Einrichtung zum Abschalten von Röntgenapparaten bei unzulässiger Steigerung der Stromstärke. Die Erfindung hat den Zweck, eine Röntgenanlage mittelst eines an den Röhren stromkreis angeschlossenen Abschaltgerätes selbsttätig abzuschalten, wenn die Strom stärke im Röhrenstromkreis, ziem Beispiel infolge Kurzschlusses, Zusammenbruches des Röhrenwiderstandes oder aus irgend einem andern Grunde, auf einen unzulässigen Wert anwächst.
Beim Anschluss eines Abschalt- gerätes an den Röhrenkreis ergeben sich Schwierigkeiten daraus, dass das Abschalt- gerät einerseits mit dem Hochspannungskreis in Verbindung sein muss, anderseits die Ab schaltung des niedergespannten Primär stromes bewirken soll.
Es müssen deshalb zwischen Sekundär- und Primärseite des Ab sehaltgerätes Organe vorgesehen sein, die der Hochspannung den Weg zur Niederspan- nungsseite verspeaTen. Zu diesem Zwecke ist gemäss der Erfindung das lbschaltgerät über einen hochspannungsisolierten Trans formator an den Röhrenstromkreis ange schaltet.
Die Zeichnung zeigt in Fig.l bis 6 mehrere Ausführungsbeispiele. In. bekannter Weise enthält bei Fig. 1 der Netzstromkreis<I>a</I> die primäre Spule<I>b</I> des Hochspannungstransformators b, c, des sen Sekundärspule c im .Stromkreis d der Röntgenröhre e liegt. Der Primärstromkreis a enthält ferner den Schalthebel f2 eines auf Stromstärke ansprechenden elektromagne tischen Schaltapparates f, dessen Spule f' in einem Hilfsstromkreis i. liegt.
Der Kon takthebel f2 steht unter dem Einfluss einer Zugfeder f'. Eine federnde Klinke ss liegt mit ihrer Nase f 4 in der Bahn des Hebels f2 und ragt mit einem Griff f' aus dem Ge häuse. Der Stromkreis i wird gespeist durch die sekundäre Spule l eines Transformators <I>k, 1,</I> dessen primäre Spule k im Hoch spa.nnunbskreis d der Röntgenröhre ganz nahe am einen Spannungspol des Transfor mators<I>b,</I> c liegt. Die Spulen<I>k</I> und<I>1</I> sind voneinander durch eine den Durchgang der Hochspannung verhindernde Isolation m ge trennt.
Der Transformator<I>k, l</I> transformiert den. Hochspannungsstrom des Kreises d in niedere Spannung, so dass im Schalter f nur niedrige Spannung herrscht. Der Schalter f ist so einreguliert, dass bei normalen Be triebsbedingungen die Stromstärke im greis i nicht zu seiner Betätigung ausreicht.
Kommt jedoch zum Beispiel eine Person p gleichzeitig mit beiden Spannungspolen des Transforma tors b, c in Verbindung, wie in der Fig. 1 gestrichelt angedeutet, wodurch der Strom im greise d bis zur Kurzschlussstromstärke ansteigt, so wird im Schaltapparat f der Kontakthebel f 2 .durch die Spule f ' ange zogen und dadurch der Primärstromkreis a unterbrochen.
Die federnde Klinke f s sperrt den Hebel f' in der Unterbrechungsstellung solange, bis sie durch Einwirkung auf die Handhabe f 6 zurückgezogen wird, worauf -der Hebel unter Einwirkung der Zugfeder f' in seine Sehlusslage zurückkehrt.
Das Schaltgerät f kann beliebig ausge führt sein. Die Anordnung des Transforma tors k, Z in dichter Nähe eines Spannungs pols des Hochspannungstransformators ist wichtig für -die Sicherung der Hochspan nungsleitung in ihrer ganzen Ausdehnung. Man kann damit soweit gehen, dass man ge mäss Fig. 2 den Transformator<I>k, l</I> im gasten<I>g</I> des Transformators <I>b, c</I> unter bringt.
Bei der Ausführungsform der Fig. 3 ist die Sekundärspule c des Transformators b, c geteilt und der Transformator<I>k,</I> l zwischen die beiden. Teile geschaltet. Hierbei ist ein Versagen des Gerätes f durch Kurzschliessen des Transformators k, 1, das unter besonderen Umständen. bei einseitiger Lage zum Trans formator b, c denkbar ist, völlig ausge schlossen, weil ein etwa auftretender Kurz schlussstrom immer durch die Sekundär spule c geht.
Zur Sicherung der Wirkung auch für den Fall, dass der einseitig vom Transformator <I>b, c</I> angeordnete Transformator<I>k,</I> d etwa durch einen Erdschluss unwirksam gemacht wird, kann man, wie in Fig.4 dargestellt, je einen Transformator<I>k, l</I> und<I>k',</I> l' <I>zu</I> beiden; Seiten des 'Transformators b, c an ordnen, die zweckmässig, wie ebenfalls dar gestellt, in Reihe mit einem einzigen Aus schaltgerät<I>f</I>liegen.
Berührt eine mit<I>p</I> an- gedeutete Person die Hochspannungsleitung d zum Beispiel an der Stelle n. so fällt durch den Erdschluss das Potential des auf dieser Seite liegenden Pols der Sekundärspule c auf Null, während das Potential des andern Pols sich verdoppelt.
Entsteht nun etwa infolge dieser Potentialsteigerung, zum Bei spiel von lt aus über o, ein Kurzschluss zur Erde, so ist zwar der Transformator k, l kurzgeschlossen und unwirksam, doch fliesst der Kurzschlussstrom von Erde über<I>p,</I> n., <I>c.</I> <I>k',</I> lt, o zur Erde, so dass der Transformator <I>k', l'</I> das Abschaltgerät <I>f</I> zum Ansprechen bringt.
Die Einrichtung kann auch so ausgebildet werden, dass sie den Strom bei einer belie bigen, einstellbaren Stromstärke ausschaltet. Eine solche Einrichtung zeigt Fig. 5. Hier liegt parallel zu dem Schalter f ein verän derlicher Widerstand q, dessen eines Ende durch Leitung 3 an den einen Pol der Spule l angeschlossen ist, während der bewegliche Kontakt r mit dem andern Pol der Spule l ver bunden ist.
Der im Transformator <I>k,</I> l er zeugte Strom verteilt sich hierbei je nach der Einstellung des Widerstandes q in einen: veränderlichen Verhältnis auf diesen und den Schalter f, so dass man es in der Hand hat, den Schalter f bei einem schwächeren oder erst bei einem stärkeren Strom in der Hoch spannungsleitung wirken zu lassen.
Der Netzstrom gelangt hier ferner über einen mittelst des Kontakthebels t verstell baren, zur Regelung -der Spannung dienen den Autotransformator s und einen durch den versehiebbaren Kontakt v regelbaren Ohm- sehen Widerstand ac in die Primärwicklung b des Hochspannungstransformators. Der Ohm- sehe Widerstand u dient -dazu, die Span nungsstufen des Autotransformators zu über überbrücken.
Er ist bei Durchleuchtung ein geschaltet und muss bei Aufnahme kurzge schlossen werden, da die hohe, für Aufnahme nötige Stromstärke ihn sonst zerstören würde. Anderseits muss bei Photographie, bei der Stromstärken von 20 bis 100 Milliampere gebraucht werden, der Ausschalter f weniger empfindlich eingestellt werden. Durch Ver- bindung der beiden beweglichen Kontakte r und v durch den Körper w sind diese beiden Verstellungen voneinander abhängig ge macht.
Der Ausschalter kann schliesslich gemäss Fig. 6 Anwendung finden als Belastungsbe grenzer für die Röntgenröhre. Jede Röntgen röhre lässt eine auf ihrem Leistungsschild vermerkte Belastung zu. Soll durch den Aus schalter einer Zerstörung der Röntgenröhre einwandfrei vorgebeugt werden, so muss er im Falle hoher Röhrenspannung bei kleinerer Stromstärke ausschalten, als im Falle nie derer Spannung. Aus diesem Grunde ist ge mäss Fig.6 der bewegliche Kontakt r des Widerstandes q zwangsläufig abhängig vorn Kontakthebel t des Spannungsschalters s ge macht.
Er ist zu diesem Zweck durch einen isolierenden Arm <I>y</I> mit dem Hebel<I>t</I> oder dessen Drehachse verbunden, wobei er zur Herstellung der beweglichen Verbindung mit der Leitung j' auf einem mit dieser verbun denen Kontaktsegment z gleitet.
Gemäss Fig. 7 ist in Verbindung mit dem Transformator<I>k. l</I> ein polarisiertes Relais angeordnet, dessen Spule R' im. Stromkreise d, und dessen Arbeitskontakte R2, R', deren ersterer den Anker des Relais bildet, parallel zu k in einem Nebenschluss <B>8</B> liegen. Infolge der Ventilwirkung der Röntgenröhre treten im Stromkreis d nur Stromstösse einer Rich tung auf. Das Relais R ist so polarisiert, dass es auf diese Stromstösse nicht anspricht.
Treten jedoch Gegenströme auf, zum Beispiel bei einem Kurzschluss oder bei Überlastung der Röntgenröhre, die dann infolge Glühend- werdens der Anode Elektronen aussendet, so zieht die Spule R1 den Anker R2 an und unterbricht den Kurzschluss des Transforma tors k, Z, der nun Strom erhält und durch seinen Sekundärstrom den Ausschalter f im Sinne einer Unterbrechung des Primärstrom kreises a betätigt. Bei dieser Anordnung er übrigen sich Vorrichtungen zur Regelung der Empfindlichkeit des Ausschalters.