CH127519A - Verfahren und Apparat zur Herstellung von Ammoniak aus stickstoffhaltigen Gasen und elektrolytisch entwickeltem Wasserstoff. - Google Patents
Verfahren und Apparat zur Herstellung von Ammoniak aus stickstoffhaltigen Gasen und elektrolytisch entwickeltem Wasserstoff.Info
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Description
Verfahren und Apparat zur Herstellung von Ammoniak aus stiekstoifhaltigen Gasen und elektrolytisch entwickeltem Wasserstoff. Bei den bis jetzt bekannten Ammoniak synthesen, entweder unmittelbar aus Stick stoff und Wasserstoff oder über Nitride oder Cyanamide, ist teils starker Druck oder hohe Wärme, oder beides zusammen notwen dig. Dadurch werden ausserordentlich hohe Anforderungen an die Apparatur gestellt.
Es sind grosse Energiemengen zur Erzeugung von Ammoniak erforderlich; auch können die zur Ammoniaksynthese nötigen Gase, wie Stickstoff und Wasserstoff, nur im Zu stande grosser Reinheit verwendet werden.
Das Verfahren der vorliegenden Erfin dung zur Herstellung von Ammoniak ist dadurch gekennzeichnet, dass stickstoff haltige Gase, wie atmosphärische Luft, mit aus wässerigen Lösungen kathodisch eut- wickeltem Wasserstoff im Bildungszustande vereinigt werden, indem die Gase an der den Wasserstoff entwickelnden Kathode einer elektrolytischen Zelle vorbeigeleitet werden.
Um die Ausbeute zu erhöhen, ist es vor teilhaft, den Stickstoff in möglichst feiner Verteilung an den Kathoden vorbeizu führen. ;- Der Elektrodenflüssigkeit können zur Erhöhung der Leitfähigkeit Säuren, Basen oder Salze,- oder auch andere Substanzen zum Zwecke der Ausbeuteerhöhung durch Katalyse beigegeben werden.
Die Erfindung soll anhand der zu ihrer Verwirklichung angewandten Apparate er läutert werden. Der zuerst für die Her stellung von Ammoniak verwendete Apparat ist dargestellt in Fig. 1.
A ist eine mit Leitungswasser besclückte Messröhre mit zwei kleinen Drahtelektroden 1 und 2, einem Lufthahn 3 und einem obern Rohranschlussstutzen 4. C ist eine Gleichstromquelle, im vorliegenden Falle die kleine Batterie einer Pyrometeranlage, mit nur geringer Entladestromstärke. D ist eine mit Normalsäure beschickte Waschflasche und B ein an die Wasserleitung angeschlos sener Strahlapparat. Das ganze System ist mittelst Rohrleitung so miteinander ver bunden, dass es von dem Strahlapparate un ter Vakuum gesetzt werden kann.
Beim Versuch wurde nun der Lufthahn 3 so weit geöffnet, dass ein stetiger absoluter Druck von 20 mm Quecksilbersäule aufrecht erhal ten werden konnte. Die durch den Hahn 3 eintretende Luft strich mit der dem hohen Druckgefälle entsprechenden grossen Ge schwindigkeit durch den Elektrolyten an den Elektroden vorbei und musste auf ihrem Wege zum Saugstutzen des Strahlapparates die vorgelegte Säure durchstreichen. Nach einer Versuchsdauer von 20 lflinuten wurde der Säuregehalt bestimmt und ein Ammoniak gewinn von 0,0187 gr festgestellt.
Diese Ammoniakmenge entspricht einer Wasser stoffmenge von 0,0033 gr, und diese erfor dert zu ihrer Erzeugung durch Elektrolyse eine Stromstärke von 0,27 Ampere. Berück sichtigt man, dass der Wirkungsgrad dieser höchst einfachen Apparatur nicht gross sein konnte, so ist das Mengenergebnis als durch aus befriedigend zu betrachten.
Eine weitere Ausführungsform dieser Apparatur ist in Fig. 2 dargestellt. Wasser stoff und Sauerstoff sollten, soweit wie das eben möglich war, voneinander getrennt ge halten werden. Ferner sollte der Elektrolyt immer wieder durch die Apparatur gepumpt werden, den entstehenden Ammoniak auf nehmen und sich so anreichern. In gewis-. sen Zeitabschnitten sollten, ohne den Ver such unterbrechen zu müssen, Proben ent nommen und der Fortgang des Verfahrens überwacht werden.
Während also beim Ver such nach Anordnung Fig. 1 der Elektrolyt ruht, die Luft an den Elektroden vorbei streicht und die Zersetzungserzeugnisse fort spült, ist nach Fig. 2 der Elektrolyt in be ständigem Fluss und reisst die Zersetzungs erzeugnisse mit sich fort. Zwischen die bei den Elektroden 3 und 4 ist ein Diaphragma 5 gesetzt, um Wasserstoff und Sauerstoff getrennt halten zu können.
Der Elektrolyt wurde mit einer schwingenden Drehkolben- pumpe Dumgepumpt und der Düse 2 eines Strahlapparates C zugeführt, während durch den Abzweig 1 Luft in den Strahlapparat C eingesaugt wurde. Als Stromquelle diente eine Gleichstrommaschine für 10 Ampere Leistung. Der Arbeitsvorgang ist der fol gende; Der Elektrolyt fliesst in der durch -Pfeile angedeuteten Richtung durch die Zelle.
Er strömt durch die Kathode 3 ab wärts, verteilt sich auf die Ringräume zwi schen den Elektroden 3 und 4 und dein Dia phragma 5, wird im Gefässe E aufgefangen, aus diesem von der Pumpe D entnommen und von neuem der Düse 2 des Strahlappa- rates C zugeführt.
Es zeigte sich nun, dass sich im End erzeugnis nicht allein Ammoniak, sondern auch Salpetersäure befand und dass die Be schaffenheit des Elektrolyten und das Ver hältnis der Elektrodenflächen zueinander die Anteile an Ammoniak und Salpetersäure beeinflusst. Trotz Diaphragma wurde der erzeugte Sauerstoff wirksam, was auch er klärlich ist, da beide Räume, der Wasser stoff- und der, Sauerstoffraum, von dem glei chen Elektrolyten durchströmt wurden. Trotz oben offener Zelle verblieb ein Teil des Sauerstoffes in Elektrolyten und trat in die Reaktion ein.
Es ist zweckmässig, den Elektrolyten mit einer ununterbrochen arbeitenden Pumpe umzupumpen und die einzelnen Teile der Apparatur aus Stoffen herzustellen, die bei den jeweiligen Arbeitsvorgängen nicht an gegriffen werden. Für den Vorgang kann man jede elektrolytische Zelle verwenden, bei der das Gas oder der Elektrolyt an den Elektroden vorbeistreichen. Ausser der in Fig. 2 dargestellten Zelle mit konzentrisch angeordneten Ringelektroden eignet sich auch die in der Ausführungsform nach Fig. 3 und 4 dargestellte Zelle mit plattenförmi- gen Elektroden 1., 2, 3, 4 usw.,
die parallel und isoliert in einen viereckigen Trog ein gebaut sind, entweder mit oder ohne Dia phragmen 6. 1 ist die Anode und 5 ist die Kathode. Die einzelnen Kammern sind also auch hier hintereinander geschaltet und gestatten die Anwendung hoher Maschinen spannungen. Der Elektrolyt wird so ge führt, dass er in jeder Kammer von unten nach oben und gleichzeitig von links nach rechts strömt, also bei. seinem Wege durch die Zelle immer wieder gründlich und dauernd durchmischt wird. Dies wird fol gendermassen erreicht: die erste Kammer, in die der Elektrolyt durch den Stutzen 8 unten eintritt, hat oben in der dem Eintritte gegenüberliegenden Kastenwand eine Öff nung 10, und die zweite Kammer unten eine Öffnung 11. Beide sind durch einen Kanal 12 miteinander verbunden.
Die zweite und die dritte Kammer haben die Öffnungen 1,0 und 11 und den Kanal 13 auf der ent gegengesetzten Seite, und so fort. Der Elek trolyt verlässt also die Kammern oben und tritt unten in die nächste Kammer ein, wird aber zugleich auch hin- und hergefübrt. Bei 9 verlässt er oben die letzte Kammer. Ordnet man Diaphragmen an, um die Zer setzungserzeugnisse getrennt zu halten, dann kann man die Kathoden oben mit Gas fängen 14 ausrüsten, die durch die Röhr chen 15 Verbindung mit dem Sammelrohre 16 haben. Dieses .Sammelrohr 16 hat einen Stutzen 17, der durch den Deckel 18 geht und die Zersetzungserzeugnisse abführt. Die an den Anoden abgeschiedenen Sub stanzen sammeln sich unter dem Deckel 18 und werden durch den Stutzen 19 abge führt.
Man kann auch fremde Stoffe an die Elektroden heranbringen, die in der Zelle genau so wirksam werden können wie der Sauerstoff bei dem früher beschriebenen Versuche, und ebenso kann man einen Elek trolyten verwenden, der mit dem erzeugten Ammoniak in Reaktion tritt, Eine kräftige Durchmischung des Elek trolyten ist von Vorteil, ebenso eine dem Vorgang zuträgliche Wärmeregelung. Mittel hierzu sind einerseits eingebaute Wider stände, Ziekzackwege u.sw., anderseits ein gebaute Wärmeaustausclier.
Es hat sich gezeigt, dass sich die Er gebnisse vorteilhaft änderten, wenn man die in der Apparatur ungleich grossen Elektroden oberflächen umklemmt, also die Kathode zur Anode macht, und umgekehrt. Das Grö ssenverhältnis der Elektrodenoberflächen zu einander spielt also eine wichtige Rolle. Die vorhin erwähnte Anreicherung braucht nicht in derselben Zelle durch Um pumpen des Elektrolyten zu erfolgen. Es können vielmehr beliebig viele Zellen hinter einander geschaltet werden, derart, dass die folgende das Erzeugnis der vorhergehenden erhält, bis das gewünschte Enderzeugnis er reicht ist. Diese Arbeitsweise hat den Vor zug, dass man ununterbrochen arbeiten kann.
Der in Fig. 5 dargestellte Strahlapparat ist -ein. ausserordentlich brauchbares Mittel, um die zur Durchführung der Reaktionen nötigen chemischen Elemente, Verbindungen oder Mischungen in der Apparatur zu ver einigen. Denselben Zweck erreicht man aller dings auch mit kreisenden Luftpumpen, etwa nach der Bauart Westinghouse-Leblanc, oder mit andern in der Praxis bewährten Mischern. Von allen ist der Strahlapparat aber der einfachste. Er ist Sauger, Mischer und Verdichter zugleich. Er lässt sich sogar in einfacher Weise als elektrolytische Zelle ausbilden, wie das aus Fig. 5 ersichtlich ist.
Die Anode besteht aus zwei Teilen, der Düse 1 und dem Strahlzerteiler z. Beide sind durch isolierende Scheiben 3, vom Gehäuse 4, das Kathode ist, getrennt. Der Gedanke, einen Mischapparat zugleich als elektroly tische Zelle auszubilden, ist neu. Inwieweit er sich bei andern Mischern durchführen lässt, hängt von ihrer Bauart ab.
Durch das neue Verfahren werden die eingangs erwähnten Übelstände vermieden und die Vereinigung von Stickstoff und Wasserstoff auf wesentlich einfachere Art und Weise erreicht. Es arbeitet mit niederen Wärmegraden und Drücken. Die dabei ver-. wendeten Apparate sind denkbar einfachster Bauart und besitzen sämtlich, mit Aus nahme der Pumpen, keine beweglichen und dem Verschleisse unterworfenen Teile. Die, für die Vorgänge unumgänglich nötigen .Substanzen werden nur in errechneten Men gen zusammengeführt, in diesen Mengen den günstigsten Reaktionsbedingungen un terworfen und bis zum Ausfluss aus der Apparatur zusammengehalten.
Alles dies geschieht in ununterbrochenem Flusse, Die Einfachheit der Apparatur gestattet auch, reaktionsbefördernde Mittel beliebig zu ver wenden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH I: Verfahren zur Herstellung von Ammo niak aus stickstoffhaltigen Gasen und elek trolytisch entwickeltem Wasserstoff, da durch gekennzeichnet, dass die Gase an der den Wasserstoff entwickelnden Kathode einer elektrolytischen Zelle vorbeigeleitet werden, so dass sie sich mit dem kathodisch entwickelten Wasserstoff im Bildungszu- stande vereinigen. UNTERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass dem Elek trolyten eine Strömung erteilt wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass dem Elek trolyten eine die Leitfähigkeit erhöhende Substanz beigegeben wird. 3.Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass dem Elek trolyten eine katalytisch wirkende Sub stanz beigegeben wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass dem Elek trolyten Gase beigemischt werden. 5. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die Gase mit der Flüssigkeit unter Minderdruck in einem Mischer zusammengebracht, ver dichtet lind der Zelle zugeführt werden. 6. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass der Elektrolyt dauernd und gründlich durchmischt wird. PATENTANSPRUCH II: Vorrichtung zur Ausführung des Ver fahrens gemäss Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine elektrolytische Zelle und eine Pumpe aufweist. UNTERANSPRüCHE: 7.Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Mehrzahl von elektrolytischen Zellen und Pumpen aufweist, durch welche die Flüssigkeit von einer Zelle zur andern getrieben wird. B. Vorrichtung nach Patentanspruch 1I, gekennzeichnet durch einen Mischer, der mit der elektrolytischen Zelle und der Pumpe verbunden ist. 9. Vorrichtung nach Patentanspruch II und Unteranspruch 9, dadurch gekenn zeichnet, dass der Mischer selbst als elektrolytische Zelle ausgebildet ist. 10.Vorrichtung nach Patentanspruch II. dadurch gekennzeichnet, dass die Elek- trodenoberflächen uneben ausgebildet sind, um eine gründliche Durchmischung des Elektrolyten zu erzielen. 11. Vorrichtung nach Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeichnet, dass in die Strö mungsrichtung des Elektrolyten Wider stände eingebaut sind.
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