Verfahren und Vorrichtung zuim Auftragen einer Farbschicht auf bei der Herstellung von Kunstmarmor verwendete Glasplatten. Vorliegende Erfindung betrifft ein Ver fahren und eine Vorrichtung zum Auftragen einer Farbschicht auf bei der Herstellung von Kunstmarmor verwendete Glasplatten, mit deren Hilfe es möglich ist, das Auftragen rder Farbmasse auf die Glasplatten in ein facher und bequemer Weise vorzunehmen, so dass Kunstmarmorplatten schneller und vor allem auch billiger, als dies nach bisherigen Verfahren möglich ist, hergestellt werden können.
Das Verfahren kennzeichnet sich dadurch, dass die Glasplatten als Boden eines Farb- masse enthaltenden Behälters durch Schlitze, die sich an zwei gegenüberliegenden Wän den des Behälters befinden, derart hindurch geführt werden, dass beim Durchgang der Platten durch den Austrittsschlitz die ober halb der Platten befindliche Farbmasse durch jede Glasplatte in einer Stärke mitgenommen werden kann, die dem Abstand der als Ab streifer dienenden Schlitzkante von der Glas platte entspricht.
Zwei Auzführungsformen der Vorrich tung zur Ausführung des vorbeschriebenen Verfahrens sind auf den Zeichnungen bei spielsweise dargestellt, und zwar gibt Fig. 1 das erste Beispiel der Vorrichtung schau bildlich wieder, während Fig. 2 einen Grund riss und die Fig. d und 4 einen Längs- und Querschnitt durch die Mitte der Vorrichtung zeigen.
Ein kastenförmiger Farbbehälter wird durch zwei in einem Gestell a. einstellbare Längswände b und c und zwei in ihrer Breite dem Abstand der beiden Längswände ent sprechende Querwände <I>d</I> und<I>f</I> gebildet.
Durch Änderung des Abstandes der bei den Längswände b und c und die Verwen dung verschieden breiter Querwände d und f kann der zur Aufnahme- der Farbmasse bestimmte Kasten in seiner Grösse den je weiligen Verhältnissen, wie Plattengrösse, ivlenge der Farbmasse usw. angepasst werden.
Für die Längswände b und c sind in rlem Gestell a sich gegenüberstehende senk rechte Nuten in in verschiedenen Abständen vorgesehen, in die dann die Längswände b und c von oben her eingeschoben werden; die Längswände sind an ihrem obern Rand mit Einschnitten n für seitlich vorspringende Nasen o der Querwände d und f ausgerüstet.
Damit diese Querwände, die sich im rechten Winkel stumpf gegen die Längs wände b und c anlegen, auch in ihrem untern Teil gegen Ausweichen gesichert sind, sind in der untern Hälfte der Längswände noch vorstehende Stifte oder Nasen p vorgesehen, die als Führung für die Querwände dienen.
Den Boden des Kastens bildet jeweils die darunter befindliche Glasplatte. Zur Bildung von Durchschiebeschlitzen für die Glasplatten können die beiden Längswände b und c mit Hilfe von Flügelmuttern verschieden hoch eingestellt werden, und zwar wird die vordere Längswand b nur so weit von der Grundplatte des Gestelles entfernt, wie notwendig ist, um der Glas platte den Zutritt zu gestatten, während die rückseitige Längswand c um so viel höher eingestellt werden muss, wie dies der ge wünschten Stärke der Farbmasse, wie sie auf die Glasplatte aufgetragen werden soll, ent spricht.
Um den Glasplatten lh beim Durchschie ben unter dem Farbbehälter eine gewisse Führung zu geben, sind noch zwei parallel zueinander liegende und durch geignete Mittel hinsichtlich ihres Abstandes vonein ander verschieden einstellbare Führungs schienen i vorgesehen. Diese erstrecken sich zweckmässig über die ganze Tiefe der Grund platte des Gestelles a, damit die Glasplatten sowohl beim Einschieben, als auch beim Ver lassen der rückwärtigen Schlitzöffnung eine gute und sichere Führung haben.
Bei dem dargestellten Beispiel erfolgt die Ein- und Feststellung dieser Führungs schienen i mit Hilfe von Fligelschrauben q, die ihr Muttergewinde in dem rechtwinklig umgebogenen Ende der Schienen i finden. Diese Flügelschrauben pressen sich dann gegen die Stirnkante der Grundplatte des Ge stelles a an, wobei das andere, umgebogene Ende r der Führungssehienen i als Wider lager dient.
Die gewissermassen als Abstreifer die nende eine Längswand c ist zweckmässig auf der Aussenseite im Bereich ihrer untern Kante noch mit einem aus Holz oder der gleichen bestehenden Ansatz k versehen, der dazu bestimmt ist, eine gewisso Glättung der von der Glasplatte nach aussen mitgenom menen Farbmasse herbeizuführen. Selbst redend könnte an dieser Stelle auch eine Walze mit Abstreifblech und dergleichen denselben Zweck erfüllen.
Die Anwendung der vorbeschriebenen Vorrichtung geschieht auf folgende -#Ä'eise: Zuerst werden die Führungsschienen e auf die erforderliche Breite der Glasplatten ein gestellt; dann werden die beiden Längswände <I>b</I> und c in die Schlitze<I>m</I> .eingesetzt. Die vordere Wand b wird dabei mit Hilfe der Flügelmuttern g so tief herabgelassen, dass sie gerade der Glasplatte noch den Durch gang gestattet. Die rückwärtige Längswand c dagegen wird, ebenfalls mit Hilfe. ihrer Flügelmuttern g, um so viel höher eingestellt, wie der gewünschten Stärke der Schicht der aufzutragenden Farbmasse entspricht.
Nun setzt man noch die dem Abstand der beiden Längswände entsprechende Grösse von Quer wänden d und<I>f</I> ein, so dass ihr Abstand der Breite der Glasplatten entspricht. Mit ihrer untern Kante liegen diese Querwände dann dichti auf den nach innen gerichteten Kanten der beiden Führungsschienen i. auf und bewirken mit diesen zusammen einen dichten Abschluss' nach der Seite.
Ist die Vorrichtunm derart zusammen gesetzt, dann wird die erste Glasplatte zwi- s c 'hen c len Führungsschienen i in den frei- bleibenden Schlitz unterhalb der vordern Längswand b so weit eingeschoben, dass sie den Boden des Kastens für die Farbmasse bildet.
Nun werden die verschieden gefärb ten Massen in beliebi'ger Folge eingefüllt. Das Eigengewicht der Farbmasse ist hin reichend, um beim darauffolgenden Durch schieben der Glasplatten mit Hilfe einer zweiten, nach der ersten einzusetzenden Glasplatte so viel Farbmasse mit. nach aussen zu nehmen, wie die Grösse des Abstandes der untern K.anie der Rückwand c von der Glasplatte zulässt. Ist auf diese Weise die erste Platte vellkommen durchgeschoben, so dass sie auf der andern Seite weggenommen werden kann, so ist unterdessen bereits die zweite Glas platte als Boden des Farbbehälters eingescho ben, ein Vorgang, der sich beliebig wieder holen kann.
Es ist wohl ohne weiteres einleuchtend, dass dieses Verfahren zum Auftragen der Farbmasse auf die Glasplatte einfach ist. Ebenso zweckmässig erweist sich auch die Vorrichtung, die nicht nur in einfacher Weise eine Anpassung an die verschiedenartigsten Verhältnisse, wie Plattengrösse und Menge der zu verarbeitenden Masse, ermöglicht, sondern auch das Auftragen der Farbschicht in verschiedener Stärke selbst während des Ausübens des Verfahrens ermöglicht.
In den Fig. 5 bis 8 ist das zweite Aus führungsbeispiel der Vorrichtung dargestellt, das ermöglichen soll, das beim Durchschieben der Platten entstehende Streifenmuster derart fortlaufend auf die einzelnen Glasplatten zu iübertragen, dass keine bemerkbaren Zwischen räume entstehen.
Es soll damit ermöglicht werden, eine Reihe zum Verlegen bestimmter Platten zu schaffen, bei denen sich das Streifenmuster ununterbrochen fortsetzt. Dies wäre mit dem vorbeschriebenen Beispiel nicht möglich, wenn der mit Farbmasse gefüllte Behälter die Glasplatte auf allen Seiten übergreift, indem dann zwischen je zwei benachbarten Platten ein zu grosses Stück des Streifen- nusters ausfallen würde. Wenn dann die Platten zur Verlegung kommen, passen sie lhinsichtlich des Streifenmusters nicht mehr direkt aneinander.
Um den vorerwähnten Zweck zu erreichen, dient ein in Fig 8 schaubildlich wieder gegebener Rahmen für eine beliebige Anzahl von Platten.
Die Längsränder der sämtlichen anein anderstossenden Glasplatten werden durch zwei auf einem Unterlagsbrett s verschraubte Winkeleisen-Führungsschienen t derart ge lhalten, dass die Platten in ihrer Stellung zu- einanler gesichert sind. Diese Winkeleisenschienen t haben in Abständen, die der Länge der Glasplatten h entsprechen, Einschnitte u für die einzuschie benden Querschienen v (eine solche ist in Fig. 8 nebenstehend dargestellt).
Der übrige Teil der Vorrichtung besteht aus zwei auf einer Grundplatte w sitzenden Seitenwänden x aus Holz. In den Seitenwän den x sind in entsprechenden Abständen Querschlitze in vorgesehen; in diese wer den die Wände b und c eingeschoben, deren Einstellung in ihre Höhe in gleicher Weise, wie bei der ersten Ausführungsform be schrieben, durch die Flügelmutter g geregelt werden kann.
Die Handhabung dieser Vorrichtung ge schieht folgendermassen: Zuerst werden auf das mit den Winkel eisenschienen t versehene Brett s die Glas platten da dicht aneinanderstossend in einer Reihe aufgelegt, die rechtsseitige Winkel eisenschiene so nahe an die linksseitige an gerückt und durch Flügelmuttern y fest "eschraubt, dass die Glasplatten h dazwischen sicher festgehalten werden.
Nun wird das mit den Glasplatten be legte Brett s in die Vorrichtung so weit. ein- @eschoben, dass die erste Glasplatte als Bo den des durch die Seitenwände x und die Zwischenwände b, c gebildeten Farbbehälters #lient. Hierauf wird die Farbmasse zweck mässig in verschieden gefärbten Mengen ein gefüllt. Jetzt kann das mit Glasplatten be legte Brett s in der in Fig. G gezeichneten Pfeilrichtung unter dem Farbbehälter hin durebgeschoben werden, und zwar so weit, bis sich die letzte Glasplatte des Brettes unter dem Farbbehälter befindet.
Daran anstossend kommt dann ein zweites Brett s, mit dem (las erste noch vollständig hindurchgeschoben wird, wobei gleichzeitig dieses Brett mit seiner ersten Glasplatte in den Bereich der Farbmasse kommt, und so setzt sich das Ver fahren beliebil- langt, fort.
Nach dem Durchziehen bezw. dem er folgten Auftrag der Farbmasse auf die Glas platten werden (lang in die Schlitze u in (leg Winkeleisenschienen t die Querschiener v, eingesetzt, so dass für jede Glasplatte durch die Schienen t und v ein Kästchen gebildet wird, das zur Auffüllung der Mörtelmasse dient.
Da die Schienen v nur sehr dünn sind, so werden, wenn die einzelnen Platten nach vollständigem Erhärten voneinander getrennt werden, an den Berührungskanten der Platten keine Unterbrechungen hinsichtlich des Streifenmusters bemerkbar sein, und die Platten können dann zur Erzielung eines fortlaufenden Streifenmusters in der gleichen Folge, wie sie hergestellt wurden, Unter- oder nebeneinander verlegt werden.