Verfahren und Einrichtung zur Herstellung -von Röhren und andern Hohlkörpern durch Schleuderguss. Bekannt gewordene Verfahren, Röhren durch Schleuderguss herzustellen, verwenden die Anordnung einer liegenden Form, also einer solchen mit wageechter Drehungsachse. Dabei haben sich folgende Nachteile gezeigt.
Die auftretende Fliehkraft ändert sich durch das Eigengewicht des flüssigen Giess gutes derart, dass die nach oben wirkende SehleuderkraTt um die doppelte Gewichts komponente geringer ist, als die nach unten gerichtete Schleuderkraft. Die Folge ist unter anderem eine ungünstige, wechselnde Bean- spruehung des halberstarrten Giessgutes wäh rend der Schwindung. Es bilden sich feine Risse, was zu grossen Nachteilen führen kann.
Dieser \ aehteil tritt um so deutlicher her vor, je geringer die Schleuderkraft im Ver hältnis zum Eigengewicht wird. Aus diesem Grunde zeigen die in w agrechter Lage bei niedriger Umdrehungszahl geschleuderten Rohre niedrigere Festigkeiten als die in ruhender Sandform gegossenen. Erst bei er höhter Umdrehungszahl nimmt die Festigkeit wesentlich zu. Dann tritt jedoch das soge- nannte Voreilen auf. Das Giessgut verschiebt sich in achsialer Richtung in die leere Form hinein bei radial gerichteter Fliehkraft.
Der Flüssigkeitsstreifen wird derart dünn und weit in die leere Form hineingetrieben, dass diese flache Schale an der kalten Formwand bereits erstarrt ist, bevor der eigentliche Giess strahl die betreffende Stelle erreicht. Die kalte Schale verschweisst nicht mehr und die Rohre zeigen an der Aussenwand spiralförmig unganze Eisenschülpen, wodurch dann das Rohr unbrauchbar ist.
Zur Einführung des flüssigen Giessgutes in die wageechte Rohrform werden meist frei tragende offene Rinnen verwendet, die ausser halb der Rohrform gestützt und von dort aus bedient werden. Wird dabei nur eine Zufüh rungsrinne von nur einem Rohrende aus v er- -wendet, so kann die ganze Anordnung etwas schräg getroffen werden, damit das flüssige Giessgut das nötige Gefälle hat. Die Einfüh rungsrinne wird jedoch bei langen Röhren derart ungünstig auf Biegung beansprucht, dass ihr Aufbau hierauf Rücksicht nehmen muss.
Das führt bei Röhren, die im Verhältnis zu ihrem Durchmesser sehr lang sind, zu Schwierigkeiten. Werden zwei Zuführungs rinnen, von beiden Seiten, verwendet, so wird dabei wohl die freitragende Länge der Zufüh, rungsrinnen verkürzt, die Rinnenanordnung muss jedoch mit Gefälle erfolgen, so dass der gleiche Nachteil auch hierbei besteht. Bei der unterteilten Rinne verändert sich ständig die Rinnenlänge, der Durchflusswiderstand bezw. die Durchflussmenge. Das Verfahren wird dadurch ungünstig beeinflusst.
Die noch glühenden Rohre mussten wag recht aus der Schleuderform ausgezogen wer den. Hierbei -wurden die Rohre ungünstigen Biegebeanspruchungen ausgesetzt, die . sie häufig verunstalten oder zerstören.
Die Kühlung des eigentlichen Formman tels erfolgte meistens im Trog, das heisst nur ein Teil des Formmantels wurde gleichzeitig gekühlt. Der Formmantel kühlte besonders während des Stillstandes einseitig ab und wurde vorzeitig zerstört. Bei der nachfolgen den Schleuderung wurde das flüssige Giessgut an der kälteren Stelle stärker abgekühlt, es entstanden Spannungen im Rohr, die später zu dessen Zerstörung mit beitrugen. Versuche, diese Nachteile zu vermeiden, haben zu un günstigen Ausbildungen mit Stopfbüchsen usw. geführt.
Man hat kurze Rohrstücke senkrecht zu schleudern versucht, wobei man das flüssige Metall an den Boden des Rohrtopfes abgab. Beim Schleudern ergab sich dann ein Stück mit kurzer zylindrischer Aussenwand, jedoch mit einem parabolischen Innenmantel und Boden.
Alle diese Nachteile soll die Erfindung vermeiden, zu deren Erläuterung die gezeich neten Ausführungsbeispiele dienen.
Um eine senkrechte Achse dreht sich beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 und 2 mit entsprechender Umdrehungszahl das Form rohr a. Zur Giessgutzuführung dient ein senk recht angeordnetes Rohr b, das mit feuer festem Stoff -c ausgekleidet ist, so dass ein Kanal d gebildet ist. Durch seitliches Abbie gen des Zuführungsrohres am untern Ende wird ein Verteiler gebildet, der den Giessgut strahl, zum Beispiel Metallfluss, Zementbrei und dergleichen gegen die Wand der Form a hin ablenkt. Damit der Strahl 'an der Form wand nicht zurückprallt und spritzt, ist die Austrittsöffnung e vorteilhaft in der Dreh richtung der Form a zurückgebogen (Fig. 2).
Es kann auch das Zuführungsrohr b nebst der Form a in Drehung versetzt sein. In diesem Falle ist die Drehrichtung des Zuführungs rohres b derjenigen der Form a vorteilhaft entgegen gerichtet. Das flüssige Gussmaterial -wird dem Zuführungsrohr oben zugeführt und fliesst durch seine Eigenschwere unten aus. Das Zuführungsrohr ist durch nicht. darge stellte Mittel auf und ab beweglich.
Der Giessvorgang gestaltet sich dann zum Beispiel folgendermassen: Während die Form a. mit, der hervorzu rufenden Fliehkraft @ entsprechender Umdre hungszahl umläuft, wird dem bis .nahe zum Boden geführten Zuführungsrohr b flüssiges Eisen zugeführt. Das Eisen strömt bei e aus, trifft dort auf die umlaufende Formwand, wird von dieser mitgerissen und unter dem Einfluss der Fliehkraft an der Wandung fest gehalten. Der ausfliessende Eisenstrahl erhält auf diese Weise die Gestalt eines am untern Ende der Form a innen gelagerten Ringes aus flüssigem Eisen. Wird jetzt zum Beispiel ab satzweise das Zuführungsrohr b um Ring breite zur Form a gehoben, so lagert sich ein zweiter ebensolcher Ring über dem ersten im Innern der Form. Durch Verschmelzen beider Ringe miteinander erhält man ein kurze,, stehendes Rohrstück.
Dieser Vorgang kann beliebig wiederholt werden. An dem kälteren Teil der Rohrform erstarrt das flüssige Eisen bald zum starren Rohrkörper. Wenn man aber das Zuführungsrohr bei gleichmässiger Drehung stetig aufsteigen lässt, so erhält man ein schraubenförmig gewundenes Rohr. Das flüssige Eisen wird hierbei nicht auf den Bo den der topfartigen Rohrform, sondern un mittelbar an die Wandung, also den grössten Innendurchmesser der Form abgegeben.
Die Fig. 3 bis 13 zeigen weitere Möglich keiten, den flüssigen Eisenstrahl durch einen Verteiler an die umlaufende Formwand abzu geben; Fig. 3 zeigt ein Zuführungsrohr b mit zwei wagrechten Austrittsöffnungen e, e1; der Pfeil P zeigt, dass auch das Zuführungs rohr sich drehen kann; Fig. 4 zeigt zwei schräg nach unten ge richtete Abgänge e, e1, Fig. 5 den einen Ab gang c schräg nach unten und den andern e' schräg nach oben gerichtet.
Nach Fig. 6 hat das Zuführungsrohr vier Abgänge. Die .Summe der Ausströmungsrüclzwirkungen auf das Rohr b ist gleich Null. Selbstverständlich ist damit die Zahl der möglichen Abgänge keinesfalls begrenzt, ebenso kann die Rich- t ung und die Durchgangsweite der ein zelnen Abgänge ganz verschieden sein. Nach Fig. 7 tritt ein gleichmässiger Strahl am ganzen Umfang aus. Nach Fig. 8 mündet das Rohr b senkrecht; sein Strahl trifft auf einen Verteiler f, der ihn gegen die Formwandung ablenkt.
Der Verteiler f ist durch Arme g reit dem Zuführungsrohr b verbunden: Die Arme y können durch feuerfestes Material ge gen den Einfluss des flüssigen Eisens ge schützt werden. Sie gehen von einer Rohr muffe h, aus, die zur Befestigung des Ver teilers an dem Zuführungsrohr b dienen kann. Wird diese Rohrmuffe 12 als Lager ausgebil det, so kann auf diese Weise der Verteiler drehbar gemacht werden.
Die Umdrehungen der Formwandung werden sich über das mit- @,erissene flüssige Eisen zum Teil auf den Verteiler übertragen, und es wird eine kräf- ti@ge Ablenkung des Strahls gegen die Form- wa.ndung erfolgen. Ausserdem wird durch den Verteiler eine ausserodentliehe Gleichmässig- keit der Rohrw andstärke erreicht.
Fig. 9 zeigt eine ähnliche Anordnung wie Fig. 8, jedoch mit einem Vorraum i. über dem Z'erteiler f, der ein Spritzen gegen die Form- wa.ndun-" verhindern soll. Ausserdem zeigt Fig. 9 Vorsprünge i' zur Führung an der be arbeiteten Formwandung. Diese Führung gegenüber der eigentlichen Formwandung kann auch von dem Zuführungsrohr selbst ausgehen. Nach Fig. 10 kommt die Zuführung von unten.
Das Rohr b trägt den Verteiler<B>f'.</B> Der flüssige Eisenstrahl tritt ganz -ruhig und mit geringem Druck ein.
Fig. 11 zeigt den Guss eines Muffenrohres. Der zylindrische Fortsatz k' über dem Muf- fenkern k dient als Verteilerstütze. Der Schaft j dient als Führung des aufwärtsge henden Verteilers. Die Aufwärtsbewegung kann sowohl von dem Zuführungsrohr b, als auch von dem Schaft j aus erfolgen. Dieser kann auch wie bei Fig. 10 der Zuführung die nen.
Fig. 12 zeigt ein kurzes, feststehendes Zu führungsrohr p. Die Bewegung des Verteilers f erfolgt vom Schaft jaus.
Die in den Fig. 1 bis 9, 11 und @12 gezeig ten Verteiler lassen die Rohrwandstärke frei. Die Giesstätigkeit kann sowohl an der tief sten, als auch an der höchsten Stelle der Rohr form beginnen.
Die Verteiler der Fig. 10, 13, 14 schliessen bis auf geringes Spiel die ganze Rohrform ab; sie beginnen ihre Tätigkeit am obern Ende der Rohrform; Fig. 13 entspricht im übrigen der Fig. 8; Fig. 1.1 zeigt den Verteiler f wie Fig. 13, darüber einen Verdränger 1.
Ein gewisser Überschuss an flüssigem Ei sen über den Verteilern der Fig. 8 bis 11 (siehe speziell Fig. 12) ist durchaus zulässig, ebenso eine schräge Stellung des Zuführungs rohres oder unmittelbares Einkippen auf den Verteiler, nur soll zweckmässig der Strahl da bei erst in der Höhe des Verteilers die Form wandung berühren, um schülpenartige An- hängungen zu vermeiden, die zu Ausschuss führen. Bei Verwendung des drehbaren Zu führungsrohres iFig. 3) können geringe Druckhöhen künstlich, zum Beispiel durch Druckluft oder Fliehkraft ergänzt werden; dies kann insbesondere bei Anwendung des steigenden Strahls vorteilhaft sein.
Natürlich kann das Verfahren nicht allein bei Eisen, sondern bei jeder erstarrenden Flüssigkeit, sei es Stahl, Metall, Metallegierung, Zement usw. Verwendung finden. Die Fig. 15, 16 und 17 zeigen ein Aus führungsbeispiel für die Herstellung eiserner Muffenröhren. Die Form ca dreht sich um eine senkrechte Achse. Die Muffe kann dabei so wohl unten als auch _ oben angeordnet sein. In dem Ausführungsbeispiel ist die Muffe unten angeordnet. Oberhalb der Rohrform cc befindet sich ein Überflussbecken r, das durch einen leicht abnehmbaren Deckel s abge schlossen ist.
Beim Giessen von oben nach unten ist das Überflussbecken am untern Ende der Form angebracht.
Als Eisenzuführungsrinne dient ein senk recht angeordnetes geschlossenes Rohr b, mit feuerfester Auskleidung und Kanal (1 (siehe Fig. 1). An der Eintrittsöffnung wird das Rohr mit einem Eingusstrichter y oder unmittelbar mit dem Ausguss einer Stopfen pfanne in Verbindung gebracht. Die Aus trittsöffnung des Rohres b hat im Beispiel die Gestalt gemäss der Fig. 4.
Das senkrecht hängende Zuführungsrohr erleidet keinerlei Biegungsbeanspruchungen, insbesondere bei mehreren radial angeordneten Austrittsöffnungen. Auch bei nur einer Aus trittsöffnung ist sie so gering, dass sie nicht in die Erscheinung tritt. Die Länge dieser Zuführungsrinne spielt daher keine Rolle. Der Flüssigkeitsdruck und damit die Durch flussmenge bleiben wie aus nachfolgendem er kennbar bis zum Schluss des Gusses praktisch gleich.
Senkrecht über der Drehform a ist in dem Ausführungsbeispiel das Zuführungsrohr b mit Eingusstrichter y auf einem senkrecht verfahrbaren Boden x eines Fahrstuhls ange bracht. Eine gleichfalls auf dem Fahrstuhl kippbar angeordnete Giesspfanne av enthält das notwendige Eisen. Die Geschwindigkeit der bei e und e' austretenden Strahlen des Eisenflusses lässt sich durch Änderung der Fahrstuhlgeschwindigkeit derart regeln, dass trotz gleichbleibender Ausflussmenge die Flächeneinheit der Rohrformen im Verlaufe eines Hubes verschieden stark beschickt und die Wandstärke innerhalb eines Gusses mit Absicht ungleich gehalten werden kann.
An statt der Zuführungsrinnen kann sich auch in diesem Falle die Form a in der Längsachse senkrecht bewegen; ebenso kann diese Bewe gung auch von beiden Teilen ausgeführt wer den. Die Bewegungen werden vorteilhaft durch Elektromotoren mit entsprechenden Übertragungsmitteln besorgt. Ist die Rohr muffe unten in der Form angeordnet, so kann bei grösseren Rohren der Huffenkern v mit- telst Hubwerkes u, Fig. 16, eingesetzt wer den; von oben durch Hebezeug. Kleinere Kerne werden von Hand eingesetzt.
Die gegossenen Rohre können sowohl von unten aus der Form gezogen als auch von oben ausgestossen werden (Fig. 17) oder um gekehrt, je nach Anordnung der Muffe. Vor teilhaft wird unterhalb der Giessform oder in deren Nähe die Glühgrube angeordnet, so dass die Rohre ohne Zwischenweg zum Glühen weiter gereicht werden. Vorteilhaft ist auch die Anordnung eines unterhalb der Giessform verfahrbaren Glühkorbes, in den alle Rohre nacheinander ausgestossen werden und der dann mit allen Rohren in den Glühofen einge setzt wird. Da die Rohre senkrecht ausge stossen werden, werden sie im Vergleich zur liegenden Anordnung ganz wesentlich ge schont und der Vorgang ausserordentlich er leichtert.
Das eigentliche Giessen vollzieht sich etwa folgendermassen: Nachdem die Form vorgerichtet, der Muf- fenkern i@ im Ausführungsbeispiel von unten eingesetzt ist, wird die Form durch den Motor t in Bewegung gesetzt. Gleichzeitig wird der Aufzug mit dem Zuführungsrohre b, Trich ter y und der Giesspfanne 2o soweit nach un ten verfahren, dass der aus dem Zuführungs rohre austretende Strahl die Wandung der sich drehenden Schleuderform noch berührt. In dieser Stellung beginnt jetzt der eigent liche Giessvorgang. Die Kippfanne w gibt ihr Eisen über den Trichter y und das Zufüh rungsrohr b an die Schleuderform.
Gleichzei tig wird der Aufzug x mit dem Zuführungs rohr b nach oben in Bewegung gesetzt. Wäh rend der Aufwärtsfahrt hat der die Kipp Pfanne bedienende Arbeiter nur darauf zu achten, dass der Spiegel des flüssigen Eisens in dem Trichter y einigermassen auf gleicher Höhe gehalten wird. Kleine Schwankungen spielen dabei keine Rolle, weil sie gegenüber der (lesamtausflusshöhe nichts ausmachen. I)ie Ausflussgeschwindigkeit bleibt also während der Auffahrt praktisch gleich.
Kurz bevor der Ausflussstrahl das obere Rohrende erreicht, unterbricht der die Kippfanne be dienende Arbeiter das Zukippen auf ein selbsttätiges, elektrisches Zeichen oder durch Beobachten einer Marke usw. hin. Dies ge- schielit derart rechtzeitig, dass nur noch der Inhalt des eigentlichen Zuführungsrohres in das oberhalb der Rohrform vorgesehene Über- flussbeclzen r abläuft, wo es sich als Ring sammelt. Nach Entfernung des Deckels s kann es zur Wiederverwendung fortgenom men werden.
Vom ersten Augenblick ab wird das Eisen an den grössten Durchmesser abgegeben, I@cmmt unter den Einfluss der Fliehkraft und wird mit Gewalt gegen die Formwandung ge- presst. Es kann nicht nach der Mitte zurück fliessen. Auf den ersten Flüssigkeitsring setzt .#icli durch die Aufwärtsbewegung der Zufüh- iuiigsrinne b der zweite Ring und so fort. In- zwischen erstarrt der zuerst gebildete Teil des Rohres an der gekühlten Form.
Kurze Zeit nach Unterbrechung des Giessvorganges kann das Rohr ausgestossen und der Vorgang wie derholt werden. Durch Regelung der Umdre- fiungszahlkann die wacrecht wirkende Kom ponente der Schleuderkraft derart. gesteigert werden, dass die senkrecht wirkende Ge wichtskomponente fast ausser Wirkung ge setzt wird. Durch die starke Reibung an der Formwandung wird diese Wirkung noch un- tPrstützt. Vorteilhaft -wird die Umdrehungs zahl der Form und die Geschwindigkeit der steigenden Rinne jedoch so gewählt, dass noch ein gutes Zusammenfliessen mit dem vorheri gen Ring gewährleistet wird.
Auf diese Weise entsteht in der Rohr form ein wirksamer Kräftekegel von der Höhe der Gewichtskomponente, der aber um- so flacher wird, je grösser die Fliehkraft, also die Umdrehungszahl wird (Fug. 18). Die Kräfte sind nach allen Seiten (in der Rieh- tung des Kegelmantels) gleichmässig. Es tre ten also bei der senkrechten Schleuderachse nur gleichmässige Kräfte auf.
Infolge der gleichmässigen Wirkung der Fliehkraft bei senkrechter Drehachse wird die Festigkeit von Anfang an zunehmen. Einem Voreilen in die leere Form, bei steigen dem Guss, wirkt'die Gewichtskomponente ent gegen.
Da die senkrechte Anordnung der Zu führungsrinne keinerlei Biegungsbeanspru- chung ergibt, so kann sie derart dünn ausge bildet werden, dass auch die kleinsten in Frage kommenden Rohre noch geschleudert werden können. Da die Länge bei der senk recht hängenden Rinne ebenfalls beliebig sein kann, die entsprechenden Umdrehungszahlen aber durch Elektromotoren usw. zu erreichen sind, so ist in der Anordnung ein Mittel ge funden, Röhren von den kleinsten bis zu den grössten Durchmessern bei beliebiger Länge zu schleudern.
Rohrform und Kühlmantel stellen sich als ein aufgestellter, allseits geschlossener Dop pelzylinder dar, der nur oben eine verschraub bare Einfüllöffnung mit Sicherheitsventil und unten eine Entleerungsschraube hat. Da die Kühlflüssigkeit die eigentliche Rohrform a immer vollständig gleichmässig umschliesst, insbesondere auch während des Stillstandes, so ist die Kühlung der Rohrform unbedingt gleichmässig.
Die Wandstärke des herzustellenden Roh res hängt von der Ausflussmenge, der gegen seitigen Längsverschiebung zwischen Zufüh rungsrohr und Form und vom Rohrdurchmes ser des herzustellenden Rohres ab.
Zur vorteilhaften Arbeit und Arbeitstei lung können einzeln stehende Schleuderfor men in Gruppen zusammengestellt werden, so da.ss ihre Bedienung rasch nacheinander erfol gen kann. Die Anordnung wäre im allgemei nen gleich der bei den bekannten senkrecht stehenden Sandformen für stehenden Röh- renguss. Wie dort,- können auch hier sowohl Formen, als auch Kräne und Aufzüge fahr bar angeordnet werden. Ausserordentlich vor teilhaft wird die Anordnung der Schleuder- formen an einem Drehtisch. Fig. 20 zeigt die Anordnung.
Die einzelnen Bedienungsvorrich tungen sind im Kreis um den Drehtisch her um angebracht, so dass gleichzeitig vorgerich tet, gegossen und ausgezogen werden kann. Der Antriebsmotor für die Schleuderform kann sowohl feststehend ausserhalb des Dreh tisches, als auch auf dem Drehtisch selbst an gebracht sein. Im ersteren Falle wird der Mo tor alle Schleuderformen nacheinander in Be wegung setzen, dabei muss der Drehtisch so lange seine periodische Fortbewegung unter brechen, bis das flüssige Eisen nach der Giess periode erstarrt ist. Im letzteren Falle kann die Schleuderform auch während der Vor wärtsbewegung des Drehtisches weiter um laufen. Die Vorwärtsbewegung des Dreh tisches kann also sofort nach Beendigung des eigentlichen Giessvorganges erfolgen.
Die Ar beitsvorgänge können somit bei Anordnung des Motors auf dem Drehtisch wesentlich ab gekürzt werden. Dabei ist es gleichgültig, ob jede Schleuderform ihren besonderen Motor erhält oder ob ein gemeinsamer Motor für mehrere oder alle Schleuderformen vorhan den ist, der etwa von der Mitte des Dreh tisches aus durch einen Zwischenteil, Zahn rad, Reibrad, Riemen, Kupplung usw. mit den eigentlichen Schleuderformen in Verbin dung gebracht wird.
Selbstverständlich kann sich die Anord nung der Bedienungsvorrichtungen am Um fang des Drehtisches auch wiederholen. Auch besteht die Möglichkeit, mehrere Röhren von einem Aufzug aus gleichzeitig zu giessen. Die Fig. 21 bis 24 zeigen diese Anordnung bei fest angeordneten Schleuderformen und Aufzug.
Fig. 25 zeigt an einem Beispiel die Mög lichkeit, mehrere Röhren gleichzeitig zu gie ssen, in Verbindung mit dem Drehtisch. Im Beispiel ist angenommen, dass von einem Giessaufzug aus mit zwei Pfannen vier Röh ren gleichzeitig gegossen werden. Die vier zu giessenden Röhren liegen vorteilhaft un mittelbar nebeneinander. Nach beendeter Giessperiode macht der Drehtisch eine Vor wärtsbewegung, die vier neue Formen unter die Zuführungsrohre b bringt. Gleichzeitig wandern die vier gegossenen Rohre zur Aus schlagstelle, um die Rohre hier auszustossen. An der neunten bis zwölften Form wird während dieser Zeit die Vorbereitung zum neuen Guss getroffen usw.
Die Leistung einer derartigen Anlage wird deshalb ausserordentlich gross sein, zu mal auf diese Weise die Herstellung der Röhren durch Schleuderguss in Fliessarbeit erreicht wird.
Beim dargestellten Beispiel befinden sich die Formen 1 bis 4 im Giessen, die Formen 5 bis 8 im Ausziehen und die Formen 9 bis 12 im Vorrichten.
Die Verwendung stehender Formen zum Giessschleudern lässt auch eine Isolierausklei- dung der Schleuderformen leicht und günstig, nämlich ebenfalls stehend durchführen. An sich ist die Verwendung von Schleuderfor men mit ausgestampftem Formenmantel be kannt. Diese Auskleidung erfolgt im allge meinen durch feuerfeste, die Wärme schlecht leitende Stoffe, wie Formsand, Chamotte usw. bei stehender Form. Bei Verwendung wird dann bisher das stehend vorgerichtete Rohr getrocknet, wagrecht umgelegt und in Drehung gebracht.
Bei der Inbetriebnahme der wagrecht gelagerten ausgekleideten Rohrform zeigt sich häufig der Mangel, dass die Auskleidung von der eisernen Formwand abgelöst wird und abfällt. Dieser Nachteil der wagrecht gelagerten Schleuderform hat seine Begründung darin, dass infolge der eigenen Schwere die Auskleidung von der gerade den Rohrscheitel bildenden Stelle der Form abstiebt. Insbesondere ist dies der Fall beim Anlauf der Schleuderform, also so lange die Fliehkraft noch keine Gegenkraft stellt. Unvermeidliche Stösse und Schläge bei der Ingangsetzung der Schleuderform er höhen diesen Nachteil noch ganz wesentlich.
Abgesehen also von der umständlichen, zeit raubenden Art, die Rohre erst aufzustellen, auszustampfen, zu trocknen, wieder umzu legen, ist das Verfahren nach Vorstehendem bei der liegenden Schleuderform sehr unzu verlässig und teuer. Bei der erfindungsgemäss senkrecht ste hend verwendeten Schleuderform kann die Aufstampfung genau wie bei den gewöhn lichen stehenden Giessereialilagen, also auch mittelst Stampfmaschine erfolgen. Die Trock nung kann erfolgen, ist aber nicht unbedingt notwendig. Beim Schleudern dreht sich die Form dann in der gleichen 'Stellung wie beim Stampfen. Die auftretenden Fliehkräfte wirken gleichmässig wagrecht auf die Form wandungen.
Durch das Eigengewicht der Auskleidung, das parallel der Formwandung wirkt, erfährt die weit grössere Fliehkraft komponente eine geringe Ablenkung von der Wagrechten nach unten, mit dem Vorteil, dass die Auskleidung keinerlei Neigung zeigt .sich zu lösen. Das Verfahren erlaubt eine ganz erheblich schnellere und sicherere Aus kleidung der Schleuderformen als bisher.
In Eig. 26 ist die ausgestampfte senk recht stehende Schleuderform a an dem Um fange eines Drehtisches angebracht, wie dies aus der Praxis der stellenden Röhrengiesserei bekalint ist. An Stelle der dort an dem Dreh tisch feststehenden Form tritt hier die sich drehende Form. Während des Stillstandes wird die Schleuderform durch eine Rohr sta.mpfmaschine r (im Beispiel); Rüttelma schine usw., wie die gewöhnliche festste hende Rohrform ausgekleidet, eventuell ge trocknet, bei Muffenrohren der Muffenkern einbesetzt.
Um bei einseitig zufliessendem Bandstrahl eine rundum genau gleichmässig gestampfte Rohrform s' zu erhalten, ist es vorteilhaft, trotz der sich um den Kern, das heisst das Mo dell in bewegenden Stampfer iz, auch die Rohrform langsam in drehende Bewegung zu setzen. Bei Verwendung des Drehtisches ge schieht dies wie üblich während der Weiter bewegung des Drehtisches auf die Giessstelle zu. Durch das Schleuderverfahren wird ein Zylinderkern für das herzustellende Rohr (siehe rechte Seite von Fig. 26) erspart. An der Giessstelle wird die ausgekleidete Form in stehender Lage in Drehung versetzt und nach dem Schleuderverfahren wie die eiserne Schleuderform behandelt.
Durch die Aus- kleidung der Schleuderform wird die Abküh- lung ganz wesentlich verlangsamt, es er geben sich weiche Röhren, die ein nachträg liches Glühen nicht mehr verlangen. Da die ausgekleidete Form in der senkrechten Stampfstellung auch geschleudert wird, so ergibt sich ausser der schnelleren Arbeits weise der weitere Vorteil, dass die Gleichge wichtslage der Auskleidung nicht gestört wird und dass die auftretenden Fliehkräfte die Auskleidung von Beginn der Drehung an gleichmässig gegen die eiserne Umrahmung der Formwandung anpressen. Nach vollstän diger Erstarrung kann dann das Schleudern unterbrochen werden.
Das Ausstossen des Rohres und Formsandes erfolgt dann wieder wie bei gewöhnlichem Arbeiten mit Drehtisch und feststehenden Rohrformen. Selbstver ständlich kann die stehend ausgekleidete Schleuderform auch ohne Drehtisch, und zwar einzeln oder in Gruppen, zusammenge fasst arbeiten. Auch lassen sich Röhren mit zwei Muffen oder Flanschen auf diese Weise in der ausgekleideten Schleuderform herstel len.
Es lassen sich also Röhren erzeugen, die alle Vorteile des stehenden Röhrengusses einesteils und des Schleudergusses anderseits aufweisen. Die Röhren sind in Sand gegos sen, werden also weich, wie gewöhnlich ste, hender Röhrenguss, sie brauchen deshalb nicht geglüht zu werden, anderseits zeigen sie aber auch erhöhte Festigkeit und Dichtig keit wie der Schleuderguss. Dabei wird der teuere trockene Kern erspart. Da das Aus stampfen der Form, als auch das Giessen, übereinstimmend nur kurze Zeit dauert, so ist durch die Verbindung von Stampf maschine und senkrecht stehender Schleuder form ein ausserordentlich vorteilhaftes Ver fahren zur Herstellung von Röhren erreicht.