CH129309A - Verfahren zur Herstellung einer künstlichen Masse. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung einer künstlichen Masse.

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CH129309A
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  Verfahren zur Herstellung einer künstlichen Hasse.    Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur  Herstellung einer künstlichen Masse, die zur  Erzeugung der verschiedensten Gegenstände,  zum Beispiel von Kanal- und     Drainrohren,     Dachziegeln, Wand- und     Flurplatten,    Wasch  schüsseln,     Klosetschalen,    Flüssigkeitsbehäl  tern, Isolierverkleidungen,     Isolierplatten,    und  Körpern, elektrischen Isolatoren, Ziergegen  ständen, Spielwaren,     Strassenbelagstoffen,     als Ersatz für natürlichen Asphalt, Beton,  Ton, Gips, Glas     und    Porzellan geeignet ist.  



  Gemäss dem Verfahren wird mindestens  ein bituminöser Stoff mit einer anorganischen  Säure gemischt. und das Gemisch solange  über seinen Schmelzpunkt erhitzt, bis die       Säure    zersetzt ist und ein     homogenes    Pro  dukt entsteht; dieses Produkt wird im ge  schmolzenen Zustand mit Füllstoffen ver  mischt.  



  Die anorganischen Säuren werden durch  die Erhitzung in Wasser, Sauerstoff und die  Säureradikale zersetzt, zum Beispiel bei  Schwefelsäure erfolgt diese Zersetzung nach    der Gleichung         112   <B>SO,</B> =     H20        -f-        S02        -f-   <B>0</B>    bei Salpetersäure:

         ')HNO3    -     H20        -f-        N20s        -I-    02  Das Wasser und das Radikal     entweicht     in Form von Dampf     bezw.    Gas, was durch  brausendes Kochen bemerkbar ist, hingegen  der Sauerstoff     oxydiert    die Substanz.  



  Die Zersetzung der Säure ist beendet,  sobald das brausende     Kochen    des Gemisches  auf hört.  



  Als bituminösen Stoff kann man Pech,  zum Beispiel Steinkohlen- und Braunkohlen  teerpech, ferner Petroleumrückstände, As  phalte oder Gemische solcher Stoffe ver  wenden. Bei der Verarbeitung von Kohlen  pech verwendet man vorteilhaft Schwefel  säure, und zwar höchstens im Verhältnis von  acht     Volumenperzent    (berechnet auf konzen  trierte     Schwefelsäure).     



  Bei der Verarbeitung von Petroleumrück  ständen, Asphalten oder deren Mischungen  kann Schwefelsäure oder auch     Salpetersäure     verwendet werden und -auch das Mengenver  hältnis kann acht von Hundert übersteigen.  Quantität und Konzentration der anzuwen  denden Säuren kann je nach dem verwendeten  bituminösen Stoff verschieden sein. Ein      Beimengen von Naturasphalt zu den Petro  leumrückständen ist vorteilhaft, weil es, wie  es sich gezeigt hat, die Bildung von Klumpen  und das Verkoken der Masse verhindert.  



  So erhaltene Massen können zu Zwecken  benützt werden, bei welchen sie einer Tempe  ratur von 80 bis 100   C ausgesetzt sind.  



  Der Füllstoff wird nach den gewünschten  Eigenschaften der herzustellenden Masse ge  wählt. Als Füllstoff kann verwendet werden  Sand,     Gesteinmehl,    Ton, Sägespäne, Kork  abfälle, Faserstoffe, Graphit usw. Die Füll  stoffe können, in Mengen bis zu 85 bis 90  des Gesamtgemisches mit dem geschmolzenen  bituminösen Produkt zusammengerührt wer  den, bis eine innige Mischung erhalten wird,  worauf die Masse in die gewünschte Form  gegossen werden kann.  



  Je nach der Wahl der Ausgangsstoffe  kann man nach dem Verfahren gemäss der  Erfindung Massen erhalten, deren Festigkeit  die des Innenbetons übertrifft, so dass sie  zur Herstellung von Bauelementen, sowie  auch von Strassenbelägen verwendbar sind,  die bisher aus Beton oder natürlichem As  phalt hergestellt wurden. Man kann ferner  eine Masse erhalten, die der Sonnenhitze ohne  Deformation und auch sehr gut der Kälte       widersteht,    so dass sie zum Beispiel bis auf  -15   C abgekühlt, nicht spröde wird. Bei  Verwendung von mineralischen Stoffen als  Füllstoffe können Massen erhalten werden,  die nicht entzündbar und brennbar, gegen  rasche Temperaturänderungen unempfindlich,  erhitzt giessbar und in der Wärme     walzbar,          pressbar    und schweissbar sind.  



  Ausserdem hat es sich gezeigt, dass die  nach dem Verfahren erhältliche Masse in der  Kälte     bezw.    bei normaler     Temperatur    sehr  leicht mechanisch zu bearbeiten, das heisst  zu bohren, schneiden, drehen, sägen usw. ist,  dass sie vollkommen der Einwirkung des  Wassers, der     Säuren,    Alkalien,     Atmosphäri-          lien,    widersteht und vorzüglich isolierend  gegen Wärme und Elektrizität wirkt.  



  Durch Mischen der Masse im geschmol  zenen Zustande mit Farbstoffen kann sie ge  färbt werden, oder es kann die Oberfläche    der aus der Masse     hergestellten        Gegenstände     gefärbt, lackiert, zum Beispiel mit Email  lack mit jedwedem Überzug versehen werden.  <I>Beispiel:</I>  10 kg Braunkohlenpech wird in einem  offenen Gefäss geschmolzen und während der  Erhitzung 0,1 kg     Schwefesäure    auf konzen  trierte Schwefelsäure gerechnet zugesetzt.  Die Mischung wird so lange weiter erhitzt,  bis ein homogener Stoff entsteht, wobei durch  stetiges Umrühren ein Anbrennen des Stoffes  an die Gefässwand verhindert wird.

   Hierauf  wird 40 kg Füllstoff, zum Beispiel Stein  mehl oder Sand zugegeben und das Umrühren  des Stoffes unter fortwährendem Erhitzen so  lange fortgesetzt, bis eine gleichmässige  Masse entstanden ist, die dann in Formen  gegossen oder     sonstwie    verwendet werden  kann.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung einer künst lichen Masse, dadurch gekennzeichnet, dass\ mindestens ein bituminöser Stoff mit einer anorganischen Säure gemischt und das Ge. misch solange über seinen Schmelzpunkt er hitzt wird, bis die Säure zersetzt ist und ein homogenes Produkt entsteht, und dieses im geschmolzenen Zustand mit Füllstoffen ver mischt wird. UNTERANSPR üCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man Pech mit höch stens acht Volumenperzent Schwefelsäure, als konzentrierte Säure berechnet, ver mischt und zusammenschmilzt.
    \?. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gelzennzeichnet, dass man Petroleumrück stände mit anorganischen Säuren ver mischt und zusammenschmilzt. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Gemisch von Petroleumrückständen, Asphalt und eine anorganische Säure vermischt und zusammenschmilzt.
CH129309D 1926-09-13 1927-04-11 Verfahren zur Herstellung einer künstlichen Masse. CH129309A (de)

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