CH130435A - Verfahren, um physikalische Eigenschaften von ungesättigte Kohlenstoffverbindungen enthaltenden isokolloiden Produkten zu ändern. - Google Patents

Verfahren, um physikalische Eigenschaften von ungesättigte Kohlenstoffverbindungen enthaltenden isokolloiden Produkten zu ändern.

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CH130435A
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  Verfahren, um     physikalische    Eigenschaften von ungesättigte     Kohlenstoffverbindnngen     enthaltenden     isokolloiden    Produkten zu ändern.    Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur  Änderung physikalischer Eigenschaften von       isokolloiden    Produkten, welche ungesättigte  Kohlenstoff     verbindungen    enthalten, auf nicht  chemischem Wege.

   Das Verfahren gemäss  der Erfindung kann bei natürlichen oder  künstlichen     isokolloiden    Produkten, welche  ungesättigte     Kohlenstoffverbindungen    ent  halten Verwendung finden, wobei unter       xisokolloiden    Produkten  kolloide Stoffe  jener Art verstanden werden sollen, bei wel  chen die     disperse    Phase und .das     Dispersions-          mittel    des kolloiden Systems aus derselben  Verbindung oder aus demselben Verbindungs  gemisch bestehen.

   Solche     isokolloide    Systeme  sind zur Anreicherung der     dispersen    Phase  fähig, wobei die Menge des     Dispersions-          mittels    entsprechend vermindert wird.  



  Bei Studien über den Trockenvorgang  fetter Öle wurde gefunden, dass dabei kolloide  Umwandlungen eine hervorragende Rolle spie  len. Unter "kolloidaler Umwandlung" sollen  jene Änderungen verstanden werden, welche    in einem kolloidalen System vor sich geben  und eine Änderung der Zahl und der Grösse  der kolloiden Aggregate     (Micellen)    bewirken,  die dann eine     Veränderung    physikalischer  Eigenschaften des     Körpers,    zum Beispiel-der  Viskosität, des     Erstarrungspunktes    (des Er  weichungspunktes) der elektrischen Lei  tungsfähigkeit, der Festigkeit     usw.    zur Folge  haben (vergleiche  Farbenzeitung  Berlin,  1926, Heft 22 und 1927, Heft 31 bis 32;

    ferner  Chemische Umschau , Stuttgart,  1926, Heft 18 und      Kolloid-Zeitschrift         XL,     Heft 4, 1926 und     XLII,    Heft 3, 1927). Es  gelingt durch     kolloidch.emische    Verfahren,  die Viskosität von Produkten zu erhöhen,       bezw.    zu erniedrigen, so     däss    zum Beispiel  leichtflüssige Öle in dicke ölartige Produkte  bis     hartgummiartige    feste Stoffe oder zum  Beispiel feste Harze in weiche bis     ilüs-sige     Harze übergeführt werden können.

   Bei harz  artigen Produkten, welche     bekanntlich    schon  bei gewöhnlicher Zimmertemperatur festen  Aggregatzustand haben, erkennt man die      Erhöhung der Viskosität, das heisst den     Ver-          festigungsprozess    daran, dass der     Erstarrungs-          punkt    oder der     Erwe)ichungspunkt    der be  handelten Produkte gegenüber dem der Aus  gangsmaterialien eine bedeutende Erhöhung  zeigt, wogegen im Falle des Verflüssigungs  prozesses eine bedeutende Erniedrigung des       Erstarrungspunktes    oder des     Erweichungs-          punktes    festzustellen ist.  



  Das Verfahren gemäss der Erfindung ist  dadurch gekennzeichnet, dass man die un  gesättigte     Kohlenstoffverbindungen    enthal  tenden Produkte mit     einer    geringen Menge  mindestens eines Elektrolyten, der sich in  trockenem Zustande befindet, versetzt und  den Elektrolyten im Ausgangsmaterial     unter     Erwärmung weitgehend     dispergiert.    Der Re  aktion können Produkte unterworfen werden,  welche ungesättigte     Kohlenstoffverbindungen     enthalten und welche entweder an sich  flüssig sind oder durch Erhitzung verflüssigt  oder in einen bildsamen     Zustand    gebracht  werden können.

   Als Elektrolyte können Salze  von organischen oder anorganischen Säuren,  metallhaltige, nicht salzartige organische  Verbindungen und Verbindungen -von or  ganischen Substanzen mit anorganischen Säu  ren,     ferner'gewisse    organische Säuren, näm  lich die festen Glieder der aromatischen  Reihe und die festen niedrigeren Glieder der       aliphatischen    Reihe, schliesslich auch Kom  binationen der aufgezählten Elektrolyte mit  flüssigen anorganischen und organischen  Säuren verwendet werden. Zur Durch  führung des Prozesses     genügen    geringe Men  gen     (einiLre    Prozente) des Elektrolyten.

   Die  bei der     Disperaierung    des oder der Elektro  lyten zu verwendende Temperatur hängt von  der Natur der zu behandelnden Substanz und  von der Löslichkeit des Elektrolyten im Aus  ganzsmaterial ab. Die möglichst     weitgehende     (molekulare oder kolloidale) Dispersion des  Elektrolyten in der zu behandelnden Sub  stanz ist eines- der wesentlichen Merkmale       des    Verfahrens. Die     Dispergierung    der Elek  trolyte kann dadurch     Lrefördert    werden, dass  man die trockenen Elektrolyte mit den Aus  gangsstoffen     in-einer    Mühle vermischt.

      Die nach der     Dispergierung    erhaltene  Reaktionsmasse kann in der Kälte oder unter  Erwärmung einer Behandlung bei Über- oder  Unterdruck oder einfach einer Erwärmung  bei     atmosphärischem    Druck unterworfen  werden, wobei die Art der Behandlung von  der Natur der behandelten Stoffe und von  der Art des Endproduktes abhängt, auf wel  ches das Verfahren hinzielt. Diese Ver  fahrensphase soll als "Gasbehandlung" be  zeichnet werden, da dabei die Art und der  Zustand des anwesenden Gases auf das Re  aktionsprodukt Einfluss hat.  



  Die Verdünnung der Gase durch Ver  minderung des Druckes hat allgemein eine  Erhöhung der Gaswirkung zur Folge, und.  zwar sowohl wenn in der Kälte, als auch  wenn in der Wärme gearbeitet wird. Durch  die Verdünnung wird meistens auch die Ak  tivität der Gase erhöht. Dabei hat jedes Gas  auch eine spezifische Wirkung, welche sich  in kleinen Unterschieden der     Eigenschaften     des Endproduktes     äussert.    Die günstigsten  Arbeitsbedingungen können von Fall zu Fall.  am einfachsten durch vorangehende Proben  festgestellt werden.  



  Die     Dispergierung    der wirksamen Elek  trolyte kann mit der Gasbehandlung auch  gleichzeitig, das heisst ohne Unterbrechung  des Prozesses durchgeführt werden.  



  Es wurden Versuche mit folgenden Ionen  ausgeführt:  Ammonium-, Kalium-, Natrium-,     Li-          thium-,    Eisen-, Aluminium-, Kalzium-, Ba  rium-,     Strontium-,    Kobalt-, Blei-, Antimon-,  Mangan-, Zinn-.

   Kadmium-,     Wismuth-,    Mag  nesium-, Zink-,     Kupfer-,    Quecksilber-,     Nik-          kPl-,    organischen     Ammoniumionen    usw., als  Kationen und Karbonat-, Weinsäure-,     Oxal-          säure-,        Essizsäure-,    Ameisensäure-, Salz  säure-,     Bromwasserstoffsäure-,    Jodwasser  stoffsäure-, Schwefelsäure-, schweflige  Säure-,     Schwefelwa.sserstoffsäure-    Chlor  säure-, Bromsäure-,     Jodsäure-,        unterehlorige     Säure-;

       unterbromiae    Säure-,     unterjodige     Säure-, hydroschweflige Säure-,     Thiocchwe-          felsä,ure-,    Salpetersäure-, salpetrige Säure-,      Zitronensäure-,     Cyanwasserstoffsäure-,        Sali-          zylsäure-,        Naphtalinsulfosäure-,        Sulfanil-          säure-,        Naphtensäure-,        Rhodansäure-,    usw.  Ionen als Anionen.

   Allgemein kann gesagt  werden, dass, wenn man ein bestimmtes or  ganisches     Isokolloid    mit chemisch äquivalen  ten Mengen verschiedener Elektrolyte be  handelt, die Rolle des     Kations    bei dem phy  sikalischen Veränderungsvorgang wichtiger  erscheint, als die Rolle des Anions, obzwar  auch die Rolle des letzteren wichtig ist. Man  kann ferner feststellen, dass flüssige anor  ganische und organische Säuren, in Ver  gleich zu ihren Salzen, in ihrer Wirkung  zu schwach sind, um allein als Elektro  lyte verwendet zu werden, es kann aber in  gewissen Fällen erwünscht sein, dieselben in  Kombination mit andern Elektrolyten zu  verwenden.

   Von den organischen Säuren sind  für sich allein, also nicht nur in Kombi  nation mit andern Elektrolyten die festen  Glieder der aromatischen Reihe und die  festen niedrigen Glieder der     aliphatischen     Reihe wirksam, so zum Beispiel 1 : 3     Naphta-          lindisulfosäure,        Trichloressigsäure,    Mono  chloressigsäure usw.  



  Was nun die Gasbehandlung anbelangt,  wurde gefunden, dass die erzielten Ergebnisse  sich je nach der Natur und dem Zustande  des während der Behandlung vorhandenen  Gases ändern. So haben Versuche ergeben,  dass zum Beispiel ein ursprünglich weiches  oder flüssiges Produkt in ein festes Produkt  übergeführt wird, wenn das Verfahren bei  atmosphärischem Druck durchgeführt wird,  während bei partiellem Vakuum im selben  Falle ein viskoses Produkt entsteht. Mit  atmosphärischer Luft lassen sich in gewissen  Fällen abweichende Produkte erzielen, wie  mit andern Gasen oder Gasgemischen.

   Es  sei hier bemerkt, dass man die Gasbehandlung  sowohl bei -vollständiger     Verdrängung    der  Luft durch ein anderes Gas, als auch mittelst  eines     Gasiuftgemisches-    durchführen kann,  ferner, dass     Überdruck    und Unterdruck auch  miteinander abwechseln können. Dieser  Wechsel der Druckverhältnisse     -trägt    zum  Beispiel insbesondere zur vollkommenen Dis-         persion    des Elektrolyten in der zu     behan-          delliden    Substanz wesentlich bei.  



  Das Gas kann mit der zu behandelnden  Substanz auf verschiedene Art in Berührung  gebracht werden. Man kann es     zum    Beispiel  durch flüssige Stoffe hindurchblasen oder  einfach über die Reaktionsmasse streichen  lassen.  



  'Wie Versuche ergaben, werden günstige  Ergebnisse bedeutend oberhalb der Zimmer  temperatur und unterhalb der Siedetempera  tur des zu verfestigenden oder zu verflüssi  genden Produktes erzielt. Bei Ölen liegt die  untere Temperaturgrenze bei 200' C, wäh  rend bei andern     Ausgangstoffen,    beispiels  weise Kautschuk, die Reaktion schon bei  etwa<B>HOC</B> C mit gutem Erfolg durchgeführt  werden kann.  



  Ein Zusatz von weiteren rein organischen  Körpern beeinflusst die Reaktion meist nicht,  ändert aber die physikalischen Eigenschaften  (Haftfähigkeit, Elastizität usw.) der     erlial-          tenen    Produkte. Solche rein organische Kör  per können auch die     Dispergierung    des     Elek-          troly        ten    beschleunigen.

   Als rein organische  Zusatzkörper können beispielsweise folgende  Stoffe verwendet werden:     Phenole,        Naph-          tole,    Naphtalin, Chloroform, Azeton, Alko  hole, deren Homologe und Derivate, wie       Nitro-,        Amino-    und     Sulfoverbindungen.     



  Man kann ferner als Zusatzkörper die  aus der Lack- und     Firnisindustrie    bekannten       Sikkative    verwenden, falls die     Klebrigkeit     des Endproduktes herabgesetzt werden soll.  



  Falls auf die Erzeugung von zusammen  hängenden und elastischen, kautschuk  ähnlichen Produkten hingearbeitet wird, so  kann der Reaktionsmasse Schwefel oder eine  Schwefelverbindung (zum Beispiel Chlor  schwefel) zugesetzt werden. Die Wirkung  des Schwefels oder seiner Verbindungen ist  jener bei der     Vulkanisation    von     Kautschuk     ähnlich. Die Schwefelbehandlung kann ge  gebenenfalls in einer zweiten Phase des Ver  fahrens, nämlich nach Beendigung der Ein  wirkung der Elektrolyten durchgeführt wer  den.      Es kann auch vorteilhaft sein, den Re  aktionsraum mit schwingender Energie von  verschiedener Wellenlänge (ultraviolette  Strahlen, infrarote Strahlen, Röntgen  strahlen usw.) zu bestrahlen.

   Es kann durch  eine solche Bestrahlung eine Beschleunigung  der Reaktion und     eine    Verstärkung der     Ak-          tivitäti    des verwendeten Elektrolyten erzielt  werden. Da bei der Bestrahlung des Reak  tionsraumes auch der Gasraum bestrahlt  werden kann, kann sich die Wirkung der Be  strahlung auch in einer Erhöhung der Wirk  samkeit der Gase äussern.  



  Die erhaltenen Produkte stellen neue       Kunststoffe    dar, welche zum Beispiel, nach  dem sie ausgekühlt und an der Luft oder  in einem Gasraum gelagert wurden, die  neuen physikalischen Eigenschaften auf  weisen. Nach der     Reaktion    sind die un  gesättigten     Kohlenstoffverbindungen    weniger  aktiv, die Jodzahl, Bromzahl sinkt, ebenso  die chemische     Reaktions-    und die     Adsorp-          tionsfähigkeit.    Die Verfestigung oder V     er-          flüssigung    kann auch eine partielle sein.  



  Das Sinken der chemischen Aktivität., der  Jodzahl und der .Reaktionsfähigkeit der be  handelten Stoffe ist nicht auf eine chemische  Einwirkung zurückzuführen (vergleiche dies  bezüglich die Literatur über die Aggregation  und     Desaggregation:        Harries    und Nagel     Ber.     1923, S. 1048 ff; Manfred und Obrist     Kol.          Ztschr.        XLI,    1927, S. 351; P. P.     Weimarn          Kol.        Ztschr.        XLII,    1927, S. 43,     XLI,    1927,  S. 148 und 258).  



  Im Falle einer     Desaggregation    (Ver  flüssigung) kann die chemische Aktivität  auch vergrössert werden.  



  Die Produkte des neuen Verfahrens sind  in der Firnis- und Lackindustrie, in der       Linöleumindustrie,    bei der Herstellung von  Strassenbelägen mit Asphalt, in der Kaut  schukindustrie, sowie in allen Industrie  zweigen verwendbar,' welche     Kunststoffe     verarbeiten. Gewisse Produkte aus fetten  Ölen sind zum Beispiel in der Kerzen- und       Seifenindustrie    zu     verwerten.     



  Als Ausgangsstoffe des Verfahrens kom  men verschiedenste     natürliche    oder     künstIiche            isokolloide    Produkte, wie Harze, fette Öle,  ferner andere,     ungesättigte        Kohlenstoffver-          bindungen    enthaltende     isokolloide    Körper,  wie Teer, Asphalt,     Goudron        (pechartiger    De  stillationsrückstand von Erdöl), hochsiedende  Teeröl- und     Mineralölfraktionen,    Kunstharze,  Kautschuk und kautschukartige Produkte,  wie auch chemisch reine     isokolloide    Körper,

    beispielsweise     Styrol    oder     gleichzeitig        mneh-          rere    dieser     Körper    in Betracht. Es können  auch Füllstoffe der     Reaktionsmasse    zuge  setzt werden.  



  Nachfolgend soll das Verfahren anhand  einiger Beispiele erläutert werden. Zu diesen  ist allgemein zu bemerken, dass der Elektro  lyt in sämtlichen Fällen in trockenem Zu  stande (nicht als Lösung) zugesetzt und in  der zu behandelnden Substanz in der be  schriebenen Weise unter Erwärmung, weit  gehendst     dispergiert    werden soll.    <I>Beispiele:</I>    1. 100     gr    Leinöl werden mit 5     gr    Kobalt  linoleat und 5     -r        Natriumoxalat    versetzt und  das Gemisch wird im Vakuum 2 Stunden  lang auf 250 bis<B>350</B>   C erhitzt, wodurch  die Elektrolyte im Leinöl weitgehend     disper-          giert    werden.

   Sodann wird das Vakuum auf  gehoben, die     Masse    in Formen gegossen und  auskühlen gelassen. Es entsteht ein halb  festes, klebriges Produkt, das in der Lack  industrie Verwendung finden kann. Es  trocknet schnell und besitzt eine gute Binde  fähigkeit, wodurch es auch zur Erzeugung  von linoleumartigen Produkten geeignet ist.  



  Statt Leinöl kann auch     Rüböl    oder       naphtensäurehaltiges    Zylinderöl, welches un  gesättigte     Kohlenstoffverbindungen    enthält,  Verwendung finden. Im ersteren Falle er  hält man ähnliche Produkte, wie mit Leinöl;  doch sind die mit     Rüböl    erhaltenen Produkte  gewöhnlich weniger viskos, wie die mit Lein  öl erhaltenen. Die mit Zylinderöl erzeugten  Produkte sind kautschukähnlich und schmie  rig.  



  2. 100     gr    Leinöl werden mit 5     gr        Na-          triumphenolat    versetzt, und das Gemisch  wird in der in Beispiel 1 angegebenen Weise      behandelt. Man erhält ein viskoses Produkt,  welches dem aus Leinöl durch Oxydation an  freier Luft erhaltenen Produkt in     gewissen.     Masse ähnlich ist. Es kann ebenso, wie das  nach Beispiel 1 erhaltene Produkt in de:       Lackindustrie    Verwendung finden.  



  3. 100     gr    Leinöl werden mit 5     gr        K'obalt-          linoleat    und 5     gr        @Natriumoxalat    versetzt und  das Gemisch wird in einem geschlossenen       Autoklaven    langsam auf     eine    Temperatur  von 250     biss    340' C erwärmt und eine     zeit-          lang    auf dieser Temperatur und     -unter    dem  entsprechenden Druck, der aber 50     Atm.     nicht übersteigen soll, gehalten.

   Dadurch  erfolgt eine weitgehende     Dispergierung    der  Elektrolyte im Leinöl. Das Produkt wird  dann auskühlen gelassen und aus dem Auto  klaven entfernt. Man erhält ein gallert  artiges, etwas klebriges Produkt, welches  weniger viskos ist, als das Produkt des Bei  spiels 1.  



  100     gr        Goudron    (pechartiger Rück  stand der Erdöldestillation, der bekanntlich  ungesättigte     Kohlenstoffverbindungen    ent  hält), 5     gr        NaHSO"    1     gr        Bariumsuperoxyd     und 3     gr    Essigsäure werden über den       Schmelzpunkt    des     Goudrons    erhitzt, wodurch  die Elektrolyte im     Goudron    weitgehend dis  pergiert werden.

       'Nach    Erkalten erhält man  ein     Produkt    von höherer Elastizität und hö  herem     Erstarrungspunkt,    wie das.     Ausgangs-          maferial.    In heissem Zustande mit Füll  stoffen gemischt, zeigt das Produkt eine be  deutende Bindefähigkeit. Als Füllstoffe sind  sowohl organische Stoffe, wie Sägespäne,  Korkmehl oder dergleichen, als auch anor  ganische Substanzen, wie     Koalin,    Talk,  Steinmehl usw. geeignet. Ebenso, wie     Gou-          dron    können Asphalte, Peche, Teerückstände  und dergleichen mehr behandelt werden.  



  5. 100     gr    hochsiedende     Mineralölfrak-          tionen    (Handelsprodukte, welche     Naphten-          säure    enthalten) werden mit 10     gr        Nass    und  2     "r        BaC03    bei niedrigem Vakuum     zwischen     250 und<B>350'</B> C erhitzt, um die     Elektrolyte     im Mineralöl zu     dispergieren.    Die Erhitzung       wuss    sehr behutsam erfolgen, um eine De  stillation der Öle zu vermeiden.

   Der     Zusatz       von 1     gr    Phenol hat eine     günstige    Wirkung,  indem es die Elastizität des Endproduktes  erhöht und die Auflösung des Elektrolyten  erleichtert. Das Produkt ist eine elastische,  schmierige Masse.  



  6. 100     gr    hartes amerikanisches Harz  (Handelsprodukt, welches ungesättigte     Koh-          lenstoffverbindungen    enthält) werden mit  6     gr        Magnesiumsulfat    und 4     gr    Ameisen  säure versetzt und das Gemisch wird einige  Stunden lang bei niedrigem Vakuum erhitzt,  wodurch die Elektrolyte im Harz     weitgehend          dispergiert    werden. Nach Erkalten ist das  Produkt flüssig und besitzt die Konsistenz  von konzentrierter Leimlösung.  



  7. 100     gT    Leinöl werden mit 2 gor Mag  nesiumperoxyd, 2     gr        Dinatrium-Hydro-          phosphat    und 1     gr        Ammoniumchlorid    ver  setzt und das Gemisch wird so, wie im Bei  spiel 1 angegeben, behandelt. Das erhaltene  Produkt ist ein viskoser Körper, welcher mit  dem durch Oxydation von Leinöl an freier  Luft erhaltenen Produkt eine gewisse Ähn  lichkeit zeigt und in der Lackindustrie Ver  wendung finden kann.  



  Kocht man das Produkt in einem email  lierten Kocher bei einer Temperatur von 140  bis 170   C mit 1     bgr    Anilin und 20     gr     Schwefel,     so    erhält man eine     dunkle,    kohä  rente elastische und schwer schmelzbare       Masse,    die gummiähnlich ist und als Kaut  schukersatz Verwendung finden kann.  



  B. 100     gr    Leinöl werden mit 5     gr    Brom  natrium versetzt und das Gemisch wird im  Vakuum 2 Stunden lang auf 250 bis 350   C  erhitzt, wodurch das Bromnatrium im Leinöl  weitgehend dispergiert wird. Sodann wird  das Vakuum aufgehoben, die Masse in For  men gegossen und .auskühlen gelassen. Das  erhaltene Produkt wird mit 2     gr        Diphenyl-          guanidin    und 20     .gr    Schwefel gekocht. Das  Endprodukt gleicht jenem des Beispiels 7.  



  9. 100     gr    Leinöl werden mit 5     gr        Kobalt-          linoleat    und 5     gr        Natriumoxalat    in einem  offenen Kessel bei     atmosphärischem    Druck  auf 250 bis 350   C erhitzt, wodurch die  Elektrolyte im Leinöl weitgehend     dispergiert     werden. Die     heisse        Mischung    wird dann in      Formen gegossen und auskühlen gelassen.  Man erhält ein gallertartiges, etwas klebriges  Produkt.  



  10. 100 kg     chinesisches        Holzöl    und 10 kg       Trichloressigsäure    werden zur Erleichterung  der Dispersion des Elektrolyten im     Holzöl     auf einer Mühle vermischt. Nach vollkom  mener Vermischung wird das     erhaltene    Pro  dukt erhitzt und dadurch eine weitgehende  Dispersion der     Trichloressigsäure    erzielt.  Über 140   C erfolgt nach einiger Zeit eine  wesentliche Zunahme der Viskosität, wäh  rend bei höheren - Temperaturen eine voll  ständige Verfestigung eintritt. Das End  produkt ist zäher, als in gewöhnlicher Weise  erhitztes Holzöl, und es ist für die Firnis  erzeugung, zur Herstellung von plastischen  Produkten und als Kautschukzusatz geeig  neter, als jenes.  



  11. 100     gr    frisch erzeugtes     Styrol    werden  mit 3     gr    Nass meinem Quarzkolben bei  niedrigem Vakuum behutsam erhitzt, um  eine weitgehende Dispersion des     Na2S    im       Styrol    zu erzielen. Falls die Auflösung des  Elektrolyten im     Styrol    beschleunigt werden  soll, können gleich bei Beginn der Reaktion,  gleichzeitig mit dem     Na--,S    3     gr    Ameisensäure  zugesetzt werden. Je nach der Zeitdauer der  Einwirkung erhält man klebrige Produkte  von höherer oder geringerer Festigkeit.

   Eine  Bestrahlung mit     Uviollicht    beschleunigt die  Reaktion und verstärkt die Aktivität des ver  wendeten Elektrolyten. Das Quarzglas ge  stattet den Durchtritt der ultravioletten       Strahlen.     



  12.<B>100</B>     gr    helles raffiniertes, dickes  Mineralöl (Zylinderöl) werden mit 5     gr    Lein  öl und 5     gr        Natriumbisulfit    versetzt. Man  erhitzt zur Erzielung einer weitgehenden  Dispersion des Elektrolyten im Mineralöl  bei Unterdruck 5 bis 10 Stunden lang unter  halb der Siedetemperatur des Öls. Das er  haltene Produkt zeigt gegenüber dem Aus  gangsmaterial eine wesentliche Verdickung.  Es bildet einen gallertartigen, halbfesten  Körper.  



  13. 100     gr    helles raffiniertes, dickes  Mineralöl (Zylinderöl) werden mit 5     gr    chi-         nesischem    Holzöl und<I>4</I>      lo        Lithiumkarbonat     versetzt und bei Unterdruck 5 bis 10 Stun  den lang unterhalb der Siedetemperatur des  Öls erhitzt. Dabei wird das     Lithiumkarbonat     im Ausgangsmaterial weitgehend     dispergiert.     Das Produkt ist gegenüber dem Ausgangs  material merklich     vedickt.    Es bildet einen  gallertartigen, halbfesten Körper.

   Werden  ausser dem     Holzöl    und dem     Lithiumkarbonat     dem Ausgangsmaterial noch 2     gr    Zinksuper  oxyd zugesetzt, so     erhält    man ein noch  festeren Produkt.  



  Wird in den vorangehenden Beispielen,  in welchen es sich um die Verarbeitung von       fetten    Ölen handelt, statt mit Unterdruck,  mit     Cberdruck    gearbeitet, so gelangt man zu  Produkten, die sich von den mit Unterdruck  erhaltenen Produkten durch den abweichen  den Grad ihrer Viskosität unterscheiden.  



  Das Verfahren gemäss der Erfindung ist  scharf von bekannten Prozessen rein che  mischer Natur, wie     Polymerisations-,    .     Oxy-          dations-,    Kondensationsprozessen und der  gleichen zu unterscheiden. Beim neuen Ver  fahren ist die Reaktion     kolloidchemischer     Natur. Es handelt sich auch um keinen  katalytischen Vorgang, indem die Zusatz  stoffe aus dem Produkt nicht entfernt wer  den können, ohne die durch das Verfahren  hervorgebrachten Eigenschaften rückgängig  zu machen.  



  Zum Nachweis des Gesagten     diene    fol  gender Versuch:  200     gr    Leinöl wurden in einem Destillier     -          kolben    von 2 Liter Rauminhalt unter Zusatz  von 20     gr    kristallisierten     Na2S    5 Stunden  lang bei     Wasserstrahlpumpenvakuum    auf  <B>290'C</B> erhitzt. Es wurde ein Reaktions  produkt erhalten, welches nach Auskühlen  eine weiche wachsartige Konsistenz besass.  



  Ein Teil (etwa 10     gr)    des verfestigten  Öls wurde in eine     Filtrierhülse    gebracht und  in einem     Soxhletapparat    mit destilliertem  Wasser extrahiert, wobei das Ölprodukt  quantitativ in eine Emulsion übergegangen  ist.

   Diese Emulsion wurde kurze Zeit mit  überschüssiger Salzsäure gekocht, um die  ölige     disperse    Phase vom wässerigen Teil zu      scheiden.-     Trennt    man     nunmehr    die beiden  Phasen in einem     Scheidetricbter    und trocknet  den öligen Anteil bei 110   C bis zum Frei  werden von Wasser, so erhält man wieder  ein flüssiges 01, welches dem Ausgangs  material entspricht und bloss jene Ände  rungen aufweist, welche sich bei einer fünf  stündigen Erhitzung (ohne Zusätze) des als  Ausgangsmaterial dienenden Leinöls bemerk  bar machen. Eine merkliche Änderung der  physikalischen Eigenschaften des     regene-_          rierten    01s konnte nicht festgestellt werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren, um physikalische Eigen schaften von ungesättigte Kohlenstoffver- bindungen enthaltenden isokolloiden Pro dukten auf nicht chemischem Wege zu än dern, dadurch gekennzeichnet, dass man die ungesLtigte Kohlenstoffverbindungen ent haltenden Produkte mit einer geringen Menge mindestens eines Elektrolyten, der sich in trockenem Zustande befindet, versetzt und den Elektrolyten im Ausgangsmaterial unter Erwärmung weitgehend dispergiert. UNTERANSPRÜCHE: 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Elektrolyte Salze organischer ,Säuren verwendet wer den. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Elektrolyte Salze anorganischer Säuren verwendet werden. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Elektrolyte me tallhaltige, nicht salzartige organische Verbindungen verwendet werden. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Elektrolyte feste Säuren der aromatischen Reihe verwen det werden. 5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Elektrolyte feste niedere Säuren der aliphatischen Reihe verwendet werden. ö.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Elektrolyte Ver bindungen organischer Substanzen mit anorganischen Säuren verwendet werden. 7. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass- mehrere Elektrolyte von mindestens zwei der folgenden Elek- trolytklassen: Salze organischer Säuren, Salze anorganischer Säuren, metall haltige, nicht salzartige organische Ver bindungen, feste Säuren der aroma tischen Reihe, feste niedere Säuren der aliphatischen Reihe, Verbindungen or ganischer Substanzen mit anorganischen Säuren verwendet werden. 8.
    Verfahren nach Patentanspruch und Un- terauspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein. Elektrolytgemisch, das minde stens eine flüssige anorganische Säure enthält, verwendet wird. 9. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein Elektrolytgemisch, das minde stens eine flüssige organische ,Säure ent hält, verwendet wird. 10. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die nach der Dis- pergierung des Elektrolyten erhaltene Masse in der Kälte Unterdruck aus gesetzt wird. 11.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die nach der Dis- pergierung des Elektrolyten erhaltene Masse in der Wärme Unterdruck aus gesetzt wird. 12. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die nach der Dis- pergierung des Elektrolyten erhaltene Masse in der Kälte Überdruck aus gesetzt wird. 18. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die nach der Dis- pergierung des Elektrolyten erhaltene Masse in der Wärme Überdruck aus gesetzt wird. 14.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die nach der Dis- pergierung des Elektrolyten erhaltene Masse bei atmosphärischem Druck er hitzt wird. 15. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Reaktionsmasse während der Reaktion wechselnden Drucken unterworfen wird. 16. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Reaktion durch Verkochen der in Reaktion zu bringen den Stoffe durchgeführt wird. 17. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Reaktion durch Verschmelzen der in Reaktion zu brin genden Stoffe durchgeführt wird. 18.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Reaktionsmasse unter Druck in Formen gepresst wird, in welchen die Reaktion stattfindet. 19. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Reaktion in An wesenheit mindestens eines weiteren rein organischen Körpers durchgeführt wird. 20. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Reaktionsmasse Sikkative zugesetzt werden. 21. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Reaktion in An wesenheit von Schwefel durchgeführt wird. 22. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Reaktion in An wesenheit von Schwefelverbindungen durchgeführt wird. 23.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass nach Beendigung der Einwirkung der Elektrolyten das Produkt einer Schwefelbehandlung unter worfen wird. 24. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Reaktion in ge schlossenen Gefässen unter Ersatz der Luft durch ein anderes Gas durch geführt wird. 25. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Reaktion unter Hindurchleitung von Gas durch, die Re aktionsmasse durchgeführt wird. 26. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Reaktion unter Bestrahlung des Reaktionsraumes mit schwingender Energie von verschiedener Wellenlänge durchgeführt wird. 27.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Dispergierung mindestens eines Elektrolyten im iso- kolloiden Produkt im Wesen unter den.. selben Temperatur- und Druckverhält nissen erfolgt, welche bei einer im un mittelbaren Anschluss an die Dispergie-- rung vorgenommenen thermischen Nach behandlung angewandt werden. 28. Verfahren nach Patentanspruch, wobei als Ausgangsmaterial ölartige Produkte verwendet werden, dadurch gekenn zeichnet, dass die Reaktion bei einer Tem peratur von mindestens 200 C durch geführt wird.
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