Remmvorrichtung für Sehneeschuhe. Es gibt bereits Hemmvorrichtungen für Schneeschuhe,- die aus einem an :der Enten seite des Schneeschuhes zu befestigenden Keil bestehen, dessen sanft geneigte Schräg fläche gegen das vordere Ende des Schnee schuhes hin gerichtet ist, während der geil gegen hinten durch eine auf der Unterfläche des Schneeschuhes senkrecht stehende oder etwas zurückspringende Fläche begrenzt ist. Diese hintere Begrenzungsfläche des Keils soll beim Bergaufgehen den Widerstand gegen das Abwärtsgleiten erhöhen.
Die gegen das Vorderende des Schneeschuhes sanft geneigte Keilfläche vergrössert den Widerstand beim Vorwärtsgleiten nur in einem ganz unbedeu tenden Masse. Die kleine hintere Begren zungsfläche des Keils kann aber nur bei sehr hartem Schnee eine genügende Sicherheit gegen Rückwärtsgleiten bieten.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist nun gleichfalls eine solche keilförmige Hemmvorrichtung für Schneeschuhe, die aber von andern theoretischen Erwägungen aus geht als die bekannten Vorrichtungen dieser Art. Dies soll anhand der beiliegenden sehe- matischen Zeichnung erläutert werden, in welcher Fig. 1 und 2 Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes darstellen.
Sowohl beim Bergaufwärtsgehen, als auch beim Gehen auf wagrechter Ebene be ruht das Streben des Schneeschuhes, rück wärts zu gleiten, darauf, dass das jeweils rückwärtige Bein in der letzten Phase des Schrittes eine Stosskraft auf den Schnee schuh ausübt, die in der Richtung des Pfeils St der Fig. 1 verläuft. Diese Stosskraft St wird bei dem gewöhnlichen Schneeschuh ohne Hemmvorrichtungen in zwei Kompo nenten zerlegt, von denen die eine, D (Fig. 2), auf .dem Boden senkrecht steht und die zweite, G, parallel zum Boden verläuft.
Die Komponente D erzeugt den Druck auf den Boden und die Komponente G bewirkt das Rückwärtsgleiten, - welchem lediglich die durch die Druckkomponente D erzeugte Rei bung entgegenwirkt. Wird nun an der Unterseite des Schnee schuhes A ein Doppelkeil K befestigt, des sen rückwärtige Fläche F -auf der Stosskraft richtung St senkrecht oder nahezu senkrecht steht, so wird die ganze Kraft St von dieser Fläche I' aufgenommen, ohne dass die in Fig. 2 dargestellte Kräftezerlegung statt finden würde. Es wird daher auch kein Zu rückgleiten infolge der Stosskraft St statt finden.
Die vordere Fläche I', des Doppelkeils K kann ebenso geneigt sein wie die hintere Fläche I' oder auch in einem andern Win kel. Um den Widerstand beim Vorwärts gleiten möglichst klein zu halten, empfiehlt es sich, die vordere Keilfläche F, möglichst sanft gegen die Unterfläche des Schnee schuhes A zu neigen.
Sehr harter Schnee würde aber dem Ein dringen eines Keils, wie er in Fig. 1 darge stellt ist, einen grossen Widerstand entgegen setzen, und es könnte sein, dass hierdurch die ganze Vorrichtung unwirksam werden würde. In diesem Falle empfiehlt es sich, die vordere Fläche F, steiler zu machen, so dass der Keilwinkel schärrer wird und das Eindrücken in den harten Schnee erleich tert. Hierdurch wird allerdings der Wider stand gegen das Vorwärtspleiten erhöht, was aber durch entsprechendes Heben des Fusses beim Vorwärtsschreiten behoben werden kann.
Um aber dort, wo diese stärkere Nei gung der vordern Keilfläche F, nicht nötig ist, also bei weichem Schnee, den Wider stand gegen das Vorwärtspleiten möglichst klein zu halten, kann man einem Keil K, wie er in Fig. 3 dargestellt ist, einen Zusatz keil Z hinzufügen, wodurch ein Gesamtkeil KZ erhalten wird, dessen vordere Fläche wieder so sanft geneigt ist, dass der Wider stand gegen das Vorwärtspleiten das ge wünschte niedrige Mass erreicht.
Es ist aber auch möglich, die rückwär tige Keilfläche F des Hauptkeils K steiler zu machen, als in Fig. 1 gezeigt, und den Zusatzkeil Z an .der Rückseite anzuordnen, während die vordere, sanft geneigte Keil fläche F, etwa die in Fig. 1 dargestellte sanfte Neigung beibehält.
Wird in diesem Falle der Zusatzkeil Z weggenommen, so er gibt sich wieder ein scharfer, das heisst gro- sser Keilwinkel, der das Eindringen des Keils in harten Schnee erleichtert, und die Nei gung der hintern Keilfläche T kann dabei immer noch so gewählt sein, da.ss die das Gleiten anstrebende Kraftkomponente der Stosskraft St keine schädliche Wirkung aus üben kann, da sie ja vor allem das Bestre ben haben wird, den Keil in den Schnee ein zudrücken.
Die sanfte Neigung der vordern Keilfläche I', wird aber stets einen geringen Widerstand gegen das Vorwärtspleiten ge- w *tlirleisteil. Bei hartem Schnee wird man also einen solchen an der Rückseite allzu bringenden Zusatzkeil Z abnehmen und bei weichem Schnee aufsetzen.
Selbstverständlich kann mit der beschrie benen Vorrichtung auch beim Abwärtsfahren eine Bremswirkung erzielt werden, wobei ebenfalls verschiedeneAnwendungsarten mög lich sind, die "ieli wie beire Aufwärtsfahren nach den Schneeverhältnissen und nach dem Mass der beabsichtigten Bremswirkung richten.
Das Wesen der Erfindung liegt also darin, dass nicht nur der Winkel, den die vordere Keilfläche mit der Unterseite des Schneeschuhes einschliesst, wie dies an sich bekannt ist, ein spitzer Winkel ist, sondern auch der Winkel, den die hintere Keil fläche mit -!er Unterseite des Schneeschuhes einschliesst, wogegen dieser letztere Winkel bisher immer als ein Winkel von<B>90'</B> oder mehr ausgebildet wurde. Theoretisch am günstigsten ist natürlich eine solche Neigung der rückwärtigen Keilfläche, dass .die Stoss kraft St auf dieser Keilfläche senkrecht stellt.
Die konstruktive Ausbildung des Keils und des Zusatzkeils, ferner auch der zur ab nehmbaren Befestigung dieser Keile zu ver wendenden Mittel kann verschiedenartig sein.