Einrichtung zum Schutz von durch Hochspannungsanlagen gefährdeten Fernmelde geräten und -leitungen, sowie sich der Geräte bedienender Personen. Es ist bekannt, in Fernmeldeanlagen, die durch Hochspannungsanlagen beeinflussbar sind, zum Schutz der Fernmeldegeräte und der diese bedienenden Personen Funkenstrek- ken als Grobspannungsableiter anzuordnen, zweckmässig unmittelbar hinter Leitungsein führungen.
Diese Grobspannungsableiter, die zwischen die Fernmeldeleitungen und Erde geschaltet sind, sollen die insbesondere bei unmittelbarem Stromübergang'von der Hoch spannungsleitung in die Fernmeldeleitung in diesen auftretende Kraftstromenergie durch Ableitung zur Erde unschädlich machen.
Die in der Fernmeldetechnik sonst übli chen Platten oder Spitzenblitzableiter sind den Anforderungen, die an einen CTrobspan- nungsableiter in einer durch Hochspannung beeinflussbaren Fernmeldeanlage, zum Beispiel einer Betriebsfernsprechanlage gestellt wer den, nicht gewachsen. Bei den ersteren wird durch das Fehlen der entsprechenden Isola tion für- Hochspannungstelephonanlagen die. Ansprechempfindlichkeit durch Verstaubung usw. herabgesetzt, während bei den letzteren die Spitzenschrauben, bei Ableitung grösserer Ströme leicht wegbrennen können.
Die in der Hochspannungstechnik bekann ten Hörnerableiter können die Funktion eines Grobspannungsableiters ihrer Bauart wegen ebenfalls nicht ohne weiteres übernehmen. Die Hörnerableiter finden nur zum Schutze gegen Überspannungen in Verbindung mit einem Dämpfungswiderstand Verwendung, während in Betriebsfernsprechanlagen von einem gut arbeitenden Grobspannungsableiter verlangt werden muss, dass er bei einem di rekten Stromübertritt aus der Kraftanlage die Fernsprechdoppelleitung über einen möglichst kleinen Widerstand gut erdet,
damit dahin ter keine gefährlichen Spannungen auftreten können.
Werden nun in einer Betriebsfernsprech- anlage, zum Beispiel am Anfang Lind Ende einer Freileitung, die am Kraftgestänge selbst verlegt ist, irgendwelche Grobspannungsab- leiter zu dem erwähnten Zweck angebracht, so verhindern sie zwar das Auftreten gefähr licher Spannungen in den Innenleitungen und an den Geräten, wenn zum Beispiel eine Kraftleitung mit einer der beiden Fernsprech leitungen in Berührung kommt, oder es nur zu einem Spannungsüberschlag zwischen ge nannten Leitungen kommt.
Es wird aber als ein Nachteil empfun den, dass die Grobspannungsleiter auch auf andere Cberspaunungen innerer und äusserer Herkunft ansprechen. Bei wiederholtem Span nungsübertritt zwischen den Leitungs- und den Erdelektroden wird nämlich die Empfindlich- keit des Ableiters herabgesetzt, und schliess lich werden bei einem jedesmaligen Auftreten einer Überspannung von kurzer Dauer, die Stromsicherungen hinter der Grobschutzfun- kenstrecke zum Durchschmelzen gebracht,
wodurch die störungsfreie Abwicklung des Fernsprechbetriebes beeinträchtigt wird. Der artige Überspannungen, die zu einem Durch bruch der Luftfunkenstrecke im flrobspan- nungsableiter führen, treten in Betriebsfern sprechanlagen bei Zusatzänderungen im Kraft felde der Leitungen auf, zum Beispiel bei Schaltvorgängen in der Hochspannungsanlage, Erdschluss in einer Phase der Kraftleitungen, atmosphärischen Entladungen usw.
Trifft un ter anderem bei einer Störung in der Hoch spannungsanlage eine Wanderwelle, von der Mitte der Leitungsstrecke ausgehend auf den Anfang oder auf das Ende der Fernsprech leitung, so wird die Wanderwelle mit der einfallenden Spannungsamplitude reflektiert, wodurch sich die Spannung verdoppelt, und zum Durchbruch der Luftfunkenstrecke führt.
Ist die Energie gross genug, so schmelzen die Stromsicherungen in den Fernsprechein richtungen durch und der Fernsprechverkehr wird unterbrochen. lach dem wiederholten Ansprechen der Schutzfunkenstrecken können ausserdem die Leitungs- und Erdelektroden durch Schmorperlen Verbindung bekommen, so dass hierdurch ebenfalls eine Störung in der einsetzt.
Von einer betriebssicher arbeitenden Be- triebsfernspreclianlage wird verlangt, dali beim kurzzeitigen Auftreten einer Überspan nung die Abwicklung des Fernsprechverkehrs nicht gestört wird, insbesondere auch nicht, wenn diese auf atmosphärischen Entladungen beruht.
Die Erfindung bezweckt nun eine Einrich tung zu schaffen, die den erwähnten Forde rungen gerecht wird. Gemäss der Erfindung werden Hörnerableiter in den Leitungszug der Fernmeldeleitungen eingeschaltet und die Fernmeldegeräte parallel dazu unter Vor schaltung von Drosseln, zweckmässig Hoch- frequenzdrosseln und der Grobfunkenstrecke angeordnet.
In der Abbildung ist ein Ausführungsbei- spiel des Gegenstandes der Erfindung dar gestellt.
Unmittelbar hinter nicht näher veran- schauliChten Wanddurchführungen, durch die die Fernmeldefreileitungen wie in der Hoch- spannu1)gStechnik üblich durch blanke Lei tungen a, b geführt werden, befinden sich im direkten Leitungszuge Hörnerableiter c, d, die mittelst Leitung i geerdet sind.
Von den Hörnerableitern <I>c,</I> c1 zweigen ebenfalls blanke Leitungen k:, <I>l zu</I> dein mittelst Leitung<B>1)</B> geerdeten Grobspannungsableitern o über vorgeschaltete Hochfrequenzdrosselspulen in, a ab.
Dahinter können die Leitungen k, <I>L</I> auch als Kabel zu den weiteren Sicherungs einrichtungen, die durch Sicherungen q, i- an gedeutet sind, zu den Fernmelde- beziehungs weise Fernsprecligerii.ten geführt sein. An Stelle von einfachen Hörnerableitern können auch solche mit Blasniagneten e, f', die an die Elektroden einer Kugelfunkenstrecke y, Ir. angelegt sind, verwendet werden.
Sie erfüllen hier eine andere Aufgabe, als in der Hoch spannungstechnik sonst, indem beim Anspre chen eines Hornes kein -Maschinenstrom nach fliesst, und somit die bekannten Dämpfungs- widerstände in Wegfall kommen können.
In dieser beschriebenen Schaltungsanord nung tritt der Grobspannungsableiter o nur bei direkten Stronriibergängen aus den Kraft leitungen in Aktion, da die Drosselspulen i, it durch ihre Selbstinduktion verhindern, dass sich hochfrequente Wandelwellen über die Elektroden des Grobspannungsableiters gegen Erde ausgleichen. Diese treffen vielmehr auf die Hörnerableiter<I>c, d</I> und werden, ohne Störung für die betriebssichere Abwicklung des Fernsprechverkehrs, in Wärme umgesetzt und dadurch unschädlich gemacht.
Bei einem direkten Stromübertritt aus den Kraftleitungen in die Fernmeldeleitungen, wenn es sich also um die Ableitung von Strömen der Betriebsfrequenzen handelt, wir ken die Drosselspulen auf den Grobspan nungsableiter nicht entladeverzögernd, so dass die ganze Energie zur Erde geleitet wird, oder die dahinter angeschlossenen Einrich tungen an Erde gelegt werden. Die Hörner ableiter werden in diesem Falle durch die parallel geschalteten Elektroden des Grob spannungsableiters in ihrer Wirkung entlastet, so dass ein Abbrennen der Hörner vermieden wird.
Die beschriebenen Einrichtungen können auch Verwendung finden an den Stellen, an welchen Freileitungen unter Hochspannungs beeinflussung in Innenleitungs- beziehungs weise Erdkabel übergehen. Diese sind be kanntlich besonders gefährdet infolge des Zusammenschlusses ihrer verschiedenen Wel lenwiderstände, an welchen sich Wanderwel len reflektieren und dadurch die Kabelisola tion beschädigen oder gegebenenfalls durch schlagen.
An den Übergangsstellen der Freileitung in Erdkabel finden zuweilen Isoliertransfor- matoren zum Schutze der Kabel Verwendung, bei welchen jedoch die Wicklungen durch das Auftreffen von Wanderwellen durch die beeinflusste Freileitung gefährdet werden. Auch hierbei hat sich die Kombination eines Grobspannungsableiters mit Drosselspule und Hörnerableiter gut bewährt.