Wähler für Gruppen- uni Einzelleitungswahl für selbsttätige Fernsprechanlagen. Die Erfindung betrifft einen Wähler für Gruppen- und Einzelleitungsv,a.hl für selbst tätige Fernsprechanlagen und bezweckt eine Vereinfaehung der Konstruktion durch einen für beide Wahlen einheitlich geregelten Ein stellvorgang.
Bekannt sind in -der Beziehung Ver- ;iuehe, die zwei Koordinatenbewegungen des Einstellgliedes, wie sie zum Beispiel die Hub- und Drehwähler nach S'trowger be sitzen, durch eine einfache Dreh- oder ,gerad linige Bewegung zu ersetzen. Die gemaehten Vorschläge bringen indes nur eine Teillösung der Aufgabe, insofern sie, wie zum Beispiel die Wähler, mit grossen und kleinen Schritten beweisen, ungeachtet der nur in einer Richtung vorsichgehenden Einstellbewegung einen doppelten Antrieb nicht entbehren können.
Dieser erhebliche Mangel wird bei der vorliegenden Erfindung vollkommen be seitigt, indem, beide Wahlen durch Verstellen von Kontaktorganen mit in einer Richtung aneinandergereihten, gleich grossen Schritten ausgeführt werden.
Dies geschieht erfindungsgemäss bei einem Wähler, der sowohl die Gruppen-, als auch die Einzelleitungswahl vornimmt, mit meh reren, in nur einer Richtung beweglichen Kontaktbürsten, dadurch, dass die Auswahl einer der Kontaktbürsten bei der Gruppen wahl und ihre Einstellung bei der Einzel leitungswahl durch Fortschaltung eines Ein stellgliedes in derselben Bewegungsrichtung mit unter sich gleich grossen Schaltschritten durch ein einziges, stossweise wirkendes An triebsmittel erfolgt.
In der Zeichnung ist ein Ausführungs beispiel der Erfindung beispielsweise an einem Wähler mit hundertteiligem Flachkontakt satz erläutert. Es zeigt <B>.</B> Abb. 1 eine schematische Übersicht über die gegenseitige Anordnung des Bürsten trägers, Bürstenauslösers und des zugehörigen Kontaktsatzausschnittes, Abb. 2 bis 4 den Unterteil des Bürsten trägers mit allen Einzelheiten, von vorne, von der Seite und von hinten, Abb. 5 his 7 die Sperrung einer Bürste,
Abb. 8 bis 10 -das Tidebwerk des Bürsten- trägers, Abb. 11 eine Mehrzahl nebeneinander ge lagerter, kompletter Wähler, Abb. 12 einen Querschnitt dazu, Abb. 13 und 14 zwei verschiedene Bei spiele für die Führung .der Bürstenträger, Abb. 15 das Endstück eines Kontaktsatz- streifens.
Der Bürstenträger 11 weist .drei in Zwi schenräumen mit .Schrauben isoliert zusam mengehaltene -Schienen 12, 13 und 14 auf. An dem Träger sind für ,die in zehn Gruppen geteilten hundert Teilnehmerleitungen zehn Bürsten gleicher Ausführung befestigt. Jede Bürste hat vier Kontaktfedern a, b, c' und c2 (Abb. 2). Die Federn sind mit den vor genannten Schrauben unmittelbar an die Schienen geklemmt. Durch .die Berührung mit den Schienen sind die gleichartigen Federn aller Bürsten unter sich elektrisch verbunden bezw. parallel geschaltet.
Das an der Mittel schiene 13 beiderseits anliegende Federpaar c@, c2 gilt elektrisch als Einheit. Die Federn sind .alle nach der Mittelschiene 13 hin vor gespannt. .Sie sind am freien Ende ausein- andergespreizt, wie es die obere Bürste der Abb. 2 und 4 zeigt. Die äussern Federn a und b ruhen auf einem Isolationsstück 33 der Federn c", c2. Die letzteren Federn wie derum lehnen sich .gegen zwei Vorsprünge 15 einer Sperrfeder 16 (Abb. 6) an,
Die Sperr feder endlich liegt mit Vörspannung gegen die Mittelschiene 13 auf .deren Rückkante flach .an, umfasst mit ihrem umgebogenen Ende, in welchem sich ein Fenster 18 be findet (Abb. 5), die Mittelschiene 13 und fin det hierdurch einen sicheren Halt gegen die seitlich andrückenden Bürstenfedern. Die Fe dern c', e2 besitzen (Abb. 7), wenig rück- wärts der Vorsprünge 15, ein kleines Loch 19.
Wird die Sperrfeder 16 durch einen auf ihre Vorderkante 20 (Abb. 5) ausgeübten leichten Schlag vorübergehend etwas nach hinten ge- -drückt, so treffen die beiden Vorsprünge 15 die Löcher 19 und die Folge davon ist, dass augenblicklich die sämtlichen Federn der be treffenden Bürste in die wirksame Stellung überspringen, wie sie die untere Bürste .der Abb. 2 und 4 veranschaulicht.
Jeder Bürstenträger arbeitet gemäss Abb. 1 bis 3 mit,den drei Kontaktreihen a', b\, c des Kontaktsatzes (Abb.2) zusammen. Die Bürstenfedern ragen mit ihren. aus den Schienen heraustretenden freien Enden (Abb. 3) in das Kontaktfeld hinein und berühren die Lamellen des Kontaktsatzes von der Seite her, sofern die betreffende Bürste ent- spreizt ist (Abb. 2, untere Bürste).
Eine sol che Berührung findet nicht statt, wenn die Bürstenfedern auseinander gespreizt sind (Abb. 2, obere Bürste).
In Abb. 1 bezeichnen 1, 2, 3 bis 10, zehn Abteilungen, von denen jede hinter dem Bür stenträger .gemäss Abb. 2 und 3 und 15 die Kontaktlamellen<I>a', b<B>'</B>, c</I> einer Gruppe von zehn dreiadrigen Leitungen enthält. Die Bür sten sind nun gegenüber ihrer Kontaktgruppe in( ihrem Träger so versetzt, dass der Abstand 'von einer Bürste zur zugehörigen Gruppe, von der untern Bürste aus betrachtet, um je einen .Schaltschritt zunimmt.
Im Ruhezustand des Wählers. steht die untere Bürste von ihrer Gruppe zwei Schritte, die zweite Bürste drei Schritte, ....... die zehnte Bürste elf Schritte entfernt. Die erste Bürste gelangt nach einem Schaltschritt des Bürstenträgers um einen Schritt vor ihre Gruppe. Bei der zweiten Bürste ist dies nach zwei Schaltschritten der Fall, bei der,dritten Bürste nach drei Schritten, usw. Der Ab stand von der zugehörigen Gruppe ist in jedem Fall so, dass mit jedem nächsten.Schritt eine der Bürsten auf die Ilbhe der drei neben einander liegenden ersten Lamellen ihrer Kontaktgruppe gebracht wird.
Bei der beschriebenen Anordnung ist also der Abstand der Bürsten gleich der Ent fernung zweier aufeinanderfolgenden Kon taktgruppen, abzüglich einer Schaltschritt- länge. Der Abstand der Bürsten kann auch, unbeschadet dem Wesen .der Erfindung, gleich der mittleren Entfernung zweier aufeinander folgenden Kontaktgruppen, zuzüglich einem Schaltschritt, gemacht werden. Jedoch würde in einem solchen Fall die Zählweise der Gruppen umgekehrt, das heisst von oben nach unten verlaufend, sein. Ausserdem würde der Bürstenträger etwas länger als im ersten Falle ausfallen.
Parallel zum Bürstenträger verläuft eine Stange 32, Bürstenauslöser genannt, mit zehn Fingern 34 (Abb. 1 und 14). Die Finger sind zu den Kontaktreihen nicht versetzt, sondern haben dieselbe Teilung wie diese. Jeder Bürste ist ein Finger zugeordnet. Jede Bürste ist in ihrer Ruhelage von dem ihr zugeord neten Finger ebensoweit wie von ihrer Kon taktgruppe entfernt. Durch entsprechende Anordnung der ;Stange 32 in ihrer Längs richtung kann man erreichen, dassderjenigen Bürste, die jeweils um einen Schaltschritt vor ihrer Kontaktgruppe :steht, zu derselben Zeit der zugehörige Finger stossbereit gegen über liegt.
Wird daher bei dieser Stellung einer Bürste die Stange 32 durch einen Elek tromagneten leicht gegen .die .Sperrfeder ge dreht, so schlägt .der betreffende Finger auf die Sperrfeder und es findet die Entspreizung der Bürste statt. Die vorstehend beschriebene Einrichtung gestattet es also, jede beliebige Bürste bei einem Sehritt Abstand vor ihrer Kontaktgruppe zu entspreizen und von dem nächsten .Schaltschritt ab für die Einzel- leitungs:wahl wirksam zu machen.
Der Bürstenträger 11 besteht aus dünnen Schienen 12, 13, 14 von Leichtmetall, die Bürsten und ihr Sperrglied aus ebenfalls dünnen Blattfedern. Das Gewieht des Bür stenträgers ist .dadurch sehr herabgedrückt. Der Bürstenträger und der Bürstenauslöser bestehen aus nur fest verbundenen einfachen Teilen. Lose gelagerte Hebel und Drehkörper sind vermieden. Die Bürsten können trotz der längsgerichteten La7erung eng gesetzt wer den. Diese Lagerung, sowie die Hochkant stellung der Bürstenfedern dient dazu, den Einblick in das Kontaktfeld zu erleichtern.
Aus .die-"cm Grunde ist die B,ürstenauslöse- ,.tange 32 und die Führung 35 (Abb. 13) bezw.36 (Abb. 14) des Bürstenträgers ausser- lialb.des Kontaktfeldes verlegt.
Zur schrittweisen Fortschaltung des Bür stenträgers bei der Gruppen- und Einzel leitungswahl dient das gemäss Abb.8 bis 10 ausgeführte und gemäss Abb. 9 unter dem Bürstenträger angeordnete Triebwerk. Das selbe weist einen auf gemeinsamer Grund- platte 37 angeordneten Schaltelektromagneten 21 einer in zwei Stangen 22, 23 geführten Zahnstange 24 auf.
Der Elektromagnet be wirkt auch die Wählerauslösung durch Wei- terschalten des Bürstenträgers bis an das Ende seiner Bahn, woselbst -dann die Schalt- und die Sperrklinke 38, bezw. 39, aus der Zahnstange 24 für die Dauer der Rückbe wegung des Bürstenträgers vermittelst einer nicht dargestellten, bekannten Einrichtung ausgehoben werden.
Beim Weiterlauf eines Bürstenträgers findet auch die Spreizung der gebrauchten Bürste statt. Zu dem Zwecke ist hinter jeder Kontaktreihe (Abb. 11 und 15) ein ortsfest gelagertes Spreizstück 29 vorgesehen. Eine darüber laufende entspreizte Bürste wird durch Auflaufen ihrer Federn c', c2 auf das Spreizstück 29 unmittelbar auseinander ge spreizt. Im selben Augenblick klemmt sich die zwischen die Federn c', c2 einfallende Sperrfeder 16 wieder ein und hält die Bür stenspreizung weiterhin aufrecht.
Der Bürstenträger und .das Triebwerk bil den zwei getrennte Baueinheiten, die erst beim Einsetzen an den Betriebsplatz mitein ander verbunden werden. Hierzu dient ein unten am Bürstenträger isoliert befestigtes Kupplungsstück 25 mit vorspringender Nase 26 (Abb. 3) und eine an der Zahnstange dazu passend angebrachte Nut 27.
Die Bürstenträger .sind in einem, dem Kontaktsalz vorgelagerten, gemäss Abb. 13 eingerichteten Schienenrost geführt und zu dem Zweck in angemessenen Abständen mit Führungsstücken 28 (Abb.2) versehen. Der Bürstenträger erlangt auf diese Weise die Eigenschaft eines Schlittens.
Anstatt des einer Mehrzahl Bürstenträge- zugeordneten Schienenrostes kann gemäss Abb. 14 jedem Bürstenträger bezw. Schlitten ein eigenes Führungsstück zugeordnet sein. Diese Anordnung hat der vorigen gegenüber ver schiedene Vorteile. Es kann das genannte ortsfeste Spreizstück 29 für die Bürstenfedern und die Auslösestange 32 in einer für die Justierung günstigeren Weise an das Füh rungsstück angebracht werden. Sodann bietet das Führungsstück beim Einzeltransport der Schlitten einen vorzüglichen Schutz gegen mechanische Beschädigung.
Abb. 11 zeigt ein Aggregat von 20 Wäh lern, wovon zehn auf der Vorder- und zehn auf der Rückseite,des Flachkontaktsatzes ge mäss Abb. 12 angeordnet sind. Für eine An lage von zum Beispiel hundert; Teilnehmern können die auf der Vorderseite befindlichen Wähler als Ani¯ufsucher, die auf der Rück seite befindlichen als Leitungswähler benutzt werden. In der Abb. 11 sind auch die Elek tromagnete 30 sichtbar, welche die erwähnte Drehung der Stange 32 bewirken.
Ferner sind für jeden Wähler drei Schleiffedern 81 erkennbar, welche die Stromzuführungen zu den Schlitten bilden. Die Federn. schleifen auf -der Rückseite der Schlitten an den Bür stenschienen 12, 13 und 14. Schliesslich sei noch auf eine Eigenart der zehn Kontaktsatz- streifen an dem Wählerrahmen hingewiesen. Die Streifen sind mit ihren gemäss Abb. 15 verlängerten Deckschienen in Nuten 40 der Seitenwände des Rahmens eingelagert und werden durch vorgelagerte Deckleisten 41 an ihrem Bestimmungsplatz festgehalten.
Beim beschriebenen Ausführungsbeispiel sind alle bei -der Einstellung der Bürsten vor handenen Leerlaufbeweggungen, wie -sie bei bekannten Stangenwählern zwischen der Gruppen- und Einzelleitungswahl vorkommen und dort infolge der Steuerung der Wähler durch Speichersender begründet sind, voll kommen vermieden. Jeder Schaltschritt ist ein Wahlschritt, das heisst mit jedem Schalt schritt wird, obwohl die Bewegung nur in einer Richtung mit gleich grossen Schritten erfolgt, entweder eine Gruppe oder eine Ein zelleitung gewählt.
Dieser Forderung wird durch die bestimmte Versetzung der Bürsten auf ihrem Träger in der einen Bewegungs richtung entsprochen. Dadurch, dass die Ver setzung so ausgeführt wird, dass mit dem jeweils letzten Schaltschritt der Gruppen wahl die Bürste der gewünschten Leitungs gruppe ihrer Kontaktreihe bis auf eine Schrittlänge Abstand genähert und dann so fort vom Bürstenauslöser 32 entsperrt wird, kann die betreffende Bürste bereits vom nächstfolgenden Schaltschritt ab für die Ein zelleitungswahl wirken.
Die massige, verwickelte, reichlich Platz beanspruchende und das Kontaktfeld verdek- kende Bürstenanordnung der bekannten Stan genwähler ist beim beschriebenen Ausfüh rungsbeispiel durch eine leichte, einfache, kleine und übersichtige Konstruktion ersetzt worden. Leichtes Gewicht ist bei von den anrufenden Stellen gesteuerten Schrittwäh lern, im Gegensatz zu den mit Elektromo toren angetriebenen und durch Speichersender gesteuerten Stangenwählern bekannter Kon struktion, ein enormer Fortschritt.
Für die Gruppen- und Einzelleitungswahl wird nur ein Antriebsmittel (Schaltelektro magnet) gebraucht, und dasselbe kann auch zur Wählerauslösung herangezogen werden, wenn die Auslösung durch Weiterlauf des Bürstenträgers 11 bis in die Endlage bewirkt wird. Das Triebwerk des Wählers ist daher auf die denkbar einfachste Form gebracht.
Obwohl bei vorliegendem Ausführungs beispiel von einem Einstellglied für Stangen wähler ausgegangen worden ist, so ist die hierfür gemachte Ausführungsvorschrift (Versetzung der Bürsten gegenüber den Kon taktgruppen) derart, dass ihr konstruktiv ent sprochen werden kann, unabhängig davon, ob die Kontaktreihen der Leitungsgruppen in gerader oder kreisförmiger Bahn angeordnet sind und ob sie in jedem der beiden Fälle hintereinander oder nebeneinander liegen.
Es ist deshalb möglich, die vorteilhafteste Kon- taktsatzform, dies sind zur Zeit die kabel- und lötstellenlosen, doppelseitig belegbaren Flachkontaktsätze, zur Anwendung zu brin gen.