CH125730A - Verfahren zur mechanischen Erzeugung von Holzstoff nach dem Nichtschleifverfahren. - Google Patents

Verfahren zur mechanischen Erzeugung von Holzstoff nach dem Nichtschleifverfahren.

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Fibra N V Handelmaatschappij
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  Verfahren zur mechanischen Erzeugung von     Holzstoff    nach dem     Nichtschleifverfahren.       Den Gegenstand der vorliegenden Erfin  dung bildet ein Verfahren zur mechanischen  Erzeugung von Holzstoff, das den Charakter  von     Heissschliff    trägt, nach dem     Nichtschleif-          verfahren.     



  Das Verfahren kennzeichnet sich da  durch, dass     da.s    zerkleinerte Ausgangsmaterial  in naturfeuchtem Zustande der     Trockenra.f-          fina.tion    und daraufhin einer weiteren     Raffi-          nation    unter Zusatz bemessener Wassermen  gen     (Na.ssraffination)    unterworfen wird..  



  Der technische Fortschritt, welcher durch  diese Erfindung erzielt wird, besteht darin,  dass man, beispielsweise aus Stammholz oder  aus Holzabfällen, einen Holzstoff erhält,  welcher sich als Zwischenprodukt, zum Bei  spiel Paketstoff, Rollstoff oder Schabstoff in  Handel bringen oder     weiter    verarbeiten lässt  und die     charakteristischen    Merkmale des  Heissschliffes besitzt.  



  Zur Erzeugung dieses Endeffektes ist es  erforderlich, das     Ausgangsmaterial    ein einer  möglichst vollkommenen Weise in Faserform       iiberzuführen        bezw.    zu erreichen, dass die  Faserbündel in einer möglichst vollkommenen    Form in ihre einzelnen Fasern zerlegt werden  und wobei auch die kleinsten Faserbündel  weiter noch in einzelne Fasern zerlegt; das  heisst     fibriliert    sind.    Zur Erreichung dieses Zweckes der mög  lichst vollständigen Faserbildung, wird das  Verfahren     vorteilhaft    in drei Hauptarbeits  stufen durchgeführt.

   In diesem Falle besteht  die<I>erste</I> Arbeitsstufe darin, dass das Aus  gangsmaterial im natürlichen Feuchtigkeits  zustand     zerkleinert,    zum Beispiel zerschnit  ten wird,  die     zweite    Arbeitsstufe darin, dass das  zerkleinerte Holz ebenfalls im natürlichen  Feuchtigkeitszustand in einem     Raffineur    auf  trockenem Wege verarbeitet     bezw.    zerfasert  wird, wobei Faserbündel entstehen     (Trok-          kenraffination),    und  die<I>dritte</I> Arbeitsstufe darin, dass zum  Zwecke der Faserbildung, das den beiden  Vorstufen unterworfene     Material,

      in einem  andern     Raffineur    in dickflüssigem Zustande  weiter verarbeitet     bezw.    zerfasert wird     (Nass-          raffination).         Als Ausgangsmaterial können Stammholz  oder kleine Stücke, wie z. B. Bretter, Bohlen,  Hobelspäne verwendet werden.  



  Zur Zerkleinerung des Ausgangsmaterials  kann dasselbe in Scheiben geschnitten und  die     Scheiben    in der Längsrichtung der Faser,  zum Beispiel durch Schneide- und Schleuder  maschine, zerkleinert werden, worauf das Ar  beitsgut in Sichtmaschinen von feinen Holz  teilen, Sand und sonstigen Verunreinigungen,  zum Beispiel Sägemehl, befreit wird.  



  Das Material, welches der ersten Bearbei  tung unterworfen wurde, kann, nachdem es  die     Sichtmasehine    verlassen hat, eventuell  auch noch einer     Befeuehtungsanlage    zuge  führt werden. Der Zweck hiervon besteht  darin, in dem Holz,     bezw.    in der Holzmasse,  die für die Verarbeitung in der zweiten  Stufe, das ist im     Trockenraffineur    erforder  liche natürliche Feuchtigkeit für jenen Fall       wieder    herzustellen, dass das Holzmaterial zu  sehr ausgetrocknet sein sollte, um bei der  darauffolgenden mechanischen Bearbeitung  im     Tröckenraffineur,    ein Abreissen der Faser  in     Querrichtung,    soweit möglich, zu verhüten.  



  Die     Vorscha.ltung    des     Trocken-Raffinier-          verfahrens    vor dem     Nassraffiniervorgang    hat  den Zweck, eine möglichst gleichmässige  Grösse der Faserbündel hervorzurufen.  



  Während des     Trockenraffiniervorganges     wird eine     Steigerung    der Reibungswärme  künstlich erzeugt. Dies geschieht zum Bei  spiel dadurch, dass man die aufeinander wir  kenden Teile (Reibungsflächen) des     Raffi-          neurs,künstlich    gegeneinander andrückt, zum  Beispiel durch Federn, Gewicht usw. Durch  diese künstliche     Steigerung    der Reibungs  därme und durch die dadurch hervorgerufene  Dampfbildung wird ein Aufreissen der Holz  zellen bewirkt.

   Werden dann die Holzzellen  in diesem aufgerissenen     bezw.    gelockerten  Zustand dem     Nassraffineur    zugeführt, wo  durch der Charakter von Heissschliff entsteht,  so wird bei der Verwendung des nach diesem  Verfahren erzeugten Holzstoffes zur Papier  erzeugung ein vollständiges Verfilzen und  Decken der das Papier bildenden Schichten  miteinander erzielt.

      Ein besonders vorteilhaftes Produkt wird  erzielt, wenn das Material in dem     Nassraffi-          neur    einer derartigen Bearbeitung unterwor  fen wird, dass auch die kleinsten Holzteilchen  beim Verlassen des     Nassraffineurs    vollständig       fibriliert,    das heisst auch die kleinsten Holz  teilchen in jenen Zustand übergeführt wer  den, in welchem sie ihren feinfaserigen Cha  rakter erhalten und wodurch dem gebildeten  Stoff der Charakter von Heissschliff erteilt  wird.  



  Zu diesem Zwecke soll das dem     Trocken-          raffinierverfahren    unterworfene Material auf  seinem Wege zum     Nassraffineur    derart einge  dickt werden,     da.ss    in dem letzteren eine  künstliche     Temperatursteigerung    durch Rei  bungswärme erzeugt wird. Diese Verdickung  wird in     geeigneten    Apparaten zum Beispiel  in einer     Grobstoffbütte    erzeugt, welche zwi  schen dem     Trockenraffineur    und dem     Nass-          raffineur    eingeschaltet ist.

   Das in der Grob  stoffbütte eingedickte Material wird durch  eine geeignete Förderanlage dem     Nassraffi-          neur    zugeführt.  



  Das Material, das nunmehr den     Na.ssraf-          fineur    in dickflüssigem Zustande verlässt,  wird unter Zufügung von überschüssigen  Wassermengen nach dem     Sortierapparat     übergeleitet. Die nicht vollständig zerfaserten  Faserbündel werden abgeschieden, eingedickt  und nach der     Grobstoffbütte    zurückgeleitet,  wo sie mit den aus dem     Troekenraffineur     kommenden neuen Stoffmengen gemischt und  dann neuerdings dem     Na.ssraffineur    zugeführt  werden.  



  Der technische Fortschritt, der hiermit  erzielt wird, besteht darin, dass die Bildung  von Abfällen, sogenannte     Sauerkrautbildung,     vermieden wird. Hierbei kann man die Ein  dickung derart regeln,     da.ss    nach     Vermischung     des nach der     Grobstoffbütte    zurückgeleiteten  Materials, mit dem aus dem     Trockenraffineur          kommenden    Stoff, die zur Bearbeitung im       Nassraffineur    erforderliche Konsistenz er  zeugt Wird.  



  Es wird also hierbei das aus dem Sortie  rer kommende und nach der Bütte zurückge  führte     grobstoffhaltige    Abwasser zur Rege-           lung    der     Konsistenz    für die Verarbeitung im       Nassra.ffineur    wieder verwendet. Der aus dem       Sortierer    kommende fertige Holzstoff wird  dann in üblicher Weise geeigneten     Eindick-          masehinen,    zum Beispiel der     Einzy        linderrund-          siebpappenmaschine    und endlich der Presse  zugeführt.

   Der etwa 50 bis 55%ige nasse  Stoff wird hierbei je nach Wunsch gebleicht  oder     un    gebleicht in Paket-, Rollen- oder  Schabstoff übergeführt, wonach der Holz  stoff versandbereit ist.  



  In der     mitfolgenden    Zeichnung ist eine  zur Durchführung des Verfahrens dienende  Maschinenanlage schematisch in einem Aus  führungsbeispiel veranschaulicht.  



  1 bezeichnet eine zur Zerkleinerung von  Stammholz dienende Hack- oder     Schneidema-          sehine,    durch welche das Holz in der in der  Zellstoffindustrie bekannten Weise in Schei  ben     geschnitten        wird.    Von hier werden die  Holzscheiben und sonstige Holzstücke nach       1Jaschine    ? übergeführt (wie zum Beispiel       Schleudermaschinen,        Desintegratoren    usw.),  welche das in Scheiben geschnittene Material       tveiter    zerkleinern.  



  Aus der Zerkleinerungsmaschine 2 gelangt  das Holzmaterial nach der Sichtmaschine 3,  wo unbrauchbare Bestandteile, zum Beispiel  Sägemehl, Sand und sonstige Abfälle und  Verunreinigungen abgeschieden und entfernt  werden.  



  Hiermit ist die erste Arbeitsstufe beendet.  Das Material wird nun der zweiten Bear  beitungsstufe unterworfen. Zu diesem Zwecke  wird das in der Sichtmaschine befindliche ge  reinigte     Material    nach dem     Trockenra.ffineur          fi    übergeleitet, wo unter der Einwirkung       hiintlich    erzeugter Reibungswärme die Holz  masse durch Zerfasern in der Längsrichtung  der Faser in grobe Faserbündel umgesetzt  wird.  



  Gelangt ein Holzmaterial zur     Verarbei-          tun#-,    das sich schon in einem zu trockenen  Zustande befindet, dann wird dasselbe, um  ihm die natürliche Feuchtigkeit wieder zu er  teilen, zunächst aus der Sichtmaschine nach  dem Behälter 5 transportiert, wo es mit aus  dem Wasserbehälter 4 kommendem     Wasser       nass gemacht und dadurch auf natürliche  Holzfeuchtigkeit gebracht wird.  



  Die naturfeuchte Holzmasse wird aus dem  Behälter 5 nach dem     Trockenra.ffineur    6 ge  bracht.  



  Hiermit ist die zweite Arbeitsstufe be  endet.  



  Zum Zwecke der Bearbeitung in der drit  ten Stufe wird die in dem     Trockenraffineur     6 in Faserbündel umgesetzte Holzmasse nach  der     Grobstoffbütte    7 geleitet, wo die Masse  auf die zur Verarbeitung im     Nassraffineur     erforderliche Konsistenz gebracht wird.  



  Von hier wird diese auf Konsistenz ge  brachte Holzmasse mittelst geeigneter Förder  anlagen 8 (Pumpen und dergleichen) dem       Nassraffineur    9 zugeführt, wo das Material  ebenfalls unter Erzeugung künstlicher Rei  bungswärme, soweit dies praktisch erreich  bar ist, zerfasert,- und in Holzstoff überge  führt wird.  



  Dieser im     Nassraffineur    9     erzeugte    Holz  stoff wird dann, unter Zusatz geeigneter  Wassermengen, in den     Sortierer    10 geleitet,  wo der fertige Holzstoff von dem noch vor  handenen Grobstoff getrennt wird.  



  Der fertige Holzstoff gelangt: nach der  Entwässerungsmaschine 11, während das       mrobstoffhaltige    Wasser nach der Bütte 7  zurückgeführt und zum Mischen von aus dem       Trockenra.ffineur    6 kommenden Holzmassen  verwendet wird.  



  Als Entwässerungsmaschinen können für  den vorhin angegebenen Zweck Einzylinder  rundsiebpappenmaschinen oder andere geeig  nete Vorrichtungen     Verwendung    finden.  



  In der Entwässerungsmaschine 11. wird  der fertige Holzstoff eingedickt, teilweise ent  wässert und in Schichten     (Holzstoffbögen)     übergeführt. Das Material kann erforder  lichenfalls auch in bekannter Weise, zum  Beispiel unter     Verwendung    des     Natrium-Bi-          Sulfid-Verfahrens    gebleicht werden.  



  In gleicher Weise kann man, wie bekannt,  in diesen Maschinen das Material in     Rollen-          oder    Schabstoff formen.  



  Das so erzeugte Material kann durch Pres  sen, Zentrifugen oder ähnliche Maschinen      noch weiter entwässert und in Paketform ge  bracht werden. Eine solche Presse, -welche ent  weder an die Entwässerungsmaschine 11 an  geschlossen oder von derselben unabhängig  sein kann, ist. in der Zeichnung mit 12 be  zeichnet:  Nachdem das Material die Presse 12 ver  lassen hat, ist es versandfähig und weist ei  nen Feuchtigkeitsgehalt von nur 50 bis 55  Wasser auf.  



  Das Verfahren ist damit beendet.  



  Das letztere kann auch in der Weise ab  geändert werden, dass man das aus dem     Sor-          tierer    10 kommende fertige Material unmit  telbar auf Holländerkonsistenz eindickt, und  dem Holländer zuführt, wo es zu Papier ver  arbeitet wird.  



  In diesem Falle entfällt die Verarbeitung  in der Entwässerungsmaschine 11 und in der  Presse 12.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH I: Verfahren zur mechanischen Erzeugung von Holzstoff, der den Charakter von Heiss schliff trägt, nach dem Nichtschleifverfah- ren, dadurch gekennzeichnet, dass Holz in zer kleinertem, naturfeuchtem Zustand der Trok- kenraffination und daraufhin einer Raffina- tion mit Zusatz bemessener Wassermengen unterworfen wird. UNTERANSPRÜCHE 1.
    Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass das Holz in Scheiben zerschnitten wird mit darauffol- Bender, ausschliesslich mechanischer Ver arbeitung. 2. Verfahren nach Patentanspruch I und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Trocken- und darauffolgende nasse Raffinationsvorga.ng derart geleitet werden, da.ss die Faserbündel praktisch in die einzelnen Fasern zerlegt werden. 3. Verfahren nach Patentanspruch I und Un teransprüchen 1 bis 2, dadurch Bekenn zeichnet, dass die Scheiben in der Längs richtung der Fasern zerkleinert und dann unbrauchbare Bestandteile entfernt wer-' den. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch I und Un teransprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeieh- net, dass bei Verarbeitung von altem oder ausgetrocknetem Holz dieses vor seiner Verarbeitung im Trockenra.ffineur wieder auf natürlichen Feuchtigkeitsgrad zurück gebracht wird, um die Geschmeidigkeit der Faser derart zu steigern, dass ein Ab reissen derselben in der Querrichtung ver mieden wird. 5.
    Verfahren nach Patentanspruch I und Fil teransprüchen 1 bis 4, dadurch gekenn zeichnet, dass die Reibungswärme während des Trockenraffinierens mechanisch ge steigert wird, um durch die hervorge- rüfene Dampfbildung das Aufreissen der Holzzellen zu bewirken. 6.
    Verfahren nach Patentanspruch I und Un teransprüchen 1 bis 5, dadurch gekenn zeichnet, dass das bereits trockenraffinierte Material derart eingedickt wird, dass bei Überleitung desselben in den Nassraffineur eine künstliche Temperatursteigerung durch Reibungswärme erzeugt wird, zum Zwecke, dem erzeugten Stoff den Charak ter von Heissschliff zu erteilen und dem gemäss auch die kleinsten Holzteilchen in jenen Zustand überzuführen, in welchem sie ihren feinfaserigen Charakter erhal ten, das heisst vollständig fibriliert sind. 7.
    Verfahren nach Patentanspruch I und Un teransprüchen I bis 6, dadurch gekenn zeichnet, dass das aus dem Nassraffineur kommende dickflüssige Material unter Zu fuhr von überschüssigen Wassermengen derart sortiert wird, dass die eventuell nicht vollständig zerfaserten Faserbündel und sogena.nnte Sauerkraut abgeschieden, sodann eingedickt und mit aus dem Trok- kenra:ffineur kommendem Stoff gemischt und neuerdings der Nassraffination unter worfen wird. B.
    Verfahren nach Patentanspruch I und ITn- tera,nsprüchen 1 bis 7, gekennzeichnet durch die Verwendung des aus dem Sor- tierer kommenden und nach der Bütte zu- rückgeführten grobstoffhaltigen Abwas sers zur Regelung der Konsistenz der aus dem Raffineur kommenden und im Nass- raffineur zu verarbeitenden Holzmasse.
    PATENTANSPRUCH II: E,rzeugnis nach dem aNichtschleifverfah- ren gemäss Patentanspruch I, gekennzeich- net durch einen als Zwischenprodukt ausge bildeten Holzstoff aus zerkleinertem Holz, welcher Holzstoff die charakteristischen Merkmale des Heissschliffes besitzt.
CH125730D 1926-03-05 1927-01-26 Verfahren zur mechanischen Erzeugung von Holzstoff nach dem Nichtschleifverfahren. CH125730A (de)

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