Einrichtung zur elektrischen Bildübertragung. Die Schwierigkeiten, die sich einer sehr schnellen elektrischen Bildübertragung bis her entgegenstellten und die zahlreichen Vorschläge zur Beseitigung dieser .sind aus der Spezialliteratur und aus Patentschriften hinreichend bekannt.
Zwar bieten die Umwandlung der Bild elemente in elektrische Pulsströme mittelst Photozellen und die Übertragung dieser Im pulse längs Leitungen oder drahtlos mittelst Trägerwellen, sowie eine völlig ausreichende Lichtsteuerung am Empfänger der heutigen Hochfrequenz- und Verstärkertechnik keine Schwierigkeiten mehr. Jedoch sind die Bild zerlegung am Sender und die synchrone., phasenrechte Zusammensetzung der Bild elemente am Empfänger die Klippen, an denen die technische Durchbildung einer brauchbaren Apparatur zur Moment-Fern- photographie oder gar zum elektrischen "Fernsehen" scheiterte.
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Einrichtung zur elektrischen Bildübertra- gung und ist dadurch gekennzeichnet, dass sie zur Zerlegung oder Zusammensetzung des Bildes eine aus mehreren dünnen Schich ten eines optisch veränderlichen Mediums bestehende Lichtsteuerzelle aufweist, deren einzelne Schichten durch elektrische Span nungen zeitlich nacheinander in ihren op tischen Eigenschaften verändert werden kön nen. Je zwei solcher Lichtsteuerzellen kön nen am Sender und am Empfänger ängeOrd- net und synchron mit den gleichen Frequen zen gesteuert werden.
In einer Ausführungs form wird dabei das Licht des zu übertra genden Bildes durch die beiden Zellen des Senders geleitet, bevor es zur Photozelle ge langt. Ebenso werden die Strahlen der von den elektrischen Impulsen der Photozelle beeinflussten Lichtquelle des Empfängers durch die dort angeordneten beiden Zellen und von diesen in gleicher Weise wie der Sender gesteuert.
Zu dieser Steuerung kann das bekannte Kerr'sche Phänomen der elek trischen Doppelbrechung benutzt werden in der Weise, dass die einzelnen optisch verän- derlichen Schichten das Dielektrikum eines vielplattigen Kondensators einer Kerrzelle bilden, wobei Vorsorge getroffen wird, dass die einzelnen Kondensatorplatten nacheinan der elektrisch beeinflusst werden.
Durch den Kerreffekt kann dann erreicht werden, dass sowohl die horizontalen, als auch die verti kalen Bildxeihen nur nacheinander durch die Kerrzelle hindurchtreten. Ist dabei die Frequenz der elektrischen Beeinflussung der einen Zelle vielfach grösser als die der zwei ten, senkrecht dazu stehenden Zelle, so wan dert der jeweilige :Kreuzungspunkt der Bild reihen über die ganze Bildfläche und zer legt somit das Bild punktweise. Es werden also die einzelnen Linien des Bildes elektro optisch durch den Kerreffekt gesteuert, das heisst gelöscht bezw. aufgehellt.
Man kann aber auch zu der elektro optischen Steuerung statt des Kerreffektes den sogenannten Bioteffekt benutzen, das heisst die in der Physik bekannte Erschei nung, wonach die optischen Eigenschaften eines lichtdurchlässigen Mediums sich än- clern, wenn das Medium mechanisch bean sprucht wird, insbesondere wenn es in seine Eigenseliwingung versetzt wird.
Durch die Versuche von Cady ist es bekannt geworden, class piezoelektrische Kristalle durch hoch- frequente Wechselströme in ihrer Eigen <I>s</I> 'hwingting oder deren Harmonische erregt <I>c</I> e.11 werden, wenn Resonanz mit den auf den Kristall einwirkenden elektrischen Schwin gungen vorhanden ist.
Dieser piezoelek- trische Effekt, der insbesondere beim Quarz, aber auch bei einer Anzahl anderer Kristalle beobachtet werden kann, kann ebenfalls zur Bildzerlegung und Bildzusammensetzung be nutzt werden, indem die einzelnen optisch veränderlichen Schichten der Zelle statt aus einem flüssigen Dielektrikum aus schwing baren Kristallen, z. B. dünnen Blättchen aus achsenrichtig geschliffenem Quarz, beste hen. Wesentlich hierbei ist, dass jedes der übereinander geschichteten Blättchen, zwi schen denen die Belegungen angeordnet sind, eine andere Eigenschwingung besitzt.
Der nachfolgende Teil der Beschreibung bezieht sieh auf Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes, die anhand der auf den beiliegenden Zeichnungen dargestellten Figuren erläutert werden.
Nach Fig. 1 gehen die von der durch den Pfeil 1 angedeuteten Bildebene parallel gemachte Lichtstrahlen durch den Polarisa- tor 2, die vertikal geschichtete Steuerzelle 3, die horizontal geschichtete Steuerzelle 4 und den Analysator 5 der Keazelle hin durch und werden mittelst der Linse 6 zum Brennpunkt 7 gebrochen. Beim Sender be findet sich hier die Photozelle, die in an sich bekannter Weise die Lichtwirkungen in elektrische Stromunterschiede umformt, so dass diese in ebenfalls bekannter Weise mit- telst Leitungen oder drahtlos zur Empfangs station übertragen werden können.
Die Zerlegung des Bildes 1 in einzelne nacheinander auf die photoelektrische Zelle einwirkende Lichtpunkte geschieht nun in der Weise, dass durch entsprechende elek trische Beeinflussung der Schichten nach einander der Durchgang für das Licht frei gegeben wird. Jedoch erfolgt die nachein- anderfolgende Freigabe des Lichtdurchlas ses bei der Zelle 4 mit viel höherer Ge schwindigkeit als bei der Zelle 3 und zwar so-, dass während der Freigabe des Durchlas ses bei Zelle 3 sämtliche Durchlässe der Zelle 4 nacheinander geöffnet werden. Die Elek trizität gibt ein Mittel. diesen Vorgang in einem Bruchteil von Sekunden zu bewirken.
Die Empfangsstation besitzt eine eben solche Anordnung der beiden Zellen 3 und 4, wie in Fig. 1 dargestellt. Der Unterschied zwischen dem Sender besteht lediglich darin, dass am Empfänger in dem Brennpunkt 7 der Linse 6 statt einer Photozelle eine Licht quelle (beispielsweise eine Pirnkt-Z@rolfram- lampe) angeordnet ist, die von den ankom menden Photoströmen des Senders beein flusst werden kann.
Als solche Lichtbeein- flussungsvorrichtung kann am Empfänger bei 7 eine Kerrzelle angeordnet sein, die natürlich die übliche, bekannte Ausfüh- rungsform haben kann, da sie hier nur die Aufgabe hat, eine starke Lichtquelle mit- telst der vom Sender kommenden Photo ströme zu steuern. Die derart bei 7 des Emp fängers in ihrer Intensität veränderten Licht strahlen werden durch die Linse 6 parallel gemacht und gehen durch den Nikol 5 hin durch.
Dieser wirkt beim Empfänger als Polarisator. Dann passieren die Strahlen die beiden Zellen 4 und 3 und Nikol 2, der nun als Analysator wirkt, und gelangen zu dem Schirm 1. Da die Zellen 4 und 3 des Emp fängers synchron mit den Zellen 3 und 4 des Senders elektrisch gesteuert werden, hat der jeweilige Kreuzungspunkt des Empfängers stets die gleiche räumliche Lage wie der des Senders und lässt daher nur die dem Origi nalbilde entsprechenden Lichtintensitäten an diesen Stellen zu dem Auffangschirm 1 ge langen.
Bei der rein schematischen Darstellung (Fig. 1) sind die Zellen 3 und 4 nur mit fünf elektrooptisch steuerbaren Schichten . darge stellt. Natürlich sind für die Bildzerlegung weit mehr Schichten erforderlich. So müs sen beispielsweise bei einer Zerlegung in 10000 Punkte die beiden Zellen je 100 Schichten besitzen, was sich jedoch bei Be nutzung sehr dünner Schichten technisch leicht ausführen lässt. Die Polarisatoren bezw. Analysatoren 2 und 5 bestehen zweckmässig nicht aus natürlichem Kalk spat, sondern aus den künstlichen Kristallen des Natron-Salpeter (Natrium-Nitrat), die geeigneter sind und in grossen einwaudsfreien Stücken hergestellt werden können.
Wenn am Empfänger bei 7 der Fig. 1 zur trägheitslosen Lichtsteuerung eine be sondere Kerrzelle verwendet wird, kann der Analysator dieser Zelle oder der Polarisa,tor 5 der Bildzerlegungseinrichtung in Fortfall kommen, da das aus der Kerrzelle 7 kom mende Licht bereits polarisiert ist.
In Fig. 2 ist die elektrische Verbindung einer Lichtsteuerzelle mit einer Wechsel stromquelle dargestellt für den Fall, dass zur Steuerung der Zelle der Kerreffekt benutzt wird.
Die Kondensatorplatten, welche die eine Belegung bilden, sind hierbei direkt mit dem einen Pol der Wechselstromquelle W leitend verbunden, während die Platten, welche die andere Belegung bilden, über Spulen oder Widerstände c,<I>d e,</I> f, deren Grösse verschie den abgestuft ist, an den andern Pol der Wechselstromquelle angeschlossen sind. Nur bei der Zuleitung b zur ersten Platte dieses Systems kann ein solcher Widerstand fehlen.
Es ist ersichtlich, dass die Beeinflussung der einzelnen Platten der Kondensatoren nicht gleichzeitig geschieht, da die Wider stände<I>c, d, c, f</I>eine Phasenverschiebung ver ursachen. Die zeitliche Verschiebung der Steuerspannung hängt von der Grösse der eingeschalteten Wechselstromwiderstände b. <I>c, d, e, f</I> ab. Um die Amplitude der Span nung an den einzelnen Kondensatorplatten annähernd gleich zu halten, können ausser den Ohm'schen noch induktive Widerstände in die Leitungen zu den Kondensatorplatten eingeschaltet werden.
Die Schichten der Zelle brauchen nicht senkrecht zueinander angeordnet zu werden, sondern es kann vorteilhaft sein, die Schich ten schiefwinklig zu kreuzen. Das Bild raster erhält dann die in Fig. 3 dargestellte Form, bei der die einzelnen Flächenelemente eine rhombenförmige Gestalt haben. Bei Verwendung derartig angeordneter Konden- satorplatten ist eine geringere Drehung der Polarisationsebene durch die an den Plat ten vorhandenen Spannungen erforderlich.
Statt der optischen Steuerung der Schich ten durch den Kerreffekt kann man, wie be reits erwähnt, andere Effekte, z. B. den Biot- effekt benutzen, indem man statt des Nitro- benzols der Kerrzelle schwingende Kristalle verwendet.
Lässt man auf eine derart aus schwingenden Kristallen gebildete Steuer zelle elektrische Wechselströme einwirken und ändert man innerhalb des durch die Eigenschwingungen der Quarzblättchen ge gebenen Frequenzbereiches die elektrische Frequenz fortlaufend, so werden nacheinan- der immer nur diejenigen Kristalle in E igen- schwingung geraten, die sich jeweilig in Re sonanz mit der elektrischen Frequenz befin den.
Dadurch wird erreicht, dass nur an die ser Stelle und nur in diesem Moment die durch die Zellen parallel hindurchtretenden polarisierten Lichtstrahlen optisch verändert werden, so dass bei geeigneter Einstellung des Polarisators und Analysators jeweils eine Aufhellung erfolgt. Da die Steuerfrequenzen des zweiten, senkrecht zu dem ersten stehen den Zellensystems Vielfache der ersteren sind und zusammen mit den die Helligkeits werte übermittelnden Bildpunktfrequenzen, zum Beispiel drahtlose oder über Leitungen, mittelst modulierter Trägerwelle auf den Empfänger übertragen werden können, so ist der Synchronismus zwischen Sender und Empfänger gewährleistet.
Es ist nicht erforderlich, dass die Bild linien durch den piezoelektrischen Kristall selbst hindurchtreten, vielmehr können die schwingenden Kristalle zur Steuerung eines andern durchsichtigen Körpers, wie z. B. dünner Glasstreifen, benutzt werden, mit denen der schwingende Fristall mechanisch verbunden, zweckmässig zusammengekittet ist. In diesem Falle schwingt der Glaskör per in der Eigenschwingung des Kristalles und verändert ebenfalls die hindurchtreten den Lichtstrahlen.
Dies hat vielerlei Vor teile, deren hauptsächliche darin bestehen, dass das Licht nicht wie beim Quarz chroma tisch verändert wird, sondern weiss bleibt lind dass dem Quarz eine mechanische Dämpfung gegeben werden kann, die ein starkes Nach klingen des schwingenden Kristalles und da mit die Trägheit des Systems vermindert.
In der Fig. 4 ist eine derartige Kristall zelle schematisch dargestellt, wobei die An zahl der Kristalle natürlich ebenfalls nicht der Wirklichkeit entspricht. Die von dem Schwingungskreis 1 eines Röhrengenerators erzeugten Schwingungen werden vermittelst des Kopplungstransformators 2 den beiden Belegungen 3 und 4 der Kristallzelle zuge- führt. Die zwischen den Belegungen befind lichen Kristalle 5 bis 12 haben, wie aus der Zeichnung ersichtlich, eine verschiedene Länge und infolgedessen eine verschiedene Eigenschwingung.
Wird die im Kreise 1 vor handene elektrische Schwingung mit Hilfe des rotierenden Kondensators 13 kontinuier lich verändert, so werden, wie aus dem vor her Gesagten ersichtlich ist, die einzelnen Kristalle 5 bis 12 nacheinander zur Eigen schwingung gebracht, so dass eine Steuerung des durch diese Kristalle hindurchtretenden polarisierten Lichtes erfolgen kann. Die gleiche Steuerung findet bei der zweiten Zelle statt, die senkrecht zu der ersteren an geordnet ist, nur mit dem Unterschied, dass die Eigenschwingungen der Kristalle und damit die Steuerfrequenzen höher sind.
Die Verwendung von schwingenden Kri stallen bietet den Vorteil, da.ss die Anordnung besonderer leitender Schichten zwischen den einzelnen Kristallen zur elektrischen Erre gung der letzteren nicht erforderlich ist. Es genügen vielmehr für jede aus vielen Kri- stallschicliten zusammengesetzte Steuerzelle nur zwei Elektroden bezw. Kondensatorplat- ten, denen die Steuerspannung zur Erregung der einzelnen Kristallschichten zugeführt wird, wie dies in Fig. 5 dargestellt ist.
Man kann die einzelnen Kristallblättchen nicht nur direkt aufeinander leben, sondern sogar zusammendrücken, ohne dass die Wirkung der Steuerfrequenzen auf den optischen Ef fekt aufgehoben wird. Die einzelnen Kristalle schwingen auch dann noch ohne merkbare Störung der benachbarten Kristalle. wenn das ganze Iirista.llsystem ausserordentlich stark zusammengepresst wird. Es wird dadurch, ab gesehen von einer geringen Auderung der l:igensch-%-##inb-ungen der Kristalle, nur er reicht, dass deren Eigenschwingungen ge dämpft werden, wodurch der Vorteil erzielt wird, dass das Kristallsystem trägheitsloser wird.
Die Verkürzung der Abklingzeiten der Einzelkristalle, deren jedes normalerweise eine sehr geringe Dämpfung besitzt, ist ins besondere bei einer sehr feinen Bildzerlegung und bei sehr grossen Übertragungsgeschwin digkeiten (Fernsehen) von Bedeutung, um die erforderlichen schnellen optischen Ände rungen der durch die Zelle hindurchgehen den Lichtstrahlen zu erzielen.
Als piezoelektrisches Kristallmaterial hat sich für die Zelle Quarz am besten bewährt. Derartige anisotrope Kristalle haben aber den Nachteil, dass sie chromatisch polarisieren, also eine Farbveränderung des hindurchtre tenden Lichtes hervorrufen. Um diese, durch die sogenannte Rotationsdispersion hervor gerufene Wirkung zu beseitigen, können die beiden Zerlegungsgitter derart ausgebildet werden, dass die chromatische Polarisation der einen Zelle durch die andere Zelle wieder aufgehoben wird. Dies kann dadurch erreicht werden, dass zum Beispiel das horizontale Kristallsystem aus rechtsdrehenden Quarzen besteht, wie dies in der Fig. 6 durch die Pfeile schematisch dargestellt ist.
Eine der artige Anordnung zeigt keine chromatische Veränderung des hindurchtretenden weissen Lichtes und gestattet eine völlige Verdunke lung und Aufhellung des Gesichtsfeldes.
Man kann in der Vereinfachung der Zelle noch einen Schritt weiter gehen, indem statt der einzelnen Kristallblättchen ein zusam menhängender anisotroper Kristall, zum Bei spiel ein die ganze Bildbreite ausfüllendes Quarzprisma verwendet wird. Wesentlich ist dabei nur, dass die Kristallstruktur so be schaffen ist, dass die einzelnen parallelen Schichten des Kristallee ebenso wie bei einem zusammengesetzten Prisma in verschiedene Eigenschwingungen versetzt werden können.
Für die Lichtsteuerung zur Differenzie rung der Helligkeitswerte der einzelnen Bild punkte kann bei genügender Dämpfung der Kristalleigenschwingung, sei es durch Druck oder durch angekittete isotrope Medien (Glas), statt einer Kerrzelle am Empfänger (7, Fig. 1) ebenfalls ein piezoelektrischer Kristall verwendet werden.
Es ist aber nicht unbedingt erforderlich, dass ein besonderes Organ (7, Fig. 1) für die Steuerung der Lichtintensitäten am Emp- fängerverwendet wird. Man kann dieses be sondere Organ entbehren, wenn eine der bei den Steuerzellen des Empfängers oder auch beide gleichzeitig die Funktion des Licht- steuerungsorganes für die einzelnen Bild punkte mit übernehmen.
Erforderlich ist le diglich, dass auf der Senderseite die von der Photozelle kommenden Ströme zur Modula tion der nach dem Empfänger zu übertra genden Steuerströme für die Lichtsteuerzelle dienen. In diesem Falle brauchen von der Senderseite aus zur Empfangsseite nur über tragen zu werden: 1. die Steuerströme zur Öffnung der einen Zelle, und 2. die Steuerströme zu Öffnung der an dern Zelle.
Auf der Empfängerseite brauchen dann nur eine konstante Lichtquelle und zwei Steuerzellen verwendet zu werden. Die eine Zelle wird mit der einen der beiden verän derlichen Steuerfrequenzen und die andere mit der bereits modulierten, veränderlichen Steuerfrequenz erregt. Es können auch beide Zellensteuerströme gleichzeitig von den Photozellenströmen moduliert werden, so dass beide Zellen des Empfängers in ihrem op tischen Verhalten durch die Photozelle des Senders beeinflusst werden. Zur Übertragung der Steuerfrequenzen wird eine gemeinsame Trägerwelle von hoher Frequenz verwendet.
Auf derEmpfängerseite werden die veränder lichen Steuerfrequenzen in aus der Radio- telephonie bekannter Weise idemoduliert, zum Beispiel durch Verwendung eines Gleich richters.
Das Bildübertragungssystem ist auf der Zeichnung in den Fig. 7 und 8 schematisch dargestellt. Da es sich nur um die Erläute rung des Prinzips handelt, sind die Hoch- frequenzeiurichtungen auf das notwendigste beschränkt. Selbstverständlich können auch hier alle in der Hochfrequenztechnik ver wendeten Modulations- und Verstärkungs einrichtungen sinngemäss Anwendung finden.
Fig. 7 zeigt den Bildsender und Fig. 8 den Bildempfänger. In Eig. 7 ist als Quelle zur Erzeugung ungedämpfter Schwingungen ein rückgekop pelter Röhrengenerator 1 angegeben, der die Trägerwelle für die mit ihm gekoppelte An tenne Z liefert.
In dem Anodenkreis des Röh- rengenerators 1 befindet sich die 3lodula- tionsröhre 3, die zur Beeinflussung der von der Röhre 1 erzeugten kurzen Trägerwelle dient. 4 und 5 sind zwei weitere Röhren generatoren, in deren Schwingungskreisen je ein rotierender Kondensator 6 und 7 sich befindet. Die beiden Röhrengeneratoren und 5 mit ihren veränderlichen Kondensa toren 6 und 7 geben die für die beiden Zel len 8 und 9 erforderlichen veränderlichen Steuerfrequenzen. Die Zellen 8 und 9 sind, wie aus der Zeichnung ersichtlich, mit dem 5cliwingungskreis der beiden Generatoren und 5 durch die Spulen 10 und 11 gekoppelt.
Die beiden Kondensatoren 6 und 7 können zwangsläufig miteinander verbunden wer den, derart, dass der Kondensator 7 vielmals mehr Umdrehungen macht als der Konden sator 6. Das Verhältnis der beiden Umdre hungszahlen der Kondensatoren 7 und 6 rich tet sich nach der Anzahl der durch die bei den Zellen 8 und 9 zu beeinflussenden Bild linien, hängt also von der Feinheit der Bild unterteilung und von der Grösse der beiden Zellen 8 und 9 ab. Bei einer Anzahl von beispielsweise hundert Bildstreifen muss der Kondensator 7 hundertmal schneller rotie ren als der Kondensator 6. Die Frequenz bereiche, die die beiden Kondensatoren 6 und 7 bestreichen, sind ebenfalls verschieden.
Sie richten sich nach der Eigenschwingung der Einzelkristalle in den Zellen 8 und 9, wobei zu beachten ist, dass die Kristalle der Zer- leäungszelle 8 eine andere Eigenschwingung haben als die der Zelle 9. Die von den Ge neratoren 4 und 5 erzeugten Steuerfrequen zen wirken vermittelst der beiden-Transfor- matoren 12 und 13 auf die Steuerzelle der Modulationsröhre 3 ein, die zur Modulation des die Trägerwelle erzeugenden Senders 1 dienen.
Gleichzeitig wird aber, wie aus der Zeichnung ersichtlich, durch die Photozelle 14 die Modulation in der \'eise verändert, dass, wenn die Zelle 14 dunkel und deren @@ iderstand unendlich hoch ist, keine Modu- lalion eintritt, während bei belichteter Photozelle 14 je nach dem Grade der Belich tung die Aodulationsströnie mehr oder we niger nur geschwächt werden. Es ist nach den gegebenen Erläuterungen und bei Betrach tung der F ig. 7 ersichtlich,
dass das von der Bildebene 15 durch den Polarisator 16 hin durchtretende Licht durch die beiden Zellen 8 und 9 entsprechend den von den beiden Röhrengeneratoren 4 und 5 erzeugten verän derlichen Frequenzen gesteuert und dadurch zunächst das Bild in seine Einzelelemente zerlegt wird. Durch den Analysator 17 tre ten dann zeitlich nacheinander die einzelnen Helligkeitswerte der Bildelemente hindurch und gelangen durch die Linse 18 zur Photo zelle 11.
Die Photozelle 14 bewirkt dann, wie beschrieben, eine diesen Helligkeitswerten entsprechende Anderung der von der Röhre 1 erzeugten Trägerwelle bezw. der diese Welle modulierenden Zellensteuerströme.
Die derart modulierte Trägerwelle ge langt zu der in der Fig. 8 schematisch dar gestellten Empfangsantenne 19 und wird in dem Detektorkreis 20 demoduliert bezw. gleichgc_#riclitet. Vermittelst der beiden Trans formatoren \21 und ?2 kann dann eine Steue rung der beiden Zellen 8a und 9a bewirkt werden, die synchron mit der Steuerung der beiden Zellen 8 und 9 des Senders in Fig. 7 erfolgt.
Während aber die beiden Zellen 8 und 9 des Sender: < durch die Steuerwirkung der beiden Generatoren 4 und 5 völlig geöffnet und geschlossen werden, findet bei den Zel len 8a und 9a des Empfängers in Fig. 2 die C)ffnung unter Kontrolle der durch die Photo zelle 14 beeinflussten Steuerfrequenz statt.
Somit werden die von der konstanten Licht quelle 23 erzeugten Lichtstrahlen, die durch die Linse 24 und den Polarisator 25 zu den Zellen 8a und 9a gelangen, nicht nur räum lieb beeinflusst, sondern durch die beiden Zel len 8a und 9-i gleichzeitig in ihren Hellig- keitswerten gesteuert, so dass durch den Analysator 26 hindurch auf der Bildebene 27 das getreue Abbild des Senderbildes 15 er scheint.
Selbstverständlich kann die Photozelle 14 statt direkt, auch indirekt auf die Modula- tionsröhre 3 einwirken, beispielsweise durch eine Wheatstone'sche Brücke, denn wesentlich ist hierbei nur, dass die Photozelle eine Än derung der von der Senderöhre 1 ausgesand ten Steuerfrequenzen bewirkt, ohne dass die Photozellenmodulation auf die Zellen steuerung des Senders selbst einen Einfluss ausübt. Soll nur eine der beiden Steuerfre quenzen moduliert werden, so kommt die Spule 10 der Steuerzelle 8 in Fortfall.
Die Veränderlichkeit der Steuerfrequen zen am Sender kann statt, durch rotierende Kondensatoren auch durch rotierende Selbst induktionen oder dergleichen erfolgen. Ferner kann der Frequenzübergang statt kontinuier lich auch stufenweise (ruckweise) erfolgen, was durch entsprechende Ausbildung des ro tierenden Kondensators oder durch eine be sondere rotierende Kopplungsanordnung ge schehen kann.
Statt 'des rückgekoppelten Generators 1 kann natürlich auch ein fremderregter Sender benutzt werden und statt der drahtlosen Übertragung ist natürlich auch eine Über tragung mit leitungsgerichteten Träger strömen (guided carrier current) möglich.