CH129248A - Verfahren zum Spinnen gut färbbarer Kunstseide von hoher Dehnbarkeit. - Google Patents

Verfahren zum Spinnen gut färbbarer Kunstseide von hoher Dehnbarkeit.

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CH129248A
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Aktiengesellsc Farbenindustrie
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Ig Farbenindustrie Ag
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  Verfahren zum Spinnen gut     färbbarer    Kunstseide von hoher     Dehnbarkeit.       Beim Spinnen von     Viskoseseide    hatte       man    bisher das Bestreben, den     Faden    mög  lichst weitgehend koaguliert dem Aufnahme  organ zuzuführen.

   Das gelingt im allgemei  nen auch beim Spinnen der üblichen gereif  ten Viskose ohne weiteres schon bei Anwen  dung von kurzen     Fällbadstrecken.    Beim       Spinnen    von Viskose von geringem Zell  stoffgehalt, zum Beispiel aus     ungereifter          N'iskose    aus     ungereifter        Alkalizellulose,    hat  man anscheinend festgestellt, dass längere       Fällbadstrecken    zur Koagulation des Fadens  notwendig sind. In der Literatur werden  zum Beispiel     Fällbadstrecken    von     (i0    cm,  von 2     m    und mehr aufgeführt.  



  Einzelne Verfahren arbeiten auch so, dass  sie einen ganz schwach koagulierten, noch  wasserlöslichen Faden dem Aufnahmeorgan  zuführen.  



  Eingehende Versuche haben nun gezeigt,  dass bei allen diesen Verfahren die bisher  allgemein übliche starke     Knickung    durch  die Fadenführung für die Güte des entste  henden     Fadens    hinsichtlich gleichmässiger         Färbbarkeit    und     genügender    Dehnbarkeit  sehr schädlich ist. Dieser .Schwierigkeit hat  man schon beim     Zentrifugenspinnen    ver  sucht dadurch zu begegnen, dass man den  Faden von der     ,Spinndüse    ohne     Knickung     über die Abzugsrolle der Zentrifuge zu  führte.

   Hierbei ist aber übersehen worden,  dass beim Austritt des Fadens aus dem  Spinntrichter in die Zentrifuge eine starke       Knickung        erfolgt,    die insbesondere bei lang  sam koagulierender Viskose die vorher ge  nannte Schädigung verursacht.  



  Eingehende Versuche haben ergeben, dass  selbst bei Spinnbädern mit verhältnismässig  hohem Säuregehalt und     Fällbadstrecken    von  mehr als 4 m ein vollständig; fertig koagu  lierter Faden noch nicht entsteht, selbst  wenn man noch eine längere Luftstrecke  zwischen     Fällbad    und Aufnahmeorgan zur  Verfügung hat.  



  Der Gegenstand der Erfindung bezieht  sich auf die Anwendung der auseinander  gesetzten Erkenntnis auf das .Spulen.spinn-      verfahren, bei dem allein der Faden ohne  wesentliche     Knickung    dem Aufnahmeorgan  zugeführt werden kann. Die genannten  Schwierigkeiten werden überwunden, wenn  man den auflaufenden Faden von der Spinn  düse zum Aufnahmeorgan durch die Faden  führung     derärt    führt,     da.ss    er entweder gar  keine oder nur eine ganz geringe     Knickung     in einem stumpfen Winkel erfährt.  



  Insbesondere bei Herstellung von     fein-          fädiger    Seide     (Einzeltiter    unter 3,0 Den.)  hat sich diese Arbeitsweise als geradezu not  wendig erwiesen. Während man zum Bei  spiel unter sonst gleichen Umständen bei  Herstellung einer     ,Seide    von 1 Den.

   Einzel  titer eine Bruchdehnbarkeit von nur 10 bis  12 Prozent erreicht, wenn man den Faden  beim Auflaufen in der Fadenführung auf  dem Wege zum Aufnahmeorgan einen     rech-          ten    Winkel machen lässt, erhält man Deh  nungen von 18 Prozent und mehr, wenn man  den Faden in der Fadenführung gar nicht  knickt oder ihn einen stumpfen Winkel von  nicht. geringer als 150  im Fadenführer       ma.ehen    lässt.    Auch Verringerungen der sonst üblichen  Abzugsgeschwindigkeit von     .I0    m wirken  günstig.

   Der Faden läuft locker auf das  Aufnahmeorgan auf und ist nach dem Wa  schen und Trocknen wesentlich leichter ab  zuzwirnen (insbesondere bei     Verwendung     von Viskosen mit geringem Zellstoffgehalt, ,  bei denen ein starkes Schrumpfen der Fäden  eintritt). Bei dieser Spinnweise gelingt. es  sogar, gute Kunstseide mit reinem Schwefel  säurebad herzustellen, insbesondere bei     Ver-          -wendung    von Viskosen mit geringem Zell  stoffgehalt und hoher Viskosität, zumal  wenn man feine     Einzeltiter    spinnt.

   Die       Spinnbadlänge    braucht nicht mehr so lang,  wie das früher angegeben wurde, genommen  zu werden; mau kann mit der     Fällbadstrecke     ohne weiteres unter     hfl    cm bis auf wenige       Centimeter,    je nach dem gesponnenen Einzel  titer und nach der Stärke des     gewählten          Fällbades,    zurückgehen. Am     besten    lässt sich  die Arbeitsweise ausführen, wenn man den    Faden senkrecht aus dem Spinnbade heraus  treten     lässt.     



  Wie ersichtlich, ist der Gegenstand der  Erfindung nur ausführbar, wenn man auf  die sonst, besonders in der     Viskosetechnik,     üblicher- Oberbäder verzichtet. Es hat sich  aber gezeigt, dass man das bei der beschrie  benen Arbeitsweise unbeschadet tun kann.  



  Man kann zum Beispiel wie folgt arbei  ten:    In     Fig.    3 ist das     .Spinnverfahren    bildlich  dargestellt.     g    ist die     Spinndüse,    aus der der  Faden durch das. Spinnbad     h    auf die Spinn  spule<I>f</I> beziehungsweise     f,    austritt und die  bei     Spulenwechsel    von links nach rechts ver  schoben wird. A ist der hin- und hergehende  Fadenführer, der die richtige Verteilung des  Fadens auf der Spinnspule besorgt.

   In den       Fig    1, la und 2 ist dieser Fadenführer etwa  in natürlicher Grösse dargestellt.     Fig.    1 ist  eine Vorderansicht, die freien Schenkel des  Fadenführers sind etwas abwärts gebogen,  damit die abgestrichene Spinnsäure an den  spitz ausgeführten Enden b abtropfen kann.  la. stellt denselben Fadenführer von oben ge  sehen dar. Der Schlitz e zwischen dem hin  teren Schenkel a und dem vorderen freien  Schenkel ist möglichst eng gewählt, so dass  der im Querschnitt gezeichnete Seidenfaden  d möglichst immer etwas an den Fadenfüh  rer streift.  



  In     Fig.    2 ist eine etwas andere Form des  im übrigen gleichwertigen Fadenführer  dargestellt, bei dem die freien Schenkel nach  oben gebogen sind und das Abtropfen der  Spinnsäure an den Spitzen     hl    vor sich geht.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Spinnen gut färbbarer Kunstseide von hoher Dehnbarkeit, dadurch gekennzeichnet, dass man unter Weglassung von Oberbädern den Faden auf dem Wege vom Spinnbade zum Aufnahmeorgan in der Fadenführung keiner oder nur einer ganz geringen Knickung (nicht unter 150 ) unter wirft. UNTERANSP1ZttCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man Viskose mit ver hältnismässig hoher Viskosität und gerin gem Zellstoffgehalt verwendet. 2. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass feine Einzeltiter (unter 3 Den.) unter Verwendung geringer Fällbadstrecken ge sponnen werden.
    3. Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1 und 2, dadurch gekenn zeichnet, dass ein Schwefelsäurespinnbad verwendet wird, das nur so viel Salz ent hält, wie bei der Zirkulation und Regene rierung der .Spinnsäure im Bade automa tisch angereichert wird.
CH129248D 1926-10-30 1927-06-28 Verfahren zum Spinnen gut färbbarer Kunstseide von hoher Dehnbarkeit. CH129248A (de)

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