CH121340A - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Kohlenstoff durch Zersetzung von kohlenstoffhaltigen Verbindungen in der Hitze. - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Kohlenstoff durch Zersetzung von kohlenstoffhaltigen Verbindungen in der Hitze.

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CH121340A
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  Verfahren und     Vorrichtung    zur Herstellung von Kohlenstoff durch Zersetzung von       kohlenstoffhaltigen        Verbindungen    in der Hitze.    Durch Zersetzung von kohlenstoffhaltigen  Verbindungen, wie Schwefelkohlenstoff,     Koh-          lenstofftetrachloi-id,        Kohlenstoffhegachloridoder     dergleichen bei hoher Temperatur kann man       Kohlenstoff    in reinster Form erhalten, wie er  für gewisse Zwecke, insbesondere zur Erzeu  gung der Fäden von elektrischen Glühlampen  gebraucht wird.

   Führt man die Zersetzung  so durch, dass man zum Beispiel     Schwefel-          kohlenstoffdämpfe    durch ein glühendes Por  zellan- oder     Quarzrohr    leitet, so besteht die  Gefahr, dass sich der bei der Zersetzung bil  dende Schwefel mit der Kieselsäure des Ma  terials, aus welchem das Rohr besteht, zu       Siliziumsulfid    verbindet, welches sich wieder  leicht zersetzt und Kieselsäure abgibt, die  den abgeschiedenen Kohlenstoff verunreinigt.  



  Zweck der vorliegenden Erfindung ist es  nun, diese schädliche Nebenreaktion und da  mit auch jede Verunreinigung des. abgeschie  denen Kohlenstoffes zu verhindern, und dies  kann so geschehen, dass man vor allem trach  tet, die Zersetzungsprodukte der kohlenstoff  haltigen Verbindungen schon innerhalb des    Zersetzungsgefässes so rasch wie möglich  'räumlich voneinander zu trennen.  



  Gemäss der     Erfindung    wird also der Koh  lenstoff durch Zersetzung von kohlenstoffhal  tigen Verbindungen in der Hitze so herge  stellt, dass die Zersetzung in einer Vorrich  tung vorgenommen wird, von der ein Teil,  der aus einem den Kohlenstoff nicht verun  reinigenden Material besteht, auf die Zerset  zungstemperatur und andere Teile auf eine  Temperatur, bei der noch keine Kondensation  des Ausgangsmaterials stattfindet, erhitzt  werden, derart, dass sich der elementare Koh  lenstoff an der heissesten Stelle ablagert,  während die andern Zersetzungsprodukte ge  gen Stellen von niedrigerer Temperatur hin  wandern, von wo aus sie den abgeschiedenen  Kohlenstoff weder direkt noch indirekt schäd  lich     beeinflussen    können.  



  Wenn nämlich auch an jenen Stellen nie  drigerer Temperatur, wohin die vom Kohlen  lenstoff verschiedenen Zersetzungsprodukte  hinwandern, diese Zersetzungsprodukte mit  dem Material des Gefässes irgendwelche Ver-      Bindungen eingehen, so würde infolge der  dort herrschenden niedrigen Temperatur keine  Zersetzung dieser neu gebildeten Verbindung  eintreten, und der abgeschiedene Kohlenstoff  könnte auf diese Weise auch schon aus dem  Grunde nicht verunreinigt werden, weil er  an einer ganz andern Stelle des Zersetzungs  gefässes sich abgelagert. hat. Die Teile des  Gefässes, an denen sich der     Kohlenstoff    ab  lagern soll, sollen allerdings aus einem Ma  terial bestehen, durch welches der Kohlenstoff  nicht verunreinigt werden kann.  



  Im folgenden soll der Einfachheit hal  ber nur von     Schwefelkohlenstoff    gesprochen  werden.  



  Die Abkühlung jener Stellen der Zerset  zungsvorrichtung, wohin bei der Zersetzung  der Schwefel wandern soll, kann bis zu einer  so niedrigen Temperatur geführt werden, dass  sieh der Schwefel niederschlägt.  



  Um die räumliche Trennung der Zerset  zungsprodukte von einander zu fördern, kann  man innerhalb des Zersetzungsgefässes auch  ein Druckgefälle erzeugen, und zwar etwa  durch Einblasen eines     inerten    Gases von der  eine Seite des Gefässes her, wodurch die  Schwefeldämpfe durch einen Abzug des Ge  fässes aus diesem hinausgetrieben werden ;  man kann aber auch die Schwefeldämpfe zur  Erzeugung des Druckgefälles absaugen, und  in beiden Fällen wird durch dieses Druckge  fälle die Zersetzung selbst gefördert.  



  Zur Erzeugung eines Temperaturgefälles  innerhalb des Zersetzungsgefässes kann man  im Innern des Gefässes einen oder mehrere  Heizkörper, vorzugsweise mit elektrischer     Be-          heizung,    anordnen und die Aussenwandungen  des Gefässes ganz oder zum Teil abkühlen.  Der Kohlenstoff wird sich dann an den Heiz  körpern oder in deren Bereich ablagern, wäh  rend die Schwefeldämpfe zu den abgekühlten  Wandungen hin ziehen, wo sie gegebenen  falls auch niedergeschlagen werden. Man  kann aber das Temperaturgefälle auch ent  lang eines das Zersetzungsgefäss bildenden  Rohres erzeugen, indem man etwa den einen  Teil des Rohres auf die Zersetzungstempera-         tur    erhitzt und einen andern Teil des Rohres  entsprechend weit abkühlt.  



  In jedem Falle empfiehlt es sieh, die  Stellen höchster Temperatur, wo sich der  Kohlenstoff ablagern soll, aus Materialien  herzustellen oder mindestens mit solchen Ma  terialien zu verkleiden, welche mit Schwefel  nicht oder nur schwer in eine chemische  Wechselwirkung treten. Als solche Materia  lien kommen zum Beispiel Platin oder Kohle  in Betracht. Insbesondere bei Verwendung  von Kohle     harn    eine     Verunreinigung    des sich  darauf ablagernden Kohlenstoffes vermieden  werden.  



  Man kann auch an den Stellen höchster  Temperatur in dem Zersetzungsgefäss beson  dere Einbauten anordnen, welche aus Mate  rialien bestehen oder mit solchen verkleidet  sind, welche mit Schwefel nicht oder nur  schwer in chemische Wechselwirkung treten.  Werden zur Erhitzung, wie bereits erwähnt,  im Innern des Zersetzungsgefässes Heizkörper  angeordnet, so können diese als elektrisch  beheizte Kohlenkörper ausgebildet werden,  welche dann gleichzeitig zur Erzeugung der       Zersetzungstemperatur    und als Träger für  den abzulagernden     liohlenstoff    dienen. Solche  Kohlenkörper können entweder direkt durch  eingeleiteten elektrischen Strom oder auch  durch Induktion erhitzt werden.

   Das Verfah  ren gemäss der vorliegenden Erfindung soll  für die Verwendung von     Schwefelkohlenstoff     als     zuzersetzende    Verbindung anhand der  auf der Zeichnung dargestellten Vorrichtun  gen beispielsweise erläutert werden.  



  Bei der Ausführungsform nach     Fig:    1  wird das Zersetzungsgefäss aus einem an  beiden Enden geschlossenen Rohr 1, aus  einem hitzebeständigen Material, zum Beispiel  Porzellan oder Quarz gebildet, welches innen  mit einer Fütterung 2 aus einem mit Schwe  fel nicht reagierenden Material, wie etwa  Platin oder Kohle, ausgekleidet ist.

   Dieses  Rohr 1 wird in     aclisialer    Richtung von einem  Kohlenstab 3 durchsetzt, dessen Enden     cnit     den     Stromzuführungen    4, 5 verbunden sind  und der infolgedessen als Widerstandsheiz-           körper    wirken kann: Das Rohr 1 ist von  einem Mantel 6 aus einem die Wärme gut  leitenden Material umgeben, in welchem eine  Rohrschlange 7 eingebettet ist, durch welche  ein Kühlmittel fliesst, welches den Mantel 6  kühlt und damit auch eine Kühlwirkung auf  die Wandungen des Rohres ausübt.  



  In das     Zersetzungsgefäss    1 mündet eine  Leitung 8, die von einem Behälter 9 her  kommt, der die     Schwefelkohlenstoffdämpfe     enthält, und auf der gegenüberliegenden Seite  des Zersetzungsgefässes 1 zweigt das Ab  zugsrohr 10 ab, durch welches die Schwefel  dämpfe entweichen können, nachdem der       Kohlenstoff    der durch die Leitung 8 in das  Zersetzungsgefäss 1 gelangenden Schwefel  kohlenstoffdämpfe sich an dem elektrisch er  hitzten Kohlenstab 3 abgesetzt hat und die  Schwefeldämpfe zunächst gegen die abge  kühlten Wandungen des Rohres 1 hingezogen  worden sind.

   Um das Austreiben der Schwe  feldämpfe zu beschleunigen, kann durch eine  Leitung 11 aus einem Gefäss 12 ein     inertes     Gas unter Druck in das Zersetzungsgefäss 1  eingeblasen werden, und dieses     inerte    Gas  wird dann mit den von ihm verdrängten  Schwefeldämpfen durch das Rohr 10 ent  weichen.    Das Temperaturgefälle in dem Zersetzungs  gefäss wird also dadurch erzeugt, dass der  Kohlenstab 3 elektrisch hoch erhitzt wird,  während die Wandungen des Rohres gleich  zeitig abgekühlt werden, und das Druckge  fälle wird durch das Einleiten eines     inerten     Gases durch das Rohr 11 hervorgerufen.  



  Während bei der geschilderten Ausfüh  rungsforin der zu erhitzende Kohlenkörper 3,  auf welchem sich der Kohlenstoff ablagern  soll, direkt elektrisch geheizt wird, zeigt       Fig.    2 eine Ausführungsform, bei welcher der  zu erhitzende, im Innern des Zersetzungsge  fässes angeordnete Körper, also etwa gleich  falls ein Kohlenkörper, nicht direkt, sondern  durch elektrische Induktion erhitzt wird,  während im übrigen die Vorrichtung ähnlich  der in     Fig.    1 dargestellten ausgebildet sein  kann.    13 ist der Kern eines     Transformators,    der  nach Art eines Manteltransformators ausge  bildet ist und dessen primäre mit Wechsel  strom gespeiste Wicklung mit 14 bezeichnet  ist.

   Innerhalb des Kernes 13 ist das ring  förmige Rohr 15 aus hitzebeständigem Mate  rial     angeordnet,    welches zum Teil von einem  die Wärme gut leitenden Mantel 16 bekleidet  ist, in welchem eine von einem Kühlmittel  durchflossene Rohrschlange 17 eingebettet ist.  Im Innern des Rohres 15 ist ein ringförmiger  Kohlenkörper 18 angeordnet, welcher derart  auf Auflagern 19 aufruht, dass er von den  Wandungen des Rohres 15 entfernt gehalten  wird. Wird die primäre Wicklung 14 erregt,  so wirkt der ringförmige Kohlenkörper 18  als Sekundärwicklung des Transformators und  wird durch Induktion erhitzt.

   Wird dann aus  den: Gefäss 20 Schwefelkohlenstoff durch das  Rohr 21 in das Zersetzungsgefäss 15 einge  leitet, so wird der Dampf zersetzt, wobei  der Kohlenstoff sich an dem heissen Kohlen  körper 18 ablagert, während die Schwefel  dämpfe gegen die gekühlten Wandungen des  Zersetzungsgefässes hin ziehen und durch ein       inertes    Gas unter Druck, welches aus dem  Behälter 22 durch ein Rohr 23 in das Zer  setzungsgefäss 15 hineingedrückt wird; durch  ein Rohr 24 hinausgedrängt werden können.  



  Der Kern 13 des Transformators ist zer  legbar, nämlich insofern, als der obere Teil  abgenommen werden kann, und auch das  Zersetzungsgefäss ist zerlegbar aus einzelnen  Teilen zusammengesetzt, so dass der Ring  körper 18, auf welchem sich der Kohlen  stoff absetzen soll, herausgenommen werden  kann.  



  Werden die Rohrwandungen bei den bei  den dargestellten Ausführungsformen so weit  abgekühlt, dass der Schwefel daran niederge  schlagen wird, so hätte es natürlich keinen  Zweck mehr, in dem Zersetzungsgefäss ein  Druckgefälle zu erzeugen, weil ja alsdann  der Schwefel nicht mehr aus dem Zersetzungs  gefäss ausgetrieben werden könnte. Es müsste  dann eben nach Beendigung einer Zersetzungs  periode von den C     efässwandungen    abgenom  men werden, ebenso wie der     Kohlenstoff,         welcher sich auf der     Kohlenelektrode    oder  einem andern in dem Zersetzungsgefäss an  geordneten erhitzten Einbau abgelagert hat,  von dieser Elektrode oder diesem Einbau  abgenommen wird.  



  Wird das Zersetzungsgefäss von aussen  erhitzt, so dass also seine     Wandungen    selbst  so heiss werden, dass sich der Kohlenstoff  darauf ablagert, so muss besonders darauf  geachtet. werden, dass die     Wandungen    des  Gefässes aus einem Material bestehen, welches  keine Verunreinigung des     abgelagerten    Koh  lenstoffes verursacht oder zumindest mit  einem solchen Material verkleidet werden.  



  Dass Verfahren gemäss der vorliegenden  Erfindung kann, wie erwähnt, statt mit       Schwefelkohlenstoffdämpfen    auch mit andern       Kohlenstoffverbindungen,    wie zum Beispiel       Kohlerrstofftetrachlorid,        Kohlenstoffhexachlorid     usw. ausgeführt werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRüCHE I. Verfahren zur Herstellung von Kohlen stoff durch Zersetzung von kohlenstoff haltigen Verbindungen in der Hitze, da durch gekennzeichnet, dass die Zersetzung in einer Vorrichtung vorgenommen wird, von der ein Teil, der aus einem den Kohlenstoff nicht verunreinigenden Mate rial besteht, auf die Zersetzungstempera tur und andere Teile auf eine Tempera tur, bei der noch keine Kondensation des Ausgangsmaterials stattfindet, erhitzt sind, derart, dass sich der elementare Kohlenstoff an der heissesten Stelle ab lagert= während die andern Zersetzungs produkte gegen Stellen von niedrigerer Temperatur hinwandern, vorn wo aus sie den abgeschiedenen Kohlenstoff weder di rekt noch indirekt schädlich beeinflussen können.
    II. Vorrichtung zur Durchführung des Ver fahrens nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass im Inneun eines Zer setzungsgefässes ein Heizkörper angeord net ist und die Wandungen des Zerset zungsgefässes, mindestens zum Teil, mit einer Kühlvorrichtung versehen sind. UNTERAN SPRMIE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass Teile der Zersetzungs vorrichtung auf einer Temperatur erbalten werden, bei der sieh die von elementarem Kohlenstoff befreiten Zersetzungsprodukte niederschlagen. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Zersetzungs gefäss ein Druckgefälle durch Einblasen eines inerten Gases erzeugt wird, um die nach Ablagerung des elementaren Kohlen stoffes verbleibenden Zersetzungsprodukte von diesem räumlich zu trennen. 3. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Zersetzungs gefäss durch Absaugen die nach Ablage rung des elementaren Kohlenstoffes ver bleibenden Zersetzungsprodukte von diesem räumlich getrennt werden.
    4. Vorrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass die Wände des Zersetzungsgefässes wenigstens au den Stellen höchster Temperatur aus Stoffen bestehen, die reit den vom elementaren Kohlenstoff befreiten Zersetzungsprodukten in keine zu Verunreinigungen des abge schiedenen Kohlenstoffes Anlass gebende Reaktionen treten.
    nu. Vorrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass die Wände des Zersetzungsgefässes wenigstens an den Stellern höchster Temperatur mit Stoffen verkleidet sind, die mit den vom elemen tarere Kohlenstoff befreiten Zersetzungspro dukten in keine zu Verunreinigungen des abgeschiedenen Kohlenstoffes Anlass ge bende Reaktionen treten. 6. Vorrichtung nach Patentanspruch 1I, da durch gekennzeichnet, dass in dem Zer setzungsgefäss ein aus Kohle bestehender Teil angeordnet ist, auf dein sich der bei der Zersetzung entstehende elementare Kohlenstoff ablagern kann. 7.
    Vorrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass in dem Zerset zungsgefäss ein mit Kohle verkleideter Teil angeordnet ist, auf dem sich der bei der Zersetzung entstehende elementare Kohlen stoff ablagern kann. B. Vorrichtung nach Unteranspruch 6, da durch gekennzeichnet, dass der aus Kohle bestehende, zur Ablagerung des Kohlen- stoffes dienende Teil elektrisch geheizt werden kann. 9. Vorrichtung nach Unteranspruch 7, da durch gekennzeichnet, dass der mit Kohle verkleidete Teil als elektrischer Heizkörper ausgebildet ist.
CH121340D 1925-04-24 1926-04-06 Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Kohlenstoff durch Zersetzung von kohlenstoffhaltigen Verbindungen in der Hitze. CH121340A (de)

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