CH122403A - Verfahren zur Behandlung von kohlenstoffarmem Stahl. - Google Patents
Verfahren zur Behandlung von kohlenstoffarmem Stahl.Info
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Description
Verfahren zur Behandlung von kohlenstoffarmem Stahl. Es ist bekannt, dass kohlenstoffarmer Stahl, wie er zum Beispiel für den Dampfkesselbau, zur Herstellung von Profileisen; von Kesseln in der chemischen Industrie usw. Verwendung findet, gegen Alterung und chemische Ein flüsse von Flüssigkeiten, zum Beispiel Natron lauge, oder Gasen und Dämpfen im all gemeinen empfindlich ist. Diese Empfindlich keit äussert sich beispielsweise in dem Ab sinken der ursprünglichen guten Kerbzähigkeit auf sehr geringe Werte, wenn der Stahl einer Alterungsbeanspruchung unterworfen wurde.
Unter Alterungsbeanspruchung ist hierbei zum Beispiel eine Verformung bei etwa Zimmertemperatur mit nachfolgender längerer Lagerung bei Zimmertemperatur oder nachfolgendem kurzen Erwärmen, etwa 1/z Stunde auf 200 o C zu verstehen. Eine Alterungsbeanspruchung tritt auch auf, wenn kohlenstoffarmer Stahl bei Temperaturen zwi schen etwa<B>150</B> und 500 C verformt wird, in diesem Fall auch ohne nachfolgende La gerung oder Anlassen auf etwa 200 o C.
Besonders schwere Schäden erleidet ein gegen Alterung empfindlicher Stahl, wenn er der Einwirkung von verschiedenen Flüssig keiten, zum Beispiel Natronlauge; oder Gasen und Dämpfen, zum Beispiel Ammoniakgas, ausgesetzt wird. In diesem Fall sinkt nicht nur die Kerbzähigkeit auf sehr geringe Werte, sondern es treten gleichzeitig tiefgreifende Störungen im Gefüge des Stahls, insbesondere in den Korngrenzen auf.
Es war bisher noch kein Verfahren be kannt, einen gegen Alterung empfindlichen kohlenstoffarmen Stahl von dieser Empfind lichkeit zu befreien. Unter kohlenstoffarmem Stahl sei hier sowohl weiches legiertes oder unlegiertes Flusseisen mit bis zu 0,4% C, als auch Schweisseisen verstanden.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Verfahren, nach dem es gelingt, einen gegen Alterung empfindlichen kohlenstoffarmen Stahl durch Wärmebehandlung im festen Zustand in einen gegen Alterung unempfindlichen Stahl zu verwandeln. Dieser Erfolg wird durch Abschrecken des kohlenstoffarmen Stahles über einer Temperatur von etwa <B>6.50</B> o C erreicht. Ein nachfolgendes Anlassen des abgeschreckten Stahles bei Temperaturen, die je nach der Zusammensetzung des Stahles bis 7500C betragen dürfen, ruft sodann Ge füge hervor, die sich durch feine Verteilung der Gefügebestandteile auszeichnen und daher insbesondere zum Beispiel gegen chemische Einwirkungen von Laugen besonders wider standsfähig sind.
Bei unlegiertem weichen Flusseisen mit 0,1% C liegt die zulässige untere Grenze der Abschreckung und die obere Grenze des Anlassens bei etwa 730 C, jedoch ist eine geringe Hysteresis der Er scheinung, insbesondere bei gleichzeitiger Anwesenheit von Legierungsbestandteilen, und eine Verschiebung der Grenztempera- turen je nach der Zusammensetzung an zunehmen.
Das Abschrecken und Anlassen ist bei Stählen mit höherem Kohlenstoffgehalt häufig angewandt worden und in der Technik als Vergütung bekannt. Der Zweck der Ver gütung ist hierbei stets, dem Werkstoff eine hohe Streckgrenze bei gleichzeitig hoher Festig keit und Dehnung zn verleihen. Diese Ver fahren werden jedoch nur bei Kohlenstoff- stahlen mit einem C-Gehalt von etwa 0,5 % und mehr benutzt.
Bei weichem unlegiertem Stahl kommen sie technisch nicht zur An wendung, da bisher angenommen wurde, dass solcher Stahl bei der Vergütung keine tech nisch wichtige Verbesserung erführe. Ins besondere war nicht bekannt, dass durch Ver gütung kohlenstoffarmen Stahles die Beseiti gung der Alterungsempfindlichkeit gelingt.
Die starke Wirksamkeit des vorliegenden Verfahrens ist aus nachfolgender Zahlentafel und dein Kurvenblatt ersichtlich. Die Zahlen und Kurven lassen erkeirnen, dass der an sich gegen Alterung empfindliche kohlenstoffarme Stahl durch die vorliegende Behandlung dahin weitgehend verbessert wird, dass er seine Alterungsempfindlichkeit verliert.
So beträgt zum Beispiel die Kerbzähigkeit einer bei <B>9001</B> C geglühten, um 5'/o gereckten und gealterten Probe 2,7 mhg#\crn=, während eine vorher bei<B>930'</B> C abgeschreckte, dann auf 630 0 C angelassene Probe nach gleicher Al terungsbeanspruchung eine Kerbzähigkeit von über 31.,6 mkg/cm erreicht. Zur Prüfung der Kerbzähigkeit wurden hierbei normale Charpy- Proben 305 X 160 nrm mit Rundkerb benutzt, Die Prüfung erfolgte bei +20 C.
Die Zahlen stellenl < Iittelwerte aus je drei Kerbschlagproben dar. Der Werkstoff hatte folgende Zusammen- setzung: C=0,08%, Si =Spur,3Zn=0,43%, P = 0,0140/0, S = 0,0228 -'o, Ni = 0,14 i'" Cr- --- 0,02'/o, N:
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Die Kurve .4 zeigt für normalisierte (das heisst '/z Stunde auf<B>9300</B> C erhitzte und in Luft abgekühlte) Flusseisenproben die Kerbzähig- keiten, die sich ergeben, wenn die Proben bei t C abgeschreckt werden. Das Norma lisieren bildet keinen Teil des vorliegenden Verfahrens; es ist hier nur erwähnt, weil es allgemein üblich ist, derartige Proben vorher zu normalisieren.
Die Kurve lässt erkennen, dass die gün stigsten Werte in diesem Falle bei einer Abschrecktemperatur von über 730 C liegen. Die Kurve B zeigt die Werte der Kerbzähigkeit bei Flusseisenproben, die 1/z Stunde auf 930 C erhitzt, in Wasser abgeschreckt und dann 3 Stunden auf t angelassen wurden. Hier bei liegt der günstigste Wert bei etwa <B>7.00'</B> C Anlasstemperatur. Für höhere Reck grade ergeben sich entsprechende Kurven.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Behandlung von kohlen stoffarmem Stahl, dadurch gekennzeichnet, dass der kohlenstoffarme Stahl einer Ab schreckung über einer Temperatur von etwa 65011 C unterworfen wird, um ihn gegen Alterung und Gefügezerstörung durch Flüssig keiten, Gase und Dämpfe praktisch unempfind= lieh zu machen. UNTERANSPRUCH: Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erreichung besonders guter Gefüge eine Anlassbehandlung des ab geschreckten Stahles bei Temperaturen bis 750 C vorgenommen wird.
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