CH126591A - Verfahren und Vorrichtung zum Trocknen von Papierbahnen und dergl. - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Trocknen von Papierbahnen und dergl.Info
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Description
Verfahren und Vorrichtung zum Trocknen von Papierbahnen und dergl. In der Papierfabrikation erfolgt bekannt lieh das Trocknen der Papierbahnen auf Trockenzylindern, die in der Regel mittelst in sie eingeleiteten Dampfes beheizt werden. Der aus der Papierbahn entweichende Wasser dampf wird von der umgebenden Luft, je nach ihrer Temperatur und ihrem Feuehtig- keitsgehalte mehr oder weniger rasch, auf genommen und in Dampfschwaden abgeführt.
Diese Methode des Trocknens von Papierball- nen und dergleichen hat die Nachteile, dass einerseits die Verdampfungswärme des der Papierbahn entzogenen Wassers verloren geht, und dass anderseits die Dampfschwaden leicht an den Wänden und Decken des Arbeits raumes kondensieren, weshalb besondere Deckenheizungen vorgesehen sein müssen, die namentlich bei kaltem und feuchtem Wetter die vorzeitige Kondensation der Dampfschwa den zu verhindern haben.
Gemäss der vorliegenden Erfindung wer den die Nachteile des erwähnten Wärmever lustes und der vorzeitigen Kondensation des Wasserdampfes dadurch behoben, dass der aus der zu trocknenden Papierbahn, Zellstoffbahn oder dergleichen entweichende Wasserdampf abgesaugt und behufs Ausnützung seinerV er- dampfungswärme mittelst einer Wärmepumpe verdichtet und zur Beheizung der Trockenzy linder verwendet wird.
Zur Ausführung dieses Verfahren dient eine Vorrichtung, die da durch ausgezeichnet ist, dass der Trockenzy linder durch eine Umhüllung nach aussen hin abgeschlossen und der Zwischenraum zwi schen dieser Umhüllung und dem Trocken zylinder über eine Wärmepumpe mit dem Innenraum des Trockenzylinders verbunden ist.
Die Fig. 1 und 2 der Zeichnung veran schaulichen in schematischer Darstellung zwei Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegen standes, die Fig. 3 und 4 zeigen, gleichfalls in schematischer Darstellung, einen der Er findung gemäss ausgebildeten Trockenzylinder für Papierbahnen und dergleichen.
Der Trockenzylinder a ist in der üblichen Weise hohl ausgebildet und wird durch Dampf beheizt, der mittelst einer Leitung zu geführt wird; zur Ableitung des Kondenswas sers dient eine Leitung 3 (Fig. 1 und 2). Der Trockenzylinder a ist mit einer Umhüllung b versehen, diP 7-weckmässig einen wärmeiso- lierenden Belag trägt. Die Mantelfläche der Umhüllung b reicht bis an die Führungsrol len c (Fig. 3) für die zu trocknende Papier bahn d bezw. für das tragende Filzband.
Der Zwischenraum zwischen den beiden Füh rungsrollen c ist, wie die Fig. 3 und 4 zeigen, durch eine labyrinthartige Dichtung ausge füllt, die aus zwei oder mehreren übereinan der angeordneten Reihen von Walzen f be steht, welche in der Längenrichtung gegen einander versetzt sind. Die Stirnwand der Umhüllung b umgreift bei l (Fig. 4) die Walzen f, um einen vollkommenen Abschluss gegen die Aussenluft zu erzielen. Zu dem gleichen Zweck ist die Zylinderwelle mittelst einer Dichtung durch die Stirnwände der Um hüllung b hindurchgeführt. In den durch die Walzen f abgeschlossenen Raum kann mit- telst einer Leitung 4 Dampf eingeführt wer den, der das Eindringen von Aussenluft ver hindert (Fig. 4).
Bei der Ausführungsform nach der Fig. 1 ist an die Umhüllung b ein Austrittsrohr 5 für den Wasserdampf angeschlossen, der aus der zu trocknenden Papierbahn ent weicht. Dieses Austrittsrohr 5 ist mit der Saugseite einer Pumpe g verbunden, welche den aus der Papierbahn entwickelten Wasser dampf absaugt und ihn in verdichtetem Zu stand durch das Rohr 2 dem Trockenzylinder a zuführt. In dem Trockenzylinder a wird der Dampf kondensiert und die Ver dampfungswärme des bisher ungenützt ins Freie oder in den Arbeitsraum entweichenden Dampfes wird somit zur Beheizung des Trockenzylinders a ausgenützt. Die Pumpe g wirkt hierbei als Wärmepumpe, welche dem aus der Umhüllung b abgesaug ten Dampf die zur Aufrechterhaltung des Prozesses notwendigen Wärmemengen stän dig zuführt.
Das Trocknen der Papierbahn erfolgt daher nicht durch Zufuhr direkter Wärme, sondern durch die zum Betriebe der Wärmepumpe g aufgewendete Leistung, die jedoch um das Äquivalent der wiedergewon nenen Verdampfungswärme geringer ist, als etwa beim Trocknen mittelst elektrisch be heizter Trockenzylinder. Eine Zufuhr direkter Wärme ist bloss bei der Einleitung des Trockenprozesses erfor derlich;
hierfür dient entweder eine Initial dampfmenge, welche während kurzer Zeit durch eine Leitung 6 (Fig. 1) in dem Trok- kenzylinder a eingeführt wird oder aber eine elektrische Heizvorrichtung an sich bekann ter Art, die nach der Inbetriebsetzung wieder abgestellt wird. Um die bei Einleitung des Prozesses zuzuführende Wärmemenge mög lichst herabzusetzen, wird der Innenraum der Umhüllung b mittelst einer Saugleitung 13 (Fig. 1) auf Unterdruck gebracht, wodurch die Verdampfung des in der Papierbahn ent haltenen Wassers beschleunigt wird. Nach der Einleitung des Trockenprozesses werden die Leitungen 6 und 13 abgestellt und das Kondensat wird durch die Leitung 3 abge führt.
Bei der Ausführungsform nach der Fig. 2 erfolgt die Abfuhr des der Papierbahn d oder dergleichen entzogenen Wasserdampfes mit- telst des Dampfes einer bei niedrigerer Tem peratur als Wasser siedenden Flüssigkeit, welcher Dampf in die den Trockenzylinder a. umgebende Umhüllung b eingeleitet und zu sammen mit den Dampfschwaden abgesaugt wird. Zu diesem Zweck ist ein geschlossener Behälter j (Fig. 2) vorgesehen, der durch eine zylindrische Scheidewand 7c in einen innern Raum<B>i</B>n. und einen äussern Raum it geteilt ist.
Der Raum trt dient zur Aufnahme der bei -niedrigerer Temperatur als Wasser verdampfenden Flüssigkeit (zum Beispiel Trichloräthylen oder Alkohol) und ist durch eine Leitung 7 mit dem Innenraum der Um hüllung b verbunden. Das Austrittsrohr 5 für die Dampfschwaden ist mit- der Saugseite einer Wärmepumpe gi verbunden, deren Druckleitung 8 in den Raum n. des Behälters j mündet. Der Raum n ist durch eine Leitung 9 mit einer zweiten Wärmepumpe<I>g</I><B>:!</B> und deren Druckseite durch das Eintrittsrohr 2 mit dem Innenraum des Trockenzylinders a verbunden.
Der Raum n ist ferner mit einem Entlüftungsstutzen 10 versehen und an sei nem untern Ende mittelst einer Leitung 11, in die eine Umlaufpumpe p eingeschaltet ist, nit dem Raum in verbunden. Ausserdem ist das untere Ende des Raumes n mit einem Ab leitungsrohr 12 für. Kondensatwasser ver sehen, das jedoch nach der Einleitung des Trocknungsprozesses geschlossen wird. In das Rohr 2 mündet ebenso wie bei der Ausfüh rungsform nach der Fig. l eine Leitung 6, die von einer Heizdampfquelle kommt.
Ebenso wie bei der Ausführungsform nach der Fig. 1 wird der Trockenprozess durch Zufuhr von Initialdampf durch das Rohr 6 eingeleitet. Die zugeführte Wärme bringt das in der nassen Papierbahn d en- haltene Wasser zum Verdunsten und die Dampfschwaden werden durch die Pumpe g1 abgesaugt, verdichtet und dem Raum n zu geführt. In diesem wird während der Einlei tung des Trocknungsprozesses der Wasser dampf kondensiert und das Kondensat fliesst durch das Rohr 12 ab.
Die Verdampfungs wärme wird an die in dem Raum m enthal- lene, leichter als Wasser siedende Flüssigkeit abgegeben und bringt einen Teil dieser Flüs- sigkeit zum Verdampfen; dieser Flüssigkeits dampf strömt durch die Leitung 7 in die Umhüllung b, nimmt daselbst die aus der nassen Papierbahn entweichenden Dampf schwaden auf und wird zusammen mit dem Wasserdampf von der Wärmepumpe g1 durch die Leitung 5 hindurch abgesaugt und in den Raum n geleitet.
Durch die Wärme pumpe g1 werden Druck und Temperatur des abgesaugten Dampfes erhöht; zwischen den Räumen m und n entsteht ein Temperaturge fälle, so dass kurze Zeit nach der Einleitung des Prozesses in dem Raume n bloss der Dampf der bei niedrigerer Temperatur sie denden Flüssigkeit kondensiert wird, wäh rend der Wasserdampf unkondensiert bleibt; dieser wird durch die zweite Wärmepumpe g2 abgesaugt, verdichtet und durch die Lei tung 2 dem Trockenzylinder a zugeführt. Das Kondensat der leichter siedenden Hilfs flüssigkeit wird durch die Pumpe p abge saugt und durch die Leitung 11 in den Raum in zurückgeführt.
Die Wärmepumpe g1 führt den aus der Umhüllung b abgesaugten Dämpfen somit jene Wärmemenge zu, die notwendig ist, um einen Teil der in dem Raum m enthaltenen Hilfsflüssigkeit fortlau fend zu verdampfen, während die Wärme pumpe g2 dem Wasserdampf die zur Auf rechthaltung des Betriebes notwendigen Wärmemengen zuführt.
Nach der Einleitung des Trockenprozes ses werden die Dampfzufuhrleitung 6 und die Kondenswasserableitung 12 geschlossen. Der Trockenprozess ist nunmehr von der Zu fuhr direkter Wärme unabhängig, und die noch notwendigen Wärmemengen, die ebenso wie bei der Ausführungsform nach der Fig. 1 infolge der Ausnützung der Verdampfungs- wärme der Dampfschwaden nur gering sind, werden der Trocknungsanlage in Form ,je ner mechanischen, vorzugsweise elektrischen Energie zugeführt, die zum Antrieb der Wärmepumpen gl und g@ verbraucht wird.
Soweit trotz der vollkommenen Umhül lung des Trockenzylinders a doch Aussenluft eindringt und sich mit den Dämpfen mengt, kann eine Entlüftung durch den Stutzen 10 stattfinden.
In jenen Fällen, in denen zur Deckung des ständigen Wärmebedarfes der Trockenanlage Heizdampf zur Verfügung steht, können selbstverständlich an Stelle der elektrisch an getriebenen @Ärärmepumpen g (Fig. 1) und g,, g2 (Fig. 2) Dampfstrahlapparate verwendet werden.
j?rn die aus der Papierbahn d oder der gleichen entweichenden Dampfschwaden mög lichst rasch und vollständig abzuführen, er folgt die Zuleitung des Dampfes der bei nie drigerer Temperatur siedenden Hilfsflüssig keit in die Umhüllung b vorzugsweise an zwei (oder mehreren) Stellen 7' und 7" in der iVIantelfläche der Umhüllung b Wig. 3), während die Abzugsstelle 5' in einer Stirn wand vorgesehen ist.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH I: Verfahren zum Trocknen von Papierbah nen oder dergleichen, mittelst dampfgeheizter Trockenzylinder, dadurch gekennzeichnet, dass behufs Wiedergewinnung der Ver- dampfungswärme der aus der zu trocknenden Papierbahn oder dergleichen entweichende Wasserdampf abgesaugt, mittelst einer Wärmepumpe verdichtet und zur Beheizung der Trockenzylinder verwendet wird. UNTERANSPRÜCHE: 1.Verfahren nach dem Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Abfuhr des der Papierbahn oder dergleichen ent zogenen Wasserdampfes mittelst des Dampfes einer bei niedrigerer Tempera tur siedenden Flüssigkeit erfolgt, der in eine den Trockenzylinder umgebende Um hüllung eingeleitet, zusammen mit dem aus der Papierbahn entweichenden Wasser dampf abgesaugt und hierauf durch Kon densation von dem unkondensiert bleiben den Wasserdampf getrennt wird, welcher schliesslich nach Verdichtung mittelst einer Wärmepumpe als Heizdampf den Trockenzylindern zugeführt wird. 2. Verfahren nach dem Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass zur Einlei tung des Trocknungsprozesses der Innen raum der den Trockenzylinder einschlie ssenden Umhüllung mittelst einer Pumpe auf Unterdruck gebracht wird, um die Verdampfungstemperatur herabzusetzen.Ü Vorrichtung zum Trocknen von Papier bahnen oder dergleichen mittelst dampfge heizter Trockenzylinder, dadurch gekenn- zeichnet, dass der Trockenzylinder durch eine Umhüllung nach aussen hin abgeschlossen ist und dass der Zwischenraum zwischen der Um hüllung und dem Trockenzylinder über eine Wärmepumpe mit dem Innenraum des Trockenzylinders verbunden ist.UNTERANSPRüCHE: Vorrichtung zur Ausübung des Verfah rens nach Patentanspruch I und Unteran spruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Innenraum der den Trockenzylinder ein schliessenden Umhüllung über eine Wärme pumpe einen dahinter geschalteten, aus zwei Räumen bestehenden Kondensator für eine bei niedrigerer Temperatur als Wasser siedende Hilfsflüssigkeit und über eine dahinter geschaltete zweite Wärme pumpe mit dem Innenraum des Trocken zylinders verbunden ist. 4.Vorrichtung nach dem Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeichnet, dass der Zwi schenraum zwischen den die Papierbahn auf den Trockenzylinder leitenden Umlen- kungsrollen mittelst einer labyrintharti- gen Abdichtung nach aussen hin abge schlossen ist, die aus Dichtungswalzen be steht, welche in der Längenrichtung ge geneinander versetzt und in zwei oder mehr Reihen übereinander angeordnet sind.
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Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE956844C (de) * | 1946-09-28 | 1957-01-24 | Pluria Ab | Verfahren und Vorrichtung zum Trocknen von insbesondere faser- oder garnfoermigem Textilgut |
| WO2025016660A1 (de) * | 2023-07-18 | 2025-01-23 | Siemens Energy Global GmbH & Co. KG | Verfahren zur behandlung von abluft einer papier-, karton- und/oder tissue-herstellungsmaschine sowie zur durchführung eines solchen verfahrens eingerichtete anlage |
-
1927
- 1927-05-02 CH CH126591D patent/CH126591A/de unknown
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| DE956844C (de) * | 1946-09-28 | 1957-01-24 | Pluria Ab | Verfahren und Vorrichtung zum Trocknen von insbesondere faser- oder garnfoermigem Textilgut |
| WO2025016660A1 (de) * | 2023-07-18 | 2025-01-23 | Siemens Energy Global GmbH & Co. KG | Verfahren zur behandlung von abluft einer papier-, karton- und/oder tissue-herstellungsmaschine sowie zur durchführung eines solchen verfahrens eingerichtete anlage |
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