CH129947A - Verfahren zum Zementieren und Härten von Gegenständen aus Eisen und Stahl. - Google Patents

Verfahren zum Zementieren und Härten von Gegenständen aus Eisen und Stahl.

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CH129947A
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Deutsche Gold-Und Sil Roessler
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Degussa
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  • Refinement Of Pig-Iron, Manufacture Of Cast Iron, And Steel Manufacture Other Than In Revolving Furnaces (AREA)

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  verfahren zum Zementieren und Härten von Gegenständen aus Eisen und Stahl.    Es ist bekannt,     Gegenstände    aus     Eisen     oder Stahl durch Eintauchen derselben in       Cyanide    enthaltende schmelzflüssige Bäder,  zum Beispiel solche, welche neben     Cyaniden     noch     Sada    oder Kochsalz oder beide ent  halten, ,zu zementieren.

   Die Zersetzung des       Cyanids    und die Einwanderung des hierbei  freiwerdenden Kohlenstoffes und Stickstoffes  in die Oberfläche der eisernen Gegenstände  ist abhängig von der Temperaturhöhe, welch  letztere aber dadurch     bpo-renzt    ist, dass bei  zu hoher Erhitzung eine übermässig schnelle  Zersetzung des     Cy        anids    auftritt, so     da.ss    das  Bad überschäumt und der freiwerdende Koh  lenstoff infolgedessen seiner Zweckbestim  mung entzogen wird. Dieses     unerwünschte          Überschäumen    tritt im allgemeinen bereits  bei Temperaturen von zum Beispiel<B>860'C</B>  ein.

   Der     Härteprozess    wird infolgedessen in  der Praxis durchweg bei Temperaturen aus  geführt, welche<B>850'</B> nicht übersteigen.  



  Nach dem Verfahren vorliegender Erfin  dung erfolgt das Zementieren und Härten von  Gegenständen aus Eisen oder dessen Legie-         rungen    durch Einführung in     Cyanide    ent  haltende Schmelzbäder derart, dass der     Ze-          mentierprozess    unter Verwendung von Bä  dern, welche das Schäumen verhindernde,  feinverteilte     kohlenhaltige        Materialien    ent  halten, bei Temperaturen oberhalb<B>900'</B>  durchgeführt wird. Als solche Zusatzstoffe  kommen kohlehaltige Materialien, wie zum  Beispiel Holzkohle, Tierkohle und derglei  chen in Betracht.

   Nach einer Ausführungs  form des Verfahrens werden den Schmelz  bädern Stoffe     zugesetzt,    welche beim Zemen  tieren Kohle zu liefern vermögen, wie zum  Beispiel hochmolekulare organische Verbin  dungen, zum Beispiel     Kohlenwasserstoffe.     Auch in diesem     Falle    findet der     Zementier-          prozess    in Gegenwart der aus den     zugesetzten     Stoffen gebildeten, in der Schmelze feinver  teilten kohlehaltigen Materialien statt.  



  Vergleichende Versuche haben ergeben,  dass Bäder, welche sonst bei 860   überstei  genden Temperaturen überschäumen, bei An  wesenheit feinverteilter kohlehaltiger Ma  terialien auf     Temperaturen    von zum Beispiel      950 bis 1000   C und mehr unter Vermeidung  des     Aufschäumens    erhitzt werden könnten.  Bei     Benutzung    derartiger Bäder unter An  wendung einer Temperatur von zum Beispiel  950 bis 970   wurde gefunden, dass der Koh  lenstoff in der gleichen Zeit ungefähr drei  mal so tief in das Eisen eingedrungen war,  als bei Anwendung eines gleich zusammen  gesetzten, aber das Schäumen verhindernde  Stoffe nicht enthaltenden, bei 850   C zu       verwendenden    Bades.  



  Es hat sich weiterhin als vorteilhaft er  wiesen, den Bädern ausser den     Cyaniden,    z. B.       Alkalicyanid,    noch     Cyanamide    der Alka  lien, zum Beispiel     Natriumcyanamid,    oder  der Erdalkalien zuzusetzen. Die Anwesenheit  von     Cyanamiden    bietet den Vorteil, dass die  Schmelze dünnflüssiger wird. Auch wurde  bei derartigen Bädern eine längere -Wirkungs  dauer festgestellt.  



  Das     Zementierverfahren    wird weiterhin  mit Vorteil derart durchgeführt, dass man  auf .der Oberfläche des Schmelzbades Deck  schichten erzeugt, welche die Schmelze gegen  die Luft abschliessen, wodurch das Auftreten  lästiger Salznebel auch     bei    Anwendung sehr  hoher Arbeitstemperaturen verhindert wird.  Als besonders zweckmässig haben sich dabei  solche Substanzen erwiesen, welche imstande  sind, mit dem Sauerstoff der Luft bei den  herrschenden Temperaturen zu reagieren,  zum Beispiel unter Bildung von gasförmigen  Oxydationsprodukten.

   Die     Ah-deckung    der  Oberfläche des Schmelzbades kann zum Bei  spiel mit Hilfe von Graphit oder solcher       Kohlesorten    erfolgen, welche befähigt sind;  an der Oberfläche     zu    bleiben. Als besonders  geeignet hat sich     sogenannter    Schuppen  graphit     erwiesen.     



  Die Einführung des Kohlenstoffes in die  aus Eisen oder dessen Legierungen beste  henden Gegenstände geht, wie     Versuche    er  gaben, infolge der erfindungsgemäss anwend  baren hohen Temperaturen mit grösster Leich  tigkeit vor sich, so dass meist nur ein kurze.:  Eintauchen erforderlich ist. Ausserdem kön  nen gemäss dem vorliegenden Verfahren Ein-         -,vanderungstiefen    erzielt werden, welche bis  her nur durch vielstündiges Erhitzen mit fe  sten     Kohlungsmitteln    erzielt werden konnten.  



  Infolge Anwendung der hohen Behand  lungstemperaturen war mit einer Verschlech  terung der     Kernfestigkeitseigenschaften    zu  rechnen. Es hat sich aber gezeigt,     dass    der  artige Nachteile mit Rücksicht auf die im  Vergleich zu der Einsatzhärtung erheblich  verkürzte     Behandlungslauer    nicht in Er  scheinung treten.    <I>Beispiel:</I>    Eine Mischung von 12,5     'feilen    Kalium  chlorid, 12,5 Teilen Soda, 66 Teilen     Cyan-          natrium,    4 Teilen Holzkohle, welcher gege  benenfalls etwa. 5 Teile     Na.triumcyanamid     zugesetzt werden, wird langsam auf 920 bis   950   erhitzt.

   Durch Zugabe von Graphit wird  eine Deckschicht auf der Oberfläche der  Schmelze erzeugt. In das Bad werden unter  Aufrechterhaltung der Temperatur die zu  härtenden Eisengegenstände eingeführt     un;l     je nach dem gewünschten Grade der Zemen  tierung, insbesondere auch der Tiefen  wirkung, längere oder kürzere Zeit in der  heissen Schmelze belassen.  



  Bei einstündiger Einwirkung auf Gegen  stände aus zum Beispiel     unlegiertem    Stahl  mit zum Beispiel 0,10 % Kohlenstoff kann  man     Zementiertiefen    bis zu 0,6 mm erzielen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Zementieren und Härten von Gegenständen aus Eisen oder dessen Le gierungen durch Einführung derselben in Cyanide enthaltende Schmelzbäder, dadurch, gekennzeichnet, dass der Zementierprozess un ter Verwendung von Bädern, welche das Schäumen verhindernde, feinverteilte, kohlf- haltige Materialien enthalten, bei Tempera turen oberhalb<B>900'</B> durchgeführt wird. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass Schmelzbäder ver wendet werden, die feinverteilte Kohle enthalten, 2.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass Schmelzbäder ver wendet werden, die Stoffe enthalten, wel che während des Zementierens kohle haltige Materialien liefern. :3. Verfahren nach Patentanspruch und Unter- ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeich net, dass ein Bad verwendet wird, das Cyanamide enthält. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch und Unter ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeich- net, dass die Oberfläche des Schmelzbades durch Decksebichten von der Aussenluft z <B>,</B> b-esehlossen t' wird. 5. Verfahren nach Patentanspruch und Unter anspruch d, gekennzeichnet durch die Ver_ wendung von Deckschichten, welche be fähigt sind, mit der Luft zu reagieren.
CH129947D 1926-09-06 1927-06-17 Verfahren zum Zementieren und Härten von Gegenständen aus Eisen und Stahl. CH129947A (de)

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