Verfahren zur Gewinnung eines die Wirkungen von Keimdrüsenhormonen aufweisenden Produktes. Es wurde die wertvolle Beobachtung gemacht, dass pflanzliche Materialien ,(im Sinne des Syllabus von Engler) Produkte enthalten, die an normalen, wie an kastrier ten Tieren dieselben zyklischen, wie auch Wachstumsveränderungen des Genitalsystems auszulösen vermögen wie aus tierischen Keimdrüsen, Plazenten usw.
hergestellte Ex trakte, Destillate und Presssäfte. Zur Ge winnung eines solchen, die Wirkungen von Keimdrüsenhormonen aufweisenden Produk tes aus pflanzlichen Materialien werden nach dem Verfahren gemäss der vorliegenden Er findung den pflanzlichen Materialien die lipoidlöslichen Anteile durch Behandlung mit organischen Lösungsmitteln entzogen, hierauf in dem so gewonnenen Rohextrakt die Fette und Sterinester, wie Cholesterin usw., verseift und aus dem nicht verseiften Anteil das Gemisch der sexualhormonartigen Stoffe isoliert.
Das nach dem vorliegenden Verfahren erhaltene Produkt soll zur Ver abreichung an Menschen und Tiere, zum Bei- spiel durch Injektion, verwendet werden, um Wirkungen zu erzielen, welche den aus tierischen Keimdrüsen gewonnenen Hormo nen zukommen.
Beispiel <I>1:</I> 5 kg Rhabarberpflanze werden nach Zer kleinerung mit 10 kg Alkohol (Äthyl- oder Methylalkohol) versetzt und extrahiert. Nach Filtration wird die erhaltene Lösung konzentriert und erneut mit Alkohol gefällt. Nach nochmaliger Wiederholung dieser Pro zedur wird zur Trockne verdampft und der Rückstand mit Äther extrahiert. Der erhal tene Extrakt wird dann, wie weiter unten angegeben, weiter verarbeitet.
<I>Beispiel 2:</I> 5 kg Maiblumeneiskeime (das sind Keime, die sich an den zum Beispiel in den Kühl hallen aufbewahrten Maiblumenknollen bil den) werden zerkleinert und im Luftbade ge trocknet. Der Trockenrückstand wird im Soxleth mit Äther extrahiert und der Rück- stand der ätherischen Lösung, wie weiter unten angegeben, weiter verarbeitet.
Beispiel <I>3:</I> 5 kg Kartoffeln werden wie in Beispiel .22 behandelt.
<I>Beispiel</I> I: 3 kg Äpfel werden wie nach Beispiel 1 behandelt.
Beispiel <I>5:</I> Das Fruchtfleisch von 1 kg Kircclien wird wie nach Beispiel 1 behandelt. <I>Beispiel 6</I> 1 kg gut zerkleinerte Petersilienwurzel wird mit der gleichen Menge Methylalkohol bei zirka. 50 während zwei Stunden durch- gerühit, die Lösung filtriert und einge dampft. Der Rückstand wird mit Wasser aufgenommen und die wässerige Lösung mit Äther extrahiert.
<I>Beispiel</I> ' 1 kg der nachdem Verfahren von Buch- ner und Gruber gewonnenen eiweissfreien Hefeextraktivstoffe wird mit 1 kg Äther be handelt, die ätherische Lösung verdunstet. der Rückstand mit 200 cm Aceton auf genommen und nach dem Verdunsten des Acetons der Rückstand mit Äther auf genommen.
Man kann auch so verfahren, dass man zu 500 -r feuchter Hefe die gleiche Menge Wasser hinzufügt und die ganze Masse ab presst. Der Presssaft wird mit Äther behan delt und der ätherische Rückstand nach mehr maliger Aufnahme mit Äther und Aceton gereinigt.
Die nach vorstehenden Beispielen 1 bis 7 gewonnenen Rohextrakte, die nach biologi schem Test in bezug auf ihre Wirkungen den aus tierischen Keimdrüsen erhältlichen, Hormone enthaltenden Produkten gleichzu setzen sind, werden zwecks weiterer Reini gung und Anreicherung der wirksamen Bestandteile nach einer der zur Reinigung von Extrakten aus tierischen Keimdrüsen üblichen Methoden behandelt.
Die Grund- züge dieser Reinigung bestehen in der Ent fernung der Fette und Lipoide durch V er- seifung, am besten durch saure oder aIka- lische Hydrolyse oder Behandlung mit a.l- halischen Erden oder -.Metalloxyden. Dabei bleiben die wirksamen Bestandteile in dem unverseifbaren Anteil und können daraus zwecks weiterer Anreicherung mit organi schen Lösungsmitteln extrahiert werden.
Der Rohextrakt kann wie folgt verarbeitet werden: 3 kg Rohöl werden mit Methylalkohol uf enommen, vom Ungelösten wird ab- i it <B>9</B> filtriert und der Methylalkohol verdampft; es bleibt ein Rückstand von 1,7 kg. Dieser Rückstand wird mit der fünffachen Menge alkoholischen Kalis verseift. Vom Ungelösten wird abgetrennt und der Methylalkohol ab destilliert; der verbleibende Rückstand wird in Wasser aufgenommen und die wässerige Lösung mit Äther ausgeschüttelt. Nach Ver dampfen des Äthers bleiben die wirksamen Stoffe als öliges Produkt zurück.
Statt fixen Alkalis können ebensogut Erdalkalien oder Metalloxyde zum Verseifen verwendet werden; auch kann statt der Auf nahme in Wasser und der nachfolgenden Ausätherung die Seife an indifferente Binde mittel gebunden und mit einem die Seifen schwer lösenden organischen Lösungsmittel extrahiert werden.
Das so erhältliche Produkt stellt ein<B>01</B> dar, das in den meisten organischen Lösungs mitteln leicht löslich ist, koehbeständig, so wie alkali- und säurefest ist. Durch Behand lung mit trockenen Erdalkalien und nach folgender Aufnahme mit Wasser gehen die wirksamen Anteile in reichem Masse in das Wasser über.
Die nach den verschiedenen Beispielen gewonnenen Endprodukte sind einander gleich.