CH127997A - Verfahren zur Herstellung von nicht für Nahrungszwecke bestimmtem Zucker aus Holz. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von nicht für Nahrungszwecke bestimmtem Zucker aus Holz.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von nicht für Nahrungszwecke bestimmtem Zucker aus Holz. Es ist bekannt, Holz bei gewöhnlicher Temperatur mit Salzsäure zu höherer Kon zentration als 39 % aufzuschliessen und zu verzuckern. Nach dem ursprünglichen Verfahren wurde Holzmehl mit einem Überschuss von zum Bei spiel 40%iger Salzsäure behandelt, und zwar etwa 100 Teile Holz mit 700 bis 1000 Teilen Salzsäure. Die Behandlung geschah in einer Batterie von Diffuseuren, in welchen das Holzmehl in Berührung mit der höchstkon zentrierten Salzsäure liegen blieb, bis die Verzuckerung beendet war. Darauf trennte man die Holzzuckerlösung vom unlösbaren Rückstand durch Verdrängen mit 40 %iger Salzsäure. Bei einem andern bekannten Verfahren hat man neben der höchstkonzentrierten Salz säure noch Chlorwasserstoffgas mitverwendet und dadurch die Menge der flüssigen Salz säure wesentlich verkleinert. Das Hol: konnte darnach verzuckert werden, indem man 100 Teile mit 70 bis 100 Teilen 40 %iger Salzsäure befeuchtet und die Masse dann mit etwa 20 Teilen, Chlorwasserstoffgas anrei cherte. Bei dieser Arbeitsweise wurde das Holz zuerst mit der starken Salzsäure und etwas Chlorwasserstoffgas innig vermengt (erste Stufe des Verfahrens). Die Verzucke rung des feuchten Gemisches erfolgte zweck mässigerweise in dünnen Schichten, während des Zusetzens der Hauptmenge von Chlor wasserstoffgas in einer zweiten Stufe des Verfahrens. War die Verzuckerung beendet, dann fand nach Austreiben der Hauptmenge des Chlorwasserstoffes in einer dritten Stufe das Auslösen des entstandenen Holzzuckers statt. Man hat ferner bereits zellulosehaltiges Material zwecks Gewinnung von Zucker bei zuerst gewöhnlicher Temperatur mit einer hochkonzentrierten Mineralsäure chemisch aufgeschlossen, das heisst in lösliche Verbin dung umgewandelt und diese Stoffe dann durch Erhitzen mit sehr verdünnter Säure unter Druck in Zucker übergeführt. Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist nun ein Verfahren zur Herstellung eines für Industriezwecke, also nicht Nahrungs mittel bestimmten Zuckers aus Holz. Gemäss demselben: wickelt sich das Verfahren in zwei .Stufen ab, in der ersten Stufe wird die Verzuckerung mit Salzsäure und Chlorwas- serstoffgas begonnen und dieselbe in der zweiten Stufe durch Anwendung von Salz säure mit geringerer Konzentration zu Ende geführt. <I>Ausführungsbeispiel:</I> Das Verfahren wickelt sich in zwei Stu fen ab. In der ersten Stufe lässt man auf 100 1 Teile Sägespäne 50 Teile hochkonzentrierte, das ist 40 %ige Salzsäure und 15 Teile Chlor wasserstoffgas einwirken. In diesem Aus masse nimmt die mit Salzsäure befeuchtete Holzmasse Chlorwasserstoffgas auch aus einem mit Luft verdünnten Gasstrom auf, so dass der technisch wesentliche Vorteil ent steht, verdünnten Chlorwasserstoff anwenden zu können. Nachdem die mit Salzsäure be feuchtete Holzmasse die angegebene Menge Chlorwasserstoffgas absorbiert hat, wird sie direkt in eine Diffusionsbatterie geführt, wo sie, ohne bewegt zu werden, eine zeitlang sich selbst überlassen bleibt. Wegen der Anwen dung von nur 15 Teilen Chlorwasserstoffgas wird die Verzuckerung dabei freilich nicht ganz zu Ende gehen. Die Mischung lässt man stehen, bis ein Drittel der Zellulose des Hol zes in Lösung aufgeht und zu Zucker aufge spalten wird. In der zweiten .Stufe lässt man 35 %ige Salzsäure einwirken, wobei die Aufschlie ssung vollständig wird. Die Ausführung die ses Teils der Verzuckerung geschieht gleich zeitig mit der Verdrängung der Zuckerlösung in der Diffusionsbatterie. Die Temperatur kann zwischen 15 und 25 Grad C liegen. Er höhter Druck braucht nicht angewendet zu werden. Durch vorliegendes Verfahren werden die beiden ersten in der Einleitung beschriebenen Methoden in mehrfacher technischer Hinsicht verbessert. Man benötigt zur Auflösung des Holzes relativ wenig 40 %ige Salzsäure, fer ner sind weniger Teile Chlorwasserstoffgas nötig, wodurch man mit einer kleineren Ap paratur auskommt. Bei der Weiterbehand lung mittelst der 35 %igen Salzsäure wird der letzte Teil der Verzuckerung mit der Trennung der Zuckerlösung vom festen Rückstand vereinigt. Das Trennen und gleichzeitige Auswaschen geschieht also durch die 3:5 %ige Salzsäure. Je mehr Chlorwasserstoff in der ersten Stufe angewendet wird, um so verdünnter können naturgemäss die in der Diffusionsbat terie zum Schluss verwendeten .Säuren sein. Bei dieser Art der Diffusionsarbeit findet in der Batterie selbst eine Erhöhung der Konzentration der zuletzt zugeführten Salz säure aus dem in die Diffuseure gebrachten chlorwasserstoffreichen Material statt, wo durch die Verzuckerung zu Ende gehen kann. Gegenüber der anfangs erwähnten Diffu sionsarbeit mit nicht vorbehandeltem Holz und ohne Zusatz von Chlorwasserstoffgas hat man den Vorteil, dass man mit einer kleineren Diffusionsbatterie für dieselbe Leistung aus kommt oder mit einer gleich grossen Batterie eine höhere Leistung erzielen kann. Da näm lich ein Teil der eigentlichen Verzuckerung schon während der Vorbehandlung eintritt, genügt jetzt eine kürzere Behandlungsdauer in der Diffusionsbatterie. Das geht so weit, dass man nach dem neuen Verfahren inner halb von 24 Stunden zehn bis zwölf Diffu- seure neu beschicken bezw. entleeren kann, während die Leistung früher auf vier bis sechs Diffuseure beschränkt bleibt. Ein wei- ierer Vorteil ergibt sich bezüglich der Salz- säurewirtschaft daraus, dass man, wie schon erwähnt, ausser 40 %iger Salzsäure auch nie driger konzentrierte Salzsäure und verdünn tes Salzsäuregas benutzen kann, die beide bei der Herstellung von 40 ioiger Salzsäure an fallen. Von dem dritten in der Einleitung be schriebenen Verfahren ist der Erfindungs gegenstand grundsätzlich verschieden. Hier wird durch die zuerst angewandte hochkon zentrierte Salzsäure nebst Chlorwasserstoff gas; nur ein Teil der vorhandenen Zellulose chemisch verändert. Die darnach zur Ein- wirkung kommende schwächere Salzsäure löst und hydrolisiert dann erst den Rest der unverändert gebliebenen Zellulose. Die zweite Stufe der Säureeinwirkung hat hier also einen ganz andern Zweck als bei den be kannten Verfahren, und dementsprechend sind auch die Arbeitsbedingungen ganz an ders. Auch die in der zweiten Stufe ange wandte schwächere Salzsäure muss immer noch eine konzentrierte Salzsäure (über 35 %ig) sein. Ihre Einwirkung geschieht ebenfalls ohne Zuführung von Wärme und ohne Erhöhung des Druckes. Der nach vor liegendem Verfahren hergestellte Zucker kann für verschiedene Industriezwecke verwendet werden. In der Gärungsindustie kann er bei spielsweise zur Herstellung von Butylalkohol und Essigsäure beigezogen werden. Im fer neren eignet sich derselbe für Zwecke, wo sonst Glukose verwendet wird, wie zum Bei spiel in der Gärungstextilindustrie, sowie Kunstseide-, Tinten- und .Schwärzefabrika- tion etc. Die Isolierung des Zuckers erfolgt beim beschriebenen Verfahren in einem separaten, an sich bereits bekannten Prozess. Derselbe ist zum Beispiel analog, wie in den Schweiz. Patenten Nr. 94012 und<B>95501</B> beschrieben.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung eines nicht für Nahrungszwecke bestimmten Zuckers aus $olz mittelst zirka 40 %iger Salzsäure und Chlorwasserstoff in zwei ,Stufen, dadurch gekennzeichnet, dass man in der ersten Stufe die Verzuckerung mit Salzsäure und Chlor wasserstoffgas beginnt und dieselbe in der zweiten ,Stufe ,durch Anwendung von Salz säure mit geringerer Konzentration zu Ende führt. <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> 1.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Salzsäure, mit- telst welcher _die Verzuckerung in der zweiten Stufe zu Ende geführt wird von wenigstens 35 %iger Konzentration ist. 2. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zur vollständigen Verzuckerung in der zweiten ,Stufe dienende 35 %ige Salzsäure gleichzeitig zum Abtrennen des gelösten Zuckers vom festen Rückstand dient. 3.Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1 und 2, dadurch gekenn zeichnet, dass man in der ersten Stufe auf 100 Teile Holzstoff 50 Teile 40 %ige Salz säure und 15 Teile Chlorwasserstoffgas einwirken lässt.
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