Verfahren zur Darstellung von Gerbstoffen. Es wurde gefunden, dass man die Ber berischen Eigenschaften der mineralischen Gerbstoffe, soweit sie die wasserlöslichen Salze der dreiwertigen Metalle, insbesondere die Salze des Aluminiums, Eisens und Chroms, umfasst, wesentlich steigern kann, wenn man sie mit einem wasserlöslichen Salz eines zweiwertigen Metalles, zum Beispiel eines alkalischen Erdmetalles, oder des Zinks oder des Magnesiums, in der Weise kombi niert, dass ein wasserlösliches Gemisch ge bildet wird.
So ist es zum Beispiel möglich, durch Isombinierung von 1 Mol. basischem Chrom sulfat Cr, (S04) (0H)4 mit 2 142o1. Magne- siumsulfat einen Gerbstoff zu erhalten, .der sich noch gut in Wasser löst.
Stellt man ein Präparat in gleichem Molekularverhältnis wie vorstehend her, in dem das Chromsulfat zum Beispiel
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bis basisch ist, so ist
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das erhaltene Gemisch von basischem Chrom sulfat und Magnesiumsulfat in kaltem Was ser leicht löslich, im Gegensatz zu dem ohne die Zusatzkomponente hergestellten Chrom sulfat gleicher Basizität. Zu dem Vorteil der grossen Löslichkeit treten andere Vor teile.
Versuche haben gezeigt, dass die Aus- flockbarkeit der Salze vermindert ist und die Durchgerbung mit den nach dem vorliegen den Verfahren hergestellten @ Gerbsalzen eine beträchtlich raschere ist als mit den gleich basischen einfachen Chromsalzen. Infolge dessen ist in diesem Falle auch die Ausgie bigkeit der Chrombrühen eine grössere und die erhaltenen Leder sind bei Verwendung gleicher Chrommengen bei Anwendung der Produkte des vorliegenden Verfahrens voller.
Mit gemäss dem vorliegenden Verfahren hergestellten Aluminiumsalze enthaltenden Gerbstoffen ist es möglich, vollere Leder zu erzielen, als wenn man die Aluminiumsalze allein verwendet. Auch haben Versuche er geben, dass die Widerstandsfähigkeit gegen Wasser bei den mit .diesen Salzgemischen ge gerbten Ledern eine grössere ist.
Mit gemäss dem vorliegenden Verfahren erhaltenen Eisensalz enthaltenden Gerbstof- fen lassen sich Eisenleder herstellen, die sich zum Beispiel durch verhältnismässig helle Farbe und durch Lagerbeständigkeit aus zeichnen.
Um mit den gemäss dem vorliegenden Verfahren hergestellten Gerbstoffen Ger bungen zu erhalten, kann man je nach der metallischen Komponente des Gerbstoffes verschieden verfahren. Zur Herstellung eines Chromsalz enthaltenden Gerbstoffes verfährt man zum Beispiel, wie schon oben angegeben. so, dass man ein basisches Chromsalz mit der nveiten Komponente mischt. Bei Herstel lung von Aluminiumsalz enthaltenden Gerb stoffen mischt man zweckmässig die neutra len Salze.
Beim Gerben mit einem solchen Aluminiumsalz enthaltenden Gerbstoff setzt man oft zweckmässig zum Schluss geringe Mengen eines Alkalis hinzu, wodurch man ein festeres Leder erhält. <I>Beispiel 1:</I> In :die Lösung von basischem Chromi- sulfat, welche man erhält, wenn man in 200 Ge\;
llehtsteileil Wasser und<B>1110</B> Cle- wichtsteilen Schwefelsäure vom spezifischeil Gewicht 1,230j.112 Gewichtsteile Chrom- hydroxyd (<B>100</B> (o) heiss auflöst, werden bei 90 " C 710 Gewichtsteile kristallisiertes Mag- liesiumsulfat eingetragen. Die erhaltene klare Lösung wird durch Eindampfen im Vakuum von der Hauptmenge Wasser be freit.
Das erhaltene feste Produkt stellt eine Mischung beider Salze dar und ist, obgleich nicht lij-groskopisch, doch in kaltem Wasser leicht löslich. Es kann direkt zur Chrom gerbung verwandt werden; man kann es aber auch durch eine geeignete Vorrichtung, zum Beispiel mittelst einer Kugelmühle, in ein hellgrünes Pulver vermahlen und es da durch in eine für den Handel geeignete Form bringen.
Auf 100 Teile Blösse wird zum Beispiel so viel von dem nach Beispiel 1 hergestell ten Produkt in der dreifachen Menge Was ser gelöst, dass je nach dem Charakter der zu erhaltenden Leder 1,7 bis 2,25 Teile Chromoxyd zur Anwendung kommen. Diese Gerbstofflösung wird in drei Portionen im Laufe einer Stunde zii den 100 Teilen Blösse, die im Gerbfass mit 1:50 Teilen Wasser und Teilen NaCl gewalkt werden, zugegeben.
In drei- bis vierstündiger Walke erhält man ein volle, weiches und kochechtes Leder mit feinen Narben. Beispiel ;?: In die Lösung von basischen( Chromichlo- rid, welche man erhält, wenn man -h)1) Ge wichtsteile C'hromh,\-droxyd (,100 @o) in 150(-)
Teilen Wasser und 760 Gewichtsteilen Salz sä.ure (spezifisches Gewicht 1,17) bei Siede temperatur auflöst, werden noch .100 Ge wichtsteile hlagnesiunichlorid (kristallisiert-) reingetragen. 'Nachdem klare Lösung eingetre ten ist, wird die Lösung eingedampft und der Rückstand getrocknet. Man erhält:
ein hellgrünes Pulver, das eine Mischung des Chromsalzes mit dem Xagnesiuinsalz dar stellt und das sich glatt in kaltem Wasser ohne Rücktand löst. Zur Gerbun- verfährt man ebenso wie im Beispiel I. Beispiel <I>3:</I> 110 Gewichtsteile Ca.lciumehlorid (was serfrei) werden mit Wasser vermischt und in der Lösung 261 Gewichtsteile in Wasser sehwerlösliches ClironioxS-chlorid warm auf gelöst, hierauf di < Lösun(1- auf der Walze getrocknet.
Das erhaltene grünliche Pulver, eine Miscliun -- beider Salzkomponenten, ist leicht iv,isserlöslivli und ergibt wertvolle, rasch kochechte, fast weisse Leder.
<I>Beispiel</I> -i-: 350 Gewichtsteile basisehes Chromsulfat von der Formel
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werden mit 750 Gewichtsteilen Zinksulfat möglichst fein vermahlen. Das erhaltene Produkt kann in üblicher )'eise zum Gerben verwandt werden. Es lassen sich mit diesem l@u@i.,lien ('hromizlf.tt-Zink2,ulfatgemisch-Le- (lcr von grosser Fülle und weichem Griff lmr@tullen.
<I>Beispiel 5:</I> 1> < < s durch Umsetzung einer wässerigen Ilü>ung von 59 Gewichtsteilen Chromsulfat finit einer wässerigen Lösung von 22,5 Ge- wichsteilen calcinierter Soda erhaltene, :
ehwer lösliche, bezw. nur in der heissen Lö sung gelöst bleibende, basische Chromsalz wird als heisse Lösung mit einer konzentriert wässerigen Lösung von 52 Gewichtsteilen Magnesiumsulfat gemischt. Bein) Erkalten der Mischung tritt keine Ausscheidung von Chromsalz ein, sondern man erhält eine klare Lö@un@@, die alsolche zum Gerben, in der für Chromgerbung gebräuchlichen Weise, verwandt werden kann.
<I>Beispiel 6:</I> G8 Gewichtsteile Aluminiumsulfat wer den mit 49 Gewichtsteilen Magnesiumsulfat gemischt, die Mischung in 100 Gewichts teilen Wasser gelöst und die Lösung zur trockenen Paste eingedampft. Zum Gerben verfährt man so, dass man-12 Gewichtsteile des Produktes in 120 Gewichtsteilen Wasser löst, mit der Lösung 100 Teile gepickelte Blösse im Fass walkt. Die Lösung wird zweckmässig nicht auf .einmal, sondern in drei bis vier Anteilen hinzugefügt. Nach einigen Stunden ist die Durchgerbung be- endet. Man erhält ein weisses, geschmeidiges und sehr reissfestes Leder.
Beispiel <I>7:</I> 25 Gewichtsteile Aluminiumchlorid, was serfrei, werden in 30 Gewichtsteilen Wasser gelöst und zur Lösung 20 Gewichtsteile Cal ciumchlorid gegeben. Die klare Lösung kann direkt zum Gerben, wie in Beispiel 1 ange geben, verwandt werden. Man setzt zweck mässig während des Gerbens so viel Soda hinzu, dass die Lösung noch eben klar bleibt. Nach einigen Stunden ist die Durchgerbung beendet. Man erhält ein weisses weiches volles Leder.