CH119975A - Verfahren zur Herstellung von Chlor aus Alkalichlorid. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Chlor aus Alkalichlorid.

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CH119975A
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Waldhof Zellstoffabrik
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Waldhof Zellstoff Fab
Schmidt Erwin Ing Dr
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  Verfahren zur Herstellung von Chlor ans     Alka.lichlorid.       Es ist     bekannt"    dass durch die     Einwirkung     von     Schwefeltrioxyd    auf Kochsalz     Na.trium-          #Dulfat    entsteht und zugleich ein Gas ent  wickelt wird, das zu äquivalenten Teilen  aus Schwefeldioxyd und Chlor besteht (ver  gleiche     Deacon,    britisches Patent Nr. 1908,  vom 21. Juli 187l).

   Da das     entwickelte     Schwefeldioxyd, sobald es mit Wasser in  Berührung kommt, sich mit dem gleich  zeitig entwickelten Chlor zu Salzsäure und  Schwefelsäure umsetzt, so war es notwendig,  dieses Schwefeldioxyd unmittelbar hinter  der     Kochsalzreaktionskammer    fortlaufend  zu entfernen. Da aber bei der Reaktion nach       Deacon    immer wieder neben dem Chlor  neues Schwefeldioxyd entstand, so war das  Verfahren sehr schwierig zu handhaben  und konnte sich wegen der minimalen Chlor  konzentration des Abgases, wie die Folge  zeit zeigte, nicht durchsetzen.

   Um nun  eine vollkommenere Reaktion zu erhalten,  wurde ein anderer Weg von Adolf     Clemm     eingeschlagen (vergleiche Deutsches     Reiehs-          patent    Nr.     1l5\350,,    vom 7. April l899), der  auf über 800   erhitztes     Kochsalz    Röstgase  in Mischung mit Luft einwirken liess. Da-    mit das Salz nicht schmolz, musste ihm eine  gewisse Menge von Ton, Gips,     Kieselgur        etc.     zugemischt werden.

   Es zeigte sich indessen,  dass' auch dieses Verfahren sich wirtschaft  lich nicht durchführen liess, weil die Kosten  für die Aufrechterhaltung der hohen Reak  tionstemperatur von den billigen Reaktions  produkten nicht getragen werden konnten,  zumal auch das gebildete Sulfat für viele  Verwendungszwecke von dem zugemischten  Ton     etc.    durch Ablösen und     Wiederauskri-          st:allisieren    getrennt werden musste.  



  Eingehende Versuche haben nun gezeigt,  dass die früheren Verfahren deshalb prak  tisch nicht durchführbar waren, weil sie sich  nicht von der Anwesenheit des Schwefel       dioxyds    frei machen konnten. Das Schwefel  dioxyd verhindert bei Temperaturen unter  halb 700  , auch wenn es nur in geringer  Menge vorhanden ist, die Chlorentwicklung  fast vollkommen, so dass     Deacon,    der nach  seiner Angabe immer. nur äquivalente Men  gen von Chlor und Schwefeldioxyd im Ab  gas der ersten Reaktionskammer erhielt,  sich mit nur minimalen Chlorkonzentratio  nen begnügen musste.     Clemm    dagegen     konnte         zwar mit steigenden Temperaturen, zum  Beispiel bei Kochsalz zwischen<B>800'</B> und  <B>900'</B> C, Chlor erhalten;

   doch verdankt  er dieses Chlor nicht, wie er meinte, einer  Einwirkung von aus Schwefeldioxyd und  Luft gebildetem     Schwefeltrioxyd,    das ja bei  diesen Temperaturen fast vollkommen zu  802     -I-    0 zerfallen ist, sondern einer direk  ten Einwirkung von Schwefeldioxyd auf  Kochsalz, wobei die Luft sich nur noch an  Sekundärreaktionen beteiligt. Das erhellt  ausser aus unsern Versuchen auch ohne wei  teres daraus, dass die Chlorabspaltung gerade  durch steigende Temperaturen, also mit zu  nehmender Spaltung von     Schwefeltrioxyd    in  Schwefeldioxyd und Sauerstoff, begünstigt  wird.  



  Es wurde nun     gefunden,    dass man aus       Alkalichlorid    Chlor technisch und wirt  schaftlich herstellen kann, wenn man       Sehwefeltrioxyd    in Mischung     finit    Luft bei  solchen Temperaturen auf das     Alkalichlorid     einwirken lässt, dass     einerseits    ein Schmel  zen desselben nicht eintritt und anderseits  das abgehende Gas neben Chlor kein Schwe  feldioxyd enthält.

   Zur Ausführung des       Verfahrens    eignen sich zum Beispiel solche       schwefeltrioxydhaltige    Gase, wie man sie  durch Zersetzung von     Oleum    gewinnen kann  oder wie sie für die Darstellung von     Oleuni     in grösstem     Massstabe    technisch dargestellt  werden. Die Temperatur, bei der das       Sehwefeltrioxyd    auf das     Alkalichlorid    ein  wirken kann, liegt zwischen 300 und<B>600' C</B>.  Die zu wählende Temperatur hängt dabei  wesentlich von der benutzten Apparatur ab.

    Man kann sogar noch bei tieferer Tempera  tur arbeiten, wenn man die Reaktion zwi  schen Salz und     Trioxyd,    die eine     exötherme     Reaktion ist, durch geeignete     Konta.i:tl,:örper     beschleunigt.

   Über 600   C zu arbeiten, ist  unzweckmässig, weil dann zu einem gewissen  Zeitpunkt, bei Kochsalz zum Beispiel bei  <B>620',</B> wenn etwa 65      ö    'desselben zu Sulfat  umgesetzt sind, ein Schmelzen der ganzen  Masse stattfindet, so     da.ss    ein weiteres     Fort.-          sehreiten    der Reaktion fast gänzlich verhin  dert     wird.       Das Verfahren kann beispielsweise so  durchgeführt werden, dass etwa 7     %ige          Scliwefeltrioxvdg < ise;

          zuin    Beispiel von     Kon-          talitscliwefelsäur & Ifen,    durch mehrere Kam  mern mit     Koelisalzbrilietts    geleitet werden.  Zweckmässig wird die Reaktion durch       Wärmezufuhr    zunächst eingeleitet;     später     genügt, wenn die geeignete     Trioxydkonzen-          tration        vorhanden    ist und die Gase im     C-'re-          genstrom    vorgewärmt werden,     die    Reaktions  wärme zur Aufrechterhaltung der notwen  digen Temperatur.

   Es ist nicht notwendig,  diese Temperatur auf 400' C zu beschrän  ken, da sich zeigte, dass auch bei     -WO'    bis  <B>600'</B> ein Zerfall von     Trioxyd    in Schwefel  dioxyd und Sauerstoff bei geeigneter Ver  suchsanordnung nicht eintritt.

   Insbesondere  ist     aueli    bei der     Apparatur    darauf zu ach  ten, dass alle     Materialien,    wie zum Beispiel  Eisen, Kupfer, und deren Oxyde, vermieden  werden, die den Zerfall des     Trioxyds    in Di  oxyd und Sauerstoff     beschleunigen.    Die  Salzkammern selbst     werden    zweckmässig so  angeordnet, dass die     frischesten    Kammern  jeweilen mit dein     schwächten        Trioxydgas     in Reaktion treten.

   Die     Kammer,    deren       Alkalichlorid    völlig in     Sulfat        umgewandelt     ist, wird ausser Betrieb     -c-setzt    und mit  neuen Salzbriketts beschickt. Selbstverständ  lich kann man auch     andere        Anordnungen     treffen. So wird sieh zum     Biispiel    in man  chen Fällen auch ein     Drehrohrofen    für die  Chlorerzeugung     mich    diesem     Verfahren    mit  Vorteil verwenden lassen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Chl,--i- aus Alkalichlorid, dadurch gekennzeichnet, dass man Schwefeltrioxyd in Mischung mit. Luft bei solchen Temperaturen auf das Al kalichlorid einwirken lä.sst, dass einerseits ein Schmelzen desselben nicht eintritt und < i,nderseits das abgehende Gas neben Chlor kein Schwefeldioxyd enthält.
CH119975D 1925-03-21 1925-12-05 Verfahren zur Herstellung von Chlor aus Alkalichlorid. CH119975A (de)

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