Maschine zum Behandeln von Schokolademasse. Gegenstand vorliegender Erfindung ist eine Maschine zum Behandeln von Schokolade masse mit zur Temperierung eingerichteten Zylindern, in denen die Schokoladernasse mit- telst Schnecken bewegt wird.
Bei der Bearbeitung von Schokolademasse handelt _ es sich . darum, zugleich mit der mechanischen Verfeinerung der Masse diese aufzuschliessen. Das Aufschliessen ist ein fort schreitender Arbeitsvorgang, der sich bei ver schiedener Temperatur abspielt. Von dieser Aufschliessung, das heisst der Aromaentwick- lung des Kakaos - hängt bekanntlich der hohe Wohlgeschmack der Schweizer Schokolade ab.
Zu diesem Aufschliessen der Masse gehört nun eifit sehr langer, bis zu zweiundsiebzig Stunden dauernder Walzprozess. Zu dieser Aufschliessung ist aber zugleich ein äusserst hoher Feinheitsgrad der Kakaomasse erfor derlich, der infolge Zermalmung der Masse teilchen erreicht wird. Zur Erzielung eines raschen Aufschliessens bei gleichzeitiger, völ liger Zermalmung gab es bis zum heutigen Tage keine geeignete Maschine.
Die den Gegenstand der Erfindung bil- dende Maschine nun zeichnet sieh gegenüber den eingangs genannten Maschinen dadurch aus, dass die Zylinder zu kontinuierlichem Betrieb in Reibe hintereinander geschaltet und je für sich temperierbar sind.
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungs beispiel der neuen Maschine dargestellt, und zwar in Fig. 1 in einer Stirnansicht, in Fig. 2 in einer Seitenansicht und in Fig. 3 in einem wagrechten Querschnitt nach der Linie 3-3 der Fig. 1 und 2.
In den parallelen Stirnwänden 1 und 2 des Maschinengestelles sind bei dem gezeich neten Ausführungsbeispiel sechs Zylinder 3, 4, 5, 6, 7 und 8 gelagert. Diese Zylinder liegen in zwei wageechten Reihen überein ander. In jedem Zylinder läuft eine Schnecke 9 um, welche den Zylinder seiner Länge nach durchsetzt und deren Schneckenwin dungen bis nahe an die Innenwandung des Zylinders heranreichen. Je zwei von den an beiden Enden geschlossenen Zylindern sind durch Masseleitungen 10 miteinander ver bunden, derart, dass sämtliche Zylinder in Reihe geschaltet sind. Die Wellen 11 der Schnecken 9 werden so gedreht, dass die Schnecken von zwei miteinander verbundenen Zylindern das Gut je in entgegengesetzter Richtung befördern.
Der Antrieb geschieht von der festen Riemenscheibe 12 aus, welche mit der losen Scheibe 12 auf der Welle der jenigen Schnecke sitzt, die in dem mittleren untern Zylinder 7 arbeitet. Die Schnecken welle trägt auf ihrem andern Ende ein Stirn rad 13, welches mit Stirnrädern 14 und 15 auf den Wellen der benachbarten Schnecken zylinder im Eingriff steht. Gleichzeitig wird von dem Stirnrade 13 aus das Stirnrad 16 angetrieben, welches auf der Schneckenwelle des Zylinders 4 der obern Reihe sitzt und dieses Stirnrad 16 wiederum steht im Ein griff mit Stirnrädern auf den Schnecken wellen der benachbarten Zylinder 3 und 5.
Die Schokoladenrasse, welche bekanntlich aus einem Gemisch von Kakaomasse, Zucker und Kakaobutter besteht und sehr steif und gelegentlich gänzlich fest ist, wird durch den Einlauf 17 in den Zylinder 3 durch mechanische Mittel gedrückt. Die in dem Zylinder arbeitende Schnecke 9 treibt die Masse in den Zylinder 3 von links nach rechts im Sinne der Fig. 2 und 3. Die Beheizung der in bekannter Weise doppel wandig ausgebildeten Zylinder sorgt dafür; dass die Masse in breiig flüssigen Zustand überführt wird.
Aus dem Zylinder 3 gelangt die Masse durch ein Verbindungsrohr 10 in den Nachbarzylinder 4, dessen Schnecke 9 die Masse in umgekehrter Richtung, also von rechts nach links, im Sinne der Fig. 2 und 3 treibt. Da immer zwei benachbarte Zylinder durch Leitungen 10 miteinander verbunden sind, so wird die Masse durch alle Zylinder nacheinander hindurchgetrieben,bis sie schliess lich aus dem letzten Zylinder durch den Ab lauf 18 abfliesst.
In Fig. 4 ist in grösserem Massstabe ein senkrechter Querschnitt durch den Zylinder 8 dargestellt. Wie ersichtlich, ist die Zylinder wandung mit längslaufenden Rippen oder der gleichen ausgerüstet, die zweckmässig säge zahnartig profiliert sind, derart, dass die durch die Schnecken in der Drehrichtung mitge- nommene Schokoladenrasse gegen die radial verlaufenden Abfälle der sägezahnartigen Pro file geschleudert wird.
In den Zylindern 4, 5, 8, 7, 6 läuft die Schnecke 9 mit einer derartig hohen Geschwindigkeit um, dass die Masseteilchen gegen die Zylinderwandung geschleudert werden, welche Schleuderwir kung ausserordentlich zu der Aufbereitung der blasse beiträgt.
Gleichzeitig wird durch die Schnecke Frischluft in den Zylinder eingesaugt, indem, wie aus Fig. 5 ersichtlich ist, der Zylinder deckel am Eintrittsende der Masse mit einem Lufteintrittsschlitz 19 ausgerüstet ist.
Je nach dem Flüssigkeitszustande der Masse wird eine höhere oder geringere Er wärmung in dem einzelnen Zylinder bei der Durcharbeitnng der Masse eintreten. Bekannt- lich spielt aber gerade der Wärmegrad der Masse bei ihrer Verarbeitung eine hervor ragende Rolle. Um die Temperatur der Masse auf gewünschter Höhe halten zu können, sind die einzelnen Schneckenzylinder für sich be heizbar. Die durch die Verbindungsleitungen 10 strömende blasse wird mittelst Thermo meter 20 auf ihre Wärme gemessen und jeder Zylinder für sieh so eingeregelt, dass in ihm die günstigste Temperatur herrscht.
Die Masse wird bei der Verarbeitung in der beschriebenen Maschine schliesslich voll kommen dünnflüssig, so dass sie beim Ver lassen der Maschine nicht die Konsistenz auf weist, welche für die Weiterverarbeitung er forderlich ist. Die Maschine bietet aber ohne weiteres die Möglichkeit, diese Konsistenz herzustellen, indem man den letzten Zylinder oder die letzten Zylinder 6. 7 kühlt, so dass die flüssige Masse auf die erforderlicfie Kon sistenz gebracht wird.
Es ist noch zn bemerken, dass die längs laufenden Rippen an der Innenseite der Zy linder auch stellenweise unterbrochen sein können, also nicht von einem bis zum andern Zylinderende durchgehende Nuten oder Rin nen zu bilden brauchen. Werden Unterbre chungen angewendet, dann richtet man es zweckmässig so ein, dass die Unterbrechungen der benachbarten Rippen gegeneinander ver setzt sind.
Die Vorteile dieser Maschine sind fol gende Die Fertigstellung der für die Eintafelung nötigen Schokolademasse erfolgt kontinuier lich. Der unterbrochene Betrieb, wie er bisher bei allen Arbeitsmethoden nötig war; kann mit dieser Maschine vermieden werden. Dies ist vor allem wertvoll für die Bestrebungen, die ganze Schokoladenherstellung von der Kakaobohne an bis zur Ware automatisch zu gestalten. Der grösste Vorteil liegt in der geradezu überraschenden Kürze der Zeit, mit der die Schokolademasse fertigbehandelt wird, um eingetafelt zu werden.
Von grosser Be deutung ist ferner, dass der für die Ein- tafelung erforderliche Flüssigkeitsgrad mit vermindertem Zusatz an Kakaobutter erreicht wird, was gleich ist einer Verbilligung der Herstellung der Schokolade.