Schutzvorrichtung an Badfahrzeugen.
Bekannt sind Schutzvorrichtungen an
Radfahrzeugen, die aus walzenförmigen
Drehkörpern bestehen, welche liegend ange ordnet sind, während der Fahrt angetrieben werden mit auf ihrer untern Umlauf- seite nach aussen wirken. Diese bekannten
Schutzvorrichtungen kommen jedoch jeweilen nur an der in der Fahrtrichtung vordern
Stirnseite des Fahrzeuges zur Anwendung.
Hierbei bleiben die Drehkörper, welche auf die Fremdkörper eine aufwärtsdrehende Wir ; kung ausüben, auf ihrer obern Seite frei und befordern dadurch die von ihnen nach oben gedrehten bezw. gehobenen Fremdkörper mit ihrer obern, nach rückwärts drehenden Seite geradezu gegen die Fahrzeugräder, so dans die Fremdkörper leicht überfahren werden können.
Bekannt sind ferner auch Schutzvorrich- tungen an Radfahrzeugen, welche ausschlieB- lich aus aufrechten oder schrägen, feststehen- clen, in zweckdienlichem Abstande über der Fahrbahn angeordneten Wänden, Gittern oder dergleichen bestehen, bei welchen aber infolge ihrer starren Befestigung leicht Einklemmungen etc. der wegzuleitenden Fremdkörper zwischen Schutzvorrichtung und Fahrbahn vorkommen.
Den Gegenstand vorliegender Erfindung bildet nun eine Schutzvorrichtung an Radfahrzeugen zur selbsttätigen Zurückweisung und Ablenkung von in der Fahrbahn derselben befindlichen oder sonst von aussen gegen dieselben, bezw. deren Fahrräder, eindringenden Fremdkörper, welche aus an sich bekannten, unten am Fahrzeug liegend angeordneten, während der Fahrt auf ihrer untern, der Fahrbahn zugekehrten Umlaufseite, stets nach aussen wirksamen walzenförmigen Drehkörpern besteht und dadurch gekennzeichnet ist, dass diese Drehkörper einen, mindestens um die beiden Längsseiten und die vordere Stirnseite des Fahrzeuges herumgehenden Rahmen bilden, und dass über dem Vorderteil der Oberseite der walzenförmigen Drehkörper möglichst nahe an dieselben anschliessende,
feststehende Schutzwände zur direliten Zurückhaltung und Abweisung der von den Drehkörpern aufwärts- gedrehten oder sonst an sie herankommenden bezw. gegen die Fahrzeugräder vordringenden Fremdkörper angebracht sind. Die Dreh körper können in einer oder mehreren über- einander liegenden Reihen angeordnet und mit einem besonderen Antrieb versehen sein.
Auf der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes veranschaulicht. Hierbei zeigen Fig. 1 und 2 je eine solche Vorrichtung im Grundriss und die Fig. 3,4 und 5 ein beiden Beispielen gemeinsames Detail derselben.
Bei dem durch Fig. 1 veranschaulichten Ausführungsbeispiel bezeichnen a zwei aus je vier auf gemeinsamen Achsen in Abständen voneinander befestigten Teilstücken bestehende, seitlich ausserhalb der Fahrzeug rider in der Laufrichtung des Fahrzeuges liegend angeordnete, walzenförmige Drehkörper. Von den beiden Enden derselben werden mittelst Winkelgetrieben c zwei aus je drei Teilstücken bestehende, schräg zur Laufrichtung liegend angeordnete, walzenförmige Drehkörper b zwangsweise mitangetrieben.
In diesem Ausführungsbeispiel findet ein gruppenweiser Antrieb der Drehkörper statt, wobei die in der Längsrichtung des Fahrzeuges liegenden seitlichen, mittelst Ketten- getrieben von zwei hierfür vorgesehenen, in der Laufrichtung des Fahrzeuges liegenden, zentralen Wellen k, k1 aus direkt und die an den Stirnseiten des Fahrzeuges vorgesehenen Drehkörper von den längsseitig angeordneten Drehkörpern, wie erwähnt, mittelst der konischen Getriebe c zwangsweise indirekt angetrieben werden.
Die zwischen den einzelnen Teilstüeken der Drehkörper vorgesehenenAbstände dienen zur Unterbringung der für die Drehkörper bestimmten Lagerungen e, sowie der Antriebs rider f bezw. f1 (Fig. 2). Die Lagerungen e, werden in zweckdienlicher Weise, zum Beispiel mittelst an sich bekannter Gestänge, am Fahrzeuggestell-befestigt.
Diese Art der Unterbringung der Lagerungen e und auch der Antriebsteile f bezw. fol haut den Zweck, die für die Abweisung und Ablenkung der Fremdkörper an den Zusam- menstossstellen zweier Drehkörper sonst entstehenden, nachteiligen Lücken möglichst zu verkleinern, und dabei die daselbst freiwerdenden Stirnseiten der betreffenden Drehkörper für die Zurückweisung etc. der Fremdkörper ebenfalls nutzbar zu machen. Material und Abmessungen etc. der Drehkörper, beziehungsweise deren Teilstücke, können dem jeweiligen Bedarf und dem Verwendungszweck des Fahrzeuges entsprechend beliebig gewählt werden.
Das in Fig. 1 veranschaulichte Ausfüh- rungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes kommt hauptsächlich für vor-und rückwärts laufende Fahrzeuge in Betracht, deren Fahrräder sowohl an den beiden Längsseiten, als . an den beiden Stirnseiten des Fahrzeuges, das heisst ringsherum, durch die Drehkörper rahmenartig umschlossen sind.
Bei nur für eine gleichbleibende Laufrichtung bestimmten Fahrzeugen kann diese Umrahmung auf die beiden Längsseiten und die in der Fahrtrichtung vordere Stirnseite derselben beschränkt werden, wobei die hintern Fahrzeugräder nach Bedarf in gewöhn- lich bekannter Weise, zum Beispiel mittelst Schutzwänden oder dergleichen abgedeckt werden können. Dies gilt alles sowohl für auf Schienen, als für sehienenlos laufende Radfahrzeuge.
Wie oben erwähnt, erfolgt der Antrieb der Drehkörper, denen bekanntlich während der Fahrt auf ihrer untern Umlaufseite eine stets auswärts gerichtete Drehung erteilt werden muss, von zwei bezüglich des Fahrzeuges zentral angeordneten, in dessen Laufrichtung liegenden Wellen 7s ;, kt aus, welche demnach auch gleichbleibende Umlaufsrich- tungen besitzen müssen.
Diese stets gleichbleibenden Umlaufsrichtungen der Wellen lo, 7c'werden beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 von einer der Radachsen i des Fahrzeuges aus unter Einschaltung eines mit Umsteuervorrichtung versehenen Zwischengetriebes oder Vorge- leges in der Weise hervorgebracht, dass den Wellen. 7s, 7zt bei im Betrieb vorkommenden Änderungen der Fahrtrichtung des Fahrzeuges, beziehungsweise der Umlaufrichtung der Radachse i durch das Zwischengetriebe stets eine gleichbleibende Umlaufrichtung erteilt wird.
Ein derartiges Zwischengetriebe ist in Fig. 1 veranschaulicht und besitzt eine von einer der Radachsen i aus mittelst Stirnrädern s, s'angetriebene Welle I mit zwei darauf lose laufenden, mit je einem entsprechenden Klauenansatz versehenen konischen Rädern m, m1 gleicher Grösse. Diese werden bei den Drehrichtungsänderungen der Radachse i und damit auch der Welle I von einem zwischen ihnen auf derselben Welle I sitzenden, auf einem Laufkeil geführten Doppelkupplungsgliede n abwechselnd nach Bedarf derart mitgenommen, dass sie einem dritten, auf der Welle Ic festsitzenden konischen Rade 1j2 und dam* der Welle k selbst die erforderliche gleichbleibende Umlaufrichtung erteilen.
Von der Welle k aus wird mittelst eines Stirnrädergetriebes o, ol auch der zu ihr parallelen Welle k'die Dreh-ung in der gleichbleibenden Richtung erteilt. Für die Umschaltung des Doppelkupplungsgliedesn ist folgende Einrichtung vorgesehen :
Von der Welle I aus wird mittelst eines zum Beispiel mit Federanpressung versehenen Friktionsgetriebes z eine Welle w angetrieben.
Die durch diesen Friktionsantrieb der Welle w erteilten Drehungen werden mittelst Kegelrädern ? v' auf einen Drehbolzen. r und von diesem mittelst eines nicht dargestellten Sehalthebels derart auf das Doppelkupplungsglied n übertragen, dass dieses au tomatisch mit dem einen oder andern der beiden Räder m, m1 in Eingriff gelangt. Statt dieser automatischen kann jede beliebig an dere zweckdienliche Art der Umschaltung des Doppelkupplungsgliedes ? zur Anwendung lsommen.
Gegebenenfalls kann im vorbeschrie- benen Ausführungsfall nach Fig. 1 der Antrieb der Wellen k, k1 von einem hierfür entsprechend eingerichteten Elektromotor z aus mittelst Stirnrädern z1, z2 erfolgen, in welchem Falle das vorbeschriebene Zwischengetriebe samt Umsteuerung entfällt.
Bei dem durch Fig. 2 veranschaulichten Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes bezeichnen a bezw. b auch wieder die in diesem Falle durchwegs aus je vier auf gemeinsamen Achsen in Abständen voneinander befestigten Teilstücken bestehenden walzenförmigen Drehkörper. In diesem Falle findet ein Einzelantrieb der Drehkörper statt, wobei die seitlich in der Laufrichtung des Fahrzeuges liegenden, wieder von zwei zentral zum Fahrzeug angeordneten, in der Laufrichtung des Fahrzeuges liegenden Wellen 7c, k1 aus direkt mittelst Kettengetrieben p, r, f angetrieben werden.
Die an den Stirnseiten des Fahrzeuges schräg zur Laufrichtung desselben angeordneten Drehkörper b werden dagegen indirekt, das heisst von, von denselben Wellen k, 7o'mittelst konischer Getriebe k2 mitbetriebenen Wellen 7c3 aus mittelst Kettengetrieben ', ri, fl betätigt.
Bei diesem Ausführungsbeispiel erfolgt der stets gleichsinnige Antrieb der zentralen Wellen k, kl mittelst eines z1, z2 von einem Elektromotor z aus.
Gegebenenfalls kann sowohl in diesem als imvorbeschriebenenAusführungsfalle (Fig. l) der stets gleichsinnige Antrieb der zentralen Wellen k, k1 auf beliebige andere Art und von jeder beliebigen, dem Zweck entspre chenden Kraftquelle aus erfolgen. Auch das 5 Beispiel nach Fig. 2 kommt für vor-und rückwärtslaufende Fahrzeuge in Betracht. deren Fahrräder sowohl an den Längsseiten als an der Stirnseite, das heisst ringsum durch Drehkörper rahmenartig umschlossen sind.
Um die Umfangs-bezw. Umlaufsge schwindigkeiten der Drehkörper dem im Betriebe, respektive während den Fahrten jeweiligen Bedarf e möglichst anzupassen, sowie namentlich auch, um zu vermeiden, dass die beim Stillstand der Fahrzeuge ein-und aussteigenden Personen durch von den Drehkörpern abgeschleuderte Unreinigkeiten beschmutzt werden, ist es von Vorteil, die Einrichtung so zu gestalten, dass die Umlauf- geschwindigkeit der Drehkörper mit der Fahrgeschwindigkeit des Fahrzeuges zu-und abnimmt, so dass die Drehkörper bei Stillstand der Fahrzeuge auch stille stehen, wie dies zum Beispiel im Ausführungsbeispiele nach Fig. 1 der Fall ist.
Gegebenenfalls können die Drehkörper von den Fahrge schwindigkeiten unabh ngige Umlaufge schwindigkeiten erhalten, in welchem Falle jene bei Stillstand des Fahrzeuges auch stillgelegt werden müssen, wenn die oben erwähnte Beschmutzung der ein-und ausstei genden Personen vermieden werden soll.
Aus betriebstechnischen Gründen können sowohl die Umlaufs-respektive Umfangsge- schwindigkeiten der Drehkörper derselben rahmenartigen Reihenfolge, als auch von übereinander zusammenwirkenden Reihenlagen unter sich nach Bedarf oder Wahl gleich oder voneinander verschieden sein. So werden zum Beispiel bei zwei oder mehr übereinander angeordneten Reihenlagen mit Vorteil die höher liegenden Drehkörper mit , grössern Umfangsgeschwindigkeiten als die tiefer liegenden angetrieben, um durch die dabei entstehende hervorziehende Wirkung der höher liegenden Drehkörper eine bessere Hochhebung der von der Fahrbahn losgelösten Fremdkörper herbeizuführen.
Um zu verhüten, dass die durch die Drehkörper von der Fahrbahn losgelösten und aufwä. rts gedrehten oder sonst von auben herankommenden Fremdkörper an der obern Seite der Drehkörper von diesen herumge nommen werden oder sonst gegen die Fahrzeugräder vordringen können, sind daselbst, wie durch die Fig. 1 bis 5 der Zeichnung ver anschaulicht, bei beiden Beispielen iiber der noch aufsteigenden Seite der Drehkörper an diese möglichst nahe anschliessende, aufrechte, feststehende, parallel zu den Drehkörpern verlaufende Wände, Gitter oder dergleichen, t angebracht, welche sich über die ganze Lange der Drehkörper bezw.
deren Teilstücke und der zwischen diesen liegenden Abstände samt den Lücken an den Zusam- menstoBstellen zweier Drehkörper erstrecken und somit die Fahrzeugräder in gleichem Masse wie die Drehkörper umschliessen. Diese an sich bekannten, feststehenden Wände t können nach Bedarf sowohl in aufrechter als schräger Stellung zur Anwendung kommen (letztere Anordnung zum Beispiel zur leich l : ern Hochhebung der von der Fahrbahn los- gelosten und aufwärts gedrehten Fremd- körper, sowie zur Vermeidung von Ein- klemmungen derselben zwischen höher liegenden Perrons, Fusssteigen oder dergleichen und der Schutzvorrichtung).
Gegebenenfalls können diese zur direkten Zurückweisung der an sie herankommenden Fremdkörper bestimmten Wande t an den Zusammenstossstellen zweier Drehkörper bezw. deren Teilstücken mit naeh unten gerichteten Verlangerungen tt (Fig. 3, 4 und 5) versehen sein, welche mit den Wänden t aus einem Stück bestehen oder als separate Verlängerungen an den Wänden t befestigt sein können.
Gegebenenfalls können die Drehkörper auch in ungeteilten, über die Gesamtlänge ihrer Teilstück samt Abständen zwischen denselben reichenden Stücken hergestellt werden, in welchem Falle dann die Lagerungen und Antriebe dieser Drehkörper sinngemäss an die Enden derselben zu verlegen sind.
Bei den in den Fig. 1 und 2 veranschaulichten Ausführungsbeispielen ist je nur eine Lage von Drehkörpern angegeben. Je nach Wahl oder Bedarf können jedoch zwei oder mehr solche in zweckdienlicher Entfernung senkrecht oder schrä g parallel übereinander liegend angeordnete, zusammenwirkende Lagen von Drehkörpern zur Anwendung kommen (letztere Anordnung unter ander-em auch zur Erleichterung der Hochhebung der von der Fahrbahn losgelösten und aufwärtsge- drehten Fremdkörper und gleichzeitiger Vermeidung der Einklemmung derselben zwi schen Schutzvorrichtung und höherliegenden Perrons oder dergleichen).
Bei den beschriebenen Schutzvorrich- tungen findet bei gleichzeitiger Behebung der den eingangs als bekannt angegebenen Schutzvorrichtungen anhaftenden Ubelstände eine Ergänzung der Wirkungen der Drehkörper in dem Sinne statt, dass sowohl die von den Drehkörpern von der Fahrbahn losgelösten und aufgedrehten, als auch die sonst von aussen gegen die Schutzwände t herankommenden Fremdkörper daselbst zurückgehalten und zurückgewiesen werden, wodurch eine derart vollständige Zurückweisung und Fernhaltung der Fremdkörper von den Fahrzeugrädern erzielt wird, wie solche bei den bisher bekannten, für denselben Zweck gebauten Schutzvorrichtungen nicht erreicht wird.