Widerstandsverstärker für Nieder- und Zwischenfrequenzen. Die Erfindung betrifft sogenannte Wider standsverstärker, und zwar solche, die zum Verstärken im besonderen von Tonfrequen zen dienen. Sie ist aber auch vorteilhaft, wenn es sich um die Verstärkung sogenann ter Zwischenfrequenzen handelt, das heisst Frequenzen von der Grössenanordnung von 50,000 Schwingungen pro Sekunde.
Bekanntlich treten in den Anodenstrom kreisen von Detektorröhrenlampen ausser Ton frequenzen auch meistens Hochfrequenz- kömponenten auf. Bei Verstärkung der Niederfrequenzströme werden diese ,Hoch- frequenzsehwingungen, besonders falls Wi derstandsverstärker verwendet werden, auch einer Verstärkung unterworfen, so dass Schallverzerrungen entstehen können. Die Erfindung bezweckt, den Widerstandsver stärker derart auszubilden, dass die Hoch - frequenzamplituden, falls solche vorhanden, die Steuergitter der Verstärkerröhren nicht oder nahezu nicht beeinflussen.
Nach der Erfindung wird dieser Zweck durch eine derartige Einrichtung des Ver stärkers erzielt, dass der Anschluss des Steuer- stromkreises mindestens einer Verstärker röhre an die vorangehende Röhre über ein aus Widerständen und Kondensatoren be stehendes Gebilde erfolgt, das den Wechsel strömen zwei teilweise getrennte Bahnen ge währt, von denen die eine den zu verstär kenden Schwingungen, praktisch gesprochen, keinen Durchgang gewährt, jedoch Hoch frequenzschwingungen durchlässt, und die andere für die Hochfrequenzschwingüngen ein weit grösseres, für Nieder- und Zwischen frequenzschwingungen dagegen ein weit ge ringeres Hindernis bedeutet als die erstge nannte Bahn,
wobei das Steuergitter der er wähnten Verstärkerröhre mit einem Punkt verbunden ist, wo die Spannungsamplitude der Hoehfrequenzschwingungen, praktisch gesprochen, schon auf Null herabgesetzt ist, wo aber die Amplitude der Nieder- und Zwi- schenfraquenzsehwingungen noch ziemlich unverschwächt geblieben ist.
Zweckmässig wird die Schaltung derart ausgebildet, dass die zu verstärkenden Schwin gungen in üblicher Weise über einen hohen Leckwiderstand, die Hochfrequenzen aber über einen Ohmschen Widerstand mit einem kleinen in Reihe geschalteten Hilfskonden sator nach einem Punkt mit konstantem Po tential geführt werden, wobei das Steuer gitter der Verstärkerröhre mit dem Anfangs punkt des Leckwiderstandes, aber mit dem Endpunkt des erwähnten Ohmschen Wider standes verbunden ist.
Eine praktische Ausgestaltung der Er findung kann zum Beispiel darin bestehen, dass in Reihe mit dem üblichen, zum Gitter der Verstärkerröhre führenden Kondensator ein oder mehrere Ohmsche Widerstände ge schaltet sind, wobei die dem Gitter zugekebr- ten Enden dieser Widerstände über je einen kleinen Hilfskondensator mit einem Punkt mit konstantem Potential verbunden sind.
Der Widerstandsverstärker nach Erfin dung besitzt zweckmässig ein Koppelelement, dessen bauliche Einzelheiten sich aus- der folgenden Beschreibung näher ergeben.
Die Zeichnung zeigt in Fig. 1, 2 und 3 drei verschiedene Schaltschemata eines Wi derstandsverstärkers nach der Erfindung; Fig. 4 und 5 sind ein Achsialschnitt bezw. eine Untersicht eines Ausführungsbeispiels eines Koppelelementes; Fig. 6 und 7 sind ein Achsialschnitt und eine Draufsicht einer weiteren Ausführungs form eines solchen Koppelelementes.
In Fig. 1 bezeichnen 1 und 2 zwei Drei elektrodenröhrenr die in sogenannter Wider standsverstärkerscha.ltung miteinander ge koppelt sind. Der Anodenstromkreis der Drei elektrodenröhre 1 enthält einen Anodenwider stand 3, . dessen Anodenende über einen Ohmschen Widerstand 4 in Reihe mit einem Gitterkondensator 5 mit dem Gitter 6 der Dreielektrodenröhre 2 verbunden ist. Das Gitter 6 ist ferner über einen Leckwider- stand 7 mit einem Punkt mit konstantem (negativem) Potential verbunden.
Der Ver bindungspunkt zwischen dem Widerstand 4 und dem Gitterkondensator 5 ist über einen kleinen Hilfskondensator 8 mit dem freien Ende des Leckwiderstandes verbunden. Die Wirkung dieser Anordnung ist folgende: Der kleine Hilfskondensator 8, der von der Grössenordnung von 1,0 bis 50 cm ist, setzt den Nieder- und Zwischenfrequenzen einen praktisch unendlich grossen Widerstand ent gegen, so dass die Schwingungen mit diesen Frequenzen ihren Weg so gut wie aus schliesslich über den Gitterkondensator 5 und den Leckwiderstand 7 nehmen.
Weitaus der grösste Teil des Spannungsgefälles dieser Schwingungen tritt dabei im Leckwider- stand 7 auf, der gegenüber dem Ohmschen Widerstand 4 gross, zum Beispiel zehnmal so gross sein muss. Die Hochfrequenzschwin- gungen dagegen empfinden viel weniger Wi derstand vom Kondensator 8 als vom Leck widerstand 7 und nehmen daher ihren Weg über diesen Kondensator, wobei das Span nungsgefälle dieser Schwingungen so gut wie ganz innerhalb des Ohmschen Wider standes 4 verläuft.
Es ist nunmehr einleuchtend, dass das Gitter 6, das mit dem Endpunkt des Wider standes 4. aber mit dem Anfangspunkt des Leckwiderstandes 7 verbunden ist, wenig oder gar nicht mehr von Hochfrequenzspan- nungsschwankungen beeinflusst wird, wäh rend von den Niederfrequenz- und Zwischen- frequenzamplituden nur wenig im Wider stand 4 verloren geht.
Die Schaltung nach Fig. 2 hat völlig die selbe Wirkung wie jene nach Fig. 1. Der Widerstand 4 und der Gitterkondensator 5 haben jedoch, ebenso wie der Leckwiderstand 7 und der kleine Hilfskondensator 8, ihren Platz vertauscht. Auch dabei nehmen die Hochfrequenzschwingungen ihren Weg in der Hauptsache über 4-8 und die N ieder- frequenzschwingungen nehmen ihren Weg über 7.
Bei der Schaltung nach Fig. 3 ist jene nach Fig. 2 noch mit einem zusätzlichen Ohmschen Widerstand 9 und einem zusätz lichen Hilfskondensator 10 etwas erweitert, so dass Hochf requenzspannuugsamplituden, die im Endpunkt des Widerstandes 4 gegebenenfalls noch vorhanden sein sollten, im Widerstand 9 noch weiter geschwächt werden. Es versteht sich von selbst, dass die Schaltung in .dieser Weise beliebig und nach Bedarf erweitert werden kann.
In Fig. 4 und 5 ist ein Ausführungs beispiel eines Koppelelementes dargestellt, das einen leichten Aufbau einer Schaltung nach der Erfindung ermöglicht. Die ver schiedenen Widerstände -und Kondensatoren sind in diesen beiden Figuren mit den glei chen Bezugsziffern bezeichnet wie in den Fig. 1 bis 3. Als Schaltung ist diejenige der Fig. 1 vorgesehen.
Der Anodenwiderstand 3 und der Wider stand 4 sind beide sogenannte Drahtwider stände und sind auf eine kleine isolierende Büchse 21 aufgewickelt, die in einen isolie renden Fuss 22 eingreift. Innerhalb dieser Büchse 21 befinden sich der Gitterkondensa tor 5, der als sogenannter Wickelkondensa tor ausgebildet ist, und der Leckwiderstand 7. Der Hilfskondensator 8 wird durch ein das obere Ende der Büchse 21 abschliessendes Metallhütchen 10 und durch eine Metall hülle 9 des Koppelelementes gebildet, wobei der Abstand zwischen 9 und 10 derart ge wählt ist, dass die Kapazität des Hilfskon- densators etwa 20 bis 30 cm beträgt.
Die leitende Verbindung der verschiedenen Teile untereinander und mit den Entladungsröhren des Verstärkers erfolgt mittelst Verbindungs drähten 11, 12, 13, 14, 15 und 16, sowie durch vier über den Fuss 22 nach unten vor stehende Stifte 17, 18, 19, 20, die derart angeordnet sind, dass' das Element in Audion- füsse üblicher Bauart eingreift. Dies erleich tert besonders das Anbringen und Aus wechseln.
In den Fig. 6 und 7 ist eine etwas geänderte Bauart für sogenannten Aufbau dargestellt. Die verschiedenen Teile sind dabei auf einem Fuss 23 aus Isoliermaterial angebracht, das Löcher 30 besitzt, mittelst deren es an einer Fussplatte festgeschraubt werden kann. Im Fuss sind vier Metallstifte 31 befestigt, die an der Unterseite mittelst Metallstreifen oder Federn 32 mit vier An- Schlussklemmen 29 verbunden sind und die die verschiedenen Widerstände und Konden satoren tragen. Das Ganze wird von einer Metallbüchse 27 umschlossen, die mittelst einer Klemmschraube 28 am obern Ende eines Metallstiels 26 an den Fuss angedrückt werden kann.
Der Stiel 26 ist an der Unter seite an einer Metallplatte 25 befestigt, die unter Zwischenfügung einer Isolierplatte 24 an der Unterseite des Fusses anliegt. Die Büchse 27, sowie die Platte 25 können so mit mittelst der Klemmschraube 28 leicht geerdet werden, so dass gegenseitige Beein flussung der Schaltteile vermieden wird.
Auf einem der Stifte 31 ist der Gitter kondensator 33 angebracht, von dem der Innenbelag durch Isolierung solcher Stärke vom Stift 31 getrennt ist, dass zwischen Innenbelag und Stift eine Kapazität von 28 bis 30 cm besteht. Diese wird dann als Hilfskondensator verwendet, wobei gleich falls an die Schaltung nach Fig. 1 gedacht worden ist.