CH125703A - Verfahren zum Reinigen von Hochdruckkochern beim Abblasen derselben und Hochdruckkocher zur Ausführung des Verfahrens. - Google Patents

Verfahren zum Reinigen von Hochdruckkochern beim Abblasen derselben und Hochdruckkocher zur Ausführung des Verfahrens.

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CH125703A
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Ullmann Dr Gustav
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      Verfahren    zum Reinigen     von        Hochdrucla:ochern    beim Abblasen derselben und  Hochdruckkocher zur     Ausführung    des     Verfahrens.       Bei den in der Industrie zum Reinigen  oder Aufschliessen verschiedener Stoffe ver  wendeten Hochdruckkochern muss bekannt  lich vor der auf das Kochen folgenden Nach  behandlung, ob diese innerhalb oder ausser  halb des Kochers erfolgt, eine Druckent  lastung, das sogenannte Abblasen vorge  nommen werden. Das Abblasen geschieht  bisher     einfach    auf die Weise, dass ein in der  Regel an dem obern Teil des Kochers vorge  sehenes     Abblaseventil    geöffnet wird.

   Diese  Methode hat Unzukömmlichkeiten, die im  folgenden anhand der in der Textilindustrie  zur Reinigung des Rohstoffes verwendeten  Hochdruckkocher geschildert sind.  



  Nach Beendigung des in der Regel einige  Stunden dauernden Kochprozesses hat die  alkalische     Kocherlauge    sich mit den in dem  Textilgute enthaltenen Verunreinigungen  beladen. Während des     Kochens    ist das Gut  mehr oder weniger zusammengesackt, und  über dem Gute lagert eine schaumige oder  schlammige, aus     Kocherlauge    und Verun  reinigungen bestehende Schicht.     Wird    nun    das     Abblaseventil    geöffnet, so tritt nicht nkr  der durch das Abblasen entstehende Dampf  aus, sondern es werden beträchtliche Mengen  der infolge der Nachverdampfung lange Zeit  weiter schäumenden     Kocherlauge    mitgerissen.

    Erfolgt das Abblasen ins Freie, so hat dies  Verunreinigungen der ganzen Umgebung zur  Folge, die Luft wird mit     übelriechenden    und  gesundheitsschädlichen     Alkaliteilchen    be  laden, und benachbarte     Pflanzenkulturen     werden dadurch zerstört. Das Abblasen der  heissen und unter Druck stehenden Kocher  lauge in den     Ablasshanal,    welches zuweilen  vorgenommen wird, zerstört die Kanalwan  dungen in kurzer Zeit.

   Hierzu kommt noch,  dass infolge der lange Zeit dauernden Nach  verdampfung sehr häufig zu viel Kocher  lauge austritt, so dass das Reinigungsgut  nicht mehr ganz von der Flüssigkeit bedeckt  ist und zu den noch mit heisser     Kocherlauge     benetzten Fasern Luft hinzutritt, wodurch  vegetabilische Textilfasern bekanntlich  schwer     geschädigt    werden.

   Dessenungeachtet  bleiben gerade die am meisten verun-      reinigten, schlammartigen Teile der Kocher  lauge über dem Gute in dem Deckelraume des  Kochers zurück, und sie werden bei dem fol  genden Waschen, das in der Regel mittelst  von oben nach unten durch den Kocher flie  ssenden Wassers erfolgt, durch den ganzen       Kocherinhalt    wieder hindurchgeführt, wo  durch nicht nur das Auswaschen erschwert  wird. sondern auch nachträglich schwer     ent-          fernbare    Schmutzablagerungen auf den be  reits gekochten Textilfasern entstehen.  



  Vorliegende Erfindung sucht nun diese  Nachteile dadurch zu vermeiden, dass beim  Abblasen gleichzeitig mit dem Öffnen eines       Abblaseventils    eine Reinigungsflüssigkeit in  den Kochkessel eingeführt wird, um die       Kocherlauge,    welche beim Abblasen mitge  rissen wird, zu verdünnen.  



  Die Zeichnung veranschaulicht zwei Aus  führungsbeispiele von Hochdruckkochern, wie  sie zur Reinigung von vegetabilischen Tex  tilfasern verwendet werden.  



  Der in     Fig.    1 dargestellte Hochdruck  kocher hat einen Kochkessel a, der in der  üblichen Weise mit einem obern und einem  untern Siebboden b     bezw.        c    versehen ist,  zwischen die das zu behandelnde Gut ein  gebracht wird. An den Deckel d schliesst sich  das     Abblaserohr    f an, das     mittelst    eines Ab  blaseventils     g        absperrbar    ist und in ein Kon  densationsgefäss     dz    mündet.

   Im Deckelraum<I>i</I>  ist ein Verteilungsrohr     j    angeordnet, das mit  über seine ganze Länge verteilten Austritts  öffnungen versehen ist und mittelst einer  Leitung k und eines     Dreiweghahnes        na    mit  einer Druckwasserleitung n verbunden ist.  Das Rohr     j    ist derart angeordnet,     dass    es das  Einbringen und Herausnehmen des Gutes  nicht behindert. An dem     Dreiweghahn        in.    ist  ein Rohr o angeschlossen, in welches das Ab  flussrohr p des Behälters     h    mündet.

   Das  Druckwasser tritt aus dem     Dreiweghahn     durch eine     Ejektordüse        (q    in das Rohr o und  übt infolgedessen auf die aus dem Behälter h  abströmende Flüssigkeit eine     Ejektorwirkung     aus. Das Rohr o mündet ebenso wie das         Abflussrohr        i-    des Kochers     a    in den     Abfluss-          kanal    s.  



  Nach Beendigung des Kochprozesses wird  das     Abblaseventil        g    geöffnet. Das Gemisch  von Dampf und     Kocherlauge    stürzt in das  Kondensationsgefäss     Ir.    und wird von in die  sem     enthaltenen,    kalten Wasser     kondensiert.     Dadurch entsteht in dem Gefäss     la    Unterdruck,  welcher das Abblasen noch beschleunigt..

    Gleichzeitig mit dem Öffnen des Abblase  ventils     g    wird der     Dreiwegehahn        7n    so ein  gestellt, dass Druckwasser als Reinigungs  flüssigkeit durch die Leitung     k:    und das Rohr       j    in den Deckelraum     i    des Kochers eintritt.  Dieses Druckwasser, dessen Druck stets et  was grösser sein muss als der jeweilige     Ko-          cherdruck,    kann vorgewärmt oder mit irgend  welchen Zusätzen versehen sein.

   Das in den  Deckelraum i eintretende Wasser verdünnt  die darin enthaltene     Kocherlauge,    es spült  den Deckelraum gründlich aus und hält  gleichzeitig das zu behandelnde Gut stets  unter Abschluss von der Luft. Das zwischen  dem     Siebboden    b, c befindliche Textilgut  bleibt von der     Kocherlauge    bedeckt, da das  aus dem Rohre i austretende Wasser zum  grössten Teil durch das Rohr f fliessen wird,  das dem Abfliessen einen kleineren Wider  stand entgegensetzt als die Menge des  Textilgutes.  



  Durch die Verdünnung der austretenden       Kocherlauge    werden die eingangs     erwähnten          Cbelstände    in praktisch vollständig ausrei  chender Weise beseitigt.     Nach    dem Ab  blasen ist der Deckelraum i des Kochers, in  welchem bisher der grösste Teil der Verun  reinigungen angesammelt war,     gründlich    ge  reinigt, und infolgedessen kann (las nachfol  gende Auswaschen des Gutes mit viel ge  ringerem Arbeitsaufwand, in viel kürzerer  Zeit und auf viel wirksamere Weise durch  geführt werden, weil nicht mehr die in dem  Deckelraum i enthaltene Verunreinigung zu  nächst über die ganze Masse des Gutes ver  teilt und in langwieriger Prozedur aus diesem  herausgespült werden muss.

   Gleichzeitig wird  das Textilgut, so lange es von heisser Ko-           alierlauge    benetzt ist, wirksam vor der Be  rührung mit Luft     geschützt.     



  Der in     Fig.    ? dargestellte     Iloclrdruck-          hocher    ist mit einem Zwischenwärmer t ver  sehen. Die     Kocherlauge    wird mittelst einer  Pumpe oder dergleichen im Kreislauf durch       den    Kochkessel a, welcher Siebböden b und  c hat. ein auf der Zeichnung nicht darge  stelltes     Rohrsystem    des Zwischenwärmers t,  und die Rohre f und     r    gepresst.

   Das zur  Spülung des Deckelraumes i. dienende Druck  wasser tritt     durch    das     mittelst    eines Ventils       u.,        absperrbare    Rohr     1c1    in den Kochkessel<I>a</I>  ein. Das Kondensationsgefäss     li,    ist mit einem  im     Zwisahenw    ärmer t untergebrachten Rohr  system durch ein Rohr     rc    verbunden, in das  ein Ventil     v        ein,Yebaut    ist.

   Das     Abflussrohr   <I>p</I>  mündet ebenso wie bei der Ausführungsform  nach der     Fig.    1 in ein in einen Kanal füh  rendes Rohr o, in welchem eine Düse q an  geordnet ist. welcher Druckwasser mittelst  der durch ein Ventil     .i    absperrbaren Leitung       1%"    zugeführt wird. Zum Füllen des Behälters       7i    mit Wasser dient das Zweigrohr 14  Beim Abblasen     des    Kochers wird zu  nächst die auf der Zeichnung nicht darge  stellte     Zirkulationspumpe    für die Kocher  lauge abgestellt und der Durchgang durch  das Rohr     r    gesperrt.

   Hierauf werden die  Ventile     v,        2v    und x geöffnet, so dass die ab  strömende     Kocherlauge    ihren Weg durch das  Rohrsystem des Zwischenwärmers t nimmt,  dieses ausspült und erst dann in das Gefäss     k     gelangt. Die durch den Zwischenwärmer t  strömende, immer reiner werdende Flüssig  keit nimmt die vom vorhergegangenen Koch  prozesse stammenden, an den" Rohrwänden  haftenden Verunreinigungen mit und führt  sie in einem     Arbeitsprozess    mit dem Abblasen  des Kochers ab.  



  In das Rohr f ist ein     Dreiwegehahn        z     eingebaut, an den ein drittes Druckwasser=       rohr        k;    angeschlossen ist. Mittelst dieses       Dreiwegehahnes    kann einerseits der Koch  kessel a., unabhängig von dem Zwischen  wärmer t mit Wasser gefüllt und anderseits  eine Spülung des Zwischenwärmers t unab-         hängig    vom Kochkessel a vorgenommen  werden.  



  Zwischen dem Deckelraum i und dem Ge  fäss     lt    kann ferner eine besondere Leitung,  entsprechend dem     Abblaserohr    f bei der Aus  führungsform nach der     Fig.    1 vorgesehen  werden, um beim Abblasen den Zwischen  wärmer auszuschalten, wenn eine     Ausspülung     desselben überflüssig ist.  



  Das oben beschriebene Verfahren ist bei       Hochdruekkochern    jeder Art anwendbar, auch  bei solchen, die mit einem zentralen     Zirku-          lationsrohr    versehen sind oder bei denen das       Abblaseventil    am untern Ende des Kochers  angeordnet ist. Im letztern Falle wird dann  vorteilhaft die Reinigungsflüssigkeit gleich  zeitig mit. dem Öffnen des     Abblaseventils    in  den freien Bodenraum des Kochers einge  leitet.

   Die Reinigungsflüssigkeit kann aber  auch bei Kochern mit am Deckel angeord  netem     Abblaseventil    gleichzeitig mit dem  Öffnen des     Abblaseventils    in den Boden  raum des Kochers geleitet werden, sie wird  dann das zu behandelnde Gut von unten  nach oben durchdringen, wodurch das Ab  blasen längere Zeit erfordert und die Lauge  verdünnt und für die Wiederverwendung  unbrauchbar wird. Diese Methode hat jedoch  den Vorteil, dass zugleich mit dem Abblasen  eine     Vorreinigung    des Gutes stattfindet.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRüCHE I. Verfahren zum Reinigen von Hochdruck kochern beim Abblasen derselben, da durch gekennzeichnet, dass gleichzeitig mit dem Öffnen eines Abblaseventils eine Reinigungsflüssigkeit in den Kochkessel eingeführt wird, um die Kocherlauge, welche beim Abblasen mitgerissen wird, zu verdünnen..
    Il. Hochdruckkoehdr zur Durchführung des Verfahrens nach Patentanspruch I, ge kennzeichnet durch ein in einem Deckel raum des Kochkessels oberhalb eines obern Siebbodens angeordnetes Vertei lungsrohr für die beim Abblasen in den Deckelraum einzuleitende Flüssigkeit und durch ein Kondensationsgefäss, aus wel chem die verdünnteKocherlatige ins Freie abgeführt wird. UNTERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass gleichzeitig mit dem Abblasen des Kochers die in dem Deckelraume angesammelten Schmutz massen weggespült werden. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass gleichzeitig mit dem Abblasen des Kochers eine Spülung eines Zwischenwärmers vorge nommen wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 2, dadurcb gekennzeich net, dass die aus dem Kochkessel ab strömende, heisse Kocherlauge, welche durch die eingeführte Reinigungsflüs sigkeit immer mehr verdünnt wird, durch den Zwischenwärmer hindurchgeleitet wird und zu dessen Spülung dient. 1. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die mitgeris sene verdünnte Kocherlauge in ein Kon densationsgefäss geleitet, daselbst mit Kühlwasser ' gemischt und noch weiter verdünnt wird.
    ;5. Hochdruckkocher nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass ein Ab flussrohr des Kondensationsgefässes in ein Rohr mündet, in welches zur weiteren Verdünnung der im Kondensationsgefäss vorhandenen Kocherlauge und zur Ab saugung derselben eine durch Druck wasser gespeiste Ejektordüse eingebaut ist. 6. Hochdruckkocher nach Patenta.nsprucli II, dadurch gekennzeichnet, dass ein Zwi schenwärmer für die Kocherlauge vor gesehen ist, welcher in die Bahn der am dem Kochkessel abströmenden Kocher lauge einschaltbar ist.
    i. Hochdruckkocher nach Patentanspruch II und Unteranspruch 6, dadurch gekenn zeichnet, dass der Zwischenwärmer mit- telst eines Dreiwegehahnes unabhängig von dem Kochkessel an ein Druckwas serrohr anschaltbar ist, so dass er auch unabhängig von dem Kochkessel ge reinigt werden kann.
CH125703D 1925-08-28 1926-08-18 Verfahren zum Reinigen von Hochdruckkochern beim Abblasen derselben und Hochdruckkocher zur Ausführung des Verfahrens. CH125703A (de)

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