CH129008A - Verfahren zur Herstellung poröser Kunstmassen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung poröser Kunstmassen.

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Description


  Verfahren zur Herstellung poröser Kunstmassen.    Die bisher bekannt gewordenen Verfahren  zur Herstellung von     Kondensationsprodukten     durch Einwirkung von Formaldehyd auf       Karbamide    zielen vor allem auf die Gewin  nung einer dichten, glasartigen Kunstmasse  ab. Der Prozess verläuft in drei Stufen. Die  erste Stufe liefert ein mehr oder minder zäh  flüssiges harzartiges Kondensationsprodukt.  Diese viskose Harzmasse wird sodann in der  zweiten Stufe zu hochviskosen Massen ein  geengt, die in einem gegebenen Zeitpunkte,  unter     Einschluss    des noch vorhandenen Was  sers, gelatinieren.

   In der dritten     Stufe-vollzieht     sich die Vertreibung des restlichen Wassers  aus der entstandenen Gallerte     bis.zur        Bildung     der harten Endprodukte. Das Bestreben war  bisher darauf gerichtet, vor der     Gelatinierung     die Entfernung des Wassers möglichst weit       zu    treiben, weil nur in dieser Weise bei der  Härtung dichte glasklare Kunstmassen er  halten werden können.

   Um ungefähr eine Vor  stellung von den hierbei herrschenden Kon  zentrationsverhältnissen zu geben, sei er  wähnt, dass zwecks Herstellung glasklarer  Gallerten in     1000em'    der zur     Gelatinierung    ge-    langenden Harzmasse     mindestens    500     gr    des  als Ausgangsprodukt eingebrachten Harn  stoffes enthalten sein müssen.  



  Die vorgenannten Kondensationsreaktionen  bieten aber auch die Möglichkeit zur Her  stellung poröser,     meerschaumartiger    Produkte,  die imstande sind, grössere Mengen an Wasser  aufzusaugen, ohne mit diesem     quellbar    zu  sein. Bisher konnten solche Produkte nur  nach dem Verfahren des D.     R.    P. Nr. 412 614  hergestellt werden.

   Nach diesem Verfahren  wird Harnstoff und Formaldehyd in Gegen  wart von Säure unter bestimmten Mengen  verhältnissen zur Einwirkung gebracht, und  zwar werden auf Harnstoff bezogen, höch  stens 120 % Formaldehyd und mindestens 3     %     Säure verwendet; also einerseits     wesentlich     geringere     Formaldehydmengen    und anderseits  wesentlich höhere Säuremengen als für die  Herstellung der dichten, glasklaren Produkte  erforderlich ist.

   Diese Masse wird bis zum  Aufschäumen erhitzt und erstarrt infolge der  zugesetzten grossen Säuremenge unmittelbar  nach     demEingiessen    in     dieFormen.    Sowohl das  Verfahren selbst, als auch die nach diesem      Verfahren hergestellten     meerschaumartigen     Produkte besitzen eine Reihe schwerer Übel  stände. Man ist nämlich bei diesem Verfahren  unbedingt an die     vorangeführte    Zusammen  setzung der     Anfangskondensationslösung,    so  wie an die Verwendung grosser Säuremengen  gebunden, und eine derartige Verfahrens  weise führt zu Kondensationsprodukten, deren  Festigkeit und Homogenität sehr     bering    ist.

    Bei dem erforderlichen Mengenverhältnis von  Harnstoff zu Formaldehyd, sowie bei der er  forderlichen grossen Säuremenge bildet sich  nämlich aus dem Harnstoff zum grössten Teil  ein weisser, kristallinischer Niederschlag (Mo  nomethylolharnstoff), der zwar im vorliegen  den Falle für die Bildung des milchig weissen,  porösen Endproduktes erforderlich ist, der  aber zufolge seiner kristallinischen Eigen  schaften die Festigkeit des Endproduktes  stark beeinträchtigt.

   Das durch die Anwesen  heit grosser Säuremengen verursachte     'rasche     Erstarren der zum Schäumen erhitzten Masse  bildet einen weiteren Grund für die man  gelnde     Homogenität    und Festigkeit, da be  kanntlich nur eine allmähliche     Gelatinierung     und langsame Härtung zu spannungsfreien  Massen von homogener Struktur führt. Hin  gegen verhindert bei dem Verfahren des vor  angeführten Patentes die Anwesenheit der  verhältnismässig grossen Säuremenge über  haupt die Bildung von homogenen Gallerten  und führt nur zur Bildung eines aus der Lö  sung ausfallenden, teilweise kolloidalen Nie  derschlages.

   Das Kondensationsprodukt schei  det sich also als Niederschlag vom     Disper-          sionsmittel    ab und geht rasch in das gehärtete  Stadium über. Überdies führt das Erstarren  lassen der schäumenden Masse zu Blasen  bildungen im Endprodukt.  



  Es wurde nun gefunden, dass es möglich  ist, .aus jedem zur Herstellung glasklarer  Kunstmassen dienenden     solartigen    Anfangs  kondensationsprodukt vollständig homogene  poröse Massen zu erzielen, wenn man ein  derartiges     Sol    mit einem     Dispersionsmittel-          gehalt    von etwa.

   60 bis 65 % unter     Einschluss     des vorhandenen     Dispersionsmittels    zur     Gela-          tinierung    bringt und die     Gallerte    unter mög-         lichster    Vermeidung des     Austrittes    von Dis  persionsmittel soweit erhärten lässt, dass bei  der nachfolgenden Austreibung des     Disper-          sionsmittels    unter Anwendung höherer Tem  peraturen keine     Volumverminderung    der  Masse eintritt.  



  Durch das neue     7eerfahren    wird man also  unabhängig von bestimmten Ausgangsver  hältnissen im     solartigen        Anfangskondensa.-          tionsprodukt    und kann daher jene Lösungen  wählen, die zu mechanisch festen, homogenen  Endprodukten führen. Da man bei dem neuen  Verfahren auch nicht genötigt ist, grössere  Säuremengen als Kondensationsmittel zu ver  wenden, kann die     Gelatinierung    so geführt  werden, dass bei der Härtung vollständig  spannungsfreie, gleichmässige Endprodukte  entstehen, die die gleichen Beanspruchungen  wie die dichten, glasartigen Produkte aus  halten.

   Hierzu kommt noch, dass man es bei  dem vorliegenden Verfahren in der Hand hat,  durch Änderung der Reaktionsbedingungen  jede gewünschte     Porengrösse    zu erzielen.  



       Währenä    also bei dem Verfahren des vor  erwähnten Patentes die Masse selbst weiss ge  färbt ist, bestehen die Produkte gemäss der  vorliegenden Erfindung aus an sich glas  klaren Massen, und die Weissfärbung wird  ausschliesslich durch die     Porosität    des Ma  terials herbeigeführt.  



  Das Verfahren wird in der Weise aus  geführt, dass man eine geeignete, entspre  chend verdünnte Lösung des     Anfangskonden-          sationsproduktes    gelatinieren lässt. Man darf  also die Entfernung des Wassers oder son  stiger     Dispersionsmittel    aus der Kondensa  tionslösung vor der     Gelatinierung    nicht so  weit treiben, dass durch die     Gelatinierung    ein       dichtesGallertgerüstentsteht,    welches bei der  Härtung porenfreie, glasartige Massen liefert.

    Die     Gelatinierung    selbst muss so vor sich ge  hen, dass die ganze Masse unter     Einschluss    des  vorhandenen     Dispersionsmittels    erstarrt. Dies  bietet weiter keine     Schwierigkeiten,    da man  nur dafür Sorge zu tragen braucht, dass nicht  zuviel Säure in der Kondensationslösung an  wesend ist und die     Gelatinierung    nicht bei      allzu hohen Temperaturen vor sich geht. An  dernfalls würden grössere Säuremengen und  hohe Temperaturen ein Ausflocken der Harz  ma3se aus der Lösung herbeiführen, das heisst,  das Harz würde als Niederschlag aus der Lö  sung ausfallen.  



  Allerdings besteht bei der verhältnismässig  grossen Verdünnung des     solartigen    Anfangs  kondensationsproduktes an sich schon eine  gewisse Gefahr der     Ausflockung.    Es ist be  kannt, dass bei verdünnten kolloidalen Lö  sungen das Kolloid leicht geneigt ist, sich       als    Niederschlag aus der Lösung abzu  scheiden. Es hat sich daher als zweckmässig  erwiesen, die     Gelatinierung    der verdünnten  Lösung bis zu einem gewissen Masse zu be  schleunigen. Dies geschieht in der Weise, dass  man der     dispersionsmittelreichen    Lösung     ge-          latinierungsbefördernde    Mittel, wie Säuren,  oder säureabspaltende Stoffe zusetzt.

   Die  Menge der zugesetzten Säuren oder säureab  spaltenden Stoffe wird natürlich nicht so  gross gewählt, dass eine     Ausflockung    des  Harzes aus der Lösung herbeigeführt wird.  



  Die durch     Gelatinierung    der     dispersio_is-          mittelreichen    Lösung erhaltene Gallerte be  sitzt ein sehr lockeres Gefüge, ist aber voll  ständig homogen. Würde man sofort aus der  frisch gebildeten Gallerte das Wasser durch  Erhitzen austreiben, so würde das lockere       Gelgerüst    zusammenfallen, die Gallerte würde  zusammenschrumpfen, dichter werden und  schliesslich würde das endgehärtete Produkt  wieder ein porenloses, glasartiges Gefüge  aufweisen.

   Wird jedoch erfindungsgemäss die  Gallerte unter     möglichster    Vermeidung des  Austrittes an     Dispersionsmitteln    soweit er  härten gelassen, bis das lockere     Gelgerüst          fest    geworden ist, so kann nunmehr die wei  tere     H .rtuiig    bei gleichzeitiger Austreibung  des     Dispersionsmittels    auch bei hohen Tem  peraturen vorgenommen werden, ohne dass  eine     Volumsverminderung    der Masse ein  tritt.

   Das Volumen des lockeren     Gelgerüstes     bleibt in diesem Falle erhalten, die     blasse     wird im Verlaufe der Härtung immer fester  und fester, und das austretende Dispersions-    mittel hinterlässt in der lasse vollständig  gleichmässige Poren.  



  Auch die Erhärtung der lockeren Gallerte  unter     möglichster    Vermeidung des Austrittes  von     Dispersionsmitteln    bietet keine Schwie  rigkeiten. Wird die     dispersionsmittelreiche     Kondensationslösung in Formen mit nicht  allzu grosser freier Oberfläche gelatinieren  gelassen und die Gallerte in diesen Formen  bei niederen Temperaturen stehen gelassen,  so treten keine nennenswerten     Dispersions-          mittelmengen    aus dem Innern der Masse  durch die freie Oberfläche aus, und die  Gallerte wird im Laufe der Zeit so fest, dass  sie nunmehr aus der Form herausgenommen  und höheren Temperaturen ausgesetzt wer  den kann, ohne an Volumen zu verlieren, das  heisst ohne zu schrumpfen.

   Hierbei vollzieht  sich     in.    bekannter Weise der Austritt des       Dispersionsmittels    unter Erreichung des  letzten endgehärteten Stadiums.  



  Es hat sich gezeigt, dass es zweckmässig ist,  die     Gelatinierung    der     dispersionsmittelreichen     Kondensationslösung und die Erhärtung der  Gallerte unter Vermeidung des Austrittes an       Dispersionsmittel    durch Einhaltung erhöhter  Temperaturen zu beschleunigen.

   Wie aus dem  Vorstehenden verständlich wird, dürfen diese  Temperaturen eine obere Grenze nicht über  schreiten, da sonst einerseits zu Beginn der       Gelatinierung    die Gefahr besteht, dass Teile  der Harzmasse aus der Lösung ausflocken,  während anderseits nach der     Gelatinieriing     bei zu hohen Temperaturen zu viel     Disper-          sionsmittel    aus der noch nicht erhärteten  lasse austreten und eine Schrumpfung her  beiführen würde.  



  Die Gefahr der Schrumpfung durch vor  zeitigen Wasseraustritt kann erfindungs  gemäss zur Gänze beseitigt werden, wenn die  Austreibung des     Dispersionsmittels    aus der  erhärteten Gallerte vorerst so lange bei Tem  peraturen unter 30   C vorgenommen wird,  bis die Hauptmenge des Wassers abgegeben  ist, worauf die weitere Erhärtung bei hohen  Temperaturen in üblicher Weise bis zur Er  reichung des letzten endgehärteten Stadiums  erfolgt.

        Durch die vorstehend beschriebenen     Ver-          fahrungsweisen    gelingt es, die bei den glas  klaren Massen kaum mit den feinsten Hilfs  mitteln wahrnehmbaren, das heisst weit unter  halb 0,3     ,,c    liegenden     Interstitionsräume    der  art zu vergrössern, dass die Masse die glas  klare     Durchsichtigkeit    verliert. Die derart ge  bildeten Hohlräume sind nicht etwa mit  freiem Auge sichtbar, da ihre Grössenanord  nung ungefähr zwischen 0,4     i4    und     4,u    liegt.  Erreicht die Grösse der Hohlräume die Wel  lenlänge des Lichtes, so erscheint das erhal  tene Produkt opaleszierend.

   Bei weiterer Ver  grösserung der Hohlräume erscheint das Pro  dukt in     immmer    stärkerem Masse trübe, bis  es schliesslich, sobald die Grösse der Hohl  räume     1,u    übersteigt, ein schneeweisses Aus  sehen erhält. Die Grösse der Hohlräume ist  auf Grund des vorliegenden Verfahrens will  kürlich regelbar.  



  Das Verfahren liefert eine ganze Anzahl  verschiedenartiger Kunstmassen, deren     Gal-          lertgerüst    stets aus den gleichen chemischen  Komplexen besteht, obwohl sie in ihrem       Aussern    sehr beträchtlich voneinander ab  weichen. Diese Kunstmassen sind samt und  sonders als     Drechslerstoff    verwendbar. Da die  in ihnen enthaltenen Hohlräume äusserlich  nicht sichtbar sind, sind sie hochglänzend po  lierbar. Sie ähneln zum Teil dem Meerschaum,  zum Teil den     Casein-Formaldehydverbin-          dungen    oder auch dem Opal. Allen diesen  neuartigen Massen ist gemeinsam, dass ihr  hartes     Gallertgerüst    weniger dicht ist als das  der durchsichtigen Massen.

   Sie unterscheiden  sich untereinander nur durch die Hohlraum  struktur.    <I>Ausführungsbeispiele:</I>    1. Gemäss dem Verfahren des     schweiz.     Patentes Nr.<B>111790</B> werden aus 75 Gewichts  teilen     Karbamid    und 200 Gewichtsteilen For  maldehyd etwa 275 Gewichtsteile eines     Ily-          drophilen    Kondensationsproduktes hergestellt.  Man fügt hierauf im Sinne des     schweiz.     Patentes     Nr.    104339 soviel eines formal  dehydbindenden Mittels zu, als dem vorhan  denen freien Formaldehyd entspricht und    trägt dann 1 Gewichtsteil konzentrierte Amei  sensäure ein.

   Nach gründlicher Mischung  wird das Kondensationsprodukt, das in 1000  <B>cm'</B> 300     gr        Karbamid    enthält, einige Zeit bei  Zimmertemperatur belassen, damit die Blasen  aufsteigen können und hierauf auf 40   C  gebracht. Nach etwa 8 bis 10 Stunden er  starrt die anfänglich     wasserklare,    voll  kommen blasenfreie Lösung zu einer mil  chigen Gallerte, deren Trübung immer stär  ker wird. Nach 1 bis 2 Tagen wird die  weisse, bereits erhärtete Gallerte aus der  Form herausgehoben, nötigenfalls zerteilt  und hierauf solange bei einer Temperatur  unterhalb 30   C gehalten, bis sie die Haupt  menge des Wassers abgegeben hat, worauf  in üblicher     Weise    bei hohen Temperaturen  zu Ende gehärtet wird.

   Da das lockere Gel  gerüst bereits vorher eine genügende Festig  keit erlangt hat, findet hierbei keine     Vo-          lumsverminderung    mehr statt, und es ergibt  sich daher als Endprodukt eine schneeweisse,       meerschaumartige    Kunstmasse mit voll  ständig gleichmässiger Porengrösse.  



  ?. Anstatt die     Gelatinierung    und Er  härtung der aus 75 Gewichtsteiler     Karbamid     und 200 Gewichtsteilen Formaldehyd herge  stellten Harzmasse, wie in Beispiel 1, durch 1  Gewichtsteil konzentrierter Ameisensäure bei  40   C vor sich gehen zu lassen, kann man  dieselbe Menge und dasselbe Volumen der  Harzmasse mit Hilfe von 0,1 Gewichtsteilen  Ameisensäure bei 70   C gelatinieren und er  härten lassen.     Naeh    ein bis zwei Tagen wird  die schneeweiss     eGallerte    aus der Form gehoben  und, wie in Beispiel 1 angegeben, weiter be  handelt.  



  3. Vertreibt     nian    im Vakuum aus den  275 Gewichtsteilen des flüssigen     Kondeil-          sationsproduktes    10 % Wasser (wodurch die       Konzentration    des Harzes derart steigt, dass  in etwa 1000 cm' des Harzes 357     g:        Kar-          bamid    enthalten sind und führt die     Gela-          tinierung    und Härtung genau nach Aus  führungsbeispiel 1 oder 2 durch, so gelangt  man zu etwas dichteren Materialien, die nicht  mehr die vollkommene     Wv        eisstrübung    der      nach Ausführungsbeispiel 1 erhältlichen Pro  dukte besitzen.  



       Destilliert    man noch mehr Flüssigkeit ab,  so dass die Konzentration noch erhöht wird,  so erhält man vollständig gleichmässige     opa-          leszierende.Produkte.     



  4. Statt von einem     hydrophilen    Konden  sationsprodukt kann auch von dem nach dem  Verfahren des     schweiz.    Patentes Nr. 111790  oder Nr. h22601     herstellbaren        hydrophoben          Kondensationsprodukt    aus Harnstoff und  Formaldehyd ausgegangen werden. In die  sem Falle muss der Harzmasse vor der     Ge-          latinierung    eine gewisse Menge     Disper-          sionsmittel    zugesetzt werden. Zu diesem  Zwecke     vermischt    man 100 Gewichtsteile       hydrophobes    Harz zum Beispiel mit 30 Ge  wichtsteilen Alkohol.

   Nach Zufügung von  0,5 Gewichtsteilen Phosphorsäure wird die  Masse innig gemischt, in eine Form ge  gossen und bei<B>50'C</B> gelatinieren gelassen.  Nach     24-stündigem        Verweilen    bei dieser  Temperatur wird die erhärtete Gallerte aus  der Form genommen und bei einer     2,0'C     nicht übersteigenden Temperatur sich selbst  überlassen. Nachdem die Hauptmenge des  Alkohols und Wassers verdunstet ist, kann  die Masse bei jeder beliebigen Temperatur  zu Ende gehärtet werden.  



  All diesen Massen können während der  Herstellung     bezw.    dank ihrer     Porosität    auch  nach der Herstellung die mannigfachsten orga  nischen oderanorganischen, flüssigen oder fe  sten, dichten oder faserigen Materialien ein  verleibt werden, die die Qualität der End  produkte in geeigneter Weise zu beeinflus  sen vermögen.  



  An Stelle von Säuren kann jeder die     Ge-          latinierung    bewirkende Hilfsstoff, wie bei  spielsweise saure Salze,     Ammonsalze,    Neu  tralsalze starker Säuren mit starken Basen,       Eiweissfällungsmittel    und dergleichen der  Harzmasse     zugesetzt    oder in der Masse zur  Entstehung gebracht werden.  



  Die Produkte des vorliegenden Verfah  rens besitzen je nach dem Grade der Weiss-         trübung    entsprechend ihrer     Hohlraumstruk-          tur    ein geringeres oder grösseres scheinbares  spezifisches Gewicht, das zwischen 0,8 bis  1,1 liegt. Die so erhaltenen Kunstmassen  lassen sich ausgezeichnet mechanisch bear  beiten, das heisst feilen, bohren, fräsen und  polieren. Sie besitzen je nach ihrer Hohl  raumstruktur ein grösseres oder geringeres  Vermögen zur Aufnahme von Flüssigkeiten,  die bei den porösesten Produkten den Be  trag von 75 % des eigenen Gewichtes er  reichen kann.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung homogen po röser, meerschaumartiger Kunstmassen, da durch gekennzeichnet, dass man ein sol- artiges Anfangskondensationsprodukt aus Karbamid und Formaldehyd mit einem Dis persionsmittelgehalt von etwa 60 bis 65 unter Einschluss des vorhandenen Disper- sionsmittels zur Gelatinierung bringt und die Gallerte unter möglichster Vermeidung des Austrittes von Dispersionsmittel soweit er härten lässt,
    dass bei der nachfolgenden Aus treibung des Dispersionsmittels durch An wendung erhöhter Temperaturen keine Vo- lumsverminderung der Masse vor sich geht. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass dem solartigen An fangskondensationsprodukt gelatinierungs- befördernde Mittel in so geringen Mengen zugesetzt werden, dass keine Ausflockung des Kondensationsproduktes aus der Lö sung erfolgt. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Gelatinierung des solartigen Anfangskondensationsproduktes und die Erhärtung der Gallerte unter Vermeidung des Austrittes an Disper- sionsmittel durch Einhaltung erhöhter Temperatur beschleunigt werden. 3.
    Verfahren nach dem Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Austrei- bung des bispersionsmittels aus der er härteten Gallerte vorerst solange bei Tem peraturen unter 30 C vorgenommen wird, bis die Hauptmenge des Wassers abge- geben ist, worauf die weitere Härtung bei hohen Temperaturen erfolgt.
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