Verfahren zur Regelung von Flügelradturbi;nen mit drehbaren Laufradschaufeln. Öldruckgeschwindigkeitsregler für Flügel radturbinen mit drehbaren Laufradschaufeln, bei denen die Bewegung einer Pendelmuffe zur gemeinsamen Steuerung der Leit- und Lauf radschaufeln benützt wird, können in bekann ter Weise als Wasserstandsregler verwendet werden,
indem man den Hub der Pendel- muffe oder eines Steuerstiftes am Regelventil einer Schwimmervorrichtung unterstellt. Diese Anordnung wird gewöhnlich bei den zumeist nicht speicherfähigen Niederdruckkraftwerken, für welche Flügelradturbinen vorwiegend Ver wendung finden, gewählt.
Im allgemeinen, das heisst wenn die geforderte Leistung von der zur Verfügung stehenden Wassermenge nicht erreicht wird, regelt die Schwimuiervor- richtung. Die Geschwindigkeitsregelung hat nur einzugreifen, wenn der Kraftbedarf kleiner ist, als es der verfügbaren Wassermenge entspricht.
Ein hydraulischer Oldruckgeschwin- digkeitsregler für die gemeinsame Verstel lung der Leit- und Laufradschaufeln braucht, um möglichst kurze Schliesszeiten zu erreichen, bei den wichtigsten Teilen grosse Abmessungen, die bei den langen Schliesszeiten eines Wasser- standsreglers nicht nötig sind.
Diese bei der Wasserstandsregelung nicht benötigten Ab messungen des Oldruckreglers werden durch das den Gegenstand der vorliegenden Erfin dung bildende Verfahren vermieden, indem nur die Leitschaufeln wie zum Beispiel bei einer gewöhnlichen Francisturbine von einem Öldruckgeschwindigkeitsregler verstellt wer den, während zur Verstellung der Laufrad schaufeln ein mittelst einer Schwimmervorrich tung vom Oberwasserspiegel beeinflusster Wasserstandsregler dient. Dieser kann- zum Beispiel als billiger mechanischer Regler mit grosser Schliesszeit ausgeführt werden.
Durch das vorhin erwähnte Verfahren kann ferner eine Schonung des empfindlichen Laufradregel- getriebes erreicht werden, da es nur die langsamen Bewegungen des Wasserstands reglers, nicht aber die oft ruckweise erfolgen den Schwankungen des Geschwindigkeits reglers mitmachen muss.
Damit das Leitrad bei niedrigem Wasser stand nicht zu weit im Verhältnis zum Lauf rad geöffnet und dadurch der Wirkungsgrad gerade bei Wasserklemme verschlechtert wird, kann die Regelung zweckmässig so getroffen werden, dass der Wasserstandsregler bei nie drigem Wasserstand zugleich den Geschwin digkeitsregler derart beeinflusst, dass dieser die Leitschaufeln nur so weit öffnen kann, wie es zur Erzielung des besten Wirkungs grades bei der jeweiligen durch den Wasser standsregler eingestellten Laufradstellung zu lässig ist.
Die beigegebene Abbildung zeigt Schema tisch ein Ausführungsbeispiel einer Vorrich tung zur Ausführung des Regelungsverfahrens. Der Flügelkopf a trägt die beweglichen Lauf radschaufeln b. Sie werden durch den im Oberwasser liegenden Schwimmer c mittelst des Seilzuges d, des Hebels e und des Ge stänges<B>f</B> so verstellt, dass die das Laufrad durchfliessende Wassermenge der zufliessenden Wassermenge entspricht und der Wasser spiegel möglichst konstant gehalten wird. Die Spiegelschwankungen gehen nur langsam vor sich, so dass zu ihrer Übertragung auf die Laufradschaufeln eine nur langsam arbei tende, mechanisch oder mit Öldruck be triebene Hilfsmaschine nötig ist, die in der Abbildung nicht gezeichnet ist.
Der ebenfalls nicht eingezeichnete Leit- apparat der Turbine steht unter der Wir kung eines Oldruckgeschwinciigkeitsreglers, dessen Servomotor g von einem Fliehkraft pendel h. gesteuert wird. In den Weg der Pendelmuffe i ragt ein mit dem Übertragungs mechanismus d, e in Verbindung stehender, am einen Ende schwingbar gelagerter Hebel k.
Bei Wasserüberfluss steht der Schwimmer c hoch, das Laufrad ist geöffnet und der dem Lager abgekehrte Endpunkt des Hebels 1, liegt so tief, dass die Muffe i in ihrer Bewe gung nicht gehindert wird. Der Greschwindig- keitsregler stellt also den Leitappara:t ge mäss der verlangten Leistung ein, wobei Wegen der offenen Stellung der Laufrad -schaufeln mehr -Wasser durch die Turbine geht als nötig ist. Da aber Wasser genug zur Verfügung steht, schadet es nichts, dass so mit schlechtem Wirkungsgrad gearbeitet wird.
Ist dagegen nur gerade soviel Wasser oder weniger vorhanden, als der verlangten Leistung entspricht, dann wird durch den Schwimmer c das Laufrad so weit geschlossen, bis es nur die zur Verfügung stehende Wasser menge verbraucht. Dabei wird der Hebel h so in den Weg der Muffe i. geschoben, dass deren Hub nach unten begrenzt wird.
Der Geschwindigkeitsregler kann also den Leit- apparat nicht über die der Öffnung der Lauf radschaufeln entsprechende Stellung öffnen. Der Wasserstandsregler wirkt also gleich zeitig als Öffnungsbegrenzung für die Leit- schaufeln.
Selbstverständlich kann die Öffnungsbe grenzung in anderer als der gezeichneten und beschriebenen Weise ausgeführt werden, zum Beispiel kann eine Kurvenscheibe eingeschaltet werden, die die Öffnung des Geschwindigkeits reglers in bestimmte Beziehung zur Stellung des Schwimmers setzt.