CH123323A - Verfahren und Vorrichtung zum Sterilisieren und Aktivieren von Flüssigkeiten mit Hilfe ultravioletter Strahlen. - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Sterilisieren und Aktivieren von Flüssigkeiten mit Hilfe ultravioletter Strahlen.Info
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Description
Verfahren und Vorrichtung zum Sterilisieren und Aktivieren voll Flüssigkeiten mit Ililfe ultravioletter Strahlen. Es ist bekannt, dass chemisch wirkende, insbesondere ultraviolette Strahlen eine ste rilisierende und aktivierende Wirkung ha lien. Die Aktivierung ist eine V itaminanrei- cb.erung, durch welche insbesondere Nah rungsmittel für die Ernährung wertvoller gemacht werden können. Zur Erzeugung der ultravioletten Strahlen wird bisher die Queclcsilberdampflampe aus.
Quarz benutzt, welche bereits in der Heilkunde in grossem Umfang im Gebrauch ist. Die Benutzung derartiger ultravioletter Strahlen in der In dustrie, um insbesondere Flüssigkeiten in grossem Masse zu behandeln, ist bisher nicht möglich gewesen, und zwar liegt der Grund dafür hauptsächlich darin, dass die Queck- silberdampflampe aus Quarz für industrielle Zwe.che zu empfindlich und ihr Stromver brauch zu hoch ist, so dass ein wirtseha.ft- licher Betrieb nicht erreicht werden kann.
Die Quecksilberdampflampe aus Quarz hat; aber ausserdem noch einen weiteren Nachteil, welcher darin besteht, dass sie ausser den ultravioletten Strahlen auch Wärmestrahlen entwickelt, welche auf die zu behandelnden Flüssigkeiten ungünstig einwirken. Demzufolge können Bestrahlun gen mit der Queeksilberlampe aus Quarz nur aus bestimmter Entfernung vorgenommen werden, um die Wirkung der Wärmestrahlen möglichst auszuschalten.
Dieses Verfahren ist aber für die Einwirkung der ultravio letten Strahlen sehr nachteilig, weil diese Strahlen ihre grösste Energie dicht am Strahlenerzeuger haben, so dass infolge der Entfernung der zu behandelnden Flüssig keiten vom Strahlenerzeuger sehr lange Bestrahlungsdauern erforderlich sind, die ihrerseits wieder zerstörenden Einfluss auf die zu behandelnden Flüssigkeiten bedingen.
Alle diese Übelstände sollen mit dem Verfahren nach .der Erfindung beseitigt werden, indem in mit Gas gefüllten Va kuumröhren durch Hochspannungsentladun gen ultraviolette Strahlen entwickelt und die zu behandelnden Flüssigkeiten, z. B. Nah rungsmittel, Heilmittel, in dünner Schicht an den die ultravioletten Strahlen erzeugen- den Vakuumröhren entlang und in dichter Berührung mit diesen geführt werden.
Die ses Verfahren ergibt infolge des Wegfalles der bei der Que.eksilberdampflampe aus Quarz erzeugten Wärmestrahlen und trotz eines geringen Stromverbrauches eine äu sserst kurze Bestrahlungsdauer, um die Flüssigkeiten zu sterilisieren und zu akti vieren, so dass mit diesem Verfahren die industrielle Verwertung der ultravioletten Strahlen in wirtschaftlicher Weise ermög licht ist.
Die Rohre bestehen aus für die ultra violetten Strahlen durchlässigen Stoffen, wie z. B. Quarz, Bergkristall, Uviol, Glas oder dergleichen.
In den Zeichnungen sind Beispiele zur Ausführung des Verfahrens dargestellt. Es zeigt: Fig. 1 eine teilweise geschnittene Vor deransicht einer ersten Ausführungsform, Fig. 2 eine Seitenansicht dazu, Fig. 3 und 4 Einzelheiten, Fig. 5 einen Längsschnitt, und Fig. 6 eine Seitenansicht einer zweiten A usführungsform.
Die Ausführungsformen sind zum Ste rilisieren und Aktivieren von Flüssigkeiten. insbesondere von Milch, bestimmt.
Die zu behandelnde Flüssigkeit wird bei der Ausführungsform nach den Fig. 1 bis 4 in den Behä.Iter 1 eingefüllt und fliesst durch den Hahn 2 zum Verteilungsrohr 3, von dem aus die Flüssigkeit durch weitere Hähne 4 den Rohren 5 zugeleitet wird, wel che die Flüssigkeit an den Umfang des Quarzrohres 6 abgeben. Die senkrechten Sehenkel des Quarzrohres 6 sind von Män teln 8 aus Porzellan umgeben, welche um diese senkrechten Schenkel jeweils einen Hohlraum freilassen, so dass die Flüssigkeit in dünner Schicht an den Schenkeln entlang führt wird.
Am Ende der senkrechten Schenkel des Quarzrohres 6 wird die ablau fende Flüssigkeit in einem Sammelbehälter 9 aufgefangen und durch den A.hlaufstut- zen 10 abgelassen. Die Enden des Quarzrohres 6 sind an eine Hochspannungsentladungen erzeugende Anlage, zum Beispiel nach dem lGloore-Sy- stern, angeschlossen. In den Fig. 1 und 2 ist diese Anlage nur schematisch angedeu tet, wobei 20 die Elektrodenröhren an dem Ende des Quarzrohres 6 angeben.
Das Quarz rohr selbst ist luftleer gemacht und mit einem Gas, wie Wasserstoff, Stickstoff, Neon, Argon, Helium oder dergleichen, oder mit einem Gemiselr dieser Grase gefüllt. Wenn nach dem Einschalten der Strom von der Elektrode an einem Ende des Quarzroh res 6 zu der Elektrode im andern Ende des Quarzrohres übergeht und dabei die Sehen kel des Quarzrohres durchläuft, erzeugt er zusammen mit den- Gasgemischen ultravio lette Strahlen, und zwar nur diese, während Licht- und Wärmestrahlen nicht entstehen.
Das Quarzrohr, in der Hauptsache seine senkrechten Schenkel, kann, wie aus Fig. 3 ersichtlich, mit schraubenförmig verlaufen den Rillen 6a versehen sein, so dass auf diese Weise die am Quarzrohr 6 entlanglaufende Flüssigkeit gezwungen wird, einen schrau- benförmigen Weg am Rohr 6 entlang aus zuführen.
Die die senkrechten Sehenkel umgebenden Mäntel sind zweelzrnässig auf der Innenseite vergoldet, um die erzeugten ultravioletten Strahlen zu reflektieren. Besonders wichtig erscheint auch die Verbindung der Glasteile der die Hoch7pan- nungsentladungen erzeugenden Anlage mit dem Quarzrohr 6. Glas und Quarz lassen sich durch Schweissen nicht. verbinden.
Deshalb werden gemäss Fig. 4 die Enden cles Quarz rohres 6 und cler anschliessenden Glasröh ren 21 mit: einem kegeligen Schliff 22 ver sehen, derart, dass das Glasrohr über dem Quarzrohr liegt.
Das Ende des Quarzrohres 6 ist ferner zu einer Schüssel 23 ausgebil det, welche über das Ende des Glasrohres 21 greift und mit Quecksilber gefüllt ist, welches als Kühlmittel benutzt wird, um ei;iva.ige Ausdehnungen des Orlasrohres 21 rnt@glichst zuu verhindern. Zweckrnä-ssig liegt in dem Quecksilber noch eine IZizhlsehlarrge 21, so dass mit dieser Anordnung eine gute Abdichtung der Verbindung zwischen Glas und Quarzrohr erreicht wird.
Mit der beschriebenen Vorrichtung lassen sich beliebige Flüssigkeitsmengen innerhalb kurzer Zeit sterilisieren und aktivieren, und zwar ist es in der Praxis zum Beispiel er reicht worden, mit einer Bestrahlungsdauer von nur etwa sechs Sekunden eine Reduktion der überaus zahlreichen Bakterien bis zu 0,3 % herbeizuführen, wobei auch die Sporen- bildner restlos vernichtet wurden. Ferner trat bei .diesem Versuch eine bedeutende Vi taminanreicherung ein, während zur Errei chung einer gleichen Sterilisation und Akti vierung mit der bisher benutzten Queck- silberdampflampe Bestrahlungsdauern von einer halben bis zu zwei Stunden erforder lich sind.
Durch die kurze Bestrahlung er gibt sich gegenüber den bisher bekannten Verfahren noch der weitere Vorteil, dass die Geschmacks- und sonstigen Eigenschaften der behandelten Flüssigkeiten nicht beein- flusst werden, während bei längerer Bestrah lungsdauer stets Änderungen erfolgen.
Eine weitere Verminderung der Bestrah lungsdauer wird dadurch möglich, dass der Stromweg in den einzelnen, von der zu be- handelnden Flüssigkeit umgebenen Rohren durch Hin- und Rückführung verlängert und damit die Strahlenenergie verstärkt wird. Zu diesem Zweck können die benutz ten Quarzrohre gemäss dem Beispiel nach Fig. 5 lind 6 auch folgendermassen ausgebil- cIet sein:
In ein am untern Ende geschlossenes, frrihängendes Quarzrohr 11 ist -ein zweites, unten offenes Rohr 12 konzentrisch einge setzt, derart, dass sein offenes Ende in der Nähe des geschlossenen Bodens des Rohres 12 liegt und zwischen der Innenwand des äussern und der Aussenwand des innern Roh res ein Ringraum freibleibt. Die obern En den beider Rohre 14 und 15 sind nach ent-
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<SEP> all <SEP> !'JII@''</I> Stelle 13 durch den Mantel des äussern Roh res 11 hindurchtritt. Die Enden 14 und 15 sind an eine Hochspannungsentladungen er zeugende Anlage angeschlossen, und beide Rohre sind mit Gas gefüllt. Nach Einschal ten des.Stromes muss dieser auf seinem Wege von einer Elektrode zur andern die Rohre 11 und 12 in ihrer ganzen Länge durch strömen, so dass die innerhalb des Mantels 16, welcher mit geringem Zwischenraum das Rohr 11 umgibt, geführte Flüssigkeit der grösseren Strahlenenergie ausgesetzt ist, welche der in den Rohren 11 und 12 flie ssende Strom auf seinem längeren Weg er zeugt.
Die zu behandelnde Flüssigkeit fliesst bei dieser Ausführungsform unten in das Rohr 16 ein, steigt am Strahlen erzeugen den Rohr 11 hoch und fliesst oben aus dem Rohr 16 ab.
Zur Behandlung grösserer Mengen kön nen auch mehrere derartige Rohre, wie mit; unterbrochenen Linien angedeutet, hinter einander geschaltet werden.
Insofern als das Verfahren die Behand lung von Nahrungsmitteln betrifft, so wird der Patentschutz für dasselbe nur insoweit beansprucht, als es sich nicht um Nahrungs mittel handelt, die chemische Stoffe sind.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH I Verfahren zum Sterilisieren und Akti vieren von Flüssigkeiten, dadurch gekeiiii- zeichnet, dass in mit Gas gefüllten Vakuum röhren durch Hochspannungsentladungen ultraviolette Strahlen entwickelt und die zu behandelnden Flüssigkeiten in dünner ,Schicht an den die ultravioletten Strahlen erzeugenden Vakuumröhren entlang und in dichter Berührung mit diesen geführt wer den. UNTERANSPRUCH: 1.Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnetAass der elektrische EMI0003.0039 Strom <SEP> in <SEP> ,jedem <SEP> von <SEP> der <SEP> zu <SEP> behandelnden <tb> Flü@i@@h@ <SEP> it <SEP> Polir <SEP> liin- <SEP> Lind keitsmenge bei einmaliger Entlungfüh- rung an einem freihängenden Rohr einer durch längeren Stromweg bedingten g<B>0'</B> rösseren Strahlenenergie ausgesetzt ist.PATENTANSPRUCH II: Vorrichtung zur Ausführung des Verfah ren; nach Patentanspruch I, dadurch gekenn zeichnet, dass die ultraviolette Strahlen er zeugenden Rohre luftleer gemacht, mit Ga sen gefüllt, im Innern mit an eine Hoch spannungsentladungen erzeugende Vorrich tung angeschlossenen Elektroden versehen und von je einem Mantel umgeben sind, durch den um jedes Rohr ein Raum gebil det wird, in dem die zu behandelnden I'lüs- sighciten in dichter Berührung mit dem die ultravioletten Strahlen erzeugenden Rohr geführt werden.UNTERANSPRÜCHE: \?. Vorrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass die Rohre U- förmig ausgebildet und zu mehreren hintereinander geschaltet sind. i.Vorrichtung nach Patentanspruch II, da - durch gekennzeichnet, dass die Rohre freihängend angeordnet und im Innern mit in der Längsrichtung verlaufenden Zwischenwänden versehen sind, die bis in die Nähe der geschlossenen Seite der Rohre reichen und den Strom zu einem mehrmaligen Durchlaufen des Rohres in Hin- und Rücklauf zwingen, d-. Vorrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass die U-förmi- gen Rohre mit ihren Schenkeln ineinan- dergreifen, wobei jeweils der aussenlie gende Schenkel geschlossen, der innen liegende offen ist, derart,dass der Strom auf dem Weg von einer Elektrode zur andern zu Hin- und Rücklauf in jedem so -gebildeten Rohr gezwungen wird. 5. Vorricht.mig nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass die die ultra violetten Strahlen erzeugenden Rohre aus Stoffen hergestellt sind, die den ent wickelten Strahlen keinen Widerstand entgegensetzen. 6. Vorrichtung nach Patentanspruch<B>IL</B> da durch gcl@ennzciclinet, dass d;;: Bobre aus Quarz bestehen. 7.Vorrichtung nach P,.iteritanspruch 1I, da durch gekennzeiebnet, dass die Rohre aus Bergkristall bestehen. B. Vorrichtung nach Patentanspruch 1I, da durch gekennzeichnet, dass die Rohre mit Neon gefüllt. sind. 9. Vorrichtung nach, Patentanspruch 1I, da durch gekennzeichnet, dass die Rohre mit Argon gefüllt sind. 10.Vorrichtung nach Patentanspruch 1I, da durch gekennzeichnet, dass die Rohre mit Helium gefüllt sind. Il. Vorrichtung naeli Patentansprueli 1I, da durch gekennzeichnet, dass die Rohre mit Mischungen von Edelgasen gefüllt sind. 12. Vorrichtung nach Patentanspruch 1I, da durch gekennzeichnet, dass die die Rohre umgebenden Mäntel an der Innenseite vergoldet sind.
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1926
- 1926-09-01 CH CH123323D patent/CH123323A/de unknown
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