Yerfahren zum Mustern von Fellen. Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zum Mustern von Fellen durch Pressen mit reliefartig gemusterten Stempelplatten. Zum Mustern von Fellen auf ihrer Unterseite entsprechend gestaltete Platten zu verwenden, ist an sich bekannt, und zwar werden bei dem bekannten Verfah ren diese Platten, zum Prägen benutzt, das heisst sie werden auf, meist auch mit Erhö hungen und Vertiefungen versehene, Unter lagen oder Gegenprägeplatten oder zum min desten auf weiche Unterlagen stark aufge drückt, so dass das Fell auf der Haar- und Lederseite reliefartig gestaltet wird. Um die Lederseite nach dieser Behandlung weiter zu glätten, wurde das Fell erneut gespannt.
Das Neuartige des Verfahrens nach der Erfin dung besteht im wesentlichen darin, dass auf die Haarseite eines mit der Lederseite auf einer Unterlage liegenden Felles eine auf der Unterseite reliefartig gemusterte Stempel platte aufgesetzt und unter Druck annähernd oder ganz entgegengesetzt der Haarschlag richtung ein Stück parallel zur Unterlage verschoben wird. Auf der Zeichnung ist das Verfahren und die zur Ausführung des Verfahrens die nende Vorrichtung beispielsweise veranschau licht.
Es zeigt: Fig. 1 die auf die Haarseite des Felles aufgesetzte Stempelplatte, Fig. 2 die Lockung des Haares nach Ver schiebung der :Stempelplatte, Fig. 3 eine Stempelplatte mit einer elek trischen Heizvorrichtung im Querschnitt, Fig. 4 die reliefartig gemusterte Unter seite der Stempelplatte und Fig. 5 die Anordnung der Platte an einem gelenkigen Wandarm.
Die auf der Haarseite des Felles e auf gesetzte Stempelplatte a, deren Unterseite reliefartig gemustert ist, wodurch Erhöhun gen und Vertiefungen b entstehen (Fig. 4), drückt sich infolge ihres Gewichtes an den erhöhten Stellen etwas in das Haar des auf der Unterlage festliegenden Felles e ein, das heisst die Haare des Felles werden an diesen Stellen, gegenüber den Stellen, an denen sich in dem Stempel Vertiefungen b befinden, etwas zusammengedrückt (Fig. 1).
Ver schiebt man den Stempel ä entgegen dem Haarwuchs (Haarschlag), parallel zur Un terlage, so stossen die in der Bewegungsrich tung vorangehenden Kanten der Erhöhun gen der reliefartig gemusterten Stempelunter seite gegen die Haarspitzen, die Haare rich ten sich infolgedessen auf und werden in die Hohlräume b des Stempels a hineingezwängt. An den in der Bewegungsrichtung vorn lie genden Kanten der Erhöhungen des Stem pels a richten sich die Haare natürlich am stärksten auf, so dass nach dem Verschieben der Stempelplatte a die Haarseite des Felles eine wellige Gestaltung (Lockung) erhält. Das Mass der Verschiebung der Stempelplatte richtet sich nach der Länge der Haare des Felles.
Die zur Ausführung des Verfahrens ver wendete Platte (Stempel) kann nach einem Modell gegossen sein oder auch graviert wer den, wobei es gleichgültig ist, ob die Er höhungen, scharfkantig oder abgerundet sind und die Flanken senkrecht oder geneigt zur Plattenunterseite stehen. Die Tiefe der Aus sparungen in der Platte ist an sich beliebig, sie muss jedoch mindestens so sein, dass sich' die Haare des Felles beim Verschieben der Platte a entgegen dem Haarwuchs in den 'Vertiefungen b gut aufrichten können; bei kurzhaarigen Fellen kommt man deshalb mit einer geringeren Tiefe der Aussparungen aus als bei langhaarigen Fellen.
Die Verteilung der Erhöhungen und Vertiefungen auf der Platte und die Gestaltung der Ausschnitte hängt wesentlich davon ab, in welcher Weise man das Fell mustern will. Es kann sich dabei um reine Fantasiezeichnungen handeln oder um ein Muster, durch welches zum Bei spiel Breitschwanz, Persianer oder Astrachan nachgeahmt werden soll. Beim Verschieben der Platte a auf der Haarseite des Felles e ist natürlich darauf zu achten, dass das Fell e selbst nicht mitgenommen wird. Aus die sem Grunde befestigt man es auf der Unter lage, oder verwendet eine etwas rauhe Un terlage, die das lose auf ihr liegende Fell e beim Verschieben der Platte a festhält.
Um die Platte a leicht handhaben zu können, sind an ihr Handgriffe c ange bracht. Man kann die Platte auch, wie aus Fig. 5 ersichtlich ist, mit einem gelenkigen Wandarm g führen. Zu diesem Zwecke sitzt auf der Oberseite der Platte<I>a</I> eine Stange<I>f,</I> die in einer Hülse<I>g"</I> des Wandarmes<I>g</I> ge führt ist. In dieser Stange f sind Löcher f1 vorgesehen, durch die, wenn die Platte a an gehoben: ist, Stifte gesteckt werden können, um sie in der gehobenen Lage festzuhalten.
Um das Muster und die Lockung des Felles haltbarer zu machen, kann das Fell vor der Behandlung in an sich bekannter Weise angefeuchtet werden. Aus dem näm lichen Grunde empfiehlt es sich, auch die Platte a zu erhitzen. Das Erhitzen der Platte kann über einer Flamme geschehen oder auch\ durch eine elektrische Heizung. In Fig. 3 ist veranschaulicht, wie in die Platte a ein elektrischer Heizkörper d eingebaut ist. Um beim Aufsetzen der erhitzten Platte auf das angefeuchtete Fell ein Abziehen der Dämpfe zu ermöglichen, kann man eine poröse oder durchlochte Unterlage verwenden.
Es sei schliesslich noch betont, dass die Bewegung der Platte nicht ganz genau entgegengesetzt dem Haarwuchs erfolgen muss, sondern mehr oder weniger seitlich erfolgen kann, das heisst die Verschiebung der Platte muss nur unge fähr entgegengesetzt dem Haarwuchs er folgen.