Verfahren zur selbsttätigen Regelung des Betriebes von Dampferzeugungsanlagen. Im nachfolgenden soll ein neues Verfah ren zur Regelung des Betriebes von Dampf erzeugungsanlagen, insbesondere von Hoch druckdampfanlagen beschrieben werden, bei denen die Beheizung in Abhängigkeit von Dampfdruck und Dampfverbrauch geregelt wird.
Es sind Verfahren bekannt geworden, die den Dampfdruck zur Regelung benutzen, wo bei einige den Druck nicht im Kessel selbst, sondern hinter dem Überhitzer messen. Da-. durch wird der Dampfdruck etwas vom Dampfverbrauch beeinflusst. Dieser Einfluss des Dampfverbrauches auf den Druck ist nur sehr gering, quadratisch abhängig vom Dampfverbrauch, und bei jeder Anlage an ders, welche Umstände für eine einfache und sichere Regelung besonders bei Hochdruck dampfanlagen sehr ungünstig sind. Die qua dratische Abhängigkeit bewirkt, dass der Ein fluss des Dampfverbrauches bei geringem Ver brauch überhaupt nicht und bei grossem Ver brauch viel zu stark zum Ausdruck kommt.
Ferner sind Verfahren bekannt geworden, bei denen der Druckabfall der Verbrennungs- luft in den Heizkanälen zur Regelung heran gezogen wird. Dies erfordert wegen der Ge- ringfiigigkeit dieser Druckunterschiede aller feinste Messinstrumente, die sehr teuer und wenig widerstandsfähig sind.
Nach dem Erfindungsgedanken soll nun zur selbsttätigen Regelung. des Betriebes von Dampferzeugungsanlagen, bei denen die Be- heizung in Abhängigkeit von Dampfdruck und Dampfverbrauch geregelt wird, wenig stens eine der die Intensität der Beheizung und den. Gang der Verbrennung bestimmen den Grössen ausser in Abhängigkeit vom Dampfdruck und Dampfverbrauch noch von mindestens einer weiteren Betriebsgrösse der Dampferzeugungsanlage, die von der Feuer wirkung bestimmt wird, zusätzlich und unab hängig von andern Grössen geregelt werden.
Um eine zuverlässige Regelung zu ermög lichen, ist der Dampfverbrauch zum Beispiel durch den Druckabfall in der Dampfleitung, oder besser noch an einer besonderen Messstelle der Dampfleitung zum Beispiel mittelst einer Venturidüse, einer Stauscheibe oder derglei- chen zu messen. Man gelangt dadurch zu Regelapparaten, die in gleicher Ausführung für Dampferzeuger verschiedenster Art und Grösse verwendet werden können.
Ein Ausführungsbeispiel einer nach dem vorliegenden Verfahren arbeitenden Vorrich tung, bei der die einzelnen Regulierwirkun gen auf mechanischem Wege übertragen und gekuppelt werden, ist im nachfolgenden an hand von Abb. 1 beschrieben.
Die Veränderung des Dampfverbrauches und des Druckes wird innerhalb eines be stimmten Bereiches zur Regelung herangezo- ,.en, und zwar die Dampfverbrauchsänderung zwischen dem Mindest- und dem Höchstver brauch, der ein bestimmter Anzeigeweg t' entspricht, die Druckänderung zwischen dem niedrigsten für den Betrieb zulässigen Druck und dem höchsten Druck, bei dem die Anlage noch haltbar ist, welchem Druckunterschied ein Anzeigeweg D entspricht.
In Abb. 1 der Zeichnung sind die Regel wege D und I' der Druck- und der Dampf- verbrauchsmesseinrichtung dargestellt.
In einem bestimmten Betriebszustande sei der Dampfdruck cr, der Dampfverbrauch<I>b.</I> Diese beiden Stellungen verbindet ein Hebel 1 und von einem Punkte c dieses Hebels kann die sich aus Druck und Dampfverbrauch er gebende Regelwirkung weitergeleitet werden.
Steigt beispielsweise der Dampfverbrauch bei ##leichbleibendem Druck entsprechend dem Pfeilstrich bei b, dann geht der Hebel 1 nach oben und unter Vermittlung der Hebel und Stangen 2, 8, 4, 5, 6 wird dadurch die Brenn stoffzufuhr entsprechend der Pfeilrichtung bei B verstärkt. Ähnlich ist die Wirkung, wenn bei gleichbleibendem Dampfverbrauch der Druck sinkt. Gleichzeitig mit der Brennstoffänderung wird durch den Hebel 7 und die Stange 8 bei L die Luftmenge im Sinne des Pfeils vergrössert.
Werden Abgase mit zur Regelung der Feuerwirkung herange zogen, indem zum Beispiel aus dem Rauch kanal Abgase entnommen und der Verbren- nungsluft beigemengt werden, so kann gleich zeitig mit der Veränderung der Luftmenge auch diese Abgasmenge verändert werden. Der Grad der Luftverstellung wird gemäss Abb. 1 ausserdem durch die gebildete Kohlen säure- und Iiohlenolydmenge beeinflusst.
Zu diesem Zwecke greift an dem einen Ende iii eines Hebels 9 ein Iiohlensäuremesser und an dem andern Ende ri dieses Hebels ein Iiohlenozydmesser an; die resultierende Wir kung dieser beiden Apparate gelangt von der Zwischenstelle n des Hebels 9 unter Vermitt lung der Stange 11) an den Endpunkt l des Hebels 7, so dass die Luftmenge bei steigen dem Iiohlenoz\-dgehalt im Sinne des Pfeils bei ri, und ebenso bei steigendem Kohlen säuregelialt im Sinne des Pfeils bei in erhöht wird.
Hierbei überwiegt die -\Virkung des auftretenden Ilohlenoxydgehaltes derartig, dass der damit zusammenhängende Rückgang des Kohlensäuregehaltes mehr als ausgegli chen und nennenswerte hohlenoxydbildung verhindert wird.
Von Dampfverbrauch und Druck können gleichzeiti- auch andere Betriebsgrössen des Dampferzeugers selbsttätig beeinflusst wer den, wie die Speisewassermenge S oder bei Da mpferzeugungsverfahren, wo Dampf zwangsläufig umgepumpt und überhitzt wird, die umgepumpte Dampfmenge P. Dies ist in Abb. 1 dadurch zum Ausdruck gebracht, dass die Stange 6, die die Brennstoffmenge ver ändert, den einarmigen Hebel 11 betätigt, von dessen Zwischenpunkt p aus die Speise wassermenge im Sinne des Pfeils vergrössert wird.
Diese Regelung der Speisetvassermenge kann auch von andern Stellen des durehlau- fenden Feuergestänges zur Veränderung der Bren.nstoffmenue ss abgeleitet werden. Die Beeinflussung der umzupumpenden Dampf menge P wird beispielsweise von der Stelle d bezw. von der Zwisehenstelle r des Hebels l? aus abgeleitet. Diese Verstellung der Menge P wird zusätzlich beeinflusst von der Höhe der Überhitzungstemperatur' des Dampfes.
Zu diesem Zwecke wird der Endpunkt q des Hebels <B>12</B> von der Anzeigevorrichtung für die Überhitzun-stemperatur innerhalb der Regelgrenzen dieser Temperatur verstellt, so dass beim Steigen der Vberhitzungstempera- tur im Sinne des Pfeils bei q die umgepumpte Menge P im Sinne des Pfeils vergrössert und damit die Überhitzung wieder auf das ge wünschte Mass zurückgebracht wird.
Anstatt der beschriebenen mechanischen Kupplung der Regelwirkungen von Druck und Dampf verbrauch, von Kohlensäure- und Kohlen- oxy dgehalt der Feuergase usw. können auch elektrische, hydraulische. oder dergleichen Einrichtungen verwendet werden.
Die Veränderung der Brennstoffmenge B erfolgt im allgemeinen durch Veränderung eines Durchgangsquerschnittes für den Brenn stoff, mänchmal auch durch Zumessung des Brennstoffvolumens, zum Beispiel mittelst Förderschnecke oder dergleichen.
In beiden Fällen kann die Korngrösse des Brennstoffes, der bei Verwendung verschie dener Brennstoffsorten veränderliche Heiz wert oder der verschiedene Wassergehalt des Brennstoffes usw. die Regelwirkung stören, indem bei gleichem Weg der Regelstange 6 bei B verschiedene Heizwirkungen entstehen. Ohne zusätzliche Regelung würde hierdurch der gewünschte Normaldruck der Anlage er heblich geändert werden. Es würde dann der Angriffspunkt a des Hebels 1 solange stei gen oder fallen, bis die erwähnte Verände rung der Heizwirkung durch zusätzliches Verstellen bei B wieder ausgeglichen ist. Dies ist aber nur bei vorübergehender der artiger Veränderung der Heizwirkung er wünscht.
Treten solche Betriebsveränderun gen für voraussichtlich längere Dauer ein, dann kann die unerwünschte Veränderung des Druckes der Anlage dadurch nach Mög lichkeit verhütet werden, dass die Verstellung der Brennstoffmenge B von verschiedenen Angriffspunkten f des einarmigen Hebels 3 abgeleitet wird.
Es ist unvorteilhaft, die Feuerung wäh rend des Anheizens in Abhängigkeit von Druck und Dampfverbrauch zu regeln. Es ist im Gegenteil wegen der Einfachheit und Genauigkeit der Apparate, insbesondere des Druckmessers, zweckmässig, den Wirkungs bereich dieser Apparate auf zulässige Be triebsdrücke zu beschränken. Zu diesem Zwecke lässt sich die Regelvorrichtung so ausbilden, dass es möglich ist, die Regelung durch Druck und Dampfverbrauch während des Anheizens auszuschalten und erst bei Erreichung eines gewünschten Betriebs druckes entweder von Hand aus oder selbst tätig durch den Druck (am besten abgeleitet vom Druckmesser) einzuschalten..
Bei Hochdruckdampànlagen, bei denen Dampf im Kreislauf durch eine Pumpe zwangsläufig bewegt und dabei überhitzt wird, ist es zweckmässig, während des An heizens unter Abschaltung der normalen Re gelung eine besondere Anheizregelvorrich- tung zu benutzen, bei welcher die Feuerwir kung durch Veränderung der Brennstoff und Luftmenge usw. in Abhängigkeit von der Temperatur des Dampfes beispielsweise am Ende des Überhitzers geregelt wird.
Da aber während des Anheizens unter Umstän den die Temperatur in der Mitte des Über- hitzers grösser sein kann als am Ende, ist es in diesem Falle zweckmässig, zur Anheizrege- lung ausserdem noch die Temperatur in der Mitte des Überhitzers heranzuziehen.
In Abb. 1 ist die Abschaltung der normalen Regelung während des Anheizens gekennzeichnet durch die strichpunktierte Lage 5' der Stange 5, wobei die Stange 5 an der Stelle g von der normalen Regeleinrichtung, abhängig vom Dampfverbrauch und Druck, abgekuppelt und bei g' unter Vermittlung der Stange 13 bei t mit dem Hebel 14 verbunden wird, an dessen einem Ende v die Regelvorrichtung<I>Ü,</I> beeinflusst von der Temperatur am Ende des Überhitzers, und an dessen anderem Ende w die Regelvorrichtung Ü', beeinflusst von der Temperatur in der Mitte des Überhitzers,
an greift. Hierdurch wird die Feuerwirkung bei steigender Überhitzung im Sinne der Pfeile bei<I>v</I> und<I>w</I> verringert.
Durch die Regeleinrichtung können auch beispielsweise in und vor Grenzstellun- gen optische und akustische Signale ge geben werden. Ausserdem ist es mög lich, in gefährlichen Grenzstellungen un abhängig von der normalen Regelung zu sätzlich derart einzugreifen, dass entweder vorübergehende Massnahmen eingeleitet wer- den oder der Betrieb durch Abstellung der Feuerung ganz unterbrochen wird. So kön nen zum Beispiel in den Stangen 6 und 8 Spannschlösser i. und i' angeordnet werden, von denen das erstere in der Abb. 2 besonders dargestellt ist.
Durch den an dem Spa.nn- schloss angreifenden Zahntrieb 15, 15' kann eine gewünschte zusätzliche Beeinflussung der Feuerwirkung durch Verkürzung oder Verlängerung der Stangenlänge 6 erreicht werden. Selbstverständlich kann man diese Wirkung auch durch andere Ausführungs formen, beispielsweise auf elektrischem MTege, erzielen.
In Abb. 3 ist ein Ausführungsbeispiel der Druck- und Dampfverbrauchsregelein- richtung dargestellt, bei welcher der Drucli und der Dampfverbrauch durch Messvorricli- tungen mit rotierenden Kolben gemessen wer den, derart, dass eine Messvorrichtung den Kesseldruck unmittelbar, eine zweite Mess- vorrichtung mittelst zweier gegeneinander wirkenden Kolben einen vom Dampfver brauch abhängigen Differenzdruck und durch eine Zwischenübersetzung den Dampfver brauch selbst linear anzeigt,
wobei alle Kol ben von einer gemeinsamen Stelle aus in Umdrehung versetzt werden. Es bedeutet 16 das Druckgefäss, in welchem der Dampfdruck unter Vermittlung von gekühltem Kondensat auf einen durch Stopfbüchsen oder derglei chen abgedichteten Kolben 17 wirkt. Der Gegendruck wird am günstigsten in zwei Teilen aufgenommen. Ein Gewicht 18 er zeugt den konstanten Gegendruck, der dem Druck entspricht, bei welchem die Einschal tung der Druckmessvorrichtung aus der An- heizregelstellung erfolgen soll.
Der Betriebs druck selbst wird zusätzlich durch die Feder 19 ausgeglichen, deren Zusa.mmen drückung den Anzeigeweg D ergibt, wobei zum Beispiel an der Stelle a des einarmigen Gewichtshebels 20 der Hebel 1 entsprechend Abb. 1 angreifen kann. Der Gewichtshebel ist durch den Lenker 21 am Gehäuse 16 ab gestützt. Es bedeuten 22 und 23 Druckge fässe, in denen die gegeneinander wirkenden Kolben 24 und 25 durch Stopfbüchsen oder dergleichen abgedichtet sind. Diese Kolben dienen zur Messung des Differenzdrucke zwecks Bestimmung des Dampfverbrauches.
Der Differenzdrucl; wird durch die Stangen und Hebel 26,<B>27,</B> 28, 29, 30 auf den zwei armigen Hebel 31 übertragen, an dem einer seits das dem jeweiligen Differenzdruck das Gleichgewicht haltende Belastungsgewicht 32 und die Stange 30, anderseits bei b der Regulierhebel 1. entsprechend Abb. 1 an greift. Durch den Aussehlag des Hebels 31. wird der gesamte Dampfverbrauch V gemes sen. Die Stangen 29 und 30 arbeiten mittelst der Rolle 34 derart zusammen, dass diese Rolle an der festen Rollkurve 35 abrollt.
Hierdurch wird die mit dem Dampfverbrauch quadratische Änderung des Differenzdruclzes vermittelst des CTestänges 27, 28, 29, 30 und 31 in eine lineare Anzeige V an der Stelle b des Regulierhebels 1 übergeführt. Eine der artige Umwandlung in die lineare Anzeige lä,sst sich selbstverständlich auch durch an dere Einrichtun@oen ähnlicher Art, zum Bei spiel durch entsprechende Schränkung von Hebeln, durch elektrische oder durch Flüs sigkeitsübertragung, bewirken.
Von der Stelle c wird die Regelwirkung mittelst der Stange 2 entsprechend Abb. 1 in der schon beschriebenen Weise abgeleitet.
Der Kolben 17 einerseits und die beiden Kolben 24 und 25 unter Vermitt lung der Kolbentange 26 anderseits wer den unter Vermittlung der Zahnräder 33 in ständige Drehung versetzt, um in be kannter Weise die Verschiebungsreibung der Kolben auf ein Minimum zu brin gen. Die Drehung der Zahnräder 33 kann von einem Elektromotor abgeleitet werden. Bei Dampferzeugern, bei denen Dampf durch eine besondere Pumpe umgewälzt wird, ist es zweckmässig, die Drehung durch den An trieb dieser Pumpe zu bewirken, weil die Um wälzpumpe ununterbrochen im Betriebe ist, solange der Kessel befeuert wird.
In Abb. 4 und 5 ist ein Ausführungsbei spiel der Vorrichtung zum Umschalten der Regelung von Anheizen auf Betrieb oder um gekehrt dargestellt. Darin bedeuten die mit Ziffern bezeichneten Teile dasselbe wie in Abb. 1. Die Stangen 4 bezw. 13 sind an den Stellen g und g' an eine Lasche 36 angelenkt, wobei die Stangen 4 und 13 in Lagern 37 parallel geführt sind. An der Lasche 36 glei tet der Schuh 38, an dessen Seitenzapfen die Stange 5 angreift.
Durch die Blechschilde 39, welche mittelst Zapfenstücken 40 in den La gern 41 in der Längsrichtung verschiebbar sind, kann der Schuh längs der Lasche 36 mittelst seiner Zapfen entweder in Grenzlage bei g (Regelung im Betrieb) oder bei g' (Regelung bei Anheizen) gebracht werden.
Bei Regelung im Betrieb zum Beispiel ar beitet wohl die Stange 13 weiter, wirkt aber nicht auf die Stange 5 ein, sondern die Lasche 36 macht eine Leerbewegung. Der Längs schlitz 42 in den Blechen 39 ermöglicht die freie Beweglichkeit der Stange 5 gegenüber dem senkrecht dazu in den Lagern 41 geführ ten Blechstück.
Die Seitenverschiebung von Anheizen auf Betrieb kann von Hand aus oder selbsttätig durch Hubmagnet, Elektromotor, hydrau lischen Servomotor oder dergleichen ausgelöst durch das Erreichen des gewünschten Grenz- druckes, zum Beispiel durch das Anspringen des Druckmessers 16 (Abb. 3), bewirkt wer den.
An Stelle des beschriebenen mechanischen Apparates für die Druck- und Dampfver- brauchsanzeige kann man auch ein gewöhn liches Manometer und einen der gebräuch lichen Dampfmengenmesser mit elektrischer oder hydraulischer Fernübertragung verwen den, wobei die beiden Anzeiger erst nach der Fernübertragung zur zusammenfassenden Wirkung verbünden werden. Auch bei dem.
in Abb. 3 dargestellten Messapparat können die Anzeigewege des Kolbens 17 bezw. der Stange 26 statt durch direkte Kupplung mit- telst der beschriebenen Gestänge und Hebel elektrisch oder hydraulisch übertragen und dann kombiniert werden.
Durch die Fern übertragung kann auch anstatt der Propor- tionalbewegung des Hebelendpunktes a in Abhängigkeit vom Druck mittelst der bei Drehzahlregelung von Maschinen bekannten Arten von gompensations-, Überkompenss,- tions- und Rückführungsvorrichtungen be wirkt werden, dass der gewünschte Normal druck stets und unter allen Umständen einge stellt wird.
Bei der in Abb. 1 und 3 dargestellten Vor richtung ist der Regelweg proportional dem Druck und die Regelung setzt daher bei je der Veränderung der Betriebsverhältnisse, welche den Druck beeinflusst, eine bestimmte zulässig geringe Veränderung des Druckes gegenüber dem Normaldruck voraus, welche solange bestehen bleibt, bis die Ursachen der Veränderung der Betriebsverhältnisse beho ben sind.
Sinngemäss gilt die beschriebene Art der Übertragung des Reguliereinflusses des Druckes auch für alle andern in Abb. 1 dar gestellten Regelwirkungen, beispielsweise für die des Kohlensäuremessers, des Kohlenoxyd messers, der von der Überhitzungstempera tur beeinflussten Vorrichtung.
Die Regüliereinflüsse lassen sich auch in besonders einfacher Weise auf elektrischem Wege übertragen und kuppeln mit den glei chen Wirkungen wie bei der vorstehend be schriebenen Art der mechanischen Übertra gung.
Ein Ausführungsbeispiel einer Proportio- nalfernübertragung mittelst elektrischen Ser vomotors ist in Abb. 6 schematisch darge stellt, zum Beispiel für die Regelwirkung der Kohlensäureanzeiger. Der Kohlensäuremesser gibt bei seinen Anzeigen unter Vermittlung eines Kontaktgleitstückes 43 an den Kon takten 44 Stromimpulse, die einen Elektro motor 45 zwingen, mittelst einer Schrauben spindel 46 eine Mutter 47 solange zu ver schieben, bis das an der Mutter befestigte Kontaktstück den der Anzeige der Kohlen säure entsprechenden Kontakt 48 berührt.
Durch die Mutter 47 können auch unmittel bar Kräfte zur Stellung von Regulierklappen oder dergleichen abgeleitet werden.
Die beschriebene Regelungsform, abgelei tet von Druck und Dampfverbrauch, gestattet auch eine Sicherung der Regelung insofern, als beim Versagen der Dampfverbrauchsmes- sung (zum Beispiel wenn Punkt b ir gendvro stehen bleibt) die Feuerung durch Heran ziehung des im normalen Betriebe nicht voll ausgenutzten Druckmessweges D vom An griffspunkte a. der Druckmessung allein aus beeinflusst wird, das heisst durch eine Verle gung des verschiebbar angeordneten Punkte: c derart, dass er mit dem Punkt; a zusammen fällt.
Durch Verschieben des Punktes c zwi.- schen den beiden Punkten a und b lässt sich auch der Einfluss des Dampfdruckes auf die Feuerung gegenüber dem Einfluss des Dampf verbrauches einstellen. Durch die Parallel führung beispielsweise der Punkte a, b, c des Regelgestänges wird die proportionale Über tragung der Wege von a und b auf c erreicht. Es sind aber auch noch andere Ausführungs formen möglich, bei denen zum Beispiel der Punkt c nicht parallel zu den Wegen von a und b geführt wird, sondern in der Art, dass die Entfernung des Punktes c von a auf dem Hebel 1 konstant bleibt.
Dadurch wird zwar eine Abvv eichung von der linearen L?bertra- gung herbeigeführt, aber der Vorteil erreicht, dass die Einwirkung in den Grenzlagen ver stärkt wird, was zum Beispiel besonders beim Versagen des Dampfverbrauchsmessers wich tig ist.
Alle die gekennzeichneten, für die Rege lung wichtigen Apparate: Druckmessvorrieh- tung, Dampfverbrauchsmessvorrichtung usw. können auch dazu dienen, die Veränderung der betreffenden Betriebsgrössen, wie Druck, Dampfverbrauch usw., optisch anzuzeigen und aufzuzeichnen. Hierbei können die sonst bei solchen Messungen notwendigen elektri schen Fernschreiber entfallen, da ja die vor handenen Verstellwege der Regeleinrichtung zum Aufschreiben der betreffenden Betriebs -rössen unmittelbar herangezogen werden können.
In besonders vorteilhafter Weise lässt sich der Dampfverbrauch anzeigen, registrie ren und die Verbrauchsmenge in lig zählen. Zur genauen Zählung in kg ist eine Kor- rektur der Volumangabe des Messers durch Druck und Temperatur des Dampfes notwen dig. Diese linear prozentual vorzunehmende Korrektur lässt sich mit den vorhandenen Apparaten in cinfaclier Weise erreichen.
In Abb. 1 ist, ein Beispiel einer hierzu geeigneten ineehanischen Anzeigevorrichtung dargestellt. Die Angabe des Dampfvolum- messers in kg kann bei b abgelesen werden. Um diese Angabe nun bei einer Verminde- rung des Druckes D oder einer Vergrösserung der Ü berliitzunstemperatur L' entsprechend zu reduzieren,' wird der Dampfverbrauch nicht, an der Stelle 1), sondern bei b' abgelesen.
Bei dieser Vorrielitung übertragen die Stan gen 63 und 65 vermittelst des Winkelhebels 6-1 die Bewegungen des Punktes y auf das seitlich bewegliche Schubstück 66, das in d en Gleitlagern. 6 7 und 68 geführt ist. Der Zapfen b' ist auf dem Hebel 69 gleitend ver schiebbar.
Er kommt dem einen fest,---ehalt,,- nen Ende des Hebels <B>69</B> um so näher, ;je hil- her der vom Vberhitzungsmesser und Druck messer gemeinsam bewegte Zwischenpunk .t g gehoben wird, das heisst je höher rlie I'ber- hitzungstemperatur und je niedriger der Druck ist.
Xuf diese Weise werden die An gaben des Da.mpfverbrauchmessers I' in line a- rer prozentualer @N,'cise derart korrigiert, dass in b' der Dampfverhra.ucll in kg gemes sen und "ezählt wird.
Es wird nämlich mit fallendem Dampfdruck und steigender Tem peratur des Dampfes die durch die Hebel- u Ütbersetzung <B>69</B> in und für sieh reduziert(-- i <B>Z,</B> _Angabe des Dampfverbrauches entsprechend verkleinert und umgekehrt.
Es kann aber ancli in gewissen Fällen ein besonderer Apparat zur Mengenmessung zwecks Zählung des Dampfverbrauches in kg mit der :Korrektur durch die Druclz- und Temperaturmessung des Dampfes verwendet werden.
Die Betriebsbedingungen verlangen mit unter eine zeitweise Ausschaltung der auto matischen Regel-#virl#.ung und die Möglichkeit, von Hand aus die gewünschte Beeinflussung beispielsweise der Feuerwirkung durch Ver änderung der Brennstoffmenge oder der Luft menge zu bewirken. In Abb. i ist eine Uni- schaltvorrichtung beispielsweise für die Ver änderung der Brennstoffmenge B dargestellt. Es bedeutet 6 entsprechend Abb. 1 die Regel stange für die Veränderung des Brennstoffes bei B. Diese Stange besitzt am Ende eine Verzahnung, mittelst deren das Zahnrad 49 gedreht wird.
Mit dem Zahnrad ist eine Klauenkupplung 50 verbunden, durch welche die Welle 51 mitgenommen wird, die mittelst Federkeils ein Zahnrad 52 und die Stange 53 mitnimmt, die die gewünschte Verände rung der Brennstoffmenge schliesslich herbei führt. Durch Herausziehen des mit der Welle 51 verbundenen Händrades 54 wird die Klauenkupplung gelöst, und es kann nun mehr vermittelst des Handrades 54 die Brenn stoffmenge von Hand beeinflusst werden, wo bei die automatische Verstellung ohne Wir kung weiterarbeiten kann.
Die Grösse des Regelweges der automatischen bezw. Hand beeinflussung kann durch die Zeiger 55 und 56 derart angezeigt werden, dass im Falle automatischen Betriebes nur der Zeiger 56 aussen sichtbar ist, während im Falle von Handbetrieb durch Aufleuchten der Lampe 57 auch der Zeiger 55, beispielsweise durch die zwischengestellte Mattscheibe 58 mit Tei lung hindurch, sichtbar wird.
Bei einer Batterie von mehreren Dampf erzeugern, die auf eine gemeinsame Haupt- da.mpfleitung der Verbrauchsstelle arbeiten, ist es zweckmässig, nur einen Regelapparat für Druck und Gesamtdampfverbrauch zu verwenden, beispielsweise nach Abb. 3. Jeder Kessel erhält dann eine automatische Regel anlage nach Abb. 1, die so eingerichtet ist, dass der resultierende Regelweg von Druck und Dampfverbrauch des gemeinsamen Reg lers bei jedem Dampferzeuger direkt auf das Stangenende d des Hebels 3 bezw. 12 nach Abb. 1 einwirkt.
Sind die Betriebsverhältnisse und damit die Leistungsfähigkeit der einzelnen Dampf erzeuger durch die verschiedene Grösse der Dampferzeuger, ihre verschiedene Beschaffen heit, zum Beispiel die Verlegung der Rohre, Heizkanäle usw. verschieden, dann ist es not wendig, die Regelungseinrichtung der Lei stungsfähigkeit des betreffenden Dampfer zeugers anzupassen. Zu diesem Zwecke kann nach Abb. 8 in das Regelgestänge zwischen den Hebelendpunkten<I>f</I> und<I>g</I> entsprechend Abb. 1 eine Hebelübersetzung mittelst der Ge stänge 59, 60, 61 eingeschaltet werden. Durch Verschiebung des Angriffspunktes x der Stange 61 auf dem einarmigen Hebel 60 kann der Regelweg entsprechend der ge wünschten Leistungsfähigkeit des betreffen den Dampferzeugers eingestellt werden.
Anstatt die Anpassung an die Brennstoff- heizwirkung durch Verstellung des Angriffs punktes f der Stange 4 (Abb. 1) und die An passung des Dampferzeugers an seine Lei stungsfähigkeit durch Verstellung des An griffspunktes der Stange 61 (Abb. 8) zu be wirken, kann man auch denselben Erfolg er zielen, indem man entweder nur den Punkt f der Stange 4 oder nur den Angriffspunkt der Stange 61 verstellt.
Für die Bewegung des Punktes g, welche massgebend für die Ver änderung der Brennstoffmenge und der Luft menge ist, ist es nämlich gleichgültig, ob zum Beispiel nach Abb. 1 die Bewegung des An griffspunktes f der Stange 4 dadurch verklei nert wird, dass er näher an den Drehpunkt e der Stange 3 heranbewegt wird, oder ob nach Abb. 8 die Bewegung des Punktes f durch eine Übersetzung auf einen Punkt übertragen wird, der seinerseits erst den Punkt g bewegt. Die in Abb. 8 dargestellte Zwischenschaltung der Hebel 59, 60 vermehrt die Stellen, von denen aus man Einfluss auf die Wirksamkeit der Regelung ausüben kann.