Verfahren zum Reinigen von Hochdrucla:ochern beim Abblasen derselben und Hochdruckkocher zur Ausführung des Verfahrens. Bei den in der Industrie zum Reinigen oder Aufschliessen verschiedener Stoffe ver wendeten Hochdruckkochern muss bekannt lich vor der auf das Kochen folgenden Nach behandlung, ob diese innerhalb oder ausser halb des Kochers erfolgt, eine Druckent lastung, das sogenannte Abblasen vorge nommen werden. Das Abblasen geschieht bisher einfach auf die Weise, dass ein in der Regel an dem obern Teil des Kochers vorge sehenes Abblaseventil geöffnet wird.
Diese Methode hat Unzukömmlichkeiten, die im folgenden anhand der in der Textilindustrie zur Reinigung des Rohstoffes verwendeten Hochdruckkocher geschildert sind.
Nach Beendigung des in der Regel einige Stunden dauernden Kochprozesses hat die alkalische Kocherlauge sich mit den in dem Textilgute enthaltenen Verunreinigungen beladen. Während des Kochens ist das Gut mehr oder weniger zusammengesackt, und über dem Gute lagert eine schaumige oder schlammige, aus Kocherlauge und Verun reinigungen bestehende Schicht. Wird nun das Abblaseventil geöffnet, so tritt nicht nkr der durch das Abblasen entstehende Dampf aus, sondern es werden beträchtliche Mengen der infolge der Nachverdampfung lange Zeit weiter schäumenden Kocherlauge mitgerissen.
Erfolgt das Abblasen ins Freie, so hat dies Verunreinigungen der ganzen Umgebung zur Folge, die Luft wird mit übelriechenden und gesundheitsschädlichen Alkaliteilchen be laden, und benachbarte Pflanzenkulturen werden dadurch zerstört. Das Abblasen der heissen und unter Druck stehenden Kocher lauge in den Ablasshanal, welches zuweilen vorgenommen wird, zerstört die Kanalwan dungen in kurzer Zeit.
Hierzu kommt noch, dass infolge der lange Zeit dauernden Nach verdampfung sehr häufig zu viel Kocher lauge austritt, so dass das Reinigungsgut nicht mehr ganz von der Flüssigkeit bedeckt ist und zu den noch mit heisser Kocherlauge benetzten Fasern Luft hinzutritt, wodurch vegetabilische Textilfasern bekanntlich schwer geschädigt werden.
Dessenungeachtet bleiben gerade die am meisten verun- reinigten, schlammartigen Teile der Kocher lauge über dem Gute in dem Deckelraume des Kochers zurück, und sie werden bei dem fol genden Waschen, das in der Regel mittelst von oben nach unten durch den Kocher flie ssenden Wassers erfolgt, durch den ganzen Kocherinhalt wieder hindurchgeführt, wo durch nicht nur das Auswaschen erschwert wird. sondern auch nachträglich schwer ent- fernbare Schmutzablagerungen auf den be reits gekochten Textilfasern entstehen.
Vorliegende Erfindung sucht nun diese Nachteile dadurch zu vermeiden, dass beim Abblasen gleichzeitig mit dem Öffnen eines Abblaseventils eine Reinigungsflüssigkeit in den Kochkessel eingeführt wird, um die Kocherlauge, welche beim Abblasen mitge rissen wird, zu verdünnen.
Die Zeichnung veranschaulicht zwei Aus führungsbeispiele von Hochdruckkochern, wie sie zur Reinigung von vegetabilischen Tex tilfasern verwendet werden.
Der in Fig. 1 dargestellte Hochdruck kocher hat einen Kochkessel a, der in der üblichen Weise mit einem obern und einem untern Siebboden b bezw. c versehen ist, zwischen die das zu behandelnde Gut ein gebracht wird. An den Deckel d schliesst sich das Abblaserohr f an, das mittelst eines Ab blaseventils g absperrbar ist und in ein Kon densationsgefäss dz mündet.
Im Deckelraum<I>i</I> ist ein Verteilungsrohr j angeordnet, das mit über seine ganze Länge verteilten Austritts öffnungen versehen ist und mittelst einer Leitung k und eines Dreiweghahnes na mit einer Druckwasserleitung n verbunden ist. Das Rohr j ist derart angeordnet, dass es das Einbringen und Herausnehmen des Gutes nicht behindert. An dem Dreiweghahn in. ist ein Rohr o angeschlossen, in welches das Ab flussrohr p des Behälters h mündet.
Das Druckwasser tritt aus dem Dreiweghahn durch eine Ejektordüse (q in das Rohr o und übt infolgedessen auf die aus dem Behälter h abströmende Flüssigkeit eine Ejektorwirkung aus. Das Rohr o mündet ebenso wie das Abflussrohr i- des Kochers a in den Abfluss- kanal s.
Nach Beendigung des Kochprozesses wird das Abblaseventil g geöffnet. Das Gemisch von Dampf und Kocherlauge stürzt in das Kondensationsgefäss Ir. und wird von in die sem enthaltenen, kalten Wasser kondensiert. Dadurch entsteht in dem Gefäss la Unterdruck, welcher das Abblasen noch beschleunigt..
Gleichzeitig mit dem Öffnen des Abblase ventils g wird der Dreiwegehahn 7n so ein gestellt, dass Druckwasser als Reinigungs flüssigkeit durch die Leitung k: und das Rohr j in den Deckelraum i des Kochers eintritt. Dieses Druckwasser, dessen Druck stets et was grösser sein muss als der jeweilige Ko- cherdruck, kann vorgewärmt oder mit irgend welchen Zusätzen versehen sein.
Das in den Deckelraum i eintretende Wasser verdünnt die darin enthaltene Kocherlauge, es spült den Deckelraum gründlich aus und hält gleichzeitig das zu behandelnde Gut stets unter Abschluss von der Luft. Das zwischen dem Siebboden b, c befindliche Textilgut bleibt von der Kocherlauge bedeckt, da das aus dem Rohre i austretende Wasser zum grössten Teil durch das Rohr f fliessen wird, das dem Abfliessen einen kleineren Wider stand entgegensetzt als die Menge des Textilgutes.
Durch die Verdünnung der austretenden Kocherlauge werden die eingangs erwähnten Cbelstände in praktisch vollständig ausrei chender Weise beseitigt. Nach dem Ab blasen ist der Deckelraum i des Kochers, in welchem bisher der grösste Teil der Verun reinigungen angesammelt war, gründlich ge reinigt, und infolgedessen kann (las nachfol gende Auswaschen des Gutes mit viel ge ringerem Arbeitsaufwand, in viel kürzerer Zeit und auf viel wirksamere Weise durch geführt werden, weil nicht mehr die in dem Deckelraum i enthaltene Verunreinigung zu nächst über die ganze Masse des Gutes ver teilt und in langwieriger Prozedur aus diesem herausgespült werden muss.
Gleichzeitig wird das Textilgut, so lange es von heisser Ko- alierlauge benetzt ist, wirksam vor der Be rührung mit Luft geschützt.
Der in Fig. ? dargestellte Iloclrdruck- hocher ist mit einem Zwischenwärmer t ver sehen. Die Kocherlauge wird mittelst einer Pumpe oder dergleichen im Kreislauf durch den Kochkessel a, welcher Siebböden b und c hat. ein auf der Zeichnung nicht darge stelltes Rohrsystem des Zwischenwärmers t, und die Rohre f und r gepresst.
Das zur Spülung des Deckelraumes i. dienende Druck wasser tritt durch das mittelst eines Ventils u., absperrbare Rohr 1c1 in den Kochkessel<I>a</I> ein. Das Kondensationsgefäss li, ist mit einem im Zwisahenw ärmer t untergebrachten Rohr system durch ein Rohr rc verbunden, in das ein Ventil v ein,Yebaut ist.
Das Abflussrohr <I>p</I> mündet ebenso wie bei der Ausführungsform nach der Fig. 1 in ein in einen Kanal füh rendes Rohr o, in welchem eine Düse q an geordnet ist. welcher Druckwasser mittelst der durch ein Ventil .i absperrbaren Leitung 1%" zugeführt wird. Zum Füllen des Behälters 7i mit Wasser dient das Zweigrohr 14 Beim Abblasen des Kochers wird zu nächst die auf der Zeichnung nicht darge stellte Zirkulationspumpe für die Kocher lauge abgestellt und der Durchgang durch das Rohr r gesperrt.
Hierauf werden die Ventile v, 2v und x geöffnet, so dass die ab strömende Kocherlauge ihren Weg durch das Rohrsystem des Zwischenwärmers t nimmt, dieses ausspült und erst dann in das Gefäss k gelangt. Die durch den Zwischenwärmer t strömende, immer reiner werdende Flüssig keit nimmt die vom vorhergegangenen Koch prozesse stammenden, an den" Rohrwänden haftenden Verunreinigungen mit und führt sie in einem Arbeitsprozess mit dem Abblasen des Kochers ab.
In das Rohr f ist ein Dreiwegehahn z eingebaut, an den ein drittes Druckwasser= rohr k; angeschlossen ist. Mittelst dieses Dreiwegehahnes kann einerseits der Koch kessel a., unabhängig von dem Zwischen wärmer t mit Wasser gefüllt und anderseits eine Spülung des Zwischenwärmers t unab- hängig vom Kochkessel a vorgenommen werden.
Zwischen dem Deckelraum i und dem Ge fäss lt kann ferner eine besondere Leitung, entsprechend dem Abblaserohr f bei der Aus führungsform nach der Fig. 1 vorgesehen werden, um beim Abblasen den Zwischen wärmer auszuschalten, wenn eine Ausspülung desselben überflüssig ist.
Das oben beschriebene Verfahren ist bei Hochdruekkochern jeder Art anwendbar, auch bei solchen, die mit einem zentralen Zirku- lationsrohr versehen sind oder bei denen das Abblaseventil am untern Ende des Kochers angeordnet ist. Im letztern Falle wird dann vorteilhaft die Reinigungsflüssigkeit gleich zeitig mit. dem Öffnen des Abblaseventils in den freien Bodenraum des Kochers einge leitet.
Die Reinigungsflüssigkeit kann aber auch bei Kochern mit am Deckel angeord netem Abblaseventil gleichzeitig mit dem Öffnen des Abblaseventils in den Boden raum des Kochers geleitet werden, sie wird dann das zu behandelnde Gut von unten nach oben durchdringen, wodurch das Ab blasen längere Zeit erfordert und die Lauge verdünnt und für die Wiederverwendung unbrauchbar wird. Diese Methode hat jedoch den Vorteil, dass zugleich mit dem Abblasen eine Vorreinigung des Gutes stattfindet.