CH124091A - Streumittel zur Bekämpfung von Pflanzenschädlingen. - Google Patents
Streumittel zur Bekämpfung von Pflanzenschädlingen.Info
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Description
Streumittel zur Bekämpfung von Pflanzenschädlingen. Es ist bereits bekannt, dass zur Bekämp fung der Peronospora Kupfersalze verwendet werden, wobei diese Salze mittelst gelösch ten Kalks in schwach alkalisch reagierende Substanzen übergeführt werden, die in Wasser suspendiert als Spritzbrühen in den Weinbergen verwendet werden. Die Ver wendung von Spritzbrühe ist mit viel Mühe und oft grossen Schwierigkeiten verbunden (steile Berghänge).
Man hat deshalb schon versucht, den Kupferkalk feinstgemahlen auf die Blätter zu stäuben; doch hatte man hiermit keinen Erfolg, da die Pulver zu schwer sind und an der Unterseite der Blät ter nicht haften bleiben. Wird der Kalk zusatz erhöht, werden die Pulver wirkungs los; auch treten Verbrennungen ein.
Es wurde nun gefunden, dass ein Pro dukt, das Kieselgur und Kupferkalk ent hält, sich zum Bestreuen von Pflanzen eignet Solche Produkte können als spezifisch leichte voluminöse Massen, die sich beim Verstäuben hauchartig über die Blätter legen, herge stellt werden. Es hat sich jedoch gezeigt, dass bei Regen dieser hauchartige 'Überzug leicht abgewaschen wird.
Es ist deshalb zweckmässig, dem Produkt noch einen Kleb stoff zuzesetzen, zum Beispiel ein. Casein- salz, wie Caseinnatrium. Besonders eignet sich dafür auch eine Caseinverbindung, die durch ihre kolloidale Beschaffenheit schon bei Taubildung in den Weinbergen eine wirksame Klebkraft entfaltet, Produkte von nicht knolliger Beschaffenheit liefert, sowie eine sehr dünne Hautbildung ermöglicht.
Solche Klebstoffe kann das Produkt in trockener Form enthalten, so dass erst unter Einwirkung der atmosphärischen Feuchtig keit ihre Klebkraft hervortritt.
Löst man Caseinnatriuni bezw. Casein- kalium oder auch Caseinammonium in Wa,s- ser, so erhält man stark klebrige Lösungen, die sich durch Filterpapier nur teilweise filtrieren lassen. Setzt man jedoch der Lö sung Kieselfluornatrium zu, so erhält man eine glatt durch das Filter laufende Lösung.
Diese Beobachtung lässt sich auch für die Herstellung von Produkten gemäss der vor liegenden Erfindung verwerten, da solche Lösungen ebenso leicht durch Kieselgur fil trieren und somit Produkte hergestellt wer den können, bei denen unter dem Einfluss der atmosphärischen Feuchtigkeit die wirk samen Bestandteile herausgelöst und nicht von der Kieselgur zurückgehalten werden. Es kann zum Beispiel zuerst ein Gemisch von Kupferkalk und einem Fluorsilikat leerge stellt werden und diesem nachher hieselgur, Casein und Natriumsulfit zugefügt werden.
5chwefligsaure Salze und Iüeselfluor- natrium haben sich hierbei noch als beson ders fungicid gegen Oidium erwiesen.
Mit dem Mittel gemäss der vorliegenden Erfindung kann der Heu- und Sauerwurm vom Frass der damit gepuderten Trauben ab gehalten und schon die Motte veranlasst werden, ihre Eier nicht an die Trauben zu legen, da die jungen Raupen bei An wesenheit des Mittels absterben. Das Mittel gemäss der vorliegenden Erfindung lässt sich beispielsweise wie folgt herstellen: 4 Teile Kupfersulfat und 2 Teile Na,- triumfluorsilikat werden mit Ätzkalk bis zur alkalischen Reaktion behandelt, getrock net und fein gepulvert. Diesem Kupferkalk werden 5 Teile Kieselgur zugemischt und das Ganze durch ein Sieb getrieben.
Diesem Gemisch werden weiter 3 Teile Casein, feinstgepulvert, und 1 Teil Natrium- sulfit zugegeben.
Es entsteht eine äusserst feine, lockere Masse, die sich nebelartig zerstäuben lässt. Versuche haben ergeben, dass ein Gemisch von Kupferkalk und Kieselgur, das durch Zufügung von Kieselgur zu Kupfervitriol und nachträgliche Ausfällung mittelst Kalk erhalten wurde, erhöhte Wirksamkeit gegen Peronospora zeigt und dass in einem solchen Gemisch der Kupferkalk homogener mit dem Kieselgur gemischt ist, als es durch die nachträgliche Zufügung des Kieselgurs er zielt werden kann.
Das Erzeugnis ist viel lockerer, gleichmässiger und feiner verteilt, so dass dadurch seine Haftfähigkeit an der Pflanzenoberfläche erhöht wird. Weiter Wird durch die gleichmässige Verteilung auch die Verkrustung unter dem Einfluss der atmosphärischen Feuchtigkeit begünstigt. Bei dem Schrumpfungs- oder Verkrustungs- vorgang entstehen weniger leicht Risse, und die Masse haftet fester an der Pflanzenober fläche an. Diese Vorgänge werden nun wei ter begünstigt, wenn der Austrocknungsvor- gang verlangsamt und vergleiclim < tssigt wird.
Es hat sich herausgestellt, dass hierzu eine Beimischung von doppeltkohlensaurem Na tron geeignet ist; dieses ist sch@>erlöslich, so dass der Erhärtungsvorgang entprechend der allmählichen Lösung stattfindet und da durch Risse vermieden werden.
Es hat sich weiter auch als zweckmässig erwiesen, Produkte herzustellen, die stärke haltige Stoffe, wie Roggen-, Weizen- oder Kartoffelmehl, im besonderen dunkles Rog genmehl enthalten. Solche Zusätze bewirken Quellungsvorgänge in dein oben genannten Sinne. Dazu kommt noch die Klebwirkung dieser Stoffe, und dass sie im trockenen Zu stande die Zerstämbungsfähigkeit des ganzen Gemisches noch weiter begünstigen.
Zum Beispiel können solche Produkte erhalten werden, indem man 40 Teile Kupfersulfat mit 20 Teilen hieselgur vermahlt, mit Was ser anschlämint und alsdann mit Kalkmilch (20 Teile Ätzkalk in 40 Teilen Wasser) in einer Knetmaschine behandelt, die Mischung hierauf trocknet, mahlt und durch feinste Siebe gehen lässt.
Dem Trockengut erden weiter 5 Teile . Natriumfluorsilikat, 5 Teile NaHC0; und 10 Teile Roggenmehl beigemischt und das Ganze noehmals gemahlen.
Dieses Mittel zeigt eine gute Haftung auf den Blättern, so dass Regen es nach erfolgter Antrocknung im Tau nicht mehr innerhalb drei bis vier 'N#@Toclien abwäscht.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE: I. Streumittel zur Bekämpfung von Pflan zenschädlingen, dadurch gekennzeichnet, dass es feinst verteiltes Kupferkalkpul- ver und Nieselgur enthält. Il. Verfahren znr Herstellung eines Mittels nach Patentanspruch I, dadurch gekenn zeichnet, dassKupferkalk,,einFluorsilikat, Kieselgur, Casein und ein Metallsalz miteinander gemischt werden.UNTERANSPRüCHE: 1. Mitten nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass es einen Zusatz ent hält, der durch atmosphärische Feuchtig keit klebrig wird. ' 2. Mittel nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, tdass es als klebrig wer denden Zusatz ein Caseinsalz enthält. 3. Mittel nach Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass es ein Fluorsilikat enthält. 4. Mittel nach Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass es Casein-Natrium- sulfit und gieselfluornatrium enthält. 5.Mittel nach Unteranspruch 4, insbeson dere zur Bekämpfung der Peronospora, dadurch gekennzeichnet, dass es doppelt kohlensaures Natron in Pulverform ent hält. 6. Mittel nach dem Unteranspruch 5, da durch gekennzeichnet, dass es stärkehal tige Stoffe enthält. 7. Verfahren nach dem Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass einem Pro dukt, das aus etwa 4 Teilen Kupfer sulfat und etwa. 2 Teilen Natriumfluor- silikat durch Behandeln mit Ätzkalk bis zur alkalischen Reaktion, Trocknen und Pulvern erhalten wurde, Kieselgur und hierauf etwa 3 Teile Casein und 1 Teil Natriumsulfit zugefügt werden. B.Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass ein Produkt; das aus einem Kupfersalz durch inniges Vermischen mit Kieselgur und Behan deln mit Ätzkalk, Trocknen und Pul vern erhalten wurde, mit einem Fluor ' silikat, Casein und einem Metallsalz ver mischt wird. 9. Verfahren nach Unteranspruch 8, da durch gekennzeichnet, - dass dein Gemisch stärkehaltige Stoffe zugefügt werden.<B>10.</B> Verfahren nach LTnteranspruch 8, da durch gekennzeichnet, dass das Casein in Verbindung mit Natriumsulfit zu gefügt wird. 11. Verfahren nach Unteranspruch 8, da durch gekennzeichnet, dass als Metallsalz doppeltkohlensaures Natron in, Pulver form verwendet wird.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE124091X | 1924-08-15 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH124091A true CH124091A (de) | 1928-01-02 |
Family
ID=5658077
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH124091D CH124091A (de) | 1924-08-15 | 1925-08-13 | Streumittel zur Bekämpfung von Pflanzenschädlingen. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH124091A (de) |
-
1925
- 1925-08-13 CH CH124091D patent/CH124091A/de unknown
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