CH120528A - Verfahren zur Überführung von Gallerten gelatinierender Kolloide in feinverteilte Form. - Google Patents
Verfahren zur Überführung von Gallerten gelatinierender Kolloide in feinverteilte Form.Info
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Description
Verfahren zar Überfühlung von Gallerten gelatinierender Kolloide in feinverteilte Form. Das Bestreben der leim- und gelatineer- zeugenden Industrie geht immer. mehr dahin, von der bisher üblichen Tafelform abzuwei chen und dem Konsumenten Leim oder Gela tine in feinverteiltem Zustand, zum Beispiel als Pulver, zu liefern. Teils strebt man da durch eine Vereinfachung der Fabrikation an, teils wird hierdurch die Verwendbarkeit in der Praxis erleichtert.
Bis jetzt werden die weitaus grössten Men gen Pulverleim oder -Gelatine durch Zermah len von Tafelleim oder Tafelgelatine herge stellt, wozu ein hoher Kraftaufwand erfor derlich ist. Dabei ist die Fabrikation von Leim oder Gelatine in Tafelform an sich schon sehr umständlich. Man liess die Leim brühen in gekühlten Kästen zu Gallerten er starren, schnitt diese zu mehr oder minder dicken und grossen Tafeln und legte sie auf Netze- in Trockenkanäle, wo sie unter Um ständen zwei bis vier Wochen zur vollständi gen Trocknung bedurften. Erst dann konn ten die Tafeln zu Pulver gemahlen werden. Beim Mahlen ist neben hohem Kraftaufwand als Nachteil der Substanzverlust zu erwähnen.
Um diese Missstände zu beseitigen und einen wesentlichen Teil des bisherigen Ar beitsaufwandes zu sparen,. geht die Erfinde rin von ganz neuen Gedankengängen aus.
Demgemäss ist -nach der . Erfindung ein Verfahren zur Überführung gelatinierender Kolloide in fein -verteilte Form dadurch ge kennzeichnet, dass eine Gallerte eines gelati- nierenden Kolloides mechanisch zerkleinert und darauf das zerkleinerte Gut getrocknet wird.
Beispielsweise lassen sich Leim- oder Ge- latinegallerten von geeigneter Konzentration durch Pressen, Quetschen oder dergleichen leicht zerbröckeln. Man kann demgemäss solche Gallerten in irgendwelchen bekannten Zer kleinerungsvorrichtungen, zum Beispiel in Mühlen, unmittelbar in Körner-, Griess- oder Pulverform überführen. Das Mahlen oder sonstige Zerkleinern der Gallerten geht bei geeigneter Konzentration ohne Schwierigkei- ten und ohne besonderen Kraftaufwand vor sich, Die vermahlenen Gallertteilchen können dann auf bekannte Art und Weise in Trom meln, auf Bändern, Darren oder dergleichen getrocknet werden.
Die Trocknung geht na turgemäss, da es sich um kleine Teilchen handelt, infolge der grossen Angriffsflächen in kürzester Weise vor sich.
Es gelingt durch diese Verfahrensweise von den bisher nötigen Verfahrensstufen ge rade die umständlichsten und zeitraubend- sten, nämlich die Herstellung und Trock nung der Leimtafeln, ganz auszuschalten, und den Energiebedarf beim Vermahlen sehr wesentlich herabzusetzen, wodurch eine we sentliche Vereinfachung in der Fabrikation erzielt wird. <I>Beispiel</I> Eine 50%ige Leimgallerte wird in einer Mühle gemahlen, die zerkleinerte Masse in einer Trockentrommel anfänglich bei Luft temperatur und mit fortschreitender Trock nung bei erhöhter Temperatur unter kräfti ger Luftzuführung getrocknet.
Es hat sich gezeigt, dass man das Leim gut (Leim oder Gelatine) auch in Form von flüssigen oder verflüssigten Lösungen un mittelbar in die Zerkleinerungsvörrichtung aufgeben .kann, wenn man für hinreichende Kühlung der Vorrichtung sorgt. Das Gut kommt dann in der Vorrichtung zum, Erstar ren und erreicht den Mahlgang oder das son stige Zerkleinerungswerkzeug in der Form einer Gallerte.
Bei einer weiteren Ausführungsform soll eine gelatinierende Leimlösung bezw. eine Gallerte von geeigneter Konsistenz durch einen Siebboden gepresst werden. Das Produkt wird hierdurch in Form von .dünnen Strängen gewonnen, die in vielen Fällen von selbst in körnige Stückchen zerfallen. Soll besonders gleichmässige Körnung erzielt werden, so kann man die anfallenden Stränge unmittel bar nach dem Pressen mechanisch zerklei nern. Die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens ist sehr einfach und kann in ver schiedener Weise ausgebildet werden. _ Zum Pressen der Masse kann eine belie bige Presse, zum Beispiel eine Kolbenpresse mit durchlöchertem Boden dienen.
Das Zer- kleinern der 'Stränge erfolgt durch beliebige mechanische Mittel.
Eine derartige Einrichtung ist beispiels weise schematisch in der Zeichnung darge stellt.
Ein Siebboden a bildet die Stirnwind eines Presszylinders b, in dem ein Presskolben c in der Pfeilrichtung vorgeschoben werden kann. Unmittelbar unter dem Siebboden a kreist parallel zu diesem Siebboden ein um laufendes Messer d.
Bei der Durchführung des Verfahrens wird der Presszylinder b mit einer gelatinier ten Leimlösung von geeigneter Konsistenz gefüllt. Drückt man den Kolben c in Rich tung des Pfeils abwärts, so treten aus den Sieblöchern dünne Fäden oder Stränge der Leimmasse aus, die alsbald an der Luft er starren. Während des Kolbenniederganges kreist das umlaufende Messer d. Auf diese Weise werden die dünnen Fäden oder Stränge in einzelne Stückchen- zerlegt, die als Regen niederfallen.
Falls man eine rasche vollständige Erhärtung dieser Körnchen wünscht, kann man unterhalb des Messers ein Kühlbad anordnen, in das die Körnchen ein fallen, oder man kann sie auf ihren Weg nach dem Sammelbehälter kalten Luft- oder Gasströmen aussetzen.
Gewünschtenfalls können die anfallenden Stränge vor, während oder nach der Zerklei nerung weiter gekühlt werden.
In einzelnen Fällen kann man auch zwi schen die Presse und die Schneidvorrichtung eine Einrichtung schalten, die den Strängen eine weitere Erstarrung ermöglicht, zum Bei- sipel eine stetig wandernde Fläche mit Ril len, in denen die Leimstränge eine Zeitlang mitgeführt werden, ehe man sie abhebt und zerschneidet.
Das neue Verfahren arbeitet sehr rasch, einfach und billig. Die Zerkleinerungsvorrichtung könnte auch in der Art der in Haushaltungen üb lichen Fleischhackmaschinen (Fleischwolf) ausgebildet sein, wo eine Förderschnecke das Zerkleinerungsgut einer gelochten Platte zu treibt, vor der auf der Schneckenwelle befe stigte Messer kreisen.
Statt der Lochplatte könnte auch ein quer zur Vorschubrichtung hin- und herge- liendes Gatter verwendet werden, das, nach Art der in Sägemühlen üblichen Sägegatter wirkend, die Masse in Stränge aufteilt, die dann durch ein oder zwei umlaufende -Messer in kleinere Teile (Plättchen oder Würfel) -zerschnitten werden können.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Überführung von Galler ten gelatinierender Kolloide in fein verteilte _ Form, dadurch gekennzeichnet, dass eine Gal lerte eines gelatinierenden Kolloides mecha- . nisch zerkleinert und darauf das zerklein,3rte Gut getrocknet wird. ÜNTE1i,ANS1?R$Cl@ 1.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass Leimgut in Form einer flüssigen.Lösung in die Zerkleine rungsvorrichtung gegeben und dort ciuer Abkühlung ausgesetzt wird, derart, dass es spätestens bei der Zerkleinerung zu einer Gallerte erstarrt. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass Leimgut durch einen Mahlgang geführt. wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass Leimgut durch einen Siebboden gepresst wird. 4. Verfahren nach Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die herausgepressten Stränge unmittelbar nach dem Pressen mechanisch zerkleinert werden.
Applications Claiming Priority (1)
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| CH120528D CH120528A (de) | 1925-04-07 | 1926-04-01 | Verfahren zur Überführung von Gallerten gelatinierender Kolloide in feinverteilte Form. |
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1926
- 1926-04-01 CH CH120528D patent/CH120528A/de unknown
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