Verfuhren und Einrichtung zum Zerlegen von Gasgemischen. Der Kraftbedarf bei der Zerlegung der Luft in ihre Bestandteile wird bestimmt durch .die Kälteverluste, sowie durch den Druck, welcher erforderlich ist, um die be nötigte<I>Waschflüssigkeit</I> bei gleichzeitiger Verdampfung des flüssigen Sauerstoffes zu kondensieren, und durch die Gasmenge, wel- c;he auf diesen Kondensatordruck verdichtet werden muss, um die erforderliche Menge Waschflüssigkeit zu erhalten.
Da, die Luft sich unter atmosphärischem Druck bekannt lich bei -193 verflüssigt, der Sauerstoff aber schon bei -182 , so kann man Luft durch Verdampfen von Sauerstoff nur kon densieren, wenn sie auf vier bis fünf Atmo sphären Überdruck verdichtet wird. Wenn man ferner, wie es bisher üblich war, .die ge samte zu zerlegende Luft verflüssigen will, dann muss die gesamte Luft auf vier bis fünf Atmosphären verdichtet werden. Um bei spielsweise 500 m3 reinen Sauerstoff stünd lich zu erhalten, müssen theoretisch 2500 m" Luft auf etwa vier bis fünf Atmosphären Überdruck gebracht und verflüssigt werden.
Das erfordert einen Kraftbedarf von rund 250 PS. e. h., während eigentlich nur<B>150</B> gebraucht werden sollten, weil nur 1500 m3 Waschflüssigkeit benötigt werden, so dass hier zwei Fünftel der Verdichtungsarbeit zu viel aufgewendet wird.
Dieser Übelstand wird durch das Verfah ren Lachmann (D. R.. P. Nr. 167931) besei tigt. Bei diesem wird die zu behandelnde Luft nur zum Teil verdichtet. Der andere Teil der Luft wird nur mit Crebläsedruck eingeblasen. Die verdichtete Luft wird dann im Kondensator durch Verdampfen von Sauerstoff kondensiert. An Stelle von Luft kann aber auch Stickstoff verdichtet und als Waschflüssigkeit verwendet werden.
.Die verflüssigte Luft wird auf dem Kopf der Rektifikationssänle ausgegossen, nm in bekannter Weise den Sauerstoff aus der ein geblasenen, auf<B>-190'</B> vorgekühlten Luft im Ein- oder Zweistufen-Rektifikationsver- fahren auszuwaschen, je nachdem Sauerstoff mit 47 % oder 98 % 0. Gehalt verlangt wird.
Dieses so ausserordentlich wirtschaftliche Lachmannsche Verfahren konnte nicht reali siert werden, weil .das bisher benützte soge- nannte kontinuierliche Kältetauschverfahren mit Gegenstrom-Röhren-Kältetauschern un zulänglich ist, wenn Luft oder sonstige Gase im beiderseits unverdichteten Zustande gegen seitig in Kältetausch zu bringen sind.
Gegenstand der Erfindung ist nun ein neues Verfahren zum Zerlegen von Gasgemi schen, das im Gegensatz zu den bisher übli chen, mit kontinuierlich wirkenden Kälte- tauschern arbeitenden Verfahren, mit Kälte speichern im Umschalt-Wechselbetrieb ar beitet.
In .der beiliegenden Zeichnung ist durch die Fig. 1 bis 3 je ein Beispiel einer Einrich tung zur Ausführung des neuen Verfahrens schematisch veranschaulicht.
Gemäss Fig. 1 besteht die Einrichtung ans dem Lamellen-Kältespeicher A' und A" mit der Umschalteinrichtung e, dem Waschluft- kondensator und Sauerstoffverdampfer b, dem Rektifikator c mit dem Regulierventil d für .die Waschflüssigkeit.
g', <I>A', i',</I> k', l' und z', sowie g'#, <I>A",</I> i.. k", l" und zr' sind Rückschlagventile.
Die als Kältespeicher ausgebildeten Kälte- tauscher A' und A" sind in konzentrische Abteilungen unterteilt, und zwar in je zwei Abteilungen bei Anlagen zur Gewinnung von 47 %igem Sauerstoff und in je drei Ab teilungen bei Anlagen zur Gewinnung von 98 %igem Sauerstoff. Die Beschreibung und Zeichnung bezieht .sich auf die Gewinnung von 98 %igem Sauerstoff.
Die auf vier Atmosphären verdichtete Luft tritt bei<I>m'</I> und u' in die Abteilung III' und 1I' des Kältespeichers A' ein und kühlt sich in diesem auf -180 ab.
Die gekühlte, verdichtete Luft wird clann durch Leitungen \?' in den Kondensator b geführt und dort durch verdampfenden Sauer stoff verflüssigt, um dann mit Leitung '3 auf dem Kopf der Rektifikationssäule ausgegos sen zu werden.
Gleichzeitim mit der Zuleitung von ver- clichteter- Luft in den Kältespeicher, Abtei lungen III' und IU, wird in die Abteilung I' bei 7a' Luft durch Leitung 4' mit Gebläse- ,druck eingeleitet, im gältespeieher auf - 190 gekühlt und durch Leitung 5' und Rückschlagventil <I>i'</I> bei<I>t</I> in .der Mitte der Rektifikationssäule c in letztere eingeführt,
um im Gegenstrom zu der herabrieselnden flüssigen Luft nach oben abzuziehen, wobei .der Sauerstoff -der gasförmigen Luft durch den in oder flüssigen Luft enthaltenen Stick stoff zunächst bis zu 47 /a ausgewaschen und .der noch verbleibende flüssige Stickstoff dann durch den vom Verdampfer aufsteigen den gasförmigen Sauerstoff vollends ver dampft wird.
Der Stickstoff zieht oben bei p ,durch Leitung 6", 5", 8" und Rückschlag ventil<I>l"</I> nach dem Kältespeicher<I>A",</I> Abtei lung I" und II", ab, in dem er seine Kälte wieder restlos abgibt, währerncl der Sauerstoff als Flüssigkeit in den Verdampfer fliesst, dort für sich unter Luftkondensation wieder verdampft und bei r' durch Rückschlagven- til h", Leitung 7" und, 'die an letztere ange schlossene Leitung 2" durch Abteilung III" des Kältespeichers A" geleitet und bei s' aus ;
der Anlage entnommen wird.
Nunmehr wird umgeschaltet und die auf vier Atmosphären<I>verdichtete</I> Luft durch den Kältespeicher A", Abteilung III" und II" bei m" und u" eingeleitet.
Desgleichen wird bei n" durch Leitung 4" Luft in die Abteilung I" mit Gebläse druck eingeführt, worauf alle Gase den be reits vorbesrhriebenen Weg durch die Appa ratur in umgekehrter Richtung machen.
So wird in Abständen von etwa. fünf Mi nuten immer umgeschaltet, .damit die Kälte speicher die aufgenommene Kälte oder Wärme an. das nachfolgende Gas wieder ab geben können. Lediglich der Verdampfer und Rektifikator arbeiten kontinuierlich. Die Umschaltung kann selbsttätig .durch Druck- luftzeitschalter bewerkstelligt werden.
Der Sauerstoff wird abwechselnd bei s' und s" aus der Anlage abgeleitet, während der Stickstoff bei y' und y", sowie bei x' und x" abzieht.
Von den durch die Kältespeicher heraus zuleitenden Zerlegungsprodukten wird der Sauerstoff in seiner Gesamtheit abwechselnd durch Abteilung III' bezw. III" herausge- führt, der Stickstoff dagegen teils durch Ab ieilung II' bezw. II" und teils durch Abtei lung I' bezw. I".
Anderseits wird stets die gesamte Gebläseluft durch Abteilung I' bezw. I", die verdichtete Luft :dagegen teils durch Abteilung 1I' bezw. II", teils durch Abtei lung III' bezw. III" eingeleitet. Die ab wechselnd in jeder Abteilung der beiden Kältespeicher A' und A" von der eingeführ ten Luft aufgenommene Kältemenge muss sich mit der in diesen Abteilungen vom her ausgeleiteten Stickstoff und Sauerstoff ab gegebenen Kältemenge decken, weil sonst das thermische Gleichgewicht in .den Kältespei chern gestört würde.
Zur Erzielung dieses Gleichgewichtes werden die aus- und einzu leitenden Gasmengen mittelst der Drossel klappen qu', qu" und qu"' geregelt.
Die Rückschlag klappen<I>g', h.', i', k', l'</I> und z' bezw. g", h", <I>i", k",</I> l" und z." haben .die Aufgabe, einen Kurzschluss des Gasweges zu verhindern und, zu erreichen, dass einer seits die Geblä.seluft aus dem einen Kälte speicher ihren Weg durch den Rektifikator c nach oben nimmt, anstatt quer durch densel ben auf dem Wege .des geringsten Wider- sta.mdes -direkt in den andern Kältespeicher abzuziehen,
und dass anderseits die auf Kon- densatordruck verdichtete Luft im Konden sator unter Überdruck kondensiert, anstatt; in ,den Verdampfer überzutreten und aus diesem sofort wieder durch den andern Kältespeicher, der in dieser Zeit ohne Druck ist:, an Stelle des Sauerstoffes abzuströmen.
Durch die Anordnung dieser R.ücksAlag- klappen wird es ermöglicht, die Umschalt ventile am Lufteintritt bezw. aim Stickstoff und Sauerstoffaustritt, das heisst also am warmen Ende der Apparatur anzubringen, während ohne die R.üclrschla.gkIappen diese Umschaltorgane in der kalten Zone, nämlich am Übergang von den Kältespeichern zum Rektifikator und zum Kondensator bezw. zum Verdampfer angebracht werden müssten,
was aber untunlich ist, da diese komplizier ten Organe in der Tieftem-peraturzone ganz unzugänglich sind und sehr bald Betriebs störungen verursachen würden. An Stelle der dreiteiligen Kältespeicher können die drei Abteilungen auch nebeneiya- ander als drei selbständige Apparate- aufge stellt werden: Sofern nur Sauerstoff von 47 Gehalt gewonnen werden soll, brauchen die Kältespeicher nur je zwei Abteilungen zu er halten, an -deren ,Stelle auch je zwei selbstän dige Kältespeicher Anwendung finden kön nen.
Die Zweiteilung statt der Dreiteilung ist hier deshalb möglich, weil bei Gewinnung von 47 %igem Sauerstoff ebensöviel zurück kehrt, als vorher an verdichteter Luft oder verdichtetem Stickstoff eingeleitet wurde, während bei reinem .Sauerstoff nur etwa ein Drittel herausgeleitet wird.
Der Kältespeicher-Umschaltwechselbetrieb besitzt gegenüber den kontinuierlichen Kälte tauschverfahren einen weiteren grossen Vor teil insofern, als beim Auftauen der Appa ratur keine nennenswerten Kälteverluste und keine längeren Betriebsunterbrechungen ein treten, weil man die in dem zuerst aufzu tauenden Kältespeicher enthaltene Kälte vor her .auf den andern übertragen kann und um gekehrt, während beim bisherigen kontinuier- lichen Kältetausch stets die gesamte, in den grossen Mehllmassen der Apparatur aufge speicherte Kälte gänzlich verloren ging und sodann wieder ersetzt werden musste.
In Fig. 2 der beiliegenden Zeichnung ist ein Beispiel einer Einrichtung zur Ausfüh rung des vorliegenden Verfahrens schematisch dargestellt, bei dem der Kältespeicher-Um- ;s0haltwechselbetrieb mit dem kontinuierlichen Kältetauschverfahren kombiniert wird.
Hier bei wird der gewonnene Sauerstoff mit der zur Deckung der Kälteverluste benötigten Hochdruckluft in einem Röhren-Gegenströ- mcr in Kältetausch gebracht, während der Stickstoff seine Kälte nach dem Kältespei- cher-Umschaltwechselverfahren an die G e- bläseluft überträgt.
Die Hoclrdruekluft tritt bei rt und in, in ,das innere Rohr -der Doppelrohrschlangen k ein, während im Gegenstrom hierzu der mit Leitung 7 aus :dem Verdampfer b kommende S S auerstoff durch das äussere Rohr der Dop- pelr.ohrschla.ngen k abzieht,
seine Kälte an die Hochdruckluft abgibt und bei<I>x</I> und<I>x'</I> die Rohrschlangen verlässt. Die Hochdruck luft wird dann durch Drosselventil d ent spannt und mit Leitung 3 in die Kondensa- torschlange p geleitet, um dort verflüssigt zu werden, worauf sie dann durch Drosselventil d' und Leitung 3' auf den Kopf der Rektifi- kationssäule ausgegossen wird.
Dieser kontinuierlich wirkende Röhren- Kältetausch in der Doppelrohrspirale k er setzt also hier die beiden Abteilungen III und II der Regeneratoren A' und A" (Fig. 1), so dass hier die beiden Regeneratoren a' und a" nur noch die Wärme der mit Gebläse druck eingeleiteten Luft und auf .denn Rück weg die Kälte .des Stickstoffes aufzunehmen,
das heisst die Aufgabe der Abteilung I .der dreiteiligen Ausführung :der Regeneratoren nach Fig. 1 zu erfüllen haben.
Die Gebläseluft tritt bei n' in den Kälte speicher a' :ein, .gibt dort ihre Wärme an die Speicherfüllung (fest angeordnete Blechstrei fen oder lose eingefüllte Füllkörper) ab und wird mit -190 durch die Leitung 5' und 5 in dis Mitte :des Rektifikators C geführt.
Der .Stickstoff wird aus dem obern Teil des Rektifikators C durch Leitung 6 entnommen und mit Leitung 6" durch den Kältespeicher a "' abgeleitet, wo er seine Kälte an die Eisen füllung .abgibt und bei y" aus der Apparatur austritt. Nach etwa fünf Minuten wird mit der Umschalteinrichtung e umgeschaltet und die Gebläseluft tritt bei aa" in den Kälte speicher a" ein und wird mit Leitung 5" und 5 in die Mitte des Rektifikators geführt.
Der Stickstoff tritt mit Leitung 6i und 6' in Kälteta,uscher a', um denselben bei y' zu ver- lassen. g', g" und h,', Y' sind Wie bei der Ausführungsform nach Fig. 1 wird auch hier die zu zerlegende Luft von oben in die Regeneratoren-Kältetauscher ein geleitet und tritt unten .aus,
um nach dem Relitifikator bezw. Kondensator geführt zu werden. Die Umschaltventile sind dabei oben auf den Kältespeichern angeordnet.
Nach einer andern Ausführung dagegen werden die Kältespeicher auf :den Kopf ge- stellt und -die Luft von unten nach oben durchgeführt. Dies hat den Vorteil für sich, dass beim Auftauen des angesetzten Eises das entstehende Wasser ,in der Richtung nach dem warmen Ende zu abtropfen kann, wäh rend vorher (und bei allen .sonstigen Luft zerlegungsverfahren) beim Auftauen die Auf tauluft vom kalten Ende aus eingeführt wer den musste.
In den von unten nach oben mit der zu zerlegenden Luft bestrichenen Kältespeichern wäre es nunmehr möglich, das in der Luft enthaltene Wasser in den Kältetauschern selbst auszufrieren und das als Eis sich dort absetzende Wasser oder längere Betriebs unterbrechung und nennenswerte Kältever luste zu entfernen.
Es ist aber im Hinblick auf den Kälte verbrauch nicht zweckmässig, das gesamte in der zu zerlegenden Luft enthaltene Wasser in den Kältespeichern auszufrieren, weil dazu, verhältnismässig grosse Mengen Kälte ver braucht werden, deren Erzeugung viel Kraft erfordert, .da die Erzeugung dieser Kälte mengen durch Verdichtung und Entspannung von Luft vor sich geht, wie es innerhalb der Kältespeicher bei den tiefen Temperaturen gar nicht anders möglich ist.
In einem Kubikmeter Luft sind bei plus 20' Wärme etwa 17 Gramm Wasser in Dampfform enthalten, in 1000 m3 also 17 kg. Die Kondensation dieser Dampfmenge und das Gefrieren der auskondensierten Wasser menge erfordert zusammen rund 10000 Ka lorien Kälte.
Bis<B>-30'</B> frieren dabei etwa 16,5 kg aus, so dass nur noch ein kleiner Rest bei tie ferer Temperatur als man sie normalerweise mit einer Ammoniak-Kältemaschine erreicht, auszufrieren ist.
Es war deshalb bei grösseren Anlagen auch bisher .schon allgemein üblich, das Was ser aus der Luft in besonderen Wa.sser abScheidern vorher durch- Abkühlung bis - 30 auszufrieren und sich .dazu einer wirtschaftlich arbeitenden Ammoniak-Kälte- maschine zu bedienen. In. Pig. 3 ist eine tinrichtung zur Aus führung des vorliegenden Verfahrens darge stellt, bei der der Wasserdampf aus der Luft von tiefgekühlter Calciumchloridlauge auf genommen wird.
Die Verwendung von fe stem Calciumchlorid zum Entfeuchten der Luft ist bekannt, aber mit flüssiger Lauge war bisher jeder Erfolg ausgeschlossen, weil die Lauge bei gewöhnlicher Temperatur Waz- serdampf aus der Luft nur in beschränktem Umfange aufzunehmen vermag. Anders aber verhält es sich bei - 30 .
Eine mit 32 \% Chlorcalcium versetzte Lauge hat bei - 30 eine etwas niedrigere Dampfspannung als Wasserdampf bei gleicher Temperatur und ist .daher imstande, Wasserdampf aus der Luft so lange aufzunehmen, bis sie sich so weit verdünnt hat, .dass sich die Dampfspan nung der Lauge mit der des Wasserdampfes bei - 30 deckt. Auf diese Weise konden siert der Wasserdampf aus der Luft aus und geht in die Lauge über, ohne zu gefrieren, während beim bisherigen Verfahren der ver- flüssigte Wasserdampf im Abscheider sofort zu Eis gefror.
Gemäss Fig. 3 tragen die Wasserabschei- der I', II', III' bezw. I", II", III" nunmehr die Umschalteinrichtung e,
durch welche die Luft abwechselnd bei<I>m'</I> und u' und<I>n'</I> bezw. mi' und ü' und<I>n"</I> mit plus 20 eintritt. In den Abscheidern sind Teller E mit vielen zueinander versetzt angeordneten Rohrstut- zen F eingesetzt und mit Chlorcalciumlauge gefüllt.
Durch Leitung 1', 2' und 3' tritt die eingeleitete Luft in den Kältespeicher A' über, um durch diesen von unten nach oben zu strömen und in den Kondensator oder Rektifikator geleitet zu werden. Aus Ab schei.der I' geht die nur mit Gebläsedruck zu geführte Luft in Abteilung I' des Kältespei chers A' und von da durch Leitung 3' und Rückschlagventil g' in die Mitte des Rektifi- kators über.
Die auf vier Atmosphären Über druck verdichtete Luft geht aus Abscheider II' in Abteilung II' und aus Abscheider III' in Abteilung III' des Kältespeichers A' über, um dann durch Leitung 1', 2', Rückschla.g- ventil <I>i', k'</I> und Leitung 7 in den Konden.sa- tor b geleitet und! ,dort verflüssigt zu werden,
worauf sie als Waschflüssigkeit mit Lei tung 3 durch das Regulierventil d auf den Kopf des Rektifikators geleitet und dort aus gegossen wird. Bei r tritt der Sauerstoff aus dem Verdampfer aus; von hier wird er durch Leitung 4, 4" und Rückschlagventil lä <I>'</I> in Abteilung III" des Kältespeichers A" gelei tet und aus diesem mit Leitung 1" in Ab- scheider HF' geführt, den .er bei x" verlässt.
Der Stickstoff wird durch Leitung 5", G" und Rückschl.agventil <I>p"</I> und<I>z"</I> in Abtei lung I" und II" des Kältespeichers A" ge leitet und von diesem mit Leitung 3" und 2" in Abscheider I" und II" geführt, die er bei y" und s" verlässt.
Nach etwa fünf Minuten wird umgeschal tet und jetzt wird die Luft durch Abschei- der I", 1I" und III" eingeführt und durch Kältespeicher A" in den Kondensator oder Rektifikator eingeleitet, um nach erfolgter Zerlegung von oben nach unten durch den Kältespeicher A' und dann in die Abscheider I', II', III' zu ziehen und diese bei s', y' und x' als .Sauerstoff und :Stickstoff getrennt zu verlassen.
So wiederholt sich der Vorgang im Abstand von fünf Minuten ständig wie der, indem regelmässig nach fünf Minuten umgeschaltet wird. Jedesmal beim Eintritt der Luft in .die Abscheider wird der Wasser dampf von der Lauge aufgenommen, die Lauge erwärmt sich und die Luft kühlt sich dabei auf -<B>30'</B> ab. Nachfolgend nimmt der absolut trockene - 30 kalte Stickstoff und Sauerstoff aus der Lauge wieder Wasser dampf auf, wobei sich die Lauge wieder abkühlt und der Stickstoff, wie der Sauer stoff sich auf plus 20 erwärmt und mit Wasserdampf sättigt.
Das durch Kälteverluste nach aussen ent stehende Kältedefizit könnte von einer Am moniakkältemaschine gedeckt werden; es be steht aber im allgemeinen hierzu kein Be dürfnis, weil die zu deckenden Kälteverluste in den Wasserdampfa'bscheidern so unbedeu tend sind, dass sie auch mit .durch entspannte Luft erzeugter gälte gedeckt werden kön- üen, ohne die Wirtschaftlichkeit zu beein trächtigen. Es wird nämlich schon zur Dek- kung,der Kälteverluste in den Kältespeichern und im Rektifikator tiefgekühlte oder flüs sige Luft von aussen zugeführt.
Diese tief gekühlte bezw. verflüssigte Luft wird durch Entspannen einer gewissen, auf 200 Atmo sphären verdichteten Luftmenge in einer Ex pansionsmaschine<B>in</B> bekannter Weise er zeugt. Diese Luftmenge muss ebenfalls von Wasserdampf befreit werden, sonst würde sich in der Expansionsmaschine Eis bilden;
jedoch wird dieselbe zu .diesem Behufe nicht durch die Wasserdampfabseheider geleitet, sondern mittelst festem Chlorcalcium unter 200 Atmosphären getrocknet, in der Expan- sionsmaschine entspannt und direkt in den Kondensator oder Rektifikator geleitet und dort in Sauerstoff und Stickstoff zerlegt. Erst auf dem Rückweg, also vor dem Austritt aus der Anlage, geht der hieraus gewonnene Sauerstoff und Stickstoff durch die Wasser dampfabsorber, um dort wieder Wasserdampf aus .der Lauge aufzunehmen.
Es kehrt also mehr Luft in Form von Sauerstoff und Stickstoff durch die W a:;ser- dampfabsorber zurück, als durch diese in die Zerlegungsapparatur hineingeschickt wird. Die Folge davon ist, dass mehr Wasser aus der Lauge wieder verdampft werden kann, als vorher absorbiert wurde. Die Wasser- dampfabscheider brauchen also von aussen weder besonders gekühlt zu werden, noch ist die Lauge vollständig zu erneuern.
An Stelle der Lauge könnte auch eine andere Flüssig keit mit niederem Gefrierpunkt, zum Beispiel Alkohol, treten.
Es ist bekanntlich trotz weitgehendster Vortroeknung der Luft nicht möglich, die Feuchtigkeit aus derselben ausserhalb der Kältetauscher vollständig zu entfernen und deren Verstopfung .durch Reifbildung zu ver hindern.
Die Kältespeicher -müssen .demzufolge nach einigen hundert Betriebsstunden durch Auftauen von dem Reif befreit werden. Die ser Reif setzt sich aber fast ausschliesslich in der obern hälfte der Kältespeicher ab, n cl es würde deshalb genügen, nur diese oben, Hälfte der Kältespeicher aufzutauen.
Damit aber das Tauwasser nicbt in deri untern Teil der Kältespeicher fliessen kamt sind ungefähr in der Mitte derselben Tassen z angeordnet, die das Ausführungsbeispief der Einrichtung nach Fig. 4 zeigt, welche das Tauwasser aufnehmen, das dann durch Leitungen 15 abfliesst, während daneben die Auftauluft bei k eingeblasen wird und oben bei s, x und y abzieht, wobei auch der Koh- lensäureschnee vergast und mit abgeführt wird.
Die Tassen z sind mit einer Anzahl bei derseits offener Rohre w, mit aufgesetzten Kappen f ausgerüstet, damit beim Betrieb der Einrichtung .die Gase durch die Tasten hindurchgeleitet werden können, während beim Abtauen das Tauwasser in .den Tassen aufgefangen und bei 1,5 abgeleitet wird.
Das Verfahren des Kältetausches wickelt sich hierbei in gleicher Weise ab wie bei der Einrichtung nach Fig. 1, nur dass hier die in Fig. 4 angegebene Ausführungsform der Ein richtung mit 2 X 3 nebeneinander gestellten an Stelle von. ringförmig ineinander gesetz ten Kältespeichern Anwendung findet.