wickeln des Filmbandes vorzusehen, könnte auch ein kleiner Lagerständer für eine leere Rolle auf die Platinen 1 und 2 auf setzbar vorgesehen sein, wobei die Achse der Rolle wieder über ein nachgiebiges Zug organ von der Kurbel 8 angetrieben werden könnte.
Es könnte auch eine rotierende Blende im Apparat eingebaut sein. Durch Vergrösse rung des Durchmessers des Einzahnrades 40 kann aber die Geschwindigkeit der schritt weisen Bewegung des Filmbandes so stark gesteigert werden, dass . die Verschiebung eines Filmbildes so plötzlich erfolgt, dass sie von Auge nicht mehr störend empfunden werden kann.
Durch die neue Anordnung der Einzel teile und deren Ausbildung ist es gelungen, einen Taschenkinematographen- zu schaffen, der mit Zubehör in einer Schachtel unterge bracht ist, welche :die .Aussendimensionen von 10 X 5, 5 X 2,5 cm hat, also in einer normalen Rocktasche untergebracht werden kann.