CH122006A - Verfahren zur Herstellung von Kunststeinen. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Kunststeinen.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von Nnnststeinen. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Kunststeinen,, welches darin besteht, dass zwei gekörnte Materialien, deren Schmelzpunkte verschieden ;hoch sind, ge mischt, sodann mit Wasserglaslösung durch feuchtet und unter starkem Druck zu Form- lingen gepresst werden. Hierauf brennt man die Formstücke, ohne sie vorher zu trocknen, so dass das Material mit dem niedern Schmelzpunkt sintert, das beigemengte Ma terial, zweckmässig ein Naturgestein, hin gegen in fester - Form eingebettet bleibt.
Als sinterndes Material sind beispielsweise Sand und Schlacke verwendbar.
Nach diesem Verfahren kann man zum Beispiel Pflastersteine, Bausteine oder als Verkleidung dienende Steinplatten herstellen.
Wesentlich ist bei dem Verfahren, dass immer zwei solche Materialien, zum Bei spiel Gesteinsarten, zum Vermischen ge langen, deren Sinterungspunkte so weit aus= einander liegen, dass bei einer Brenntempe- ratur, die um weniges höher liegt als der Beginn der Sinterung des leichter sinternden Materials, die Körner des bei höherer Tem- peratur sinternden Materials unbeeinflusst bleiben, also gewissermassen im fertig ge brannten Stein ein festes .Skelett bilden.
Es kann jedes der zur Verarbeitung ge langenden Materialien für sich in einem Kollergang auf eine Korngrösse von 2 bis 4 mm gemahlen werden. Die Wahl der Aus gangsmaterialien hängt davon ab, einen wie hochschmelzenden Kunststein man erzielen will.
Vor dem Einbringen in die Mischvor richtung werden die Materialien zweck mässigerweise gesiebt, so dass tatsächlich keine grösseren Gesteinstrümmer als ge wünscht zur Mischung gelangen. Die ge körnten Materialien gibt man in dem durch einen Vorversuch ermittelten günstigsten Mischungsverhältnis in die Mischvorrichtung und mischt in trockenem Zustande. Erst nach erfolgter inniger Mischung wird das flüssige Bindemittel, eine stark verdünnte Natron silikatlösung (1 bis 2 %ig, hergestellt durch Verdünnung des Handelsproduktes) in einer Menge von 4 bis 10 % zugegeben, worauf man wieder so lange mischt, bis die ganze Masse gleichförmig durchfeuchtet ist.
Der Zusatz des Bindemittels erfolgt zu dem Zwecke, die sandige Masse zu edier pla stischen, pressbaren zu machen, und ist so niedrig gehalten, dass die Formlinge ohne vorgängiges Trocknen gebrannt werden kön nen. <I>Beispiel</I> Für die Herstellung von Kunststeinen aus Granit stellen sich die Verhältnisse wie folgt: Granit und Quarz werden, jeder für sich, auf 3 mm Korngrösse gemahlen. In einer Mischtrommel werden 70 bis 75 Teile Granit mit 15 bis 20 Teilen Quarz innig gemischt und dann mit 6 Teilen 1 bis n %aiger Natriumsilikatlösung gleichmässig durchfeuchtet.
Die Masse wird auf hydrau lischen Pressen mit 800 bis 850 kgicm2 7u Formlingen gepress't, und diese Form- linge werden in den Brennofen eingesetzt lind bei 880 bis 900 C während 16 Stunden gebrannt.
Auf diese Weise können zum Beispiel Bausteine hergestellt werden. Wünscht man die Steine künstlich zu färben, so mahlt inan die Materialien, zum Beispiel ein Na.tur- rrrestein und Schlacken, unter Zusatz von färbenden Stoffen, vorzugsweise Metall oxyden, und verfährt im übrigen, wie oben beschrieben ist. Die Brenntemperatur wird in diesem Falle 20 bis 30 C über die für das Gesteinsgemisch ermittelte Sintertempe- ratur getrieben, so dass infolge oberfläch lichen Schmelzens der Steine auf diesen eine glatte, wetterbeständige, abwaschbare Glashaut gebildet wird.
Das Verfahren ist hauptsächlich zur Herstellung von Steinen für die Pflasterung von Strassen bestimmt. Werden nach dem Verfahren hergestellte Pflastersteine auf dem entsprechend vorbereiteten Grunde ver legt. so ist es möglich, ein vollkommen fugen dichtes Pflaster zu erzielen, indem die voll ständig gleichartigen, genau prismatischen oder würfelförmigen Steine dicht anein- andergelegt passen und die minimalen Fu gen durch Einbringen flüssigen Gesteines von gleicher oder ähnlicher Beschaffenheit ausgefüllt werden.
Von den bisher bekannten, fugenlosen Pflastern, wie Asphalt, Beton usw., unter scheidet sich das aus Kunststeinen gemäss der Eifindung hergestellte vor allem durch die Widerstandsfähi-,keit und Haltbarkeit, hinsichtlich welcher e5 der Hartstein pflasterung vergleichbar ist, ohne deren be kannte Nachteile, Unebenheit der Oberfläche und Auflockerunvon den Fugen aus, auf zuweisen.
Die grosse Haltbarkeit verdankt der Kunststein gemäss der Erfindung dem Um stande, dass die Pressmasse im Vergleich zu den in der keramischen Industrie sonst zur Verwendung gelangenden Massen einen viel geringeren @j'assergehalt aufweist, -der ein Brennen ohne Vortrocknung ermöglicht.
Beim Vortrocknen ist nämlich ein Verziehen der Kanten der Presslinge unausbleiblich, so dass man keine vollständig geradflächi- gen .Steine erhalten kann wie die erfindungs- olemäss hergestellten, welche aus diesem Grunde der Zerstörung die geringsten An griffspunkte bieten.
Infolge des erwähnten Wassergehaltes und des gleichfalls nötigen Zusatzes grösserer Mengen toniger Massen konnte bei den bekannten Kunststeinen eine ganz homogene Struktur der Presslinge nicht erzielt werden;
die Steine zeigen nach dem Brennprozess eine ungleiche, im Kerne meist grobkörnigere Struktur als an der Ober fläche, was im verpflasterten Zustande nach Abnützung der oberen, einer harten Rinde ähnlichen Steinpartie. unter den Einwirkun gen des Verkehrs zur raschen Zerstörung der darunter gelegenen weichen und weniger widerstandsfähigen Steinpartien und zur ver hältnismässig raschen Zerstörung des ganzen Pflasters führte, welcher thelstand, bei den gemäss dem obigen neuen Verfahren erzeug ten Steinen vollkommen entfällt.
Eine Pflasterung aus Steinen, die nach vorliegendem Verfahren hergestellt sind, weist gegenüber andern fugenlosen oder fugendichten Belägen, zum Beispiel aus Holzstöclzel oder Asphalt, den Vorteil auf, dass seine Oberfläche unter der Einwirkung des Fuhrwerkes eine gewisse Rauhheit be kommt, infolge der ungleichmässig von stat ten gehenden Molekularabnützung an den Steinen. Diese Rauheit verhindert dann das Ausgleiten der Pferde und das Schleudern der Fahrwerke, namentlich bei nassem Wetter.
In hygienischer Beziehung ist eine wich tige Eigenschaft des Pflasters aus Steinen gemäss der Erfindung die.völlige Staubfrei heit und die Möglichkeit, das Pflaster leicht, gründlich durch Waschen reinigen zu kön nen.
Auch für viele andere Zwecke ist der Kunststein gemäss der Erfindung bestens geeignet, zum Beispiel für die Verkleidung von Mauern und Wänden, für Wasserbauten (Wehre), Tunnels usw.
Es sind bereits Kunststeine bekannt, die Natriumsilikat enthalten; doch bildet dieses einen wesentlichen Bestandteil der bekann ten Kunststeinmasse, weil gewöhnlich seine Umsetzung zu unlöslichen Silikaten beab sichtigt ist, während beim Verfahren nach vorliegender Erfindung nur geringe Mengen Silikate, etwa 6 bis 10 %, als Bindemittel Verwendung finden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von Kunst steinen, dadurch gekennzeichnet, dass zwei auf gewünschte Korngrösse gemahlene Ma terialien, deren Sinterungspunkte genügend weit auseinander liegen, gemischt werden, diese Mischung durch Zusatz einer stark ver dünnten Natriumsilikatlösung nur so stark anfeuchtet, dass eine plastische, pressbare Masse entsteht, aus dieser Masse Form stücke press't und diese, ohne sie vorher zu trocknen, bei solcher Temperatur brennt, dass das eine Material sintert,während die Körner des bei höherer Temperatur sintern- den Materials unbeeinflusst bleiben, also im fertig gebrannten Stein gewissermassen ein festes Skelett bilden. UNTERANSPRt7CHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet" dass als Material von niedrigerem Schmelzpunkt Schlacke ge nommen wird und mit Naturgestein von höherem Sinterungspunkt gemischt wird. 2.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass den Materialien beim Vermahlen Farbstoffe zugesetzt werden und das Brennen in diesem Falle 20 bis <B>30'</B> oberhalb der Sinterungstemperatur des niedrig schmelzenden Bestandteils stattfindet, zum Zweck, an der Ober fläche des Steines eine glasartige Schicht zu erzielen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT122006X | 1926-03-16 |
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|---|---|---|---|
| CH122006D CH122006A (de) | 1926-03-16 | 1926-06-21 | Verfahren zur Herstellung von Kunststeinen. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH122006A (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1062165B (de) * | 1957-05-24 | 1959-07-23 | Eva Pirskawetz Geb Riemenschne | Verfahren zur Herstellung von gesinterten Erzeugnissen |
| DE1232865B (de) * | 1960-06-01 | 1967-01-19 | Eva Maria Lamers Geb Boeger | Verschleissformstuecke fuer Zyklone, Rohre, Rinnen und Rutschen |
-
1926
- 1926-06-21 CH CH122006D patent/CH122006A/de unknown
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