CH125011A - Verfahren zum Härten von Kondensationsprodukten aus Harnstoff und Formaldehyd oder deren Derivaten. - Google Patents
Verfahren zum Härten von Kondensationsprodukten aus Harnstoff und Formaldehyd oder deren Derivaten.Info
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Description
Verfahren zum Härten von Kondensationsprodukten aus Harnstoff und Formaldehyd oder deren Derivaten. Es sind verschiedene Verfahren vorge schlagen worden, nach denen man aus Harn stoff und Formaldehyd, sowie deren Deriv a ten Kondensationsprodukte gewinnen kann. Bei der Verarbeitung dieser Kondensations produkte macht sich in manchen Fällen der Mangel stark geltend, dass die 'Hassen nach der Kondensation noch längere Zeit weich und klebrig bleiben und erst allmählich er härten. Man hat bereits die Härtung der Mas sen durch Erwärmen beschleunigt.
Es wurde nun gefunden, dass die Erhär tung einen wesentlich schnelleren Verlauf nimmt, wenn man die Kondensationsprodukte der Einwirkung von Säuren unterwirft. Es können hierbei auch Säureanhydride zur An wendung gelangen, welche dabei durch den Feuchtigkeitsgehalt der zu härtenden Pro dukte in die entsprechenden Säuren überge führt werden. Vorteilhaft verwendet man flüchtige Säuren und Säureanhydride, bei spielsweise Schwefeldioxyd, Ameisensäure. Flusssäure usw.
Die Säuren und Säurea.nhydride können in beliebiger Form, sei es gas- bezw. dampf- förmig, sei es in Form von Lösungen ange wendet werden. Die Härtung kann je nach der Art und Konzentration der angewendeten Säuren bezw. Säureanhyclride und je nach dem Herstellungsverfahren der zu härtenden Kondensationsprodukte sehr verschieden sein. Auch die Dauer der Einwirkung der Säuren etc. beeinflusst den Grad und die Art der Här tung, und man kann nach Belieben die Här tung nur auf eine Oberflächenhaut beschrän ken als sie auch weiter in die Tiefe gehen lassen. Man kann auch unter Anwendung von Druck arbeiten.
Bei geeigneter MTahl der Säure bezw. des Säureanhydrids bleiben die Kondensationsprodukte klar, sofern sie vor der Behandlung klar waren. Bei Behandlung mit wässerigen Lösungen bildet sich ober flächlich meist eine geringe Trübung, die für viele Zwecke ohne Belang ist, die aber durch Verwendung der Säuren in Gasform vermie den werden kann. Auch bei Anwendung der Säuren und Säurenanhydride in nicht wässe rigen Lösungsmitteln gelöst tritt diese Trü bung nicht ein.
Die auf die angegebene Weise erzielte Oberflächenhärtung ist beständig und verrin gert die Quellbarkeit der Kondensationspro dukte in Flüssigkeiten. Durch diese bisher nicht bekannte Möglichkeit, die Kondensa tionsprodukte schnell zu härten, werden für die ]Elarnstoff-Formaldehydkondensationspro- dukte ganz neue Verwendungsgebiete er schlossen, ganz abgesehen davon, dass die schon bekannten Verwendungsarten wesent liche Verbesserung erfahren. Besonders gün stig ist die schnelle Oberflächenhärtung für die Verwendung der genannten Kondensa tionsprodukte zu Gläsern- aller Art oder zu Films, als Isoliermaterial, Lacke und derglei chen.
Durch die schnelle Härtung wird es fer ner zum Beispiel praktisch erst möglich, Ge- spinstfasern aus Harnstoff-Formaldehydkon- densationsprodukten herzustellen, die sich von den bekannten Kunstfasern durch die wert volle Eigenschaft auszeichnen, nicht ent flammbar zu sein.
Durch Kombination der beschriebenen Härtungsmethode mit der Wärmehärtung kann die Erhärtungszeit wesentlich abge kürzt und der Erhärtungsgrad bedeutend ver bessert und in weiten Grenzen variiert wer den. Das Verfahren ist auch auf andere Kondensationsprodukte ähnlicher Art oder Gemische solcher anwendbar.
<I>Beispiel</I> Ein stark viskoses, gerade noch giess- fähiges Kondensationsprodukt, das erhalten wurde durch Lösen von 6 Teilen Harnstoff, 0,2 Teilen Mono- und 0,05 Teilen Dinatrium- phosphat in 5 Teilen Wasser in der Wärme, und Zufügen von 18,75 Teilen 32 /aigem For maldehyd und Abdampfen der Hauptmenge des Wassers wird auf eine glatte Fläche ge gossen und darauf in eine Schwefeldioxyd atmosphäre gebracht. Bereits nach wenigen Minuten hat sich eine feste, nicht mehr kleb rige Oberflächenhaut gebildet.
Bei grösserer Schichtdicke kann eine -i achbärtung in der Wärme von Vorteil sein.
<I>Beispiel 2:</I> Ein aus dem wie in Beispiel 1 hergestell ten -und eingedampften viskosen Harnstoff- Formaldehyd - Kondensationsprodukt ähnlich wie ein Kunstseidefaden erzeugter Faden durchläuft eine Härtungszone bestehend aus einer warmen Schwefeldioxydatmosphäre, oder in Hä.rtungsbad, bestehend z. B. aus einer Lösung von Schwefeldioxyd in Aceton. Er erhärtet hierin und kann dann weiter zu Gespinsten verarbeitet werden.
<I>Beispiel 3:</I> Eine durch Einlaufenlassen einer wässe rigen Lösung von<B>1000</B> Teilen Harnstoff, 25 Teilen Mono- und 5 Teilen Dinätriümphos- phat in 3000 Teilen siedenden 32%igen For maldehyd und möglichst weitgehendes Ab dampfen des Wassers im Vakuum entstan dene hoch viskose Masse wird in eine belie bige Form, zum Beispiel in ein Hohlprisma, gegossen. Nach mehrstündiger Behandlung bei 70 wird die Masse aus der Form heraus genommen und das Prisma in einen mit Schwefeldioxyd gefüllten Raum gebracht.
Nach 12 bis 24 Stunden ist der Gegenstand hart und kann bearbeitet bezw. weiterverwen det werden, während das Hartwerden ohne Behandlung mit schwefliger Säure längere Zeit in Anspruch nehmen würde.
<I>Beispiel</I> Eine durch Kondensation von Harnstoff mit Formaldehyd und Abdampfen des Was sers erhaltene viskose Masse wird als Isolier- lack dünn auf einen zu isolierenden Gegen stand aufgebracht. Durch Behandlung mit Ameisensäuredämpfen verliert das Konden sationsprodukt nach kurzer Zeit seine Kleb rigkeit und erhärtet vollständig.
<I>Beispiel 5:</I> Eine durch Kondensation von Harnstoff mit Formaldehyd und Abdampfen des Was sers erhaltene viskose Masse wird in die Form einer Linse gegossen und so lange auf einer Temperatur von 60 gehalten, bis sie genügend fest ist, um ohne Formveränderung aus der Form genommen zu werden. Die noch verhältnismässig weiche linsenförmige Masse wird jetzt einen Tag in gasförmige Flusssäure gehängt und erhärtet hierin derart, dass sie gleich darauf spiegelblank poliert werden kann. Dasselbe wird durch kurzes Eintau chen in 40%ige wässerige Flusssäure und ge eignete ?Nachbehandlung für die Oberfläche selbst ganz weicher Massen erreicht.
<I>Beispiel 6:</I> Man härtet in einer Schwefeldioxydatmo- sphäre ein Kondensationsprodukt, das wie folgt erzeugt wurde: 30 Teile Thioha.rnstoff und 60 Teile Harnstoff werden in 120 Teilen Wasser gelöst und dann langsam zu einer siedenden Lösung von 260 Teilen 30%igem Formaldehyd, der 5 Teile Mononatriumphos- phat und 3 Teile Natriumacetat als Konden sationsmittel zugesetzt sind, hinzugefügt.
Nach dem Abdampfen der Hauptmenge des Wassers wird das viskose Produkt in eine Form gegossen, mehrere Stunden bei etwa 70 behandelt und aus der Form herausge- iiommen. Beispiel i Man härtet in einer Salzsäureatmosphäre ein Kondensationsprodukt, das wie folgt er halten würde.
Eine Lösung von 120 Teilen Harnstoff wird langsam in eine siedende Lösung von 40 Teilen Akrolein in 200 Teilen 30%iger Formaldehydlösung bei Gegenwart von 5 Tei len Natriumbisulfat und 1 Teil Trinatrium- phosphat eingetropft. Nach Entfernung des --rössten Teils des Lösungsmittels durch Va kuumverdampfung verbleibt ein viskoses Kondensationsprodukt, das in eine Form ge gossen, kurze Zeit in der Wärme behandelt und aus der Form herausgenommen wird.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: - erfahren zur Härtung von Kondensa tionsprodukten aus Harnstoff und Formal dehyd oder deren Derivaten, dadurch gekenn- zeichnet, dass man auf die Kondensationspro dukte Säuren einwirken lässt. UNTERANSPRÜCHE: 1.. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man auf die Kondensationsprodukte flüchtige Säuren einwirken lässt. 2. Verfahren gemäss Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man eine solche Säure einwirken lässt, die im Verlaufe des Verfahrens aus ihrem Anhydrid entstanden ist. 3.Verfahren gemäss Patentanspruch und Un teransprüchen 1 und 2, dadurch gekenn-_ zeichnet, dass man auf die Kondensations produkte schweflige Säure, die im Ver laufe des Verfahrens aus Schwefeldioxyd entstanden ist, einwirken lässt. 4. Verfahren gemäss Patentanspruch und Un teransprüchen 1 bis 3, dadurch gekenn zeichnet, dass man die Säuren in Crasform zur Einwirkung bringt. 5. Verfahren gemäss Patentanspruch und Un teransprüchen 1 bis 3, dadurch gekenn zeichnet, dass man die Säuren in Dampf form zur Einwirkung bringt. 6. Verfahren gemäss Patentanspruch und Un teransprüchen 1 bis 3, dadurch gekenn zeichnet. dass man die Säuren in gelöstem Zustand zur Einwirkung bringt. 7.Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die Säuren in der Wärme zur Einwirkung bringt. B. Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die Einwirkung der Säuren unter Druck erfolgen lässt. 9. Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man bei der Herstel lung von Gespinstfasern aus Harnstoff Formaldehyd-Kondensationsprodukten die Härtung durch Einwirkung von Säuren bewirkt.
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