Verfahren zur Anlegung eines Streifens an einem Waldbestand. Erfahrungsgemäss werden in sturmgefähr deten Waldbeständen, insbesondere an den Waldsäumen, die einzelnen Stämme durch die Einwirkung des Windes an den Wurzeln gelockert und so ihres festen Haltes beraubt und infolgedessen umgeworfen, oder sie wer den geknickt. Die Erklärung dieser Erschei nung beruht darauf, dass sich der Wind vor dem Wald staut und dabei eine grosse Kraft a;n den Stämmen ausübt.
Um diesen Übel ständen zu begegnen, haben sich die bisher angewendeten waldbaulichen Massnahmen als ganz unzulänglich erwiesen, schon deshalb, weil sie naturgemäss immer erst nach ge raumer Zeit sich auswirken und nur in Be ständen von höchstens jungem Stangenholz alter durchgeführt werden können.
Gemäss dem den Gegenstand der vor liegenden Erfindung bildenden Verfahren wird an einem Waldbestand ein sturm sicherer Streifen dadurch geschaffen, dass die Bäume auf diesem ,Streifen mindestens eines Teils ihrer obern Äste entledigt werden, und zwar die der Luvseite zunächst ausgesetzten Bäume eines grösseren Teils als die dahinter stehenden, was zur Folge hat, dass sich der Wind vor dem Waldbestande nicht mehr stauen kann und keine für das Knicken, Brechen und Umwerfen der Bäume aus reichende Arbeit zu verrichten vermag,
da die Baumkronen lichter sind.
Anhand der beigegebenen Zeichnung soll nachstehend das erfindungsgemässe Verfahren an einigen Ausführungsbeispielen erläutert werden.
Die Fig. 1 stellt einen an einer Berghalde angelegten Waldbestand dar, der hauptsäch lich einer von oben nach unten gerichteten Windströmung ausgesetzt ist; Fig. 2 zeit ebenfalls einen ,Wald bestand an einem steilen Hang, welcher , den denselben treffenden Wind aus der horizon talen Richthang nach oben ablenkt; Fig. 3 zeigt einen Waldbestand auf fla chem Gelände; Fig. 4 zeigt einen Waldbestand mit ver fahrensgemäss ausgeführtem 'Schutzstreifen und mit einem sogenannten Aufteilungshieb.
Am Rand eines Waldbestandes wird ein Streifen <I>a, b, c</I> (Fig. 4), dessen Breite sich nach dem Neigungswinkel des Geländes richtet, verfahrensgemäss.
behandelt, bei spielsweise derart, dass die auf dem Streifen teil a stehenden Bäume geköpft, das ' heisst gänzlich ihrer Krone beraubt werden, indem der oberste Teil des den Stamm bildenden Leitastes und dazu noch darunter befind liche Seitenäste abgesägt werden, während die Kronen der auf dem ,Streifenteil b ste henden Bäume nur ausgelichtet werden, etwa in der Weise, dass ihnen nur ein Teil der in den Kronen befindlichen Äste ge nommen werden, , und in den Kronen der auf dem Streifenteil c stehenden Bäume die Äste oder auch nur ein Teil der Äste bloss eingestutzt werden.
Durch das Köpfen, Auslichten und Ein stutzen der Baumkronen wird nicht bloss die Angriffsfläche für den Wind verringert, sondern auch der Schwerpunkt der Bäume tiefer gelegt, wo die Stämme stärker sind; infolgedessen vermag der Wind nicht mehr Bäume zu knicken oder umzuwerfen oder auch nur zu lockern, Für das Köpfen, Auslichten und Ein stutzen der Kronen der Bäume auf den ver schiedenen Streifenteilen ist eine zum Ge lände schräg verlaufende Ebene massgebend; der Bestand hinter dem Streifenteil c (wald- einwärts) wird also von dem Auslichten und Einstutzen nicht mehr betroffen, son dern bleibt mit seinen Baumkronen erhalten.
Der sturmsichere Streifen bricht einer seits, wie aus vorstehenden Ausführungen hervorgeht, die Gewalt des gegen den Wald anstürmenden Windes und verändert ander seits auch die Druckrichtung des Windes, indem er diesen zwingt, über den hinter jenem Streifen befindlichen Bestand hinweg zu streichen.
Der sturmsichere Streifen kann um den ganzen Wald herum angelegt werden; doch erscheint dies nicht unbedingt notwendig, da für jede Gegend in der Regel nur ein zelne Windrichtungen besonders gefahr- drohend sind. In der Regel wird es daher genügen, wenn der sturmsichere Streifen an der der gefährlichsten Windrichtung gekehrten Stelle eines. Waldes angelegt wird. In Fig. 4 wird zum Beispiel der Streifen h den Wald gegen Stüinne aus S-0 schützen.
Der in Fig. 4 dargestellte "Aufteilungs- hieb" quer durch den Wand von 0 nach W, wobei -die der gefährlichen Windrichtung zugekehrten Baumreihen in der beschriebe nen Weise ausgelichtet werden, ermöglicht die Anwendung des Wagnerschen "Blender saumverfahrens" in den durch den Auf teilungshieb getrennten Hälften des Waldes; nach diesem Verfahren wird zunächst ein Streifen e von 10 bis 20 m Breite kahl geschlagen; an diesen Streifen schliessen so genannte Lockerungen f und<I>g</I> an, in denen die Holzmasse in einem immer geringer werdenden Betrage durch Einschlag der Nutzung unterzogen wird.
Der durch Schraf- fur ausgezeichnete Streifen d stellt die Horizontalprojektion der in den Fig. 1, 2 und 3 mit strichpunktierten Linien angedeu teten, zum Gelände schief gerichteten Ebene dar, in welcher die Baumkronen gemäss dem hiervor beschriebenen Verfahren mehr oder weniger stark gelichtet werden.
Das beschriebene Verfahren ist ganz besonders auch in Altholzbeständen anwend bar; seine Auswirkung macht sich sofort bemerkbar, nicht erst nach Jahren, wie dies bei den bisher angewendeten waldbaulichen Massnahmen der Fall sein kann. Ausser den bereits erwähnten Vorteilen hat dieses Ver fahren auch den Zweck .der Erhaltung der noch nicht hiebreifen Bestände bis zur Er reichung der betriebsplanmässigen Reife.