Verfahren zur 1äerstellnng trockener, nicht zusammenbachender gind schnell löslicher Seife in Fadenform. Um möglichst wirtschaftlich arbeiten und sparsam zu verbrauchende Erzeugnisse zu erzeugen, ist es ein Bestreben der Seifen industrie, die Kernseifen in billigster Weise und in kürzester Zeit in verpackungs- und verkaufsfähige Form zu bringen und diese Form so zu wählen, dass leichteste und schnellste Löslichkeit zu erzielen ist.
In dieser Beziehung hat man durch die Anwendung des Zerstäubungsverfahrens bereits grosse Fortschritte gemacht. Gegen die so gewonne nen pulverförmigen Produkte hat man jedoch in Verbraucherkreisen ein gewisses Vorurteil, da das Pulver den Laien nicht erkennen lässt, ob es sich um gute oder schlechte Seife handelt.
Die Trocknungsverfahren, die verwendet werden, um die Seife möglichst schnell in eine verpackungs- und gebrauchsfähige Form zu bringen, sind ebenfalls durch die ununter brochen arbeitenden Apparate wesentlich verbessert worden, erfordern jedoch viel Wärme und Zeit. Jedes neue Verfahren, Kernseife ohne Trockciung unmittelbar in eine verpackungs- und versandfähige Form zu bringen, stellt deshalb grundsätzlich einen technischen Fortschritt dar.
Es hat sich je doch gezeigt, dass die bisher erhaltenen Pro dukte, die meist in Band- oder Nudelform in den Handel gebracht werden, in bezug auf schnelle Löslichkeit noch nicht den An forderungen entsprechen, die man seit der Einführung der sogenannten Seifenflocken zu stellen gewöhnt ist. Diese Seifenflocken sind nicht nur äusserlich ansehnliche Produkte, sondern sie bieten dem Verbraucher die Dl.ög- lichkeit, ohne Mühe, selbst in kaltem Wasser eine schnelle Lösung zu erzielen und hiermit das Waschen abzukürzen.
Die Herstellung dieser Flocken, besonders ganz dünner, glän zender, die durch Auswalzen von wasser freier Seife und Schneiden auf hochpolierten Stahlwalzen erhalten werden, verursacht je doch sehr hohe Kosten, so dass von .einer Wirtschaftlichkeit nicht die Rede sein kann.
Es hat sich nun nach vorliegender Erfin dung gezeigt, dass wenn man Kernseife durch Düsen presst, die einen Durchmesser von etwa 1I/2 nun nicht überschreiten, dass man als dann Fäden erhält, die schnellstens so trocknen oder erhärten, dass sie nicht mehr zusammen backen und sofort verpackt werden können. Bei geeigneter Zusammensetzung der Seife zerfallen sie dann schon im Laufe einiger Stunden zu kleinen, glänzenden Stäbchen, die der Seife ein Aussehen von glänzenden Kriställchen geben, und die eine so schnelle Löslichkeit zeigen, dass diese auch nicht im geringsten derjenigen der Seifenflocken nach steht.
Es hat sich nun ferner in überraschen der Weise gezeigt, dass man bei geeigneter Zusammensetzung der Seifen beim Durch pressen durch solche feinen Düsen selbst mit kleinem und unwesentlichem Druck eine sehr grosse Produktion leisten kann, die an Wirt schaftlichkeit weit die Herstellung der Seifen flocken durch Auswalzen übertrifft.
Besonders günstige Verhältnisse zeigen sich auch bei der Zumischung von Fettlö sungsmitteln, wobei die Produktion der Düsen bei Aufwand eines Mindestmasses an Kraft besonders gross ist.
Ungünstig wird die Wirtschaftlichkeit durch Harzzusatz beeinflusst; natürlich spielt auch die Wahl der Fette eine grosse Rolle. Es hat sich nun gezeigt, dass man aus Seifen, die sonst in Nudeln von 3-4 mm Durch messer gepresst wurden, und die alsdann wieder zusammenbackten und somit unver käuflich waren, bei Verwendung von Düsen von höchstens 11/2 mm Durchmesser, mit einer besonders grossen Produktionsmöglich keit Fäden erhält, die sofort nach dem Ver lassen der Düse nicht mehr zusammenbacken und sofort verpackungsfähig sind. In den meisten Fällen hat sich hierbei gezeigt, dass Düsen von 11/2 mm die äusserste Grenze dar stellen, bei der diese Ergebnisse noch erzielt werden könnten.
Durchschnittlich werden die besten Ergebnisse erzielt bei Verwendung einer Düsenöffnung von 0,4.-0,5 mm. Die in der Praxis anzutreffenden Nudeln haben durchschnittlich einen Durchmesser von 4mm, nie aber weniger als 3 mm.
Dass man auf solche kleinen Abmessungen noch nicht ge griffen bat, beruht auf der verständlichen aber doch falschen Annahme, dass hierbei sehr viel Kraft benötigt würde und dass die Ergebnisse in bezug auf das Zusammenbacken auch nicht günstiger sein würden, als bei ähnlichen Verfahren bisher..Dass selbst Fein seifenfäden, die nicht durch Auspressen, son dern durch Abschaben hergestellt wurden, noch zusammenbacken, ergibt sich daraus, dass man alsdann bisher versuchte, das Zu sammenbaken durch Vermischen mit wasser armer Soda oder Seifenpulver zu verhindern.
Man hat auch versucht, Seife auf geeigneten Walzenmühlen auszuwalzen und durch spitze oder stumpfe Nadeln abzuschaben, oder auch durch Messerchen mit sehr kleinem Abstand anzuschneiden und mit Schabemessern als dann in Form von kleinen Prismen von we niger als 1 mm Durchmesser abzuschaben. Diese Erzeugnisse sind ebenfalls ansehnlich und leicht löslich, stehen jedoch im .Äussern den aus Düsen gepressten Fäden nach, zumal sie selten eine glatte Oberfläche haben. Auch sie sind nicht so wirtschaftlich herzustellen, da ein kostspieliger Trocknungsprozess dem Auswalzen und Abschaben vorausgehen muss.