Elektrisches 1VTehrleiterkabel. Der Preis eines Mehrleiterkabels hängt in hohem Masse von der um die isolierten Leiter herumgelegten Umhüllung, zum Beispiel der eines Bleikabels von dem Bleimantel, und der eventuell darüber liegenden Panzerung ab. Da die Bleimantelwandstärke aus technischen und aus Festigkeitsgründen vorgeschrieben wird, ist zum Beispiel ein Bleikabel umso billiger, je geringer die Oberfläche des Blei mantels ist.
Ein Kabel ist ferner umso besser mit Strom belastbar, je besser die Wärmeabfuhr des Kabels ist, und diese ist unter sonst gleichen Verhältnissen (Leiterquerschnitt, Art des Isolationsmaterials etc.) umso besser, je geringer der Weg ist, welchen die im Kupfer erzeugte Stromwärme zurückzulegen hat, um zur Umhüllung zu gelangen.
Die vorliegende Erfindung betrifft nun ein Mehr leiterkabel, bei dem eine aus einer oder meh reren Schichten bestehende Umhüllung derart um die isolierten. Leiter herumgelegt ist, dass die innere Oberfläche der Umhüllung ge ringeren Flächeninhalt aufweist, als die Ober fläche des gleichlangen Kreiszylinders be- trägt, welcher den isolierten Leitern um schrieben ist. Die Erfindung umfasst ferner ein Verfahren, zur Herstellung von solchen Kabeln.
Auf der Zeichnung ist in Fig. 1 ein Drei leiterkabel in heute üblicher Ausführungs form und: in Fig. 2 ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes dargestellt.
In Fig. 1 bedeuten 111,-H3 die Kupfer leiter, J,-J3 die um die Kupferleiter herum gelegte Aderisolation, C,-C3 .die Isolations zwickel, welche den von den isolierten Leitern eingenommenen Flächenraum annähernd auf einen Kreisquerschnitt ergänzen. C4 ist der Isolationszwickel, welcher den im Zentrum des Kabels liegenden Zwischenraum zwischen den drei isolierten; Leitern ausfüllt.
Die um die zu einem Kreis ergänzte Kabelseele her umgelegte, aus einzelnen Schichten beste hende Umhüllung besteht aus der Gürtel isolation P1, dem Bleimantel O und der Panzerung P2.
Die Isolationszwickel Ci-Cs müssen jene Ausdehnung besitzen, welche den zwischen den isolierten Leitern und dem kreiszylinder- förmigen Bleimantel befindlichen-Raum voll kommen ausfüllt. Ist dies nicht der Fall, so hat dies, wie die Erfahrung gezeigt hat, zur Folge, dass die isolierten Leiter mehr oder weniger deformiert werden, wodurch die Durchschlagsfestigkeit .der Aderisolation un günstig beeinflusst werden kann.
Bei dem in Fig. 2 dargestellten Ausfüh rungsbeispiel sind die entsprechenden Teile ebenso bezeichnet wie in Fig. 1.
Wie aus dem Vergleich der beiden Fi guren ersichtlich ist, wurde auf die kreis runde Form der Umhülllung verzichtet, und es weisen die in Fig. 2 dargestellten Isola tionszwickel Cl-C3 einen kleineren Quer schnitt auf, als zur Ergänzung des Flächen raumes der drei isolierten Leiter auf eine volle Kreisfläche erforderlich wäre.
Durch Wahl der entsprechenden Grösse des Flächen inhaltes der Isolationszwickel C,- C3, sowie durch entsprechende Formgebung derselben, hat man es in der Hand, den Materialver brauch für die Gürtelisolation P,, den Blei mantel 0 und die Panzerung P2 von der mit der jetzigen Kreisform des Kabels verbun denen Verschwendung auf ein Minimum her abzudrücken oder zumindest in engen Gren zen zu halten. Das Minimum an Material verbrauch ergibt sich, wenn die Innenfläche der Gürtelisolation P, eine tangentiale Ver bindung der drei Leiteroberflächen bildet, so dass der Kabelquerschnitt ein Dreieck mit abgerundeten Ecken ist.
Der in Fig.2 ge gebene Kabelquerschnitt stellt diesen Fall dar, bei welchem optimale Strombelastbar keit und Materialersparnis erzielt wird. Bei der praktischen Ausführung wird dieser op timale Fall nur mehr oder weniger gut, aber niemals vollkommen erreicht werden können. Jedenfalls wird jedoch immer bei elektrisch gleichdimensionierten Kabeln der Flächen inhalt des Kabelquerschnittes bei dieser Kabelbauart kleiner sein als bei normalen runden Kabeln.
Ausser der Hintanhaltung von nutzlosem Materialverbrauch wird durch die vorge- schlagene Formgebung erreicht, dass die Um hüllung an jenen Stellen, welche den Zwik- keln C,--C, benachbait sind, den Leitern ilil i1'1 des Kabels nähergebracht wird, als dies in den normalen, bis heute gebräuchlichen Ausführungen der Fall war;
da. dies Flächen sind, durch welche Stromwärme entweicht, weist das so geformte Kabel einen geringeren innern Wärmewiderstand auf als ein Kabel nach bisher üblicher Bauart und kann des wegen stärker mit Strom belastet werden.
Bei der vorliegend beschriebenen Ausfüh rungsform ist es, wie die Erfahrung gezeigt hat, nicht sehr wichtig, dass die Zwickel C,--C, den zwischen den isolierten Leitern und der Umhüllung befindlichen Raum voll kommen ausfüllen. Versuche haben ergeben, dass eine Ausführungsform, bei welcher die Zwickel noch stärker reduziert werden, als dies in Fig. 2 angedeutet ist, oder aber ganz fortgelassen werden, sich insofern als günstig erweist, als die Form der isolierten Einzel leiter weitgehend gewahrt bleibt. Durch die auf diese Weise unbeschädigt erhaltene Aderisolation kann gegenüber einem Kabel nach Fig.l, bei dem die isolierten Leiter deformiert sind, ein Mehrwert an Durch schlagsfestigkeit erzielt werden.
Diese Ausführungsform empfiehlt sich namentlich bei Mehrleiterkabeln mit metall belegten isolierten Einzeladern. Bei -solchen Kabeln, welche zum Beispiel für Dreiphasen strom mit geerdetem Nullpunkt bestimmt sind, entfällt die Gürtelisolation, und der Bleimantel schmiegt sich tangentiell an die drei isolierten Leiter an.
Selbstverständlich ist die Zahl der von einander isolierten Leiter nicht bloss auf drei beschränkt, sondern die Leiterzahl kann be liebig erhöht werden; dabei können die Ein zelleiter, welche das Mehrleiterkabel bilden, entweder parallel nebeneinander gelegt oder aber miteinander verdrillt sein, wobei jedes mal die Isolationszwickel C,-C3 die Quer- schnittfläche auf eine mehr oder minder aus geprägte Dreieck- oder Vieleckform ergänzen.
Bei der Herstellung von solchen Kabeln genügt es in ersterem Falle, zur Aufbringung des Bleimantels entsprechend geformte Ma trizen und Patrizen in der Bleipresse zu ver wenden; im letzteren Falle können entspre chend dem Dralle, mit welchem die Einzel leiter zum Seile verdrillt sind, die Kabel trommeln vor und hinter der Bleipresse in entsprechende Rotation versetzt werden, oder aber es kann bei dem Pressvorgang die po- lygonförmige Matrize und Patrize in der Bleipresse in eine dem Dralle der Verdrillung entsprechende Rotation gebracht werden.