CH120646A - Vorrichtung zur Behandlung von Organismen, insbesondere des menschlichen Körpers mit elektrischem Strom. - Google Patents

Vorrichtung zur Behandlung von Organismen, insbesondere des menschlichen Körpers mit elektrischem Strom.

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CH120646A
CH120646A CH120646DA CH120646A CH 120646 A CH120646 A CH 120646A CH 120646D A CH120646D A CH 120646DA CH 120646 A CH120646 A CH 120646A
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  Vorrichtung zur Behandlung von Organismen, insbesondere des     menschlichen    Körpers  mit elektrischem Strom.         E,-    ist längst bekannt, den menschlichen  Organismus mit elektrischem Strom zu be  handeln, und es sind zu diesem Zweck so  wohl hochfrequenter Wechselstrom als Gleich  strom zur Anwendung gekommen. Die der  vorliegenden Erfindung zugrunde liegenden  Untersuchungen haben erwiesen, dass günstige  physiologische Wirkungen erzielt werden  können, wenn Wechselstrom mit verhältnis  mässig niedriger Periodenzahl, die vorzugs  weise 15-60 Perioden pro Sekunde beträgt;  und mit     sinusförmiger    oder angenähert     sinus-          förmiger    Spannungskurve benutzt wird.

   Es  hat sich herausgestellt, dass die durch solchen  Wechselstrom hervorgerufenen Nervenrei  zungen Muskelspannungen verursachen, die  sich in eine innere Muskelarbeit auslösen,  welche ihrerseits eine Vermehrung des Stoff  wechsels herbeiführen, wobei eine gewisse  Wärmewirkung als ein durch den vermehrten       Stoffwechsel    hervorgerufener sekundärer Effekt  hervorgebracht wird. Hierdurch unterscheiden  sich die Wirkungen dieser Ströme in thera  peutischer Beziehung wesentlich von den    Wirkungen der bisher gewöhnlich verwende  ten     hochfrequenten    Strömen, welche haupt  sächlich nur durch die äussern Teile des  Organismus     fortgeleitet    werden und durch  eine ausschliesslich als reiner elektrothermischer  Effekt auftretende Wärmewirkung begleitet  sind.

   Gegenstand der Erfindung bildet eine  Vorrichtung, mittelst welcher dem mensch  lichen Organismus oder andern Organismen  ein Wechselstrom von verhältnismässig hoher  Spannung gefahrlos zugeführt werden kann,  derart, dass die hohe Spannung selbsttätig  auf eine für den Organismus gefahrlose  Spannung herabgesetzt wird, wobei jedoch  gleichzeitig die Stromstärke, unabhängig von  den im Laufe der Behandlung auftretenden  Veränderungen des Organismuswiderstandes,  praktisch genommen unbeeinflusst bleibt.  



  Die Vorrichtung soll anhand der beige  fügten     Zeichnung    erläutert werden.     Fig.    1       isteinSchaltungsschema,    das     eineAusführungs-          form    des Erfindungsgegenstandes darstellt;       Fig.    2 und 3 sind Diagramme zur nähern Erläu  terung der Wirkungsweise der Vorrichtung.      Die Elektroden 1, die mit dem Organis  mus in Berührung gebracht werden sollen,  sind mit je einer Klemme 2 der Sekundär  wicklung 3 eines Transformators mit ver  hältnismässig hohem Übersetzungsverhältnis  (zum Beispiel 25 : 1) zwischen der Sekundär  wicklung 3 und der Primärwicklung 4 ver  bunden.

   Die Primärwicklung 4 ist in Reihe  mit einem grossen konstanten     Vorschaltwider-          stand    5 und einem ebenfalls verhältnismässig       hochohmigen    Regulierungswiderstand 6 an  die Klemmen 7 des Netzes oder des     Gene-          rators    angeschlossen, zwischen denen eine       sinusförmige    Wechselspannung mit konstanter  Amplitude herrscht. Als Beispiel sei ange  nommen, dass die Spannung zwischen den  Klemmen 7 380 Volt beträgt und ferner, dass  der Regulierwiderstand 6 und der     Vorschalt-          widerstand    5 etwa gleich 2000 Ohm     bezw.     1000 Ohm sind.

   Die Spannung zwischen den  Primärklemmen 8 bei vollständig eingeschal  tetem Regulierwiderstand 6 sei zum Beispiel  10 Volt, vorausgesetzt, dass der Sekundär  stromkreis unterbrochen ist. Die Leerlauf  spannung an der Sekundärseite des Trans  formators ist dann unter Voraussetzung des  vorgenannten Übersetzungsverhältnisses gleich  250 Volt.

   Wenn dagegen die Elektroden 1  vor dem Schliessen des Primärstromes in  richtiger Weise in Berührung mit dem Or  ganismus gebracht worden sind, so wird die  Sekundärspannung beim Schliessen des Pri  märstromes nur während eines äusserst kurzen  Momentes den Wert der     Leerlaufspannung     annehmen, worauf dieselbe schnell auf etwa  den zehnten Teil der     Leerlaufspannung    her  absinken wird, während gleichzeitig der elek  trische Widerstand des Organismus unter der  Einwirkung der anfänglich hohen Spannung  schnell abnimmt.

   Bei bekannten Systemen  zur Behandlung mit Gleichstrom konstanter  Spannung würde die Verwendung einer so  hohen Spannung wie 250 Volt, die sich als  sehr günstig zur Überwindung und wirkungs  vollen Herabsetzung des     Anfangswiderstandes     des Körpers im     Einschaltungsaugenblick    er  wiesen hat, für schwache und kränkliche  Organismen eine gewisse     (xefahr    mit sich    bringen, und auf jeden Fall würde die un  mittelbar nach der Einschaltung eintretende  Reduzierung des Organismuswiderstandes  eine bedeutende Zunahme der Stromstärke,  sowie der physiologischen Reizung zur Folge  haben, und diese Stromzunahme müsste durch  wiederholte     Nachregulierungen    kompensiert  werden.

   Bei der     beschriebenen     Anordnung  dagegen ist eine solche Nachregulierung mit  der Hand nicht mehr nötig, weil eine un  mittelbare genaue Nachregulierung selbsttätig  erfolgt und dadurch bewirkt wird, dass der  eingangs eingestellte physiologische Reizungs  zustand im     Organismus    praktisch genommen  genau unverändert beibehalten wird. Die  selbsttätige Regulierungswirkung erklärt sich  daraus, dass die Primärstromstärke des Trans  formators auf Grund der     Vorschaltung    grosser  Widerstände praktisch genommen konstant  bleibt.

   Wenn der Widerstand zwischen den  Elektroden 1 sinkt, sinken sowohl die Primär  spannung als die     Sekundärspannung    des  Transformators selbsttätig, so dass eine be  trächtliche     Anfangsspannung    gefahrlos dem  Organismus aufgedrückt werden kann. Nach  dem ein stationärer     Zustand    sich eingestellt  hat, kann die Stromzufuhr durch allmähliches  Ausschalten des Widerstandes 6 vergrössert  werden. Hierbei lässt sich, wie die Erfahrung  gezeigt hat, die Stärke des Primärstromes  ganz ohne Gefahr auf einen Wert bringen,  der einer     Leerlaufspannung    an der Sekundär  seite von etwa 625 Volt entspricht.

   Mit  Rücksicht hierauf sollten der regelbare und  der feste Widerstand zweckmässig solche  Widerstandswerte erhalten, dass die sekundäre       Leerlaufspannung    zwischen 0 und ungefähr  750 Volt verändert werden kann.  



  Die Wirkungsweise der beschriebenen  Vorrichtung geht aus dem in     Fig.    2 darge  stellten     Vektordiagramm    deutlich hervor. In  diesem Diagramm stellt     11T    das magnetische  Feld im Eisenkern des Transformators dar.  Der Halbmesser des Kreises stellt der Grösse  nach den Primärstrom     ri    dar, dessen Ampli  tude praktisch genommen konstant ist. Die  primäre Klemmenspannung Ei steht praktisch  genommen senkrecht auf N, da das Streufeld           und    der     ohmsche    Spannungsabfall im Trans  formator vernachlässigt werden können.

   Da  die     Belastung    des Transformators im vorlie  genden Falle praktisch genommen     induktions-          und    kapazitätsfrei ist, so ist der Sekundär  strom     La    der Richtung nach sehr nahe der  Primärspannung gerade entgegengesetzt und  der Grösse nach der Wattkomponente     Ii        cos        cpi     des Primärstromes proportional. Die watt  lose Komponente     Ii        sin   <B>91</B> des Primärstromes  ist der Grösse nach der Spannung Ei     bezw.          Ea    proportional.

   Bei Leerlauf ist der Winkel       #-i        offenbar    gleich<B>90'.</B> Da die Sekundär  spannung Es dem Wert von     sin        550i    propor  tional ist, so kann man setzen  Es =     Ego        #        sin        cpi     wo     Eao    den     Leerlaufwert        (sin        @Oi    = 1) der  Sekundärspannung bedeutet.  



  Beim Sinken des Belastungswiderstandes  nimmt der Winkel     cpi    ab und. wird bei Kurz  sebluss praktisch genommen gleich 0. Man  hat also  12     =12k        #        cos   <B>501</B>  wo 121, den sekundären     Kurzschlussstrom          (cos        coi    = 1) bedeutet.  



  Da     für    den Sekundärwiderstand die Be  ziehung  
EMI0003.0034     
    besteht, so lassen sich die Variationen der  Sekundärspannung und des Sekundärstromes  beim Ändern des     Sekundärwiderstandes    (Kon  stante     #        tg        5o1),    das heisst des Widerstandes im  Körper des Patienten, in einem     Koordianten-          system    veranschaulichen.  



  Das Diagramm der     Fig.    3 zeigt die Kurven  für     E2    und     1,2    als Funktionen des Sekundär  widerstandes     R2    in einem speziellen, experi  mentell untersuchten Falle bei einer Vor  richtung nach der beschriebenen Ausführungs  form. Das Übersetzungsverhältnis n     des    Trans  formators war gleich 22,7. Die Widerstände  5 und 6 im Primärkreis betrugen je 2000 Ohm.  Bei Leerlauf war die Primärspannung des  Transformators gleich 10 Volt und folglich  die Sekundärspannung     Ego    = 227 Volt.

   Bei  Kurzschluss der Sekundärwicklung war der  Sekundärstrom     I2k    =10,2     Milliampere.    Es    bestehen also für diesen Fall die Beziehungen  
EMI0003.0049     
         I2    = 10, 2     #        cos        cpi        Miniampere          E2    = 227     #        sin        ggi    Volt  Da der Körperwiderstand, einschliesslich  des veränderlichen Übergangswiderstandes  an den Elektroden, im Laufe der Behand  lung im allgemeinen ungefähr zwischen den  Grenzen 2000 Ohm und 8000 Ohm (schraf  fierter Bereich     Fig.    3) variiert,

   so wird die  Stromstärke im Körper des Patienten, wie       Fig.    3 zeigt, auch bei starken Widerstands  schwankungen während der Behandlung  praktisch genommen konstant bleiben, da  die Stromkurve innerhalb und in der Nähe  des genannten Widerstandsbereiches ein ver  hältnismässig flaches Maximum aufweist. Bei  bekannten Systemen zur therapeutischen  Behandlung mit elektrischem Strome kommen  dagegen während der Behandlung starke  Schwankungen der Stromstärke vor, und  zwar einerseits, wie schon erwähnt, infolge  der Änderungen des Körperwiderstandes  selbst und anderseits infolge der manchmal  sehr grossen Schwankungen des     Übergangs-          widerstandes    an den Elektroden.

   Bei der  beschriebenen Vorrichtung haben die ge  nannten, nicht zu vermeidenden Widerstands  schwankungen keinen merklichen Einfluss  auf die Stromstärke. Es ist dadurch möglich,  einen vollständig gleichförmigen physio  logischen Reizungszustand während der  ganzen Behandlung aufrecht zu erhalten,  der eine kräftige therapeutische Wirkung  herbeiführt, ohne jedoch beim Patienten  irgendwelche unangenehme Empfindungen  hervorzurufen.    Anstatt     ohmscher        Vörschaltwiderstände     können gegebenenfalls--andere Wechselstrom  widerstände, wie zum Beispiel Drosselspulen  verwendet werden.

   Wird der Regulier  widerstand 6 durch eine Drosselspule er  setzt, so kann die     erforderliche    Regulierbar  keit dadurch herbeigeführt werden, dass die       Drosselspule-mit    einem veränderlichen Luft  zwischenraum versehen wird.      Es ist wichtig, dass das Anlegen der  Elektroden 1 all den Organismus nicht bei  solch hohen Spannungen erfolgt, die auf  treten, wenn der Regulierwiderstand gänzlich  oder zum Teil ausgeschaltet ist. Beim All  legen der Elektroden sollte der Regulier  widerstand 6     zweclkrnä(;ig    abgeschaltet sein.

    Damit die     Unterbrechung    des Regulier  widerstandes vor jeder Behandlung nicht  versäumt wird, empfiehlt es sich, bei einer  Vorrichtung der vorliegenden Art eine be  sondere Signal- und     Warnungsvorrichtungvor-          zusehen,    die durch die Kurbel des Regulier  widerstandes gesteuert wird und bei der  beispielsweise dargestellten Ausführungsform  aus einer Signallampe 9 bestellt, die zwischen  einer der Netzklemmen 7 und einer     Kontakt-          schierre    10 eingeschaltet ist, derart, dass der  Lampenstromkreis über die Schiene und die       Rheostatkurbel    11 geschlossen wird, sobald  ein Teil des Regulierwiderstandes 6 ein  geschaltet wird,

   während der     betreffende          Stromkreis    dagegen unterbrochen wird im  selben Moment, wo der Regulierwiderstand  abgeschaltet wird. Im Fall, dass der Regu  lierwiderstand vor einer Behandlung nicht  ordnungsmässig abgeschaltet ist, so wird die  behandelnde Person auf diesen     Umstand     durch das Leuchten der Lampe aufmerksam  gemacht.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Vorrichtung zur Behandlung voll Orga nismen, insbesondere des menschlichen Kör pers mit elektrischem Strom, welcher dein zu behandelnden Organismus mittelst Elek troden zugeführt wird, dadurch gekennzeich net, dass die Elektroden all den Sekundär stromkreis eines Transformators angeschlossen sind;
    dessen primäre Wicklung über einen Vorschaltwiderstand all eine niederfrequente Wechselstromquelle angeschlossen ist, deren Spannung absichtlich verhältnismässig hoch gewählt ist und durch den genannten Vor schaltwiderstand auf eine verhältnismässig niedrige primäre Klemmenspannung reduziert wird, welch letztere ihrerseits durch den Transformator auf eine zur Überwindung des Anfangswiderstandes des Organismus genügende Sekundärspannung auftransfor- miert wird;
    welche Sekundärspannung infolge der selbstregelnden Fälligkeit der Vorrich tung beim Anlegen der Elektroden an den Organismus selbsttätig auf eine mit Rück sicht auf die darauffolgende Verringerung des Körperwiderstandes ungefährliche Span nung herabsinkt. UNTERANSPRÜCHE: 1. Vorrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dafä der Vorschaltwider- stand so hoch bemessen ist, dass die Stromstärke irn Primärkreis von Wider standsänderungen im Sekundärkreis prak tisch genommen unabhängig ist. 2.
    Vorrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dar die Primärwicklung des Transformators über einen festen Widerstand (5) und einen regulierbaren Widerstand (6) an den Wechselstromkreis angeschlossen ist. 3. Vorrichtung nach Patentanspruch und Unteranspruch 2, dadurch gekennzeich net, dass der feste Widerstand (5) derart gewählt ist, dar die Spannung im Sekun därkreis bei eingeschaltetem Belastungs widerstand und beim Kurzschliessen des regulierbaren Widerstandes (6) eine für den Organismus ungefährliche Spannung nicht übersteigt, während bei Leerlauf die betreffende Spannung einen mehrfach höheren Wert annehmen kann. d.
    Vorrichtung nach Patentanspruch, gekenn zeichnet durch eine Signalvorrichtung, deren Stromkreis durch die Kurbel des Regulierwiderstandes gesteuert wird, der art, da(.) erstere beim Einschalten eines Teils des Regulierwiderstandes (6) ein geschaltet und beire Abschalten des Regulierwiderstandes ausgeschaltet wird. 5. Vorrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorschaltwider- stände (5) und (6) aus induktiven Wider ständen bestehen.
CH120646D 1925-07-29 1926-07-27 Vorrichtung zur Behandlung von Organismen, insbesondere des menschlichen Körpers mit elektrischem Strom. CH120646A (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE897604C (de) * 1940-05-04 1953-11-23 Siemens Reiniger Werke Ag Einrichtung fuer die elektrische Hirnreizung

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE897604C (de) * 1940-05-04 1953-11-23 Siemens Reiniger Werke Ag Einrichtung fuer die elektrische Hirnreizung

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