CH122808A - Verfahren zur Gewinnung von Schwefelwasserstoff aus Erdalkalisulfaten. - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Schwefelwasserstoff aus Erdalkalisulfaten.

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CH122808A
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Akt-Ges Salzwerk Heilbronn
Theodor Lichtenberger
Flor Dr Konrad
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Salzwerk Heilbronn Akt Ges
Theodor Lichtenberger
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  Verfahren     zur    Gewinnung von     Schwefelwasserstoff    aus Er     dalkalisulfaten.       Man hat bereits vorgeschlagen, Schwefel  wasserstoff aus     Erdalkalisulfaten    durch Auf  lös, n dieser in Salzen in schmelzflüssigem  Zustand zu gewinnen. Bei diesem Verfahren  wird zwecks Erzeugung von     Erdalkalisulfid     Kohlenstoff entweder in Form gewöhnlicher,  das heisst nicht entgaster Kohle oder in Form  reduzierender Gase verwendet.  



  Es hat sich nun gezeigt, dass gewöhnliche  Kohle sich mit der Schmelze nicht gut mi  schen lässt. Die Kohle erfährt durch die Ent  gasung einen Auftrieb und verbrennt sehr  rasch an der Oberfläche, ohne dass sie für  die Reduktion ausgenutzt wird. Die Reduk  tion ist daher nur unvollständig und erfor  dert einen erheblichen Aufwand an Kohle.  Von dem bekannten Verfahren unterscheidet  sich das den Gegenstand der vorliegenden  Erfindung bildende Verfahren     dadurch,    dass  der Kohlenstoff in Form von Koks verwendet  wird, wobei aus dem gebildeten     Erdalkalisul-          fid    Schwefelwasserstoff erzeugt wird.  



  Der Koks lässt sich mit der Schmelze    gut mischen und wirkt sehr rasch redu  zierend.  



  Man hat für die Herstellung von Schwe  felnatrium und Schwefelkalium aus den be  treffenden Sulfaten mittelst Kohle und Al  kalisalzen die Benutzung von     Koks    bereits  vorgeschlagen     J    bei der Behandlung von     Erd-          alkalisulfaten    dagegen ist     Koks    bisher noch  nicht zur Anwendung gekommen.  



  Das Verfahren wird beispielsweise derart       ausgeführt,    dass das     Erdalkalisulfat    in ge  schmolzenem Chlornatrium gelöst wird. Als  dann wird Kohlenstoff zugegeben, welcher  das Sulfat zu     Erdalkalisulfid    reduziert. Nach  der Reduktion erfolgt eine Trennung des     A1-          kalichlorids    von dem     Erdalkalisulfid    durch       Sedimentation.    Das     Alkalichlorid    wird oben  abgelassen, während das     Erdalkalisulfid    durch  Behandlung mit Dampf in     Erdalkaliogyd    und  Schwefelwasserstoff übergeführt wird.  



  Zweckmässig wird der Schmelze vor oder  nach der Reduktion mit Koks Magnesium  chlorid     beigeschmolzen.    Hierdurch wird die      Umwandlung der     Er-dalli:alisulfide    in     Erd-          alkalichloride    bewirkt.  



  Man hat zwar bereits     Magnesiunrchlorid     bei der Gewinnung     voll    Schwefelwasserstoff  auf nassem Wege angewendet. Dieses Ver  fahren ist aber kostspielig und führt zur Ver  unreinigung der Abwässer.  



  Bei der Anwendung von     Magnesiumchlorid     wird das Verfahren zum Beispiel in der     Weise     durchgeführt, dass man nahezu entwässertes       Magnesiumehlorid    in die die     Erdalkalisulfide     enthaltende     Alkalichloridschnrelze    einträgt.  Es entweichen alsdann grosse Mengen     Schwe-          felwasserstoffgas    unter     Abscheidung    von Mag  nesiumoxyd, während aus den in der Schmelze  unlöslichen     Erdalkalisulfiden        Erdalkalichloride     entstehen, die in den geschmolzenen Alkali  chloriden leicht löslich sind.  



  Man leitet dann Wasserdampf in die  Schmelze ein und es entsteht sehr schnell  eine von     Erdalkalisulfiden    freie, leicht flüssige  Schmelze, die aus Alkali- und     Erdalkalichlo-          riden    besteht. In dieser Schmelze setzt sich  das     Magnesiumoxyd    rasch ab, so dass es leicht  entfernt werden kann.  



  Wenn man die von Magnesia befreite,  nur noch den überschüssigen     Koks    enthal  tende Schmelze aus     Alkalichloriden    und     Erd-          alkalichloriden    erneut zum Lösen und Redu  zieren von     Erdalkalisulfaten    benutzt, so kann  man erstens den Arbeitsgang kontinuierlich  gestalten und zweitens die dem nassen Ver  fahren anhaftenden Mängel in technisch ein  facher Weise beseitigen, die in der kost  spieligen Gewinnung der     Erdalkalichloride     durch Verdampfung oder in der Verunrei  nigung der Flüsse durch die Abwässer be  stehen.  



  Dadurch, dass die Magnesia durch     Sedi-          mentation    immer entfernt und das sich bil  dende     Erdalkalichlorid    in den Kreislauf zu  rückgeführt wird, erhält man schliesslich eine  reine, aus Alkali- und     Erdalkalichloriden    be  stehende Schmelze, deren Aufbereitung sehr  einfach ist und keine wertlosen, die Flüsse  verunreinigenden Ablaugen entstehen lässt.  



  An Stelle von Chlornatrium kann man  auch andere     Alkalisalze    oder     'Mischungen       solcher Salze zurr Einschmelzen der     Erd-          alkalisulfate    verwenden. Geeignet sind solche  Salze, die wasserfrei schmelzbar sind und in  geschmolzenem     Zustand    auf     Erdalkalisulfate     keine     zersetzende        Wirkung    ausüben.  



  Es hat sich nämlich gezeigt, dass sich  die     Erdalkalisulfate    nicht nur in geschmol  zenem Chlornatrium,     sondern    auch in andern  geschmolzenen     Alkalisalzen,    sowie in ge  schmolzenen Gemischen derselben leicht zu  einer klaren dünnflüssigen Schmelze auflösen.  Besonders geeignet sind die Sulfate der Al  kalien, sowie die     Fluoride    der     Alkalien    für  sich allein oder in Mischung mit andern       Alkalisalzen.     



  Die auf diese Weise aus     Erdalkalisulfaten          finit        Alkalisalzen    hergestellten Schmelzflüsse  können dann zur Gewinnung des Schwefel  wasserstoffes auf die gleiche Weise, wie oben  beschrieben, weiterbehandelt werden, indem       Koks    irr die Schmelze eingerührt wird, wo  durch das     Erdalkalisulfat    zu     Erdalkalisulfid     reduziert und dieses weiterhin durch Einbla  sen von Wasserdampf in     Erdalkalioxyd    und  Schwefelwasserstoff zerlegt wird, der dann in       bekannter    Weise auf Schwefel oder Schwefel  verbindungen verarbeitet werden kann.  



  Verwendet man solche     Alkalisalze,    die  einzeln oder gemischt firn Schmelzbad beim       Einblasen        voll    Wasserdampf Säure abspalten,  zum Beispiel ein Gemisch von     Alkalichlori-          den    und     Alkalipyrosulfaten,    so gelingt es,  nach beendeter Reduktion der     Erdalkalisul-          fate    das entstandene     Erdalkalisrrlfid    durch  Einblasen von Wasserdampf in     Erdalkalisalz     und Schwefelwasserstoff zu zerlegen,

   da die  sich bei der     Einwirkung    von Wasserdampf  auf das Schmelzbad bildende Säure in     statu          nascendi    auf das     Erdalkalisrrlfid        einwirkt.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Gewinnung von Schwefel wasserstoff aus Erdalkalisulfaten, wobei das Sulfat in geschmolzenen Salzen gelöst und durch Zugabe von Kohlenstoff das Erdalkali- sulfid gewonnen wird, dadurch gekennzeich net, dass der Kohlenstoff in Form von Koks verwendet wird, wobei aus dem gebildeten Erdalkalisulfid Schwefelwasserstoff erzeugt wird. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass nach der Reduktion das Erdalkalisulfid mit Dampf behandelt wird. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass nach der Reduktion eine Trennung des zur Lösung dienenden Salzes von dem Erdalkalisulfd durch Sedi- mentation vorgenommen wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass einer Alkalichlorid- Erdalkalisulfatschmelze DIagnesiumchlorid beigeschmolzen wird, worauf im weiteren Verlauf des Verfahrens Magnesiumoxyd gebildet wird, welches durch Absitzen lassen von der Alkali- und Erdalkalichlo- ride enthaltenden Schmelze getrennt wird. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch und"Unter- anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass man die Schmelze von Alkalisalzen und Erdalkalichloriden zu einem weiteren Ar beitsgang benutzt. 5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass zum Einschmelzen der Erdalkalisulfate solche Alkalisalze verwendet werden, die wasserfrei schmelz bar sind und in geschmolzenem Zustand auf Erdalkalisulfate keine zersetzende Wir kung ausüben. 6.
    Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass als Lösungsschmelze für die Erd- alkalisulfate solche Alkalisalze benutzt werden, deren Schmelzflüsse beim Ein blasen von Wasserdampf Säuren abspalten.
CH122808D 1925-05-08 1926-01-15 Verfahren zur Gewinnung von Schwefelwasserstoff aus Erdalkalisulfaten. CH122808A (de)

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