Verfahren zur Herstellung von Tiskoseseide aus .Baumwollabfällen. Gegenstand vorliegender Erfindung bildet ein Verfahren zur Herstellung von Viskose seide aus Baumwollabfällen, wie Lumpen von gefärbter oder ungefärbter Baumwolle, Baum- wollabfällen aus Webereien, Spinnereien usw. Es ist bereits vorgeschlagen worden, aus Lumpen Kunstseide herzustellen, ohne dass dies zu praktischen Erfolgen geführt hat. Es ist bekannt, dass die Lumpen und andere Baumwollabfälle Verunreinigungen enthal ten, wie zum Beispiel den Leim von Stärke körpern. Fette, Öle, Farben usw.
Diese Ver unreinigungen, wie auch eventuell vorhan dene Hemizellulose, müssen, da sie für die Herstellung von Kunstseide schädlich sind, entfernt. werden. Nach dem Verfahren gemäss der vorliegenden Erfindung wird dies dadurch erreicht., dass man die Baumwollabfälle, sehr fein zerkleinert und das durch die Zerkleine rung erhaltene, zum Beispiel faser- bis staub- förmige Produkt mit alkalischen Lösungen auslaugt, beispielsweise in der Wärme in ei nem Autoklaven unter Druck, hierauf bleicht und trocknet.
Die so erhaltene Zellulosemasse wird dann, zum Beispiel in einem Mischwi#rk oder Zerfaserer, durch Zugabe der für ihre Alkalisierung genau nötigen Ätznatronmenge, das heisst auf einen Teil der Zellulosemasse zwei Teile einer 15 bis 18 %igen Ätznatron- lösung, in Alkalizellulose umgewandelt.
Die letztere wird dann mit Schwefelkohlenstoff, zum Beispiel in einem geschlossenen Rühr werk, behandelt und hierdurch in Zellulose xanthogenat übergeführt. Das Xanthogenat wird hierauf, zum Beispiel in einem andern Rührwerk, mittelst verdünnter Natronlauge zu Viskose gelöst und nach deren Reifung zu Kunstseide versponnen. Die Viskose enthält zweckmässig 8 % Zellulose und 7 % Ätz natron.
Nachstehend eine Ausführungsform des Verfahrens gemäss der Erfindung: Lumpen oder andere Baumwollabfälle werden in Faserform übergeführt. Im Ver lauf dieses Zerkleinerungsvorganges werden alle Fremdstoffe, Knöpfe, Haken usw. von der faserigen Masse getrennt. Die faserför- mige Masse wird dann in. eine Auslaugevor- richtung oder in einen Autoklaven eines Fas-
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s1111gsverinögens <SEP> voll <SEP> iingefälir <SEP> 700<B>(</B>) <SEP> Liter <SEP> für
<tb> 1111)1i <SEP> h- <SEP> faseriger <SEP> 3I < isse,
<SEP> das <SEP> heisst <SEP> unbefä.hr
<tb> 7 <SEP> Liter <SEP> Wasser <SEP> auf <SEP> ein <SEP> Kilo <SEP> Fasermasse
<tb> übergeführt.
<tb>
Darauf <SEP> wird <SEP> die <SEP> Hasse <SEP> mit <SEP> einer <SEP> ziu@
<tb> Wasser <SEP> und <SEP> 3 <SEP> bis <SEP> ?0 ,o <SEP> ungelösclitein <SEP> Kalk
<tb> Hergestellten <SEP> Mischung, <SEP> je <SEP> nach <SEP> der <SEP> Qllalitiit
<tb> und <SEP> der <SEP> Uerkulift <SEP> der <SEP> Lumpen <SEP> unter <SEP> einem
<tb> D < liiipfdriick <SEP> voll <SEP> 1 <SEP> bis <SEP> a <SEP> Atmosphären <SEP> wäh rend <SEP> einer <SEP> Dauer <SEP> voll <SEP> 1 <SEP> bis <SEP> 10 <SEP> Stunden <SEP> be hanllelt. <SEP> Die <SEP> Lauge <SEP> wird <SEP> hierbei, <SEP> zum <SEP> Peipic\l
<tb> durch <SEP> eine <SEP> Pumpe, <SEP> in <SEP> Bewegung- <SEP> gehall-en.
<tb> An <SEP> Stelle <SEP> voll <SEP> Kalkmilch <SEP> kann <SEP> auch <SEP> eine <SEP> 3
<tb> h <SEP> i-, <SEP> (-ige <SEP> Lösung <SEP> voll <SEP> #'!tznzitron, <SEP> Ät <SEP> zlia.li
<tb> usw.
<SEP> mit <SEP> oder <SEP> ohne <SEP> Zugabe <SEP> von <SEP> @iatriumkar bonat <SEP> oder <SEP> irgend <SEP> eine <SEP> andere <SEP> alkalische <SEP> Lö ,ull<B>),</B> <SEP> Unter <SEP> .denselben <SEP> Bedhigunuen <SEP> voll <SEP> hrucl@
<tb> und <SEP> Zeit <SEP> verwendet <SEP> werden.
<tb>
Im <SEP> Verlauf <SEP> dieser <SEP> Behandlung <SEP> werden
<tb> alle <SEP> Fremdstoffe <SEP> her < < iusbeliolt: <SEP> und <SEP> die <SEP> in <SEP> deni
<tb> Autohla.ven <SEP> verbleibende <SEP> @tlassc\ <SEP> ist <SEP> sehoil <SEP> bei nahe <SEP> vollhommen <SEP> eilt.fä.rbt.
<tb>
Kaeh <SEP> dem <SEP> Auslagen <SEP> wäscht. <SEP> nian <SEP> di(.
<tb> Masse <SEP> mit <SEP> warmem <SEP> Wasser <SEP> unter <SEP> 1)ril < \li <SEP> ein
<tb> oder <SEP> mehrere <SEP> Mal <SEP> aus.
<tb>
Es <SEP> ist <SEP> wichtig, <SEP> dass <SEP> während <SEP> des <SEP> Aus laugeprozesses <SEP> und <SEP> der <SEP> Waschung <SEP> der <SEP> Auto klav <SEP> luftdicht <SEP> geschlossen <SEP> und <SEP> dass <SEP> heillc
<tb> Luft <SEP> im <SEP> Innern <SEP> vorhanden <SEP> ist, <SEP> welche <SEP> Anlass
<tb> zur <SEP> Bildung <SEP> voll <SEP> Ozyzellulose <SEP> beben <SEP> würde.
<tb> Man <SEP> kann <SEP> die <SEP> Luft <SEP> aus <SEP> dem <SEP> Autoklaven <SEP> ent fernen, <SEP> indem <SEP> man <SEP> zum <SEP> Beispiel <SEP> ein <SEP> Vakuum
<tb> im <SEP> Autoklaven <SEP> vor <SEP> der <SEP> Einführung <SEP> der
<tb> Lauge <SEP> herstellt.
<tb>
Wenn <SEP> die <SEP> angegebenen <SEP> Bedingungen <SEP> be nau <SEP> beobachtet <SEP> werden, <SEP> kann <SEP> man <SEP> all. <SEP> 10011g
<tb> Lumpen <SEP> 75 <SEP> kg <SEP> reine <SEP> Zellulose <SEP> erhalten.
<tb>
Darauf <SEP> wird <SEP> der <SEP> Autokla.v <SEP> geleert <SEP> und
<tb> die <SEP> blasse <SEP> in <SEP> einen <SEP> Behälter <SEP> zum <SEP> Bleichen
<tb> übergeführt. <SEP> Das <SEP> Bleiehen <SEP> wird <SEP> ausgeführt
<tb> mit. <SEP> einer <SEP> geringen <SEP> Menge <SEP> Chlorlalklösung
<tb> voll <SEP> 0,5 <SEP> bis <SEP> 1;5 <SEP> <SEP> B6, <SEP> der <SEP> man <SEP> eineällrc, <SEP> wie
<tb> Salzsäure, <SEP> Schwefelsäure <SEP> usw. <SEP> zugeben <SEP> kann.
<tb> Während <SEP> des <SEP> Bleichens <SEP> ist <SEP> es <SEP> nötig, <SEP> dass <SEP> die
<tb> Masse <SEP> dauernd <SEP> in <SEP> Bewegung <SEP> gehalten <SEP> wird,
<tb> damit <SEP> das <SEP> Chlor <SEP> in <SEP> alle <SEP> Teile <SEP> eindringt.
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Kac11 <SEP> der <SEP> Bleiche <SEP> wird <SEP> die <SEP> Masse <SEP> Wa schun\@e@ <SEP> unterworfen, <SEP> um <SEP> alle <SEP> Spuren <SEP> voll
<tb> Chlor <SEP> zu <SEP> entfernen. <SEP> 'Nachdem <SEP> die <SEP> gehleichte
<tb> :Masse <SEP> -ewa,chen <SEP> ist, <SEP> gellt <SEP> sie <SEP> durch <SEP> einen
<tb> Zentrifu@@altrochner, <SEP> uni <SEP> das <SEP> Wasser <SEP> zli <SEP> ent fernen, <SEP> das <SEP> sie <SEP> enthält, <SEP> lind <SEP> damit <SEP> die <SEP> Trock nung <SEP> >zehnoller <SEP> vor <SEP> sich <SEP> geht, <SEP> wird <SEP> sie <SEP> darauf
<tb> in <SEP> Troekenhammern <SEP> gebracht. <SEP> Beine <SEP> Austritt
<tb> aus <SEP> <B>Elf</B> <SEP> -r1 <SEP> Troehenhanimern <SEP> 11a1: <SEP> die <SEP> Masse <SEP> ein
<tb> e, <SEP> Aussehen.
<tb>
flocl:i<I>e#</I>
<tb> 1)1e- <SEP> -(-bleichte <SEP> und <SEP> ge -aschene <SEP> 3hisse
<tb> kann <SEP> auch <SEP> direkt. <SEP> von <SEP> dem <SEP> Bleielibehälter <SEP> in
<tb> Trockenmaschinen <SEP> mit <SEP> Z@-lindern, <SEP> wie <SEP> .ie <SEP> 0-e wöllillicll <SEP> in <SEP> Papiermühlen <SEP> und <SEP> Zellulose fabriken <SEP> gebraliclit <SEP> werden, <SEP> gepumpt <SEP> lind <SEP> in
<tb> Blätter <SEP> oder <SEP> Platten <SEP> iibere-z(\fiil)rt <SEP> werden.
<tb>
Es <SEP> 7>t <SEP> empfehlenswert, <SEP> l111 <SEP> Laufe <SEP> der
<tb> Troeknun- <SEP> darauf <SEP> zli <SEP> achten, <SEP> dass <SEP> die <SEP> Tempe ratur <SEP> 1110 <SEP> " <SEP> nicht <SEP> überschreitet, <SEP> nicht <SEP> nur, <SEP> um
<tb> die <SEP> Zerstö <SEP> rung <SEP> der <SEP> Faser <SEP> zu <SEP> vermeiden, <SEP> soll <B><I>(11,1.11</I></B> <SEP> auell <SEP> die <SEP> @1I < i@;liehheit <SEP> edler <SEP> neuen <SEP> Bil i1u11g <SEP> von <SEP> @emizelluloe <SEP> au#zu@chlicssa@n. <SEP> Das ,elbe <SEP> empfiehlt <SEP> ,1.c11 <SEP> :mch <SEP> beire <SEP> Durchgangs
<tb> der <SEP> Mal#,e <SEP> durch <SEP> die <SEP> oben <SEP> r-rwiihnten <SEP> Zvlin dernla,,ehillen.
<tb>
Auf <SEP> diese <SEP> Weise <SEP> halin <SEP> male <SEP> eine <SEP> @ellulc@.@e
<tb> erhalten, <SEP> welche <SEP> rler <SEP> reinen <SEP> Pauniwollfas(\r
<tb> überlagen <SEP> i.t, <SEP> und <SEP> zwar <SEP> zli <SEP> c-inem <SEP> Her,tel luiibspreis, <SEP> der <SEP> un\@rführ <SEP> @@Irich <SEP> dein <SEP> der <SEP> 11olz zellulose <SEP> ist. <SEP> hie <SEP> so <SEP> gewonnene <SEP> Zellulose <SEP> ist
<tb> frei <SEP> von. <SEP> Helllizellulose <SEP> 11n11 <SEP> ei\@'li@-t <SEP> .siel) <SEP> <B>be-</B>
<tb> sonders <SEP> zurer,t@\Ilun <SEP> \r <SEP> voll <SEP> Vihoseseide.
<tb>
Bis <SEP> jetzt <SEP> beinii-zte <SEP> man <SEP> zur <SEP> @erstllun@@
<tb> Z'oI1 <SEP> @@1,lio@PlillIht,(\lde <SEP> a <SEP> l# <SEP> All,f@'ailg,pr@dlllit
<tb> die <SEP> Holzzellulose. <SEP> 1)er <SEP> -rosse <SEP> Na.ellteil <SEP> der
<tb> Holzzellulose <SEP> lic""t <SEP> darin, <SEP> dass <SEP> @i1: <SEP> Hemizel lu.lose <SEP> in <SEP> einer <SEP> 11(-11e <SEP> von <SEP> 10 <SEP> bis <SEP> <B>12)</B> <SEP> .1) <SEP> ent hä.lt. <SEP> Eine <SEP> solcheen@@e <SEP> Henaizelllllose <SEP> erlaubt
<tb> niellt, <SEP> im <SEP> Cbersclluss <SEP> in <SEP> dem <SEP> Sulfit- <SEP> und <SEP> Na tron7cllulo.(-l,rei <SEP> enthaltenes <SEP> Xlznatron <SEP> wie der <SEP> zu <SEP> verwenden, <SEP> was <SEP> einen <SEP> erheblichen <SEP> V:-r lust <SEP> an <SEP> letztcrein <SEP> bL\deutet.
<tb>
Weiter <SEP> ist <SEP> es <SEP> in <SEP> den <SEP> Kun,tseidefabriken
<tb> gebräuelilieh, <SEP> für <SEP> l(<B>)(</B>) <SEP> Kilo <SEP> Holzzclluloscbrei.
<tb> der <SEP> 1? <SEP> bis <SEP> 11 <SEP> <B>\</B>'<B>U</B> <SEP> Hemizellulc@#c <SEP> enthält, <SEP> 1000
<tb> bis <SEP> <B>-)WO</B> <SEP> Liter <SEP> einer <SEP> Lösung <SEP> von <SEP> Ätznatroa
<tb> mit <SEP> 15 <SEP> bis <SEP> 1K0- <SEP> NaOH. <SEP> zu <SEP> verwenden, <SEP> um <SEP> eine für die Viskose geeignete Alkalizellulose zu erhalten.
Zur \Weiterverarbeitung auf Viskose wird zweckmässig, wie bekannt ist, eine Alkalizel- lulose verwendet, die in feuchtem Zustande auf einen Teil Zellulose zwei Teile einer Lö sung von 15 bis 18 % Ätznatron enthält.
Es ist also nötig, durch Pressung oder Abschleu- dern .den bei der Herstellung der Alkalizellu- lose angewandten Überschuss an Atznatron zu entfernen. Die so wiedergewonnene Ätz- natroiila.uge enthält die ganze aus dem Holz zellulosehrei extrahierte Hemizellulose und kann wegen dieser Verunreinigung nicht voll kommen wieder verwendet werden. Daraus ergibt siele ein beträchtlicher Verlust an Atz natron.
Beim Verfahren gemäss der vorliegen den Erfindung fügt man dagegen zu der hemizellulosefreien Zellulose lediglich die jenige Menge Ätznatron, die genau nötig ist für ihre Alkalisierung. Beispielsweise gibt man direkt einen Teil der Zellulose und zwei Teile einer 15 bis Ätznatronlösung zum Beispiel in ein Misehwerk oder in einen sogenannten Zerfaserer und belässt zwei oder drei
Stunden .darin. Es können also bei dem Verfahren gemäss der Erfindung das übliche Tauchen der Zellulose in überschüssige Ät.z- natronlösung und das Abschleudern oder die Pressung der alkalisierten Zellulose vermie den und dadurch eine Ersparnis an Arbeit und Kraft erzielt werden.
Infolge des . Unterlassens des Absclileu- derns und der Pressung kann die Alkalisation in zwei oder drei Stunden durchgeführt wer den an Stelle von acht oder neun Stunden, die hei bisher bekannten Verfahren benötigt wurden. Auch erspart man alle Einrichtungen, die für die Mischung und die Aufbewahrung der verschiedenen, von dem Abschleu Adern oder der Pressung herrührenden Alkalilösungen nötig sind, da man nur eine einzige und im mer frische Lösung von Alkali benutzt.
Versuche haben ergeben, dass die Ausbeu- ten, bezogen auf gewonnenes Fadenmaterial, bei diesem Verfahren uin 20 bis 25% besser sind als die von Viskoseverfahren, welche Holzzellulosebrei verarbeiten, weil man es nach dem vorliegenden Verfahren mit einer hem.izellulosefreien Zellulosemasse zu tun hat, bei deren Verarbeitung zu Viskose keine Verluste durch Auflösen der Hemizellulose in der Alkalisierlauge entstehen.
Ferner kann nach dem erfindungsgemä ssen Verfahren eine Kunstseide mit besonderen Qualitäten und Kennzeichen gewonnen wer den, die sie von bis jetzt erhaltenen Seiden unterscheidet. Im besonderen zeigten sich folgende Vorteile: 1. Die Seide ist angenehmer ein Griff, weicher, fester und elastischer als bekannte Seiden; . Es ist möglich, sie vollkommen gleioh- mässig zu färben, während andere Seiden Marmorierungen nach der Färbung zeigen; 3. Sie ist besser zu Geweben zu verarbei ten, besonders infolge- ihrer Festigkeit und Elastizität als Kettenfäden; d.
Sie zeichnet sich besonders durch holte Nassfestigkeit aus.
Als ein Vorteil des Verfahrens gemäss der Erfindung sei auch erwähnt, dass man mit. Leichtigkeit grosse Feinheitsgrade der Kunst- seidefäden herstellen kann, weil aus dem ge mäss der Erfindung behandelten Rohmaterial sich eine vollständig faserfreie und homogene Viskose herstellen lässt, welche beim Spinnen sehr fein ausgestreckt und -durch die feinsten Düsen gesponnen werden kann.