Hohlleiter für Hochspannungsfreileitungen. Die Leiter von Hochspannungsfreileitun gen müssen zur Vermeidung von Korona verlusten von derart grossem Durchmesser sein, dass die an der Leiteroberfläche herr schende Feldstärke unterhalb der Glimm- spannung bleibt. In dem Bestreben, trotz Vergrösserung des Durchmessers möglichst den durch die Stärke des Stromes bestimm ten Leiterquerschnitt beizubehalten, hat man bisher Hohlleiterkonstruktionen verwendet. Es wurde zum Beispiel um ein als Tragorgan dienendes Stahlseil ein Metallband hochkant sch äubenlinienförmig gewunden und dar über die Verseilung der Leitungsdrähte vor genommen.
Bei einer andern Ausführungs art wurde über eine Metalldrahtschraube oder einen Metallschlauch eine Lage Zug drähte aus Stahl und darüber eine Lage von Drähten aus gutleitendem Material auf gebracht. Um Hystereseverluste zu vermei den, die infolge der Verwendung magneti scher Materialien bei den vorgenannten Hohl leiterbauarten auftreten, und um ferner elektrolytische Zerstörungen, die bei Verwen- dung verschiedenartiger 1$aterialien an deren Berührungsstellen hervorgerufen werden kön nen, zu verhüten, ist f erner vorgeschlagen wor den,
alle Teile des Hohlleiters aus ein und dem selben nicht magnetisierbaren Material von guter elektrischer Leitfähigkeit und genügend grosser Zugfestigkeit herzustellen. Alle vor genannten Hochspannungsleiter haben den gemeinsamen Übelstand, dass Aufbau und Herstellung zu umständlich sind, oder dass entweder aus Fabrikations- oder auch aus Festigkeitsrücksichten die Leiterquerschnitte stärker gewählt werden müssen, als es zur Übertragung des Stromes notwendig ist.
Ähnliche Nachteile sind auch bei solchen Hohlleitern für Hochspannungsfreileitungen vorhanden, bei welchen zur Verringerung der Koronaverluste ein Rohr aus gut leitendem Material nach Art der Blechmäntel der Isolierrohre über ein im Innern befindliches Stahlseil als Tragorgan, auf demselben lose mit beliebigem Spiel aufliegend, aufgebracht und gefalzt ist. Da diese Rohrstücke nicht fest mit dem Tragseil verbunden und ferner nahezu unbiegsam sind, können derart ge fertigte Leiter nicht aufgetrommelt und in der Fabrik betriebsfertig hergestellt werden. Es ist vielmehr erforderlich, das Aufbringen der Blechstreifen, die zu Rohren gebogen werden, an Ort und Stelle der Verlegung vor zunehmen.
Eine praktische Verwendung ha ben die letztgenannten Leiter nicht ge funden.
Alle bisher vorgeschlagenen Konstruk tionen von Hohlleitern für Hoehspa.nnungs- freileitungen haben sich in dem Bestreben, eine künstliche Vergrösserung des Durch messers zu schaffen, zu weit von der eigent lichen Zweckbestimmung der Leitung ent fernt und haben dem Leiter mit Rücksicht auf andere an sich nebensächliche Gesichts punkte einen komplizierten Aufbau auf gezwungen, der neben der Verteuerung durch unnötigen Materialaufwand noch eine solche durch hohe Herstellungskosten mit sich brachte.
Ein Mittel, das für vorhandene Frei leitungsanlagen vorgeschlagen worden ist, um den Leiter zur Übertragung sehr hoher Spannungen geeignet zu machen, und das ' darin besteht, über das vorhandene Leitungs seil einen Schlauch aus leitendem Stoffe lose aufzulegen, erscheint zwar einfach, ist jedoch bei fabrikationsmässiger Herstellung für Hochspannungsleitungen nicht verwendbar, da sich hier infolge Fehlens einer festen Verbindung zwischen dem innern und äussern Teil des Leiters die gleichen Übelstände zei gen, die bereits oben bei denjenigen Hohl leitern erwähnt wurden, die Stahlseile als Tragorgane und darüber lose aufliegende Rohre zur Leitung des Stromes verwenden.
Bei den Hohlleitern für Hochspannungs leitungen nach der vorliegenden Erfindung soll ein Leiter aus gutleitendem Material, dessen Querschnitt lediglich nach der Strom stärke bemessen wird, zur Fortleitung des elektrischen Stromes dienen. Zwecks Ver meidung von Koronaverlusten wird konzen trisch zu diesem Leiter eine rohrförmige Metallhülle von dem erforderlichen Durch messer schraubenlinienförmig über einem ge- eigneten Stützorgan aufgebracht. Da diese Metallhülle nicht zur Übertragung des Stro mes bestimmt ist, kann sie entsprechend dünn bemessen sein und trägt infolgedessen auch nicht wesentlich zur Gewichtserhöhung des Leiters bei.
Diese biegsame Hülle kann bei spielsweise durch kein Band, welches nach Art der bei Hohlleiterkonstruktionen übli chen Ausführungen hochkant, schrauben linienförmig, gewellt oder in anderer Weise um den Mittelteil aufgewunden ist, oder durch Stege, die in beliebigen Abständen auf dem Mittelleiter angebracht sind, in der konzentrisch zum Leiter angeordneten Lage fortlaufend gestützt und gehalten werden. Entsprechend seiner Zweckbestimmung, der äussern, dünnen Hülle als Auflage zu dienen, können die betreffenden Stützorgane eben falls in sehr leichter Ausführung hergestellt werden.
Ein derart aufgebauter Hochspan nungsleiter besitzt die genügende Biegsam keit und Festigkeit, um im betriebsfertigen Zustande auf Trommeln aufgewunden wer den zu können. Macht man zwecks Verwen dung einheitlichen Materials Hülle und Trag band aus gut leitendem Material, so kann der Querschnitt des zentrischen: Leitseils ent sprechend verringert werden, ohne, in An betracht des geringen Gewichtes der äussern Teile, eine zu grosse Zugbeanspruchung befürchten zu müssen. Gegenüber den andern bekannten Konstruktionen hat der beschriebene Hochspannungsleiter nur so viel gutleitendes Material, als unbedingt bei der vorgesehenen Stromdichte erforderlich ist, und dementsprechend ein viel geringeres Ge wicht.
Die Figuren zeigen eine beispielsweise Ausführungsform des erfindungsgemässen Hochspannungsleiters. Der im 'Zentrum des Leitergebildes angeordnete litzenförmige eigentliche Leiter aus gutleitendem Material ist mit a bezeichnet. Über diesen ist ein Stützband b aus gutleitendem Metall in Form einer .Schraubenlinie hochkant auf gewunden, über welches schliesslich die äussere dünne Hülle c in Form eines Blech streifens schraubenlinienförmig derart auf- gebracht wird, dass die ganten zwecks Ver meidung strahlender Stellen ineinander ein greifen und einander überdecken. Der be schriebene Leiter bann auch in Kabeln ver wendet werden.