CH128960A - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Schnüren als Ersatz für Darmsaiten. - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Schnüren als Ersatz für Darmsaiten.

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CH128960A
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  Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Schnüren     als    Ersatz für     Darmsaiten.       Die Erfindung betrifft ein Verfahren  und eine Vorrichtung zur Herstellung von  Schnüren als Ersatz für Darmsaiten, bei  spielsweise zur     Verwendung    für     Tennissehlä-          ger,    Netze, Angelschnüre oder als Musik  instrumente.  



  Das neue Verfahren zur Herstellung von  Schnüren besteht darin, dass Fäden aus einem  Faserstoff, beispielsweise Seide,     Ramie,     Baumwolle,     künstliche:    Seide, oder andern  künstlichen oder natürlichen Fasern, die von  einem     Spulrahmen    ablaufen, durch ein Im  prägnierbad geleitet und     in    einer     7wirnvor-          richtung    zu einer Schnur verflochten werden,  worauf diese mit einer Hülle versehen,

   in  einen     trockenfesten        Zustand        übergeführt     und     schliesslich    auf     einer    Spule     aufgewickelt     wird. Zur     Ausführung    dieses Verfahrens ist  eine neue     Einrichtung    vorgesehen, die einen       Spulrahmen,    einen Behälter mit Imprägnier  lösung, eine Zwirnvorrichtung, eine     Vorrich@          tung    zur Erzeugung einer äussern Hülle und  eine     Aufwickelspule    aufweist.  



  Das Überführen der Schnüre in den  trockenfesten Zustand kann durch Vulkani-         sieren    oder durch Trocknen der Schnüre er  folgen. Die     Fäden    können um eine Seele  verflochten werden, welche ebenfalls aus  einer geflochtenen,     imprägnierten    Schnur be  stehen kann. Die Schnur kann in     einem    Bad  von bestimmter Lösung mit der     äussern    Hülle  zum Beispiel aus viskoser Zellulose umgeben  werden, welches Bad     hinter    der     Zwirnvor-          richtung    angeordnet ist.

   Nach dem     Zellulose-          bad    kann die     Schnur    durch ein     koagulieren-          des    Bad, zum Beispiel aus Schwefelsäure  oder Natriumsulfat, geführt werden. Das  Verfahren kann beispielsweise in folgender  Weise     ausgeführt    werden:  Fäden aus Seide,     Ramie,    Baumwolle,  Wolle, Hanf, Jute, künstlicher Seide oder  aus künstlichen oder natürlichen Fasern  werden auf einem umdrehenden     Spulrahmen     aufgewickelt.

   Sie laufen dann durch ein  Bad, wo sie mit einer Lösung     imprägniert     werden, die aus viskoser Zellulose, aus       Gummilösung,    aus     Guttaperelia,    aus     Balata     bestehen kann, die an sich bekannt ist. Nach  dem     Durchgang    durch dieses Bad werden  die Fäden schliesslich zusammen verzwirnt.      Es bilden sich     dann        die        :Schnüre,    die durch  eine Kammer laufen, in der die Schnüre eine  Hülle von gewünschter Dicke erhalten.

   Die  Schnüre laufen dann weiter durch     ein        koa-          gulierendes    Bad zu einer Vulkanisier- oder  Trockenkammer.  



  Die     fertige        Schnur    wird dann auf einer  Rolle für den Gebrauch aufgespult.  



  Soll eine Schnur mit einer mittleren  Seele hergestellt werden, so kann man einen  zusätzlichen     Spulrahmen    anordnen, ein Bad  zum Imprägnieren,     Zwirneinrichtung    und  eine Kammer zum Anbringen der Hülle.  Wenn nötig, wird noch eine Kammer zum  Koagulieren vorgesehen, um die innere Seele  herzustellen, und diese läuft dann über einen  zweiten     Spulrahmen,    wonach weitere Fäden  nach der Imprägnierung auf der Seele ver  flochten werden. Des weiteren kann man  noch Einrichtungen treffen, um eine Schnur  mit verschiedenen Lagen herzustellen.  



       In.    der beiliegenden Zeichnung ist die  Vorrichtung zur Herstellung von Schnüren  in zwei beispielsweisen Ausführungsformen,  sowie mehreren Teilvarianten dargestellt.  



       Fig.    1 ist eine schematische Ansicht der  neuen     Vorrichtung;          Fig.    2 ist eine andere Ausführungsform  mit der Anordnung einer mittleren Seele;       Fig.    3 zeigt das     koagulierende    Bad der       Vorrichtung;          Fig.    4 ist ein Schnitt durch das Im  prägnierbad mit Zwirnvorrichtung;       Fig.    5 ist eine     perspektivische    Ansicht  des     Spulrahmens;          Fig.    6, 6a,     6b    zeigen verschiedene Spann  vorrichtungen;

         Fig.    7 ist die Einzelansicht der     Zwirn-          vorrichtung;          Fig.    8 zeigt die Kammer zur Anfertigung  der Hülle im     Schnitt;          Fig.    9 ist ein Schnitt durch die     Vulkani-          sier-    oder Trockenkammer.  



  In der Zeichnung sind die Fäden 1 auf  in einem Kreis angeordneten Spulen 2 auf  gewickelt. Man kann jedoch auch jeden an  dern     Fadenkörper    bei unwesentlichen Ab-         änderungen    der Vorrichtung, etwa Kreuz  wickel, verwenden.  



  In den Figuren ist nur ein     Spülenkreis     dargestellt; man kann aber auch natürlich  mehrere solcher Kreise anordnen, je nach der  gewünschten Dicke der Schnur. Die Spulen 2  sind auf einem sich drehenden     Spulrahmen    3  angebracht     (Fig.    1 und 5), der in geeigneter  Weise auf irgend eine bekannte Art an  getrieben wird. Die Fäden 1 laufen von  den Spulen 2 über Führungen 4 eines Rah  rnens 5, der auf der     Spulrahmenplatte    3a  befestigt ist, und von dort durch Bohrun  gen 6 der Platte 7 in das Imprägnierbad B.  



  Die Führungen 4 können als Schlitze  auf dem kreisförmigen Flansch 5a des Rah  mens 5 angeordnet sein, über welche die  Fäden unmittelbar von den Spulen nach der  Platte 7 laufen. Anderseits können diese  Führungen auch als Spannvorrichtungen  ausgebildet sein.  



  Nach     Fig.    5 und 6 laufen die gewöhn  lichen Fäden von den Spulen zu der ersten  Schlaufe 4a der Führung 4 und von dort  durch die Schlaufen 4b und 4e nach der Platte  7. Ein farbiger Faden läuft nur über die  Schlaufe     4b,    so dass seine Spannung gerin  ger ist und er immer das Bestreben hat,  an der Oberfläche der entstehenden     Schnur     zu bleiben. .    Von diesen Führungen laufen die Fäden  weiter über die Führungsplatte 7 in das  Imprägnierbad 8 und durch dieses zu der  Zwirnvorrichtung     (Fig.    7).

   In den     Fig.    4  und 7 liegt die     Führungsplatte    9 in einer  etwa     zylindrischen    Verlängerung 10 des  Imprägnierbades, in der ebenfalls eine Lö  sung enthalten ist. Um das Zwirnen der  Fäden zu erleichtern, hat die Führung 9  Schlitze     9a    oder Bohrungen und wird in  ihrer Lage in der Verlängerung des Im  prägnierbades durch einen geteilten Stell  ring 11 festgehalten. Diese     Führungsplatte     hat eine konische Verlängerung     9b,    um das  Brechen der Fäden in einem zu scharfen       Winkel    nahe der Führungsplatte zu ver  hindern.

        Die gedrehten Fäden laufen dann in Form  einer Schnur 12 durch eine Zwinge 18, vor  zugsweise aus Glas, an der die Schnur 12  mit einer dünnen Haut der Lösung bedeckt  wird.  



  Dann läuft die Schnur durch die Kam  mer 14     (Fig.    8) zum Überziehen mit     einer     Hülle, beispielsweise aus viskoser Zellulose,  von wo sie durch eine weitere Zwinge 15  von genügender Weite läuft, um die erfor  derliche Stärke der Hülle auf der Schnur  zu erzeugen. Die Zwinge 15 ist ebenfalls  aus Glas, was der Schnur erfahrungsgemäss  die beste     glatte    Oberfläche gibt.  



  An dieser Kammer für die Anfertigung  der Hülle ist eine weitere     Zwinge    15a an  geordnet, um den Durchmesser der Fäden  beim     Eintritt    in die Kammer zu verkleinern,  da die Fäden sieh in der Imprägnierflüssig  keit leicht spreizen.  



  Das Imprägnierbad 8 und die Kammer 14  für die Hülle können,     wie    in     Fig.    5 gezeigt,  durch gewundene Dampfrohre 8a und 14a  beheizt werden.  



  Aus der Kammer für die Hülle läuft  die Schnur in die Vulkanisier- oder Trocken  kammer 16, die aus einer einfachen, beheiz  ten Röhre     bestehen    kann. Die Heizung er  folgt mit heisser     Luft    oder durch Umhül  lung der Schnur mit einem spiralförmigen  Dampfrohr, um die Lösung zu vulkanisie  ren oder, wenn dies nicht der Fall sein soll,  sie zu trocknen     (Fig.    2, 3 und 9).  



  Anderseits kann man,     wie    in     Fig.    9  dargestellt, diese Kammer 16 in einer wei  teren Kammer 16a anordnen, in welcher  beisse Luft oder     Dampf    durchströmt. Bei  dieser Anordnung kann die Kammer 16 auch  als Kühlkammer benutzt werden, indem nach  der     fertigen        Vulkanisierung    kaltes Wasser  oder Luft durch die umschliessende Kammer  16a anstatt heisser Luft oder Dampf durch  geleitet wird. In     Fig.    9 ist nur das obere  Ende der Kammer dargestellt, wobei das un  tere Ende in ganz gleicher Weise ausgebil  det ist.  



  Die Schnur wird schliesslich auf einer  Spule 17     fertig    zum     Gebrauch    aufgewunden.    Die Umlaufgeschwindigkeit dieser Spule  wird im Verhältnis zu der des     Spulrahmens     so gewählt, dass ein Enderzeugnis mit der  erforderlichen Verdrehung     erhalten    wird.  



       Man    kann anderseits auch die Schnur  auf andere Weise auf ihrem Weg halten oder       führen.,    zum Beispiel durch eine oder mehrere       Zwingen    in der Kammer 14 für die Hülle.  



  Verwendet man eine     Zelluloselösung    mit       Koabgulierung    als Imprägnierstoff, dann wird  die Schnur 12 nach dem Verlassen der Kam  mer 14 durch Rollen 18 und 18a     (F'ig.        ä)     durch ein Bad 19 mit einer entsprechenden       Koagulierflüssigkeit,        etwa    Schwefelsäure  oder schwefelsaures Natrium, hindurch  geführt und von dort durch die Trocken  kammer 16 der Spule 17 zugeleitet.  



  Anstatt der mehrfachen     Schlaufenfüh-          rung    kann auch eine     Führung    verwendet  werden, welche dem     Grundsatze    folgt, dass  die Spannung in einem Faden sich entspre  chend dem Druck     ändert,    der zwischen zwei       entgegengesetzt    liegenden Flächen des Fa  dens ausgeübt wird.  



  In     Fig.    6a und 6b sind zwei weitere       Ausführungsformen    von     Spannvorrichtungen     dargestellt.  



  Nach der     Fig.    6a läuft der Faden von  den Spulen zwischen zwei mit Filz 4e be  legten Scheiben     4d    durch, wobei diese durch  verstellbare Federn 4f auf den auf den Fa  den auszuübenden Druck eingestellt werden  können. Diese     Federn    werden     durch        Muttern     49 geregelt oder auch durch ein kreisförmi  ges Stück mit schiefer Fläche, mit dem  man die Federn bis zu der gewünschten  Spannung anziehen kann. Diese letztere An  ordnung ist aber in der beiliegenden Zeich  nung nicht dargestellt.  



  Bei der Ausführung nach     Fig.    6b sind  anstatt der Scheiben Rollen 411 angeordnet,  zwischen denen die     Fäden    auf ihrem Weg  nach dem Imprägnierbad 8 durchlaufen.  Der durch diese Rollen auf den Faden aus  geübte Druck ist durch geeignete     Mittel    ver  änderbar, wie etwa durch verstellbare, nicht  gezeichnete Federn.

        Soll eine zusammengesetzte Schnur her  gestellt werden, das heisst eine Schnur mit       mittlerer    Seele aus irgend einem geeigneten  Stoff und mit einer oder mehreren Schich  ten aus Fasern oder feinen Fäden, dann  müssen eine entsprechende Zahl Vorrichtun  gen vorgesehen sein, die aus dem     Spulrahmen,     dem Imprägnierbad, der     Zwirnvorrichtung,     der Kammer für die Hülle und, wenn nötig,  der     Koa.gulierkammer    bestehen. In der     Fig.    2  ist diese Ausführungsform dargestellt, die  die Herstellung einer zusammengesetzten  Schnur mit einer mittleren Seele 12a und  einer Hülle 12 zeigt, die beide auf die oben  dargestellte     Art    hergestellt sind.  



  Eine als Führung dienende Röhre     1?u     ist über der Zwirnvorrichtung der untern  Einrichtung angeordnet.     Besteht    die Seele  aus anderem Stoff als die Fasern oder feinen  verzwirnten Fäden, so kann die obere     Vor-          i-ichtung    weggelassen werden, und die Seele  wird unmittelbar vor ihrer Spule abgezogen.  



  Wenn auch mit den oben beschriebenen  Ausführungsformen der Vorrichtung die  Schnüre in einem fortlaufenden Arbeits  gang aus den Fäden bis zum Enderzeugnis  hergestellt werden, so kann man natürlich  den einen oder den andern Arbeitsvorgang,  zum Beispiel die     Vulkanisierung    oder die       Koagulierung,    getrennt vornehmen.  



  -Will man mit der Vorrichtung zum Bei  spiel eine Schnur nach Art der     Grandrelle     Cord herstellen, bei der einer der Fäden eine  andere Farbe als die übrigen hat, so muss  man Vorsorge dafür treffen, dass dieser Fa  den immer an der Aussenseite der Schnur  gehalten wird.  



  Bei der beschriebenen Vorrichtung wird  dies dadurch erreicht, dass die     Spannung    in  allen Fäden mit Ausnahme des gefärbten  erhöht wird, wobei die Anordnung derart  sein kann, dass die Spannung einer Schnur  sich erhöht, wenn diese abgebogen wird.

Claims (1)

  1. PATENTANSPR'0'CHE I. Verfahren zur Herstellung von Schnüren als Ersatz für Darmsaiten, dadurch ge kennzeichnet, dass Fäden aus einem Fa- serstoff, die von einem Spulrahmen ab laufen, durch ein Imprägnierbad geleitet und in einer Zwirnvorrichtung zu einer Schnur verflochten werden, worauf diese mit einer Hülle versehen, in einen trocken festen Zustand übergeführt und schliess lich auf einer Spule aufgewickelt wird.
    II. Vorrichtung zur Herstellung von Schnü ren, gekennzeichnet durch einen Spul rahmen, einen Behälter mit Imprägnier- lösung, eine Zwirnvorrichtung, eine Vor richtung zur Erzeugung der äussern Hülle, eine Einrichtung zur Überfüh rung der Schnüre in einen trockenfesten Zustand und eine Aufwiekelspule. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch 1, da durch gekennzeichnet, dass die Über führung der Schnüre in den trocken festen Zustand durch Vulkanisieren er folgt. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die Schnüre vor dem Aufwickeln durch ein koagulie- rendes Bad geführt werden. 3. Verfahren nach Patentanspruch 1, da durch gekennzeichnet, dass die Fäden um eine Seele (12a) verflochten werden. 4. Verfahren nach Unteranspruch 3, da durch gekennzeichnet, dass als Seele eine geflochtene, imprägnierte Schnur ver wendet wird. 5.
    Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die Schnur in einem Bad von bestimmter Lösung mit der äussern Hülle umgeben wird, wobei dieses Bad (14) hinter der Zwirnvorrich- tung angeordnet ist. 6. Verfahren nach Unteranspruch 5, da durch gekennzeichnet, dass das Bad zum Herstellen der äussern Hülle aus viskoser Zellulose besteht. 7. Verfahren nach Unteransprüchen 2 und 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Schnur nach dem Zellulosebad (14) durch das koagulierende Bad (19) ge führt wird. B. Verfahren nach Unteranspruch 7, da durch gekennzeichnet, dass das koagulie- rende Bad aus Schwefelsäure besteht. 9.
    Verfahren nach Unteranspruch 7, da durch gekennzeichnet, dass das koagulie rende Bad aus Natriumsulfat besteht. 10. Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass unter der Platte (3a) des Spulrahmens (3, 5) ein Imprägnierbad (8) angeordnet ist, an dessen Boden eine geschlitzte Platte (9) mit konischem Ansatz (9b) angebracht ist, durch den die Fäden (1) erst in einem bestimmten Abstand von den Durchtrittsöffnungen (9a) verdreht wer den können.
    11. Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die Schnur (12) durch Zwingen (15, 15a) durch das Bad zum Herstellen der äussern Hülle gezogen wird. 12. Vorrichtung nach Patentanspruch -1I, dadurch gekennzeichnet, dass eine Vul- kanisier- oder Trockenkammer (16) an geordnet ist, die auch als Kühlkammer, je nachdem heisse Luft, Dampf oder kaltes Wasser durchgeleitet wird, ver wendbar ist.
CH128960D 1926-07-07 1927-04-06 Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Schnüren als Ersatz für Darmsaiten. CH128960A (de)

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