CH121268A - Verfahren zur Anlegung eines sturmsichern Streifens an einem Waldbestand. - Google Patents

Verfahren zur Anlegung eines sturmsichern Streifens an einem Waldbestand.

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      Verfahren        zur        Anlegung        eines     Streifens an einem Waldbestand.    Erfahrungsgemäss werden in sturmgefähr  deten Waldbeständen, insbesondere an den  Waldsäumen, die einzelnen Stämme durch  die Einwirkung des Windes an den Wurzeln  gelockert und so ihres     festen    Haltes beraubt  und infolgedessen     umgeworfen,    oder sie wer  den geknickt. Die     Erklärung    dieser Erschei  nung beruht darauf, dass sich der Wind vor  dem Wald staut und dabei eine grosse Kraft       a;n    den Stämmen ausübt.

   Um diesen Übel  ständen zu begegnen, haben sich die bisher  angewendeten waldbaulichen Massnahmen als  ganz unzulänglich     erwiesen,    schon     deshalb,     weil sie naturgemäss immer erst nach ge  raumer Zeit sich auswirken und nur in Be  ständen von höchstens jungem Stangenholz  alter durchgeführt     werden    können.  



  Gemäss dem den Gegenstand der vor  liegenden Erfindung bildenden Verfahren  wird an einem Waldbestand ein sturm  sicherer     Streifen    dadurch geschaffen, dass die  Bäume auf diesem     ,Streifen    mindestens eines  Teils ihrer obern Äste     entledigt    werden, und  zwar die der     Luvseite    zunächst ausgesetzten  Bäume eines     grösseren    Teils als die dahinter    stehenden, was zur Folge hat, dass sich der  Wind vor dem     Waldbestande    nicht mehr  stauen kann und keine für das     Knicken,     Brechen und Umwerfen der Bäume aus  reichende     Arbeit    zu verrichten vermag,

   da  die     Baumkronen    lichter sind.  



  Anhand der beigegebenen Zeichnung soll  nachstehend das erfindungsgemässe Verfahren  an einigen Ausführungsbeispielen erläutert  werden.  



  Die     Fig.    1 stellt einen an einer     Berghalde     angelegten Waldbestand dar, der hauptsäch  lich einer von oben nach unten gerichteten  Windströmung ausgesetzt ist;       Fig.    2 zeit     ebenfalls    einen ,Wald  bestand an einem steilen Hang, welcher , den  denselben treffenden     Wind    aus der horizon  talen     Richthang    nach oben ablenkt;       Fig.    3 zeigt einen Waldbestand auf fla  chem Gelände;       Fig.    4 zeigt einen Waldbestand mit ver  fahrensgemäss ausgeführtem     'Schutzstreifen     und mit einem sogenannten Aufteilungshieb.  



  Am     Rand    eines Waldbestandes     wird    ein       Streifen   <I>a, b, c</I>     (Fig.    4), dessen Breite sich      nach dem     Neigungswinkel    des Geländes  richtet, verfahrensgemäss.

   behandelt, bei  spielsweise derart, dass die auf dem Streifen  teil     a    stehenden Bäume geköpft, das ' heisst  gänzlich ihrer Krone beraubt werden, indem  der oberste Teil des den Stamm bildenden  Leitastes und dazu noch darunter befind  liche Seitenäste abgesägt werden, während  die Kronen der auf dem     ,Streifenteil    b ste  henden Bäume nur ausgelichtet werden,  etwa in der Weise, dass ihnen nur ein Teil  der in den Kronen befindlichen Äste ge  nommen werden, , und in den Kronen der  auf dem Streifenteil c stehenden Bäume die  Äste oder auch nur ein Teil der Äste bloss  eingestutzt werden.  



  Durch das Köpfen, Auslichten und Ein  stutzen der Baumkronen wird nicht bloss  die Angriffsfläche für den Wind verringert,  sondern auch der Schwerpunkt der Bäume  tiefer gelegt, wo die Stämme stärker sind;  infolgedessen vermag der Wind nicht mehr  Bäume zu     knicken    oder umzuwerfen oder  auch nur zu lockern,  Für das Köpfen, Auslichten und Ein  stutzen der Kronen der Bäume auf den ver  schiedenen     Streifenteilen    ist eine zum Ge  lände schräg verlaufende Ebene massgebend;  der Bestand hinter dem Streifenteil c     (wald-          einwärts)        wird    also von dem Auslichten  und Einstutzen nicht mehr betroffen, son  dern bleibt mit seinen Baumkronen erhalten.  



  Der sturmsichere Streifen bricht einer  seits, wie aus vorstehenden Ausführungen  hervorgeht, die Gewalt des gegen den Wald  anstürmenden Windes und verändert ander  seits auch die Druckrichtung des Windes,  indem er diesen zwingt, über den hinter  jenem Streifen     befindlichen    Bestand hinweg  zu streichen.  



  Der sturmsichere Streifen kann um den  ganzen Wald herum angelegt werden; doch  erscheint dies nicht unbedingt notwendig,  da für jede Gegend in der Regel nur ein  zelne Windrichtungen besonders     gefahr-          drohend    sind. In der Regel     wird    es daher    genügen, wenn der sturmsichere Streifen an  der der gefährlichsten Windrichtung       gekehrten    Stelle eines. Waldes angelegt wird.  In     Fig.    4 wird zum Beispiel der Streifen h  den Wald gegen     Stüinne    aus S-0 schützen.  



  Der in     Fig.    4 dargestellte     "Aufteilungs-          hieb"    quer durch den Wand von 0 nach W,  wobei -die der gefährlichen Windrichtung  zugekehrten Baumreihen in der beschriebe  nen Weise ausgelichtet werden, ermöglicht  die Anwendung des     Wagnerschen    "Blender  saumverfahrens" in den durch den Auf  teilungshieb getrennten Hälften des Waldes;  nach diesem Verfahren wird zunächst ein  Streifen e von 10 bis 20 m Breite kahl  geschlagen; an diesen Streifen schliessen so  genannte Lockerungen     f    und<I>g</I> an, in denen  die Holzmasse in einem immer geringer  werdenden Betrage durch Einschlag der  Nutzung unterzogen wird.

   Der durch     Schraf-          fur    ausgezeichnete Streifen d stellt die  Horizontalprojektion der in den     Fig.    1, 2  und 3 mit strichpunktierten Linien angedeu  teten, zum Gelände schief gerichteten Ebene  dar, in welcher die Baumkronen gemäss dem  hiervor beschriebenen Verfahren mehr oder  weniger stark gelichtet werden.  



  Das beschriebene Verfahren ist ganz  besonders auch in     Altholzbeständen    anwend  bar; seine Auswirkung macht sich sofort  bemerkbar, nicht erst nach Jahren, wie dies  bei den bisher angewendeten waldbaulichen  Massnahmen der Fall sein kann. Ausser den  bereits erwähnten Vorteilen hat dieses Ver  fahren auch den Zweck .der Erhaltung der  noch nicht hiebreifen Bestände bis zur Er  reichung der betriebsplanmässigen Reife.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Anlegung eines sturm sicheren Streifens an einem Waldbestand, dadurch gekennzeichnet, dass die Bäume auf dem betreffenden Streifen mindestens eines Teils ihrer obern Äste entledigt werden,, und zwar die der Luvseite zunächst stehenden Bäume eines grösseren Teils als die dahinter stehenden. UNTERANSPRüCHE Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die auf dem sturmsicher zu machenden Waldstreifen stehenden Bäume in einer zum Gelände schräg gerichteten Ebene geköpft, das heisst ihrer Krone gänzlich entledigt wer den. 2.
    Verfahren gemäss Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die der Luvseite zunächst stehenden Bäume auf dem sturmsicheren Waldstrei fen bis weiter herunter geköpft und stärker ausgelichtet werden als die dahinter ste henden Bäume.
CH121268D 1925-07-20 1926-07-17 Verfahren zur Anlegung eines sturmsichern Streifens an einem Waldbestand. CH121268A (de)

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