Stufenscheibengetriebe für Arbeitsmaschinen, insbesondere für Ringspinnmaschinen. Es gibt. Spinnereien, welche die an den Ringspinnmaschinen beschäftigten Arbeite rinnen nicht nach der Produktion, sondern nach der Umdrehungszahl des Ablieferungs zylinders des Streckwerkes bezahlen. Diese Arbeiterinnen haben daher das Bestreben, ihre Maschinen stets mit der grösstmöglichen Tourenzahl laufen zu lassen ohne Berück sichtigung der durch die grosse Zahl der Fa denbrüche verminderten Produktion und der verminderten Qualität.
Bei Antrieben mit Stufenscheiben mit zwei Geschwindigkeiten, zum Beispiel nach dlern Patent Nr. 118285, Klasse 96d, stellen die Arbeiterinnen entgegen allen Instruktio nen den Riemen stets auf die grösste Motor- st.ufenscheibe und benützen nicht die Vorteile einer verminderten Geschwindigkeit wäh rend des Anspinnens und an der Spulenspitze. Dies liegt nun nicht im Interesse des Spin nereibesitzers, der die grösstmögliche Produk tion möglichst ohne Fadenbrüche und ohne Verminderung der Qualität anstrebt.
Die Spinnereibesitzer verlangen daher, dass die @'erschicbunb des Riemens von der kleineren auf die grössere Stufe und die rückläufige Verschiebung des Riemens von der grossen auf die kleine Stufe selbsttätig geschieht, und zwar stets in den für die Spulenbildung günstigen Momenten. Eine derartige Einrich tung muss gegen willkürliche Verstellung durch die Arbeiterin geschützt sein.
Da die Dauer einer Spulenbildung je nach der her zustellenden Garnnummer zwischen 15 Mi nuten bei groben und 14 Stunden bei feinen Garnen variieren kann, so soll ferner die Ein richtung so beschaffen sein, dass die Zwi schenzeiten zwischen zwei Verschiebungen des Riemens nach der einen oder andern Richtung vom Meister je nach Bedürfnis und auf einfachste Weise eingestellt werden kön nen. Sodann muss die Einrichtung auch der art sein, dass bei der von der Arbeiterin vor genommenen Rückstellung der Maschine für eine neue ,Spulenbildung alle Teile der Ein richtung in ihre ursprüngliche Arbeitsstel lung selbsttätig zurückgehen, so dass die Ar beiterin nur die für die Bedienung der Ma schine nötigen Manipulationen vorzunehmen hat.
In der beiliegenden Zeichnung ist nun als Ausführungsbeispiel des Erfindungs gegenstandes eine Einrichtung dargestellt, welche die vorgenannten Bedingungen rest los erfüllt, und zwar sind nur diejenigen Teile, welche für die Erläuterung der Er findung nötig sind, gezeigt. Fig. 1 und 2 zeigen solche Teile in zwei verschiedenen Ansichten; Fig. 3 bis 5 zeigen ebenfalls Ein zelheiten, in grösserem Massstab und zum Teil in verschiedenen Arbeitsstellungen.
Zwei gegenüber einander einstellbare Führungsscheiben 1, 2 mit je einer Kerbe 1' bezw. 2' werden durch ein Schneckengetriebe 3, 4 und die biegsame Welle 5 vom Schalt radbolzen 6 der nicht gezeichneten Ring spinnmaschine aus angetrieben. Während der Bildung des Spulenansatzes fällt durch den Druck einer Feder 7 die um einen Bolzen 8 drehbar angeordnete Klinke 9 in die Kerbe 2' der Scheibe 2 ein; dadurch wird die ver schieb-, aber nicht drehbar auf der Welle 11 sitzende Muffe 12 mit dem Zahnrad 14, das sich auf der Welle 11 frei drehen kann, gekuppelt. Das Rad 16 der Welle 11 wird von der Tambourwelle der Arbeitsmaschine aus angetrieben.
Das gekuppelte Rad 14 treibt jetzt das Rad 17 der Gewindespindel 18 (Fig. 2) an, und es wird dadurch die mit der Riemenverschiebvorrichtung 19 verbun dene Mutter 20 nach rechts verschoben, wo bei der Riemen 21 auf die grosse Motor scheibenstufe 32 gleitet. Dabei wird fer ner eine Feder 22 zusammengepresst, nach dem eine mit der Mutter 20 verbundene Stange 30 die Feder 22 und ihren Bolzen 24 so weit mitverschoben hat, dass der Stell ring 25 an einer Klinke 29 anliegt.
Am Ende der Verschiebung hebt ein ebenfalls mitlaufender Nocken 26 der Stange 30 die Klinke 26 hoch, so dass durch die gespannte Feder 22 der Bolzen 24 plötzlich nach rechts springt, und durch eine schiefe Fläche 28 am Bolzen 24 die Klinke 9 aus der Kerbe 2' herausgedreht, die Muffe 12 vom Zahnrad 14 somit wieder losgekuppelt und die Spindel 18 mit der Verschiebevorrichtung 19 still- gesetzt wird. Die Stange 30 wird durch nicht gezeichnete Mittel geradlinig gerführt.
Während der Bildung der Spulenspitze fällt die Klinke 10 in die Kerbe 1' der Scheibe 1 ein, wodurch eine Muffe 13 mit einem Rad 15, das mit dem -Rad 17 kämmt, gekuppelt wird, so dass sich die Spindel 18 in entgegengesetztem ,Sinne wie vorhin dreht und dadurch der Riemen 21 nach links, das heisst zurück auf die kleine Stufe 31 ver schoben wird.
Der Stellring 35 legt sich da bei an eine Klinke 39 an, die jetzt in der Lage der Klinke 29 in bezug zum Bolzen 24 zu denken ist, und alsdann wird die Feder 22 <B>3</B> zusammengedrüoll--t. Am Ende der Bewe- gung hebt der Nocken 26 die Klinke 39 wie der hoch, durch die gespannte Feder 23 springt der Bolzen 24 plötzlich nach links, und die schiefe Fläche 2 7 verdreht die Klinke 10 und rückt die Kupplung 13 aus dem Zahnrad 15 aus.
Die beidseitigen Aus schläge des Bolzens 24 werden durch die Stellringe 25 und 45 fixiert, die sich jeweils an, die Wand des Gehäuses 46 anlegen.
Wenn nach Fertigstellung der Spule der Schaltradbolzen 6 durch die Arbeiterin zu rückgedreht wird, so gelangen die Scheiben 1, 2 wieder in ihre Anfangsstellung zurück. Bei dieser Zurückdrehung hält die durch die schiefe Fläche 27 angehobene Klinke 10 die Muffe 13 ausser Eingriff mit dem Rad 15, während die Klinke 9 in die Kerbe 2' der Scheibe 2 einfallen kann und die Muffe 12 mit dem Rad 14 kuppelt. Damit auch diese Kupplung in ihre Ausgangsstellung zurück gehen kann, legt sich die Klinke 9 gegen einen um den Bolzen 40 (Fig: 3 bis 5) der Scheibe 2 drehbaren, federbelasteten Zahn 41.
Dieser Zahn gibt den Weg der Klinke 9 frei, indem letztere durch Gleiten über die Zahnflanke 42 (Fig. 5) hinweg angehoben und so die Muffe 12 ausser Eingriff mit dem Rad 14 gebracht wird.
Zwischen den beiden Scheiben 1, 2 be findet sich eine Lederscheibe 33, durch wel che bei angezogener Mutter 44 die lose Scheibe 2 mit der auf der Schneckenradwelle 43 festsitzenden Scheibe 1 gekuppelt wird. Durch Lösen der Mutter 44 lässt sich die Scheibe 2 rasch und bequem gegenüber der Scheibe 1 bezw. der Kerbe 1' verdrehen. Das Einstellen der Scheibe 1 bezw. der Kerbe 1' geschieht durch Drehen an der Schnecke 4 des Getriebes 3, 4 bei losgekuppelter Welle 5.