Vorrichtung zum Aufgleisen von Eisenbahnfahrzeugen. Eisenbahnfahrzeuge werden in der Weise aufgegleist, dass sie durch Hebeböcke ange hoben, auf quer zu den Schienen verlegte Verschiebebrücken abgesetzt und bis über die Schienenspur seitlich verschoben werden, worauf nach nochmaligem Anheben des Fahrzeuges die Brücken entfernt werden und das Fahrzeug auf die Schienen gesenkt wird. Neben rein mechanischen Vorrichtungen hat man hierfür auch schon mit Druckwasser oder Druckluft betriebene Vorrichtungen be- nutzt, die durch Handpumpen oder durch die Druckluftanlage des aufzugleisenden Fahr zeuges gespeist wurden.
Bei den verfügbaren geringen Drücken müssen zwecks Erzielung ausreichender Kräfte die Druckzylinder einen grossen Durchmesser erhalten, wodurch die Hebe- und Verschiebevorrichtungen unhand lich und schwer ausfallen, so dass sie nur mit grossem Aufwand von Zeit und Kraft an die Arbeitsstelle gebracht werden können.
Der Erfindungsgegenstand besteht in einer Vorrichtung zum Aufgleisen von Eisen bahnfahrzeugen, mit welcher dieser Nachteil umgangen wird. Diese Vorrichtung ist ge- kennzeichnet durch einen von im Fahrzeug verfügbaren Druckmittel angetriebenen Druckumsetzer und durch mindestens ein Hebeorgan und ein Verschiebeorgan, welche durch die vom Druckumsetzer in einer Flüs sigkeit erzeugten höheren Drücke als die im Fahrzeug verfügbaren betätigt werden.
Der Erfindungsgegenstand ist in der Zeich nung beispielsweise veranschaulicht.
Fig. 1 und Fig. 2 zeigen zwei Stadien des Aufgleisens einer Lokomotive in Seiten ansicht; die Fig. 3 und 4 sind je eine Hinter- und eine Vorderansicht des Fahrzeuges beim Aufgleisen; Fig. 5 ist ein Achsialschnitt durch den in eine Schienenbrücke einge bauten Druckzylinder; Fig.6 ist ein senk rechter Schnitt durch die Vorrichtung nach Fig. 5; Fig. 7 ist eine Vorder- und Fig. 8 eine Seitenansicht eines Rollbockes;
Fig. 9 ist eine Seitenansicht und Fig. 10 ein Grundriss des Druckumsetzers; Fig. 11 ist ein senkrechter Mittelschnitt durch den Druckumsetzer nach Fig. 9 und 10. Zum Aufgleisen werden die Hebeböcke 1 und 2 am vordern und hintern Ende der Lokomotive 3 angesetzt, die soweit gehoben wird, bis die Gleisbrücke 4 unterhalb der Räder quer über die Schienen geschoben wer den kann.
Die Lokomotive kann, wie in Fig. 1, 2 und 3 gezeigt, unmittelbar auf die Gleisbrücke 4 abgesetzt und durch einen Druckzylinder 5 mit Druckkolben 6 (vergl. Fig. 3), der sich gegen ein Widerlager 7 der Gleisbrücke abstützt, seitlich verschoben werden. Das Fahrzeug kann aber auch ge mäss Fig. 2 (vorn) und Fig. 4 mittelst eines auf einen Rollbock 8 montierten Hebebockes 2 über die Gleisspur gebracht werden. Hier zu dient bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 eine Brücke 4 mit eingebautem Druck zylinder gemäss Fig. 5 und 6.
Der Kolben 9 ist mit einer Bohrung 10 versehen, durch die die durch das Rohr 11 zugeführte Druckflüssigkeit in den Zylinder 12 eintreten kann. Der auf dem ruhenden Kolben gleitende Zylinder ist mittelst eines Querhauptes 12' zwischen den Schienen der Brücke 4 geführt, die zwischen Kopf und Fuss entsprechende Gleitbahnen 4' trägt. Der Zylinder ist mit einem Lasthaken 13 ver sehen, der durch ein Zugorgan 14 (Fig.4) mit dem Rollbock 8 verbunden werden kann, um ihn seitlich fortzuziehen.
Bei der Seitenverschiebung können die Räder auch je auf einen kleinen Rollbock gemäss Fig. 7 und 8 abgesetzt werden. Die Brücke zur Aufnahme des Rollbocks besteht aus den Schienen<B>15,</B> die unter Einsehaltun eines Distanzstückes 16 durch Schraubep 17 zusammengehalten werden. Auf den Rollen 18 ruht: der Tragrahmen 19, der zur sicheren Lagerung des Fahrzeuges dem Radkranz profil entsprechend bei 2.0 ausgeschnitten ist.
Das Druckmittel für die Hebe- und Ver- schiebevorrichtungenwirdvon einem tragbaren Druckumsetzer geliefert. Dieser besteht aus dem doppelt wirkenden. Arbeitszylinder 21, dem das Treibmittel in Form von Druckluft aus der Druckluftanlage des Fahrzeuges oder eines Hilfszuges durch die Kanäle 22 und 28 abwechselnd zugeführt wird, um den Kol- ben 24 hin- und her zu bewegen.
Die den Kolben 24 tragende Kolbenstange 25 ist bei derseits durch die Deckel des, Arbeitszylinder hindurchgeführt und wirkt als Plunger der beiden Druckwasserpumpen 26 und 27, die das Druckmittel zum Antrieb der Hebe- und Verschiebevorrichtungen liefern. Die beiden Pumpen sind in der üblichen Weise mit Sang und Druckventilen versehen. Sie sind in Was serkästen 28 und 29 eingebaut, aus: denen sie das Treibmittel ansaugen, um es unter hohem Druck durch die Leitungen 3:0 und 31 dem Verteiler 32 zuzuführen, von dem aus es durch Zweigleitungen 33, 34, 3:5 den Hebe- und Verschiebevorrichtungen zugeführt wer den kann.
Die Steuerung des Antriebsmotors erfolgt durch einen Schieber 36, der durch die Steuer kolben 37 und 38 hin- und herbewegt wird. Letztere werden wieder durch einen kleinen Hilfsschieber 3:9 bedient, der durch den hin- und hergehenden Kolben 21 mittelst. eines Hebelgestänges auf- und abgeführt wird. Hierzu dient der Winkelhebel 40, der bei 41 seinen Drehpunkt hat und dessen einer Arm unit dem Hilfsschieber 39 und dessen anderer Arm mit einer Gleitstange 42 verbunden ist, die dadurch eine hin- und hergehende Be wegung enthält, dass ihre Enden mit Schwing- hebeln 43, 44 gekuppelt sind.
Die freien Enden dieser Hebel stehen unter dem Einfluss der Stifte 45, 46, die durch die Zylinder deckel der Arbeitsmaschine hindurchgeführt und durch den Arbeitskolben 24 in dessen Totstellungen jeweils nach rechts oder links geschoben werden. Die Bewegung des hin- und hergehenden Kolbens wird so auf den Hilfsschieber übertragen, der den Vertei lungsschieber für die zu- und abströmende Druckluft bedient.
Der Druckumsetzer, der infolge seiner ge drängten Bauart leicht und schnell an die Unfallstelle gebracht werden kann, ver wandelt die verfügbaren schwachen Druck kräfte in sehr hohe Drücke, die ein schnelles und sicheres Aufgleisen des Fahrzeuges mit- telst kleiner und leichter Hebe- und Ver schiebevorrichtungen ermöglichen.