Verfahren um die Erhärtung hydraulischer Bindemittel zu beschleunigen. Bei der Ausführung von Arbeiten mit hydraulischen Bindemitteln der verschieden sten Art, wie Herstellung von Betonwerk steinen, Bauten,, Kanälen, Tunnels usw. wird oft grösster Wert auf möglichst schnelle Erhärtung der zur Anwendung gelangenden hydraulischen Bindemittel gelegt, da oft die Vollendung der Arbeit in allerkürzester Zeit gefordert werden muss, oder durch äussern oder innern Wasserandrang schnellste Durchführung der Arbeit notwendig ist.
Auch für die Herstellung von Kunststein- waren aller Art, wie Knöpfe, Platten und Terrazzo, ist schnelle Erhärtung, begleitet mit guter Endfestigkeit oft von grösster ichtigkeit, da. hierdurch an Formen oder auch komplizierten Apparaten, wie hydrau lischen Pressen etc. wesentlich gespart wer den kann.
Es ist nun längst bekannt, dass Chlor kalzium die wertvolle Eigenschaft hat, hy draulische Bindemittel. insbesondere Ze mente, rasch abbindend zu machen. Es wird von. dieser Eigenschaft in der Technik be- reits,weitgehend Gebrauch, gemacht, wie die ausserordentlich reichlichen Veröffentlichun gen und auch die in dieses Arbeitsgebiet fallenden Patentschriften beweisen. Ander seits wird in derartigen Veröffentlichungen ausführlich auf die Nachteile und auf die Un zuverlässigkeit der Chlorkalziumwirkung in den verschiedensten Fällen hingewiesen.
Wie in der Technik allgemein bekannt, wirkt das Chlorkalzium auf verschiedene Zemente ganz verschieden ein; zum Beispiel wurden auch Zerstörung von Zementen und Verlängerung der Abbindezeit als Wirkungen des Chlor kalziums bekannt.
Versuche haben ergeben, dass man die Wirkung des Chlorkalziums ganz wesentlich verbessern kann, wenn man demselben Alu miniumchlorid hinzufügt. Über die Wirkung des Aluminiumchlorides auf hydraulische Bindemittel und Zement bestehen nur sehr wenige Angaben; so wird zum Beispiel im Bauingenieur 1924, Seite 417, veröffentlicht, dass Aluminiumchlorid sowohl die Festig keit vermindere, wie auch die Abbindezeit verlangsame.
Die Versuche haben gezeigt, dass .der Zusatz von Aluminiumchlorid zum Chlorkalzium zu einer wesentlichen Be schleunigung der Abbindezeit führt und auch hohe Festigkeit und Haftfähigkeit des mit ihm hergestellten Mörtels usw. ergibt.
Das Verfahren gemäss der Erfindung, um die Erhärtung hydraulischer Bindemittel zu beschleunigen, ist dadurch gekennzeichnet, dass dem hydraulischen Bindemittel eine Mischung von in Wasser leicht löslichem Aluminium- und Kalziumsalz zugesetzt wird. So kommen zum Beispiel Gemische der Chloride oder Nitrate des Kalziums oder Aluminiums in Frage.
Die Gemische können vor oder während der Verarbeitung der hydraulischen Binde mittel diesen zugesetzt werden. Man kann Lösungen solcher Gemische in Wasser als Anmacheflüssigkeit für die hydraulischen Bindemittel benutzen und dabei durch Än derung der Konzentrationsverhältnisse Ab bindebeginn und Abbindezeit regeln. Eine solche Regelung ist auch durch Änderung der Verhältnisse der Einzelbestandteile der Mischung möglich.
<I>Ausführungsbeispiel.</I> Ein Portlandzement, welcher mit Wasser angemacht normalerweise vier Stunden bis Beginn, acht Stunden bis zum Ende der Abbindung erfordert, ergibt mit kaltge sättigter Chlorkalziumlösung angemacht, einen Abbindebeginn von einer Stunde, Ende länger als acht Stunden. Verdünnt man diese gesättigte Lösung mit 1 Teil Wasser, so er hält man einen Beginn von 10 Minuten, Ende länger als zwei Stunden. Verdünnt man mit 2 Teilen Wasser, so ist der Be ginn fünf Minuten, das Ende eine Stunde. 4 Teile Wasser ergeben 15 Minuten Beginn, 11/2 Stunden Ende. Mit 8 Teilen Wasser verdünnt, ist eine Wirksamkeit des Chlor kalziums kaum noch festzustellen.
Aluminiumchlorid ergibt ganz verschie dene Resultate je nach der Temperatur und Zementart, die dies in der oben angeführten Veröffentlichung bereits erwähnt wurde.
Der zu Gegenversuchen für dieses Bei spiel herangezogene normale Portlandzement ergab mit kaltgesättigter Aluminiumchlorid- lösung angemacht, zwar sofortigen Beginn der Abbindung, aber kein deutliches Ende derselben. Mit einem Teil Wasser verdünnt wurden 10 Minuten Anfang und mehr als zwei Stunden Ende beobachtet.
Mischt man nunmehr gleiche Teile der kalt gesättigten Lösungen der beiden Salze, so ergibt diese Mischung mit dem oben ge nannten Zement sofortige endgültige Abbin- dung, deren Zeit überhaupt nicht mehr ge nau festgestellt werden kann. Bei einer Verdünnung mit einem Teil Wasser wurde ein Beginn von einer Minute, Ende von 15 Minuten erreicht, mit 2 Teilen Wasser war der Beginn zwei Minuten, das Ende 55 Mi nuten.
Ein Gemisch von zum Beispiel 4 Teilen konzentrierter Chlorkalziumlösung mit 1 Teil konzentrierter Aluminiumchlorid lösung ergibt bei Verwendung der unver dünnten Lösung sofortige Erhärtung, deren Zeit nicht mehr bestimmbar ist. Mit 1 Teil Wasser verdünnt liegt der Beginn der- Er härtung bei einer Minute, das Ende bei 10 Minuten, mit 2 Teilen Wasser bei zwei Mi nuten das Ende bei 45 Minuten.
Obige Angaben beweisen die überra schende Abbindebeschleunigung, die durch Aluminiumehloridznsa.tz zum Kalziumchlo- rid eintritt.
Ähnliche Wirkungen sind auch durch Verwendung der salpetersauren Salze zu er zielen. Die Salze können den Bindemitteln auch vor deren Verarbeitung zugesetzt werden.